Von unserem Balkon haben wir einen wunderbaren Blick auf den gegenüberliegenden Kirchturm. Ein Storchennest befindet sich nicht darauf, so dass dort im Frühjahr kein Betrieb herrscht, aber das ändert sich jedes Jahr im Juli und August, wenn sich allabendlich die Jungstörche einen Schlafplatz suchen, bevor sie sich ab Mitte August auf die lange Reise Richtung Süden begeben. Dann gibt es jedes Mal ein amüsantes Schauspiel!
Die Vögel trudeln nach und nach ein. Zunächst ist genug Platz für alle da und es scheint Eintracht zu herrschen. Die Federpflege steht im Vordergrund.
Je später der Abend, desto begehrter wird die Location mit bestem Blick über das Wiesental. Fünf Störche auf dem Dach sind noch immer friedlich, aber wehe, ein sechster versucht sich Platz zu verschaffen! Da beginnt die Zwietracht…
…und plötzlich herrscht Unruhe! Im Anschluss sind offensichtlich auch fünf Störche zu viel, es gibt viel Geklapper und einer muss weichen.
Jeder Abend verläuft ein bisschen anders. Einmal kam es sogar soweit, dass ein Storch ziemlich breitbeinig das gesamte Dach für sich gesichert hat.
Er durfte dann ganz alleine den Sonnenuntergang genießen.
Doch zurück zum aktuellen Abend: am Ende hat jeder sein Plätzchen gefunden, notfalls in der zweiten Reihe, und es kehrt Ruhe ein, bis am nächsten Abend alles wieder von vorne los geht.
Update: die Aufnahmen habe ich vor wenigen Tagen gemacht. Gestern war das Dach bereits verlassen, offensichtlich haben sich die Störche inzwischen auf die Reise begeben.
Stadtmensch oder Landmensch? Diese zwei Kategorien stehen nicht nur für das Umfeld, in dem sich eine Person gerne aufhält, sondern auch für unterschiedliche Lebensweisen.
Ich selbst würde mich eindeutig der zweiten Kategorie zuordnen. Schon mein ganzes Leben lang wohne ich in einer von Landwirtschaft geprägten Gegend. Ich bin mit Ziegen, allerlei Federvieh, Hunden und einem Pony aufgewachsen und ein Leben in der Großstadt kam und kommt für mich nie infrage. Vielleicht war ein Hauch von Nostalgie im Spiel, weshalb ich sofort Feuer und Flamme war, als Blogkollege Sebastian mir letztes Jahr seine neue Idee vorstellte:
„Lass uns Exkursionen zu Bauernhöfen hier in der Gegend organisieren! Wir kommen mit den Bauern ins Gespräch, genießen die tolle Landschaft – die es ohne die Bauern so nicht geben würde – und halten Ausschau nach besonderen Pflanzen und Tieren.“
Mit „uns“ ist der kleine Verein „Kulturen in Kontakt“ gemeint, in dem wir beide aktiv sind. Knapp ein Jahr später ist aus der Idee nun ein konkretes Projekt geworden, bei dem wir zusätzlich noch von einem kleinen Team von Biologen unterstützt werden, die sich bestens mit der heimischen Pflanzen- und Tierwelt auskennen.
Den Auftakt macht der Hanisenhof in Oberried am 18. Juli 2026.
Hier eine Übersicht über sämtliche fünf Termine in diesem Jahr (Juli/August), die jeweils samstags von 16 bis 19 Uhr stattfinden:
18. Juli 2026: Hanisenhof (Johannes Rösch), Oberried-Weilersbach
1. August 2026: Weidegemeinschaft Zweistädteblick GbR (Klaus Rümmele), Schönau-Tunau
15. August 2026: Bauernhof Maier (Bernhard & Marius Maier), Dachsberg-Ruchenschwand
22. August 2026: Hochland-Höfe GbR (Simon Frommherz), Häg-Ehrsberg
29. August 2026: Hof Till (Annekathrin Spatz), Schluchsee-Äule
Weitere Informationen, auch zur Anmeldung findet ihr hier
Die Fotos in diesem Artikel sind übrigens Anfang dieser Woche bei einer Vorexkursion bei den Hochlandhöfen in Häg-Ehrsberg entstanden. Nicht nur wir hatten unseren Spaß, auch für die Ziegen war es wohl eine willkommene Abwechslung.
Während der Exkursion darf auch gerne fotografiert werden. Wir können aber nicht garantieren, dass die Linse sauber bleibt 😉
P.S. Unser Projekt mit dem Titel „Landnutzung und biologische Vielfalt“ wird gefördert durch das Biosphärengebiet Schwarzwald mit Mitteln des Landes Baden-Württemberg und der Kommunen im Biosphärengebiet.
Eine Hitzewelle rollte über Deutschland. Temperaturrekorde purzelten. Dieser Tage ist es glücklicherweise wieder ein paar Grad kühler, aber der Sommer ist ja noch lange nicht vorbei!
Da wünschen wir uns doch an einen kühleren Ort! Es muss ja nicht gleich frostig sein – wie wäre es mit Cornwall? Die Temperaturen sind eher mild, das Meer ist vor der Tür, die Küste fast überall ein Traum. So auch rund um das Dörfchen Port Quinn auf der Nordseite Cornwalls. Und wenn dann noch die Sonne durch die Wolken lugt, freut sich der Fotograf.
Ein Blick in die entgegengesetzte Richtung lohnt sich übrigens auch, nicht zuletzt weil die Grasnelken hier ebenfalls einen schönen Vordergrund bieten. In den drei Häuschen kann man sogar übernachten, auch in dem kleinen Doyden Castle auf der rechten Seite. Das sind doch gute Aussichten im wahrsten Sinne des Wortes!
Ich wünsche euch allen einen schönen Sommer, der hoffentlich nicht zu schweißtreibend ausfällt!
Gibt es etwas Dynamischeres als Libellen am Gewässerufer? Ich meine jetzt nicht die kleinen, bunten „Stäbchen“, die zart durch die Vegetation tanzen. Nein, die Rede ist von den deutlich größeren Brummern, den Herrschern der Lüfte am Übergang von Wasser zu Land.
Für mich sind sie der Inbegriff von Energie und Dynamik, und das meine ich jetzt durchaus nicht nur positiv. Kompromisslos, aggressiv, unbeirrbar patrouillieren sie auf und ab in ihrem als Territorium abgesteckten (aber sich in seinen Grenzen ständig verschiebenden) Uferabschnitt und attackieren alles, was sich ihnen in den Weg (= die Flugbahn) stellt. Das können (männliche) Rivalen sein, die die territorialen Grenzen nicht respektieren, oder auch Individuen anderer Libellenarten – vor allem aber Weibchen der eigenen Art, die sich zur Paarung an das Fortpflanzungsgewässer begeben und in Sekundenbruchteilen gefunden und geschnappt werden.
Wer dieses (wie ich finde: absolut faszinierende) Schauspiel erleben möchte, begebe sich an irgendein Gewässer, also einen Weiher, See, oder auch einen Fluss mit langsamer Strömung. Es muss Ufervegetation vorhanden sein, und sonniges oder zumindest warmes und trockenes Wetter. Und dann geht es los! Oft hört man die Libellen schon, bevor man sie sieht – wenn nämlich zwei Männchen buchstäblich aneinander hochgehen und mit laut knisternden und raschelnden Flügeln sich blitzschnell umkreisen und in die Höhe schießen.
Typischerweise sind es Großlibellen aus der Familie der Falkenlibellen (Corduliidae), die dieses Spektakel veranstalten, und von diesen meist entweder die eigentliche Falkenlibelle (Cordulia aenea) oder die Glänzende Smaragdlibelle (Somatochlora metallica). Aber auch Segellibellen wie der Große Blaupfeil (Orthetrum cancellatum), der Vierfleck (Libellula quadrimaculata) oder der Plattbauch (Libellula depressa) sind häufig an geeigneten Gewässern zu beobachten.
Die hier abgebildeten Tiere sind übrigens Falkenlibellen, die an einem warmen Abend vor einigen Tagen am Adlerweiher in Hinterzarten (Hochschwarzwald) noch zu später Stunde für Stimmung sorgten.
Man sollte unbedingt rausgehen in die Natur zu dieser wunderbaren Jahreszeit – es lohnt sich bestimmt!
Mitte Mai – so spät waren wir noch nie dran mit der Veröffentlichung des Monatsfotos zum „Start“ eines jeden Monats.
Das liegt weniger daran, dass wir nichts zu zeigen oder zu erzählen hätten, sondern vielmehr daran, dass wir dieses Frühjahr viel unterwegs waren bzw. noch sind. Zwischen den Reisen fehlt mir oft die Zeit, mich mit den gerade gemachten Bildern zu beschäftigen und dazu auch noch einen halbwegs unterhaltsamen Text zu verfassen. Das ist natürlich ein Luxusproblem, aber es ist ein Grund dafür, dass es hier im Blog momentan recht still ist, obwohl wir viele schöne Dinge erleben, bei denen auch die Fotografie nicht zu kurz kommt.
Das Bild für das Monatsfoto Mai habe ich vor knapp sechs Wochen in der marokkanischen Wüste aufgenommen. Ich war zuvor noch nie in der Sahara und hatte mir fest vorgenommen, den Sternenhimmel unbedingt mal in totaler Finsternis, ohne jegliche Lichtverschmutzung, zu fotografieren.
So ganz ohne Fremdlicht hat es leider nicht geklappt. Dafür gab es zu viele Camps, deren Beleuchtung kilometerweit zu sehen war. Aber es ist schon auch aufregend und ein bisschen gruselig, spät nachts in der Wüste zu stehen und den fremden Geräuschen zu lauschen.
Wobei, wenn uns jemand zugesehen hätte, wie wir im Dunkeln um einen halbtoten Baum geschlichen sind und ihn mit unseren Stirnlampen immer wieder angeleuchtet haben (Lichtverschmutzung!!!), hätte das wahrscheinlich auch ziemlich gruselig ausgesehen. 😉
Frankfurt – die Hessenmetropole oder „Mainhattan“, wie mir im Erdkundeunterricht einmal beigebracht wurde – kennen viele nur von kurzen Zwischenstopps. Sie haben mal die Messe oder eines der Museen besucht und kurz einen Blick auf die Skyline geworfen.
Ich habe in den letzten Jahren immer mal wieder kurze Abstecher nach Frankfurt gemacht und mir jedes Mal ein anderes Viertel vorgenommen. In diesem Beitrag schaue ich an Orten vorbei, die man vielleicht leicht übersieht… und lande am Ende doch an der Flößerbrücke mit Blick auf die Skyline!
Die Stadt geht ja hoch hinaus, aber wir starten unterirdisch: in der U-Bahnstation Westend. Die erleuchteten Säulen weisen bereits den Weg Richtung Palmengarten. Und wenn die U-Bahn abgefahren ist, herrscht für ein paar Augenblicke ungewohnte Ruhe, bevor die nächsten Fahrgäste eintrudeln.
Mit der nächsten U-Bahn fahre ich in die Innenstadt. Frankfurt hat ja viele äußerst sehenswerte Museen. Eines hat es mir besonders angetan: das Museum für Moderne Kunst (MMK). Egal, was für eine Ausstellung gerade läuft, ein Besuch lohnt sich schon wegen der postmodernen Architektur. Von außen hat es die Form eines Tortenstücks, von innen bieten sich immer wieder neue Perspektiven, und wer gerne grafische Motive fotografiert, kann sich hier austoben!
Wenn wir schon bei schicken Perspektiven sind, schauen wir noch im sogenannten Juniorhaus vorbei, einem der ersten Hochhäuser Frankfurts (Baujahr 1951), heute ein Bürogebäude von vielen. Wobei der Begriff „Hochhaus“ heute irreführend ist: es ist nur 35 Meter hoch, kann aber dafür mit einem ovalen Treppenhaus beeindrucken.
Weiter geht es nun durch die Straßen des Financial Districts. An manchen fotogenen Ecken läuft man fast vorbei. Die gebogenen gelben Lampen am Skyper Hochhaus hätte ich fast verpasst. Sie sind auch noch relativ neu, der Künstler Jeppe Hein hat sie erst 2024 installiert. Aus der Froschperspektive bieten sich schöne Kontraste zu den umliegenden Gebäuden.
Der Blick nach oben lohnt sich auch wieder zwischen Japan Center und Commerzbank-Tower nur einen Block weiter.
Mein Weg führt mich weiter Richtung Main. Dort befindet sich nicht nur das relativ neue Wohnquartier „Westhafen“, sondern auch das „größte Apfelweinglas der Welt“, der Westhafen Tower. Nun mache ich mich auf zu einem längeren Spaziergang Richtung Europäischer Zentralbank (EZB) immer am Mainufer entlang. Nach nur wenigen Schritten unterquere ich die Friedensbrücke. Passend zum Namen wird hier durch ein Wandbild an die schrecklichen Vorgänge in Hanau im Jahr 2020 erinnert.
Es dämmert bereits, als ich an der EZB ankomme. Dort wurde meines Wissens nie mit Bananen gehandelt, auch wenn der Waggon anderes vermuten lässt :-).
Mittlerweile ist die Sonne untergangen. Die blaue Stunde ist natürlich die perfekte Zeit, um den Rundgang abzuschließen und den Blick auf die Skyline zu genießen. Die Bilder sind von der Flößerbrücke und der Ignatz-Bubis-Brücke aus entstanden. Ein Experiment mit Zoom-Effekt ist auch dabei.
Mit dem letzten Tageslicht mache ich mich auf den Weg zurück zum Bahnhof. Wer noch mehr Bilder aus Frankfurt sehen möchte, dem sei dieser Beitrag von Stefanie ans Herz gelegt, mit weiteren Nacht-Ansichten von Frankfurt.
Das erste Viertel des Jahres ist schon wieder Geschichte – und hoffentlich ebenso auch der Winter. Wunderbarerweise beginnt der April gleich mit ein paar freien Tagen, die viele von uns- vielleicht kombiniert mit den Osterferien- für eine erste Reise nutzen werden. Mein erster Kurztrip dieses Jahres liegt etwa drei Wochen zurück, und es ging an einen mir bis dahin unbekannten Ort: den Federsee in Oberschwaben. Obwohl er von mir aus mit dem Auto in nur zweieinhalb Stunden zu erreichen ist, war mir die Gegend rund um Bad Buchau und der See an sich nicht bekannt. Aber wie fast immer, wenn Blogkollege Sebastian ein Reiseziel aussucht, kann man davon ausgehen, dass es dort etwas zu sehen und zu erleben gibt. Mit ihm unterwegs zu sein, bedeutet allerdings auch, früh raus aus den Federn zu müssen, um schon vor Sonnenaufgang an den schönen Stellen zu sein. Das ist eine Herausforderung für alle in der Gruppe, aber es lohnt sich jedes Mal. (Auch wenn es nicht immer alle schaffen, dass warme Bett zu verlassen 😉 )
Nach rund drei Stunden in der Kälte sehnt man sich dann doch nach einem heißen Kaffee und einem leckeren Frühstück im Hotel. Danach gönnen wir uns immer noch eine kurze Pause im Zimmer, bevor wir wieder losziehen um den Rest des Tages – bis auf eine Kuchen-und-Kaffee-Pause – draußen in der Natur zu verbringen. Eine solche Kurzreise mit Sebastian dauert in der Regel von Donnerstagnachmittag bis Sonntagmittag. Danach bin ich zwar körperlich ziemlich müde, aber das Abschalten vom Alltag funktioniert wunderbar. Sozusagen Wellness. Für den Geist. Und die Seele.
Ich habe mich bereits für das nächste „Wellnesswochenende” bei ihm angemeldet. Anfang Mai geht es nach Hessen an den Reinheimer Teich. Das ist wieder eine Gegend, die ich überhaupt nicht kenne, und ich bin gespannt, was uns dort erwarten wird. Allerdings bin ich mir jetzt schon sicher, dass auch dort der Wecker wieder sehr früh klingeln wird 😉
…und was sich reimt, ist gut! Das wusste schon der Pumuckl. Der hätte vermutlich auch seine Freude gehabt gestern auf dem Gipfel des Belchen hier im Südschwarzwald. Dank dem Einsatz modernster Informationstechnologie (Chat-Messenger und ornitho-App) wusste ich, dass sich schon seit mehreren Tagen ein für unsere Breitengrade ziemlich besonderer Vogel aufhält. („Besonders“ übrigens nicht im Sinne von „schräger Vogel“, sondern ungewöhnlich). Und den wollte ich mir unbedingt ansehen.
Die Rede ist von der Ohrenlerche (Eremophila alpestris). Lerchen sind ja (als Offenlandbewohner und Bodenbrüter) in der Regel sehr unscheinbar gefärbte Tiere, die optisch um keinen Preis auffallen wollen. Nicht so die Ohrenlerche. Besonders die Männchen im Prachtkleid sind regelrecht bunt mit der kontrastreichen Schwarz-Gelb-Zeichnung auf Kopf und Kehle. Ich finde sie einen wunderschönen Anblick.
Und dann erst die (namengebenden) Ohren! Ich sehe sie eher als kleine Hörnchen an (passend übrigens zum englischen Artnamen „Horned Lark“) und stelle mir manchmal vor, dass es kleine Teufelshörner sind. Aber soweit muss man natürlich nicht gehen.
Wo lebt die Ohrenlerche denn sonst so? Und was treibt dieses Individuum gerade auf dem Belchengipfel? Also generell haben Ohrenlerchen ein sehr großes Verbreitungsgebiet und kommen an ziemlich unterschiedlichen Orten vor. Innerhalb Europas gibt es sie in Skandinavien und der russischen Tundra, aber auch in den Gebirgen des Balkans in Südosteuropa. Auch die Vorkommen im marokkanischen Atlas-Gebirge sind nicht allzu weit weg. (Eine Übersichtskarte findet sich im Wikipedia-Artikel).
Das Belchenteufelchen (ich nenne es jetzt einfach mal so) ist ziemlich sicher ein skandinavischer Vogel. Seine Artgenossen bevölkern zurzeit die Küsten von Nord- und Ostsee, wo sie die Wintermonate verbringen (oftmals vergesellschaftet mit Schneeammern, Berghänflingen oder auch Grauammern). Dieser Vogel hier ist also irgendwie übers Ziel hinausgeschossen. Ob er sich verflogen hat, von einem Sturm verdriftet wurde oder ganz einfach unternehmungslustig war? Wir werden es wohl nie erfahren. Auf jeden Fall fühlt er sich scheinbar recht wohl auf dem kargen Belchen-Gipfel, der ihn vermutlich an seinen Sommer-Lebensraum erinnert. Nahrung hat er jedenfalls ohne Probleme gefunden, davon konnte ich mich gestern überzeugen.
Wir wollen aber hoffen, dass er demnächst den Absprung schafft und rechtzeitig zum Beginn der Brutsaison wieder in der hochnordischen Tundra oder auf dem Fjäll ist, um eine kleine Ohrenlerchen-Familie zu gründen.
Ich versuche mich ja nur hin und wieder mal in der Vogelfotografie, aber Gelegenheit macht eben doch … Vogelfotografen!
Was war passiert? Inspiriert durch einen Zeitungsartikel und einen Fotovortrag machten meine Frau und ich uns auf den Weg ins Taubergießen bei Rust, ein schönes, renaturiertes Naturschutzgebiet an einem Altrheinarm. Die Kamera hatte ich im Gepäck, aber keine Erwartungen auf großartige Motive.
Nach einigen Minuten Fußmarsch waren zu unserer Überraschung gleich eine ganze Handvoll Silberreiher zu sehen. Diese Reiherart ist ja hierzulande meist nur auf der Durchreise und gelegentlicher Wintergast – wobei ich mich hier gerne von Vogelexperten belehren lasse. Einen Reiher konnten wir besonders gut bei der ausgiebigen Gefiederpflege beobachten. Hinter der Uferböschung waren wir wohl ausreichend versteckt, so dass er sich gar nicht aus der Ruhe bringen ließ.
Nach einigen Minuten schien sich der Reiher bereit für den Weiterflug zu machen – und tatsächlich, ein kurzes Anruckeln und ab ging’s! Mein großes Glück: die Kamera war im Anschlag, die Belichtungszeit kurz, der Reiher flog exakt im rechten Winkel zur Kameraposition ab. So gelangen ein paar schöne Aufnahmen, die in Schwarz-Weiß besonders gut aussehen!
Wenige Tage später habe ich das Glück nochmal herausgefordert und bin in die Petite Camargue geradelt. Was gab es dort zu sehen? Leider keine Silberreiher, sondern „nur“ Kormorane und verschiedene Entenarten. Trotz viel Geduld hatte ich am Ende nur ein halbwegs gelungenes Actionfoto vorzuweisen. Der Anflug des Kormorans war nicht im perfekten Winkel – das Glück ist einem nicht immer hold.
Was für eine Wohltat! Nach dem ganzen grautrüben, kühlen und regnerischen Wetter der letzten Wochen nutze ich momentan jede freie Minute, um rauszugehen und das tolle Wetter zu genießen.
Es ist, als wären wir mit den ersten Sonnenstrahlen aus der Winterstarre erwacht. Alle sind draußen unterwegs und auf den Wegen ist wieder richtig was los – und das nicht nur durch uns Zweibeiner. Auch die Insektenwelt ist durch die warmen Temperaturen zum Leben erwacht. Überall summt, flattert und krabbelt es.
Womit ich nun auch endlich den Bogen zum Monatsbild März geschlagen habe 😉
Das Motiv ist auf den ersten Blick vielleicht etwas zu dunkel für ein Frühlingsbild – und auf den zweiten Blick wahrscheinlich auch – aber auch auf diesem „Wege“-Netz ist einiges los, wobei sich hier sicherlich nicht alle freiwillig aufhalten…