Wanderlust in Südtirol – Teil zwei

Der beliebteste Spot in der Region ist neben der Seiser Alm sicherlich auch die „Seceda“. Vielleicht hat einer von Euch diese bereits in den Social Media Kanälen oder sogar direkt vor Ort gesehen? Eine wunderschöne Bergkette und ein beliebter Fotospot. Leider hatten wir dies auch zu sehr erlebt. Auf die Seceda fährt eine Seilbahn hoch. Für uns war die Seilbahn aber keine Option. So führte uns der erste Abschnitt des Weges um 7 Uhr morgens direkt auf eine sehr steile Skipiste. An grasenden Kühen vorbei, auf urigen Waldabschnitten und Schotterwegen ging es dann das letzte Stück hoch hinauf auf die Seceda. Diese Route wurde mit vier Stunden ausgeschildert. Nach gut zweieinhalb Stunden, 9 Kilometern und 1.250 Höhenmeter hatten wir dann tatsächlich schon den „Gipfel“ erreicht und waren leider total schockiert. Ein Gedränge von Menschen, das Gefühl von Massentourismus kam in uns auf und wir hatten einfach nur noch das Gefühl dort weg gehen zu müssen. So haben wir uns tatsächlich nach kurzer Zeit wieder auf den Heimweg begeben. Schade, dass dieser wunderschöne Platz so überrannt und dadurch die dortige Flora und Fauna immer mehr in Mitleidenschaft gezogen wird.

Am Tag darauf gingen wir es gemütlicher an. Mit einer Tour von knapp 5 Kilometern folgte unser Weg am späten Nachmittag kurz vor die Peitlerscharte. Mit den Dolomiten rechts neben uns konnten wir den Weg und das Panorama genießen. Nach ca. zwei Stunden ging es für das Abendessen zurück zur Ferienwohnung. Ich konnte es anschließend wieder einmal nicht lassen und zog erneut mit meiner Kamera los. Etwas oberhalb von unserer Unterkunft gab es eine schöne Blumenwiese, welche es mir natürlich sofort angetan hatte. Der Blick hinunter auf St. Magdalena und die Aussicht auf die Geislergruppe waren auch hier traumhaft.

Wenn man jeden Tag Unternehmungen plant und aktiv ist, dann vergeht die Zeit erst recht wie im Flug. So stand auch schon unser letzter Tag, an dem wir eine Tour planen konnten, in Südtirol an.  Einen Tag zuvor erfuhren wir zu unserer nächsten geplanten Tour aus den örtlichen Nachrichten, dass ein Vater mit seinen Kindern die Wanderung am frühen Morgen abbrechen musste. Grund für den Abbruch: sie wurden von drei Wölfen verfolgt. Mit dieser Nachricht ging es also für uns spät abends ins Bett, mit dem Wissen, dass wir am nächsten Tag dieselbe Tour laufen werden. Früh morgens ging es also auch für uns an diesem Tag los. Bei Morgennebel und stets mit dem Gedanken im Hinterkopf, dass in diesem Gebiet Wölfe unterwegs sein könnten, starteten wir also um 7 Uhr vom Würzer Joch aus Richtung Peitlerscharte. Auf der Peitlerscharte erwartete uns dann ein grandioses Naturschauspiel. Hoch oben strahlte die Sonne mit ihrer ganzen Kraft und unten im Tal war eine Wolkendecke zu sehen. Von dort aus ging es weiter zum „Großen Peitlerkofel“. Auf der letzten Etappe zum Gipfel gab es auch eine kleine Passage, welche mit Drahtseilen angelegt war. Auf dem Gipfel angekommen gab es für uns eine grandiose Weitsicht und wieder der Blick auf die unvergessliche Wolkendecke unten im Tal. Bei unserem verdienten Frühstück oben auf dem Gipfel blieben wir nicht lange ungestört. Ein paar Schneesperlinge und Alpendohlen hatten sich direkt neben uns versammelt und warteten nur darauf, von uns etwas Brot zu bekommen. Diese Vögel waren bereits so an Menschen gewöhnt, dass wir ihnen kleine Stückchen von unserem Brot direkt aus der Hand füttern konnten. Nach unserer Frühstückspause ging es dann wieder abwärts. Den kurzen Abstecher zum „Kleinen Peitlerkofel“ ließen wir uns dabei natürlich nicht nehmen. Auf dem Rückweg begegneten uns auch hier wieder unfassbar viele Menschen. Wir sind ja viel in der Natur unterwegs und haben schon so einiges auf Wanderungen gesehen, aber auch dort waren wir von den Menschenmassen schockiert. Schnell waren wir uns einig: wir waren so froh darüber, dass wir bei so gut wie jeder Wanderung immer in den frühen Morgenstunden los zogen. Zum einen bekommt man dadurch mit, wie die Natur und der Tag erwacht, zum anderen geht man solchen Situationen im Normalfall aus dem Weg. Im Tal wieder angekommen ließen wir die Wanderung von insgesamt 5 Stunden, 14 Kilometern und 992 Höhenmetern mit einem Radler und Kaffee auf einer Alm gemütlich ausklingen.

So ging also auch der letzte Tag in Südtirol zu Ende. Am Abend konnte mein Freund noch im Hof unserer Ferienwohnung sein Teleskop auspacken und den älteren Herrschaften des Hofes mit seinem Wissen eine Freude bereiten. An diesem Abend konnte man Saturn und Jupiter hervorragend sehen. Früh morgens klingelte dann auch schon unser Wecker und wir machten uns wieder Richtung Heimat auf. Zurückblickend betrachtet sind wir beide einfach nur dankbar für die schönen Momente, die einzigartige Natur und freuen uns jetzt schon wieder auf unseren Urlaub im nächsten Jahr. Südtirol steht aber jetzt schon wieder auf unserer engeren Auswahl – diese wunderbare Region hat uns einfach in ihren Bann gezogen.

Veröffentlicht von heimatfotograefin

"Dorfmaidle" mit viel Liebe zur Heimat Schwarzwald & der Landschaftsfotografie

6 Kommentare zu „Wanderlust in Südtirol – Teil zwei

  1. Liebe Heimatfotograefin, vielen Dank für´s mitnehmen in diese Grandiose Alpenregion. Die Bilder sind so ausdrucksstark und erklären ein wenig, warum da so viele Menschen hinfahren möchten. Toll gesehen und für uns festgehalten, möchte da auch hin!!!

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  2. Hallo Heimatfotogräfin, ich kann deinem schönen Bericht nur voll und ganz zustimmen auch im Punkt „Massentourismus“ (selbst erlebt vor ein paar Jahren am Karersee). Ihr habt euch aber auch eine Ferienwohnung mit einer der wohl schönsten Aussichten ausgesucht. Ich selber komme sporadisch schon seit meinem zehnten Lebensjahr immer wieder nach Südtirol und bin immer noch fasziniert von der Landschaft in dieser ganzen Region und ich werde sicher noch öfter dort sein.
    Grüße
    Uli aus dem Wiesental

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    1. Lieber Uli, vielen lieben Dank für deine lieben Worte. Ja, die Aussicht dort war wirklich grandios. Dann wünsche ich heute schon tolle Erlebnisse und unvergessliche Momente in Südtirol – wir hoffen natürlich, dass es uns 2021 ebenfalls wieder dorthin verschlägt und Corona keinen Strich durch die Rechnung macht. Herzliche Grüße von der Heimatfotogräfin

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