Portraits im Zoo

Nachdem die Lockerungen uns endlich wieder mehr Möglichkeiten der Freizeitgestaltung zulassen, haben wir den letzten Sonntag dazu genutzt, dem Allwetterzoo in Münster einen Besuch abzustatten. Die Besucherzahl ist aktuell durch die Corona-Bestimmungen begrenzt, was für den Besucher nicht von Nachteil ist, im Gegenteil.

Ob der Sinnhaftigkeit eines Zoos gehen die Meinungen zwar auseinander, für den Fotografen bietet dieser Ort allerdings eine gute Möglichkeit, beispielsweise das neue Teleobjektiv zu testen, bevor es dann in die freie Wildbahn geht, denn da muss jeder Griff sitzen.

Während wir so durch den Zoo spazieren, stelle ich mir die Frage, ob die Tiere sich nun freuen, dass auf der anderen Seite des Zauns wieder etwas zu beobachten ist. Haben sie sich eventuell auch gelangweilt, als der Lockdown keine Besucher im Zoo gestattete? Diese Frage lässt sich nicht beantworten, aber mit großer Wahrscheinlichkeit sind den Tieren die seltsamen Wesen, die nun wieder an den Gehegen vorbeischlendern, ziemlich egal.

Der Kronenkranich aus Ostafrika hatte sich jedenfalls gut frisiert und glänzte in voller Farbenpracht.

Begeistert war ich dann von eigentlich ganz unscheinbaren, kleinen Tieren. Die Frösche machten bereits aus der Ferne durch ihr lautstarkes „Konzert“ auf sich aufmerksam. Und wenn man deren Optik mal ganz bewusst betrachtet, haben sie aus meiner Sicht ein viel zu schlechtes Image.

Zum Abschluss konnten wir noch die Fotoausstellung „Wildlife Photographer Of The Year 2019“ besuchen (https://www.nhm.ac.uk/visit/wpy.html). Diese ist bis zum 07.06.2020 im Pferdemuseum des Zoos zu bewundern. In verschiedenen Kategorien werden die 100 preisgekrönten Naturfotos präsentiert. Für jeden Liebhaber der Fotografie ist diese Ausstellung nur zu empfehlen.

Beethoven, Herr Linsin und ich

Neulich beteiligte ich mich an einer Foto-Challenge der VHS Rheinfelden mit dem sperrigen Thema:
«Was mich angeht, ja du lieber Himmel, mein Reich ist in der Luft wie der Wind oft, so wirbeln die Töne, so oft wirbelt’s auch in der Seele»
?!?- Ich verstand nur Bahnhof. Ein zweites Mal lesen, dieses Mal laut, hilft ja bekanntlich, und prompt kam von meiner besseren (und beleseneren) Hälfte die Anmerkung: „Ist von Beethoven!“ Ob er das in der Schnelle im Netz gefunden hat oder wirklich wußte, hat er mir bis heute nicht verraten.

Beethoven bedeutet Musik, und diese in C-Zeiten fotografisch festzuhalten, ist keine leichte Aufgabe. Keine Konzerte, keine Live-Musik, nicht einmal Straßenmusiker.
Spontan entschloss ich mich, mein Glück beim regionalen Musikfachgeschäft zu versuchen.

Glockenspiel vs Schlagzeug

Aus dem Vorsatz, mal schnell ein paar Detailaufnahmen von Gitarre, Klavier & Co zu machen, wurde ein dreistündiger Besuch, bei dem die Fotografie immer mehr in den Hintergrund rückte.

Motive waren reichlich vorhanden, aber das eigentlich Besondere an diesem Nachmittag war die Begegnung mit Herrn Linsin – Instrumentenbauer und Ladenbesitzer von Musik Linsin

Manchmal hat man das Glück, Menschen zu treffen, die einem wohlgesinnt sind und eine große Freude bereiten. An diesem Freitag Nachmittag hatte ich einer dieser wunderbaren Begegnungen.
Trotz einem Berg voller Arbeit ließ es sich der Herr des Hauses nicht nehmen, mich voller Stolz durch sein Geschäft zu führen. Die Leidenschaft, mit der er mir seine Perlen zeigte, berührte mich. Sei es sein selbstgefertigtes Meisterstück, eine aus unendlich vielen Einzelteilen bestehende Klarinette, oder ein neu geliefertes Saxophon der Extraklasse. Man spürte, wieviel Freude ihm seine Arbeit macht, und diese Freude war ansteckend. Nur ab und zu erlaubte ich mir, unsere lockere Plauderei für ein kurzes Foto zu unterbrechen.

Beide mit Mundschutz und auf Abstand, drehte sich der Kern unserer Unterhaltung darum, wie schön und wichtig es ist, eine Arbeit oder ein Hobby mit Freude und Leidenschaft zu betreiben.

Zu meiner Überraschung gab es zum Abschluss noch ein spontanes Saxophonsolo. Die Musik war um Klassen besser als mein Foto 😉 und Beethoven hätte sicher seine Freude daran gehabt.

„Die Kunst? Was ich ohne sie wäre? Ich weiß es nicht. Doch mir graut – seh ich doch was ohne sie Hundert‘ und Tausende sind!“ (Ludwig van Beethoven)

Unterwegs mit dem Teleobjektiv

Unterwegs in der Natur zu sein, gehört für mich definitiv zu den „High Five“ meiner Freizeitbeschäftigungen. Es gibt für mich nichts schöneres als z.b den Wechsel der Jahreszeiten aktiv mitzukriegen, oder den Wind im Gesicht zu spüren wenn mal wieder ein wenig strammeres Wetter herrscht.

Zu den Highlights gehören da natürlich auch Tierbeobachtungen. Da ich ja nun auch gerne die Kamera zur Hand nehme, konnte ich nun zwei Hobbys miteinander verbinden. Tiere beobachten und fotografieren.

Ob Makros von Insekten oder eben Aufnahmen von Tieren mit dem Tele. Beides sehr faszinierend wie ich finde. Es ist fast so als ob mich das Jagdfieber packt, im übertragenen Sinn natürlich.

Mir macht es Spaß das Ungesehene sichtbar zu machen. Denn, geben wir es doch zu, oft laufen wir blind durch die Gegend, die Augen vor der Schönheit der Natur verschließend, um zu Hause ankommend sagen zu müssen, es war nur ein Spaziergang und ich habe nichts besonderes gesehen. In unserer hochtechnisierten Zeit, in der das Smartphone zum Lebensinhalt Vieler geworden ist, keine Seltenheit.

Doch es geht auch anders und das will ich euch heute zeigen.

Ich benutze Für meine Ausflüge ein Teleobjektv, mit einer Brennweite von 150-600mm, an einer APSC-Spiegelreflexkamera mit 24Mp. Alle Fotos die ihr hier sehen werdet, sind Freihand aufgenommen

Wir haben hier das Glück in einer ländlichen und wunderschönen Gegend wohnen und leben zu dürfen. da trifft man auch sehr oft, zumindest hier bei uns, diesen Gesellen. Den Rotmilan. Ich liebe Greifvögel schon seit meiner Kindheit und ihr Ruf sorgt bei mir für Gänsehaut. Besonders die Milane haben mir es angetan. Was für majestätische Vögel. Wenn ihr Ruf ertönt werde ich ganz hibbelig und suche den Himmel ab um sie beobachten zu können und jetzt haben wir auch noch das Glück, ein Brutpaar zu unseren Nachbaren zählen zu dürfen. Was für ein Dusel fur mein Fotografenherz. Also kam „natürlich“ gleich die Kamera zum Einsatz.

Ich könnte ihnen stundenlang zusehen. Für mich der Inbegriff von Freiheit. Was würde ich dafür geben, mir ein Federkleid sprießen lassen zu können um mich mit ihnen in die Lüfte zu erheben. Jaa das wäre schön. Aber bitte verzeiht, Ich träume schon wieder und schweife ab.

Diese Fotos enstanden an einem Tag, an dem ich geziehlt auf Graureiher angesessen bin. Da ich wusste das er diesen kleinen Tümpel in schönster Regelmäßigkeit besucht, war die Wartezeit sehr kurz bis zu seinem Erscheinen. Die Bilder des Reihers waren im Kasten und ich saß noch eine Weile im Schilf, als es über mir laut trötete. Eine Rostgans war im Anflug und im Gefolge hatte sie ihren Schatten. Eine Mandarinente. Dieses Pärchen sehen wir sehr oft bei uns im Naturschutzgebiet „Heimbachaue“. Keine Ahnung was sie zusammengeführt hat, aber in dieser Konstellation sind sie fast jeden Tag am Teich. „Best friends“so wie es scheint. Die Natur hat mal wieder für eine Überraschung gesorgt.

Unser Naturschutzgebiet, so klein es ist, bietet viele kleine und manchmal auch größere Wunder der Natur. Man muss nur hinsehen. Mein Fotokamerad und Ich wussten schon länger das die Blässhühner am Teich brüten. Es ist faszinierend anzusehen wie der Partner im Wasser, den brütenden Vogel mit Nistmaterial und Fressen versorgt. Ein persönlicher Lieferservice sozusagen. Nicht nur wir Menschen haben sowas. Nein, auch Tiere sind da sehr fortschrittlich. Mit einer Ausnahme vielleicht. Sie verwenden zum Bestellen sicherlich keine App.

Wir waren die letzten Tage oft unten und haben nach dem Rechten gesehen. In Erwartung auf das Kommende. Die Belohnung fürs Warten seht ihr auf dem letzten Bild oben. Drei Kleine Punks im Nest. Sind Die nicht herzallerliebst?

Diese Fotos entstanden am frühen Morgen. Am Abend waren wir nochmals da, um zu sehen was sich am Nest tut.

Nicht direkt am Nest, aber am Teich zeigte sich dann ein Besucher der für unsere kleinen rotköpfigen Punker durchaus zum Problem werden könnte.

Meister Reinecke stattete dem Teich einen Besuch ab.

Wir saßen also am Wasser und sinnierten über unsere Ausrüstung und was wir uns wünschen würden, aber wohl nie in der Hand halten sollten, da unerschwinglich, als der Sohn meines Fotokumpels uns auf diesen Besucher aufmerksam machte. Mit einem Fernglas bewaffnet und auf die Umgebung konzentriert sah er ihn natürlich zuerst, da die Erwachsenen schwatzten. so viel zum Thema Augen offen halten.

Es war schon sehr aufregend zu beobachten, wie Reinecke Fuchs ums Wasser schlich und die Enten im Auge behielt, um auf den richtigen Moment zum Jagderfolg zu warten. Die Enten mit ihrem Nachwuchs taten ihm den Gefallen aber nicht und so musste er hungrig und voller Sehnsucht nach Entenbraten, von dannen ziehen.

Nun, ich geh mal davon aus das dieser Besuch nicht sein letzter war und wir ihn evtl noch mal wiedersehen.

Genauso wenig geh ich davon aus, das wir unseren Freund den Eisvogel zum letzten mal gesehen haben. Denn die nächste Herausvorderung wird uns bevorstehen. Nämlich unseren blauen Kumpel hier, in annehmbarer Schärfe und etwas näher vor die Linse zu bekommen.

Ihr dürft also gespannt sein, wenn es wieder heisst “ Unterwegs mit dem Teleobjektiv „

Bis dahin, bleibt neugierig und haltet immer schön die Augen offen.

Fremdgärteln

Ich habe soeben ein neues Wort erfunden. Kennt Ihr das vielleicht auch? Man will eine Handlung beschreiben, oder vielleicht auch einen Gegenstand, ein Gefühl, eine Eigenschaft etc., aber irgendwie gibt es dafür noch keinen Begriff. Man überlegt rum und sucht und denkt nach. Und dann plötzlich – plopp! – ist es draußen und in der Welt, das neue Wort. Und ich bin gespannt, wann es erstmals in den Duden aufgenommen wird…

Fremdgärteln jedenfalls ist das, was ich vor zwei Wochen gemacht habe, also Anfang Mai. Nicht fremdgärtnern, wohlgemerkt. Ich war im Garten bei anderen Leuten zu Besuch und konnte mich dort nach Lust und Laune (und unter Berücksichtigung des empfohlenen Abstands zu besagten Leuten, logo) mit meinem Fotoapparat und anderem Equipment verlustieren. Hat Spaß gemacht!

Ich selber habe ja keinen eigenen Garten und bin eigentlich auch ganz allgemein nicht so der passionierte Blümchenfotograf. Nicht, dass ich florale Motive nicht ansprechend finden würde, ganz und gar nicht. Aber mir fehlt vielleicht dafür irgendwie die Geduld oder auch einfach nur der Anlass.

Nicht so vor zwei Wochen! Da hat alles gestimmt: Ich hatte die Zeit und die Muße und keine anderen Verpflichtungen, die Motive waren da, ich wollte mal wieder mein Equipment einsetzen, mit Blitz und Makro herumspielen etc.

Da kam mir so eine dahergelaufene Akelei gerade recht! Sie steht übrigens vor einer Art Hauswand (genauer gesagt: eine weiß gestrichene Seitentür zur Garage), was das Freistellen doch erheblich erleichtert hat.

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Ob das Zusammenspiel von Schärfe und Unschärfe auf den Aufnahmen immer so geglückt ist, weiß ich selber nicht genau. Aber mir kam es auch eher auf die klaren Linien und anderen Formen an, und natürlich auf die tollen Farben dieser Pflanze.

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Aber auch das gute alte Gänseblümchen kam zu Ehren während meiner Foto-Session. Die ewig Schöne (wenn ich Bellis perennis denn richtig übersetze…) ist ein tolles, wenn auch gar nicht unkniffliges Fotomotiv, wie ich finde.

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Und auch wenn Makro und Nahdistanz eine tolle Sache sind – ab und zu (und wenn der Garten groß genug ist) gehe ich auch gerne mal etwas weiter weg und öffne den Blick.

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So wie bei diesem schönen Fliederbusch, der seinen Zenit (also den Höhepunkt der Blüte) gerade ganz knapp überschritten hatte. Den himmlischen Duft in diesem natürlichen Foto-Studio, den müsst Ihr Euch jetzt einfach dazudenken…

Habe ich übrigens schon gebeichtet, dass ich kein Botaniker bin? Nicht nur das, ich bin sogar ausgesprochener botanischer Analphabet. So weiß ich leider partout nicht, wie die folgende Blume heißt:

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Egal, Hauptsache fotogen! Namen sind schließlich eh nur Schall und Rauch. (EDIT: Inzwischen wurde ich von verschiedenen hilfsbereiten Mitmenschen darüber aufgeklärt, dass es sich bei der blauen Schönheit um eine Kornblume handelt. Danke!)

Natürlich macht einem die Gute mit ihren spidderigen, langen, dünnen Blütenblättchen das Scharfstellen und „Komponieren“ des Bildes nicht gerade leicht, aber dann ist das halt so. Das muss man auch mal aushalten können. Und man wächst ja bekanntlich an seinen Aufgaben…

Wer bis hierher aufmerksam gelesen hat, fragt sich vielleicht, wann denn wohl die Aufnahmen mit dem Blitzgerät kommen.

Die Antwort: genau jetzt!

So eine „Pusteblume“ ist doch ein ausgesprochen reizvolles Motiv – zumal dann, wenn sich noch ein paar kleine Wassertröpfchen in ihrer Frisur verfangen haben. Das war übrigens nicht ich mit der Sprühflasche, sondern Mutter Natur, die ein paar Stunden zuvor noch einige Regentropfen vom Himmel geschickt hatte. Und durch das sparsam dosierte Blitzlicht treten die feinen Strukturen noch sichtbarer hervor (das war jedenfalls der Plan).

Den Abschluss meiner Blumensequenz bilden ein paar Aufnahmen, die ich in einem kleinen Bestand von Vergissmeinnicht machen konnte. Auch hier fand ich zum einen das Farbenspiel sehr ansprechend, und zum anderen die unterschiedlichen Formen, die sich auf kleinem Raum begegnen.

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Man merkt sofort, ich bin ein Freund der selektiven Schärfe. Und das Gute ist ja: wenn man so nah dran ist am Objekt der Begierde, und dann auch noch einen großen Sensor unter der Haube hat, dann stehen einem in punkto Schärfeverlauf und gewollter Unschärfe alle Möglichkeiten offen.

Bei der letzten Aufnahme wünschte ich mir im Nachhinein, ich hätte den Bildausschnitt ein Ideechen nach rechts verschoben, um alle Blüten komplett drauf zu haben und nicht angeschnitten. Aber zum einen ist man nachher immer schlauer, und zum anderen habe ich so ganz elegant einen Vorwand, um demnächst mal wieder fremdgärteln zu gehen!

Sankt Peter-Ording menschenleer

Sankt Peter-Ording – liebevoll auch SPO genannt – zählt wohl ohne Zweifel zu den touristischen Hotspots an der Nordseeküste. Zwischen Ostern- und Herbstferien tummeln sich Touristen an der Promenade, am Strand, im Westküstenpark, in den Gaststätten, Schwimmbad, Hotels usw… .

Bis zur letzen Woche wirkte SPO allerdings wie ein vergessenes trauriges Fleckchen Erde. Keine Touristen – keine Umsätze. Das ist für unsere Region echt bitter. Langsam kommt das Leben aber wieder zurück.

Wer SPO kennt, denkt wohl primär an die Pfahlbauten am weiten Sandstrand; und auch dort zieht es mich immer wieder gerne hin. 

Dort habe ich dann letzte Woche die Ruhe und wunderschöne Lichtstimmung genossen und nun folgende Aufnahmen gemacht.

Viel Spaß mit den Bildern und liebe Grüße aus dem Norden.

Michael Hoff

http://www.michaelhoff.de





Beste Unterhaltung

Was ist gute Unterhaltung? Auf diese schon fast philosophische Frage gibt es unzählige Antworten. Ein gutes Buch, ein spannender Film oder ein Musikkonzert ist nur eine kleine Auswahl.

Für mich zählen Tierbeobachtungen ganz klar auch dazu. Sei es der eigene Hund, die Kühe und der Esel auf der Nachbarwiese oder, wie in der folgenden Geschichte, humorvolle Begegnungen mit der Vogelwelt.

Ich hatte das unglaubliche Fotografenglück, auf diese kleine Gänsesägerfamilie zu treffen. Junge Küken sind sowieso immer der Hingucker, aber was sich hier auf dem Wasser abspielte, war beste Unterhaltung. Es war fast wie im „richtigen“ Leben. Das Mama-Taxi war der Renner. Huckepack, am liebsten alle zusammen.

Wenn es der Entenmutter zu viel wurde, tauchte sie ab, schwamm ein paar Meter, um ohne Küken wieder aufzutauchen.

Die flauschig weichen Körper und die tapsigen Bewegungen erinnerten mich an junge Pinguine.

Ich konnte mich an dem tierischen Kindergarten gar nicht satt sehen. Ein Gewusel, ein hin und her und eine souveräne Entenmutter, die immer alles im Blick hatte.

Als ich nach zwei Stunden und über 500 Fotos die Kamera einpacken wollte, wirkte dies wie ein Signal. Als würde die ganze Show ohne Publikum keinen Spaß mehr machen, suchte sich die Entenmutter einen Stein mitten im Fluß und versammelte alle Kleinen unter sich. Ihr habt richtig gelesen. Alle! 11 Küken kuschelten sich unter den Körper der Mama, und plötzlich war alles ruhig.

Das war der richtige Zeitpunkt, um Abschied zu nehmen und glücklich und bestens unterhalten nach Hause zu gehen.

Illuminierte Pilze

Im Schwarzwald gibt es ja nicht nur Bäume, Bäche, Berge und tolle Wanderwege. Nein. Es gibt noch ein anderes, verstecktes Reich. Das Reich der Pilze. Um sie zu finden, muss man sich oft auf ihre Ebene begeben und Die, ist meistens direkt zu unseren Füßen.

Diesen heimlichen Lebewesen haftet oft was Mystisches, Geheimnisvolles, ja manchmal sogar Unheilvolles an. In einigen Sagen z.B. oder im Volksmund kommen sie nicht so gut weg, in anderen hingegen wieder durchaus positiv.

Nehmen wir mal die sogenannten Hexenringe oder Feenringe als Beispiel. Die beiden Namen sagen da schon viel aus, oder? Also, Hexen- bzw. Feenringe, das sind Pilze, die die Eigenart besitzen, im Kreis zu wachsen. Der wird übrigens mit jedem Jahr im Durchmesser größer, das heißt natürlich, auch älter. Es wurden schon Feenringe gefunden mit einem imponierenden Durchmesser von mehreren hundert Metern und mit einigen hundert Jahren auf dem Buckel.

Die Skandinavier und Kelten glaubten, dass die Ringe dadurch entstünden, dass an diesem Ort Elfenwesen tanzten und ihr Erscheinen, vor allem in mondbeschienen Nächten, von diesem Spektakel zeugen würde. Bei den schottischen Sagen heisst es, die Elfen würden die Pilze als Tische benutzen, für Speis und Trank.

Schöne Geschichten, nicht wahr?

Aber es soll ja um etwas anderes gehen heute. Wer mich kennt, weiß, das ich solche Geschichten durchaus schätze. Allerdings schätze ich auch den fotografischen Wert dieser kleinen Heimlichtuer.

Vor nicht allzu langer Zeit stieß ich im Netz auf Fotos und Artikel, die beschreiben, wie man Pilze ins rechte Licht setzt. Das ist durchaus wörtlich zu nehmen. Sie werden mit Leuchtmitteln illuminiert und fotografiert .

Ich war so fasziniert, das ich sofort losgelegt habe. Es war die richtige Jahreszeit dafür, meinem Vorhaben stand also nichts im Weg. Bewaffnet mit meiner Kamera, dem Makroobjektiv (wobei man durchaus auch andere Objektive nutzen kann) und diversen Taschenlampen, zog ich los und setzte mein Vorhaben in die Tat um.

Ihr seht an diesen Beispielbildern, es hat für den Anfang ziemlich gut funktioniert. Wenn ihr das ausprobiert, werdet ihr feststellen, das nicht jeder Pilz gleichgut „leuchtet“, aber das soll dem Vorhaben keinen Abbruch tun. Hier kann man seine Kreativität voll ausleben, sei es mit unterschiedlichen Leuchtmitteln oder mit andersfarbigem Licht, oder mit was auch immer – das bleibt voll und ganz euch überlassen. Aber ihr solltet es auf jeden Fall ausprobieren, denn es macht unglaublich viel Spaß.

Ich werde dieses Jahr sicher wieder losziehen, um Pilze ins rechte Licht zu rücken und um ehrlich zu sein, ich kann’s kaum erwarten.

In diesem Sinne, bleibt neugierig, und btw.: manche Pilze lassen sich nicht nur gut ablichten, sondern sie schmecken auch hervorragend. 🙂

Erinnerungen für unser Herz

Mal ehrlich: Wer von uns kann sich heute noch ganz genau daran erinnern, was er z.B. an einem schönen, sonnigen Tag vor sechs Wochen unternommen hat? Je älter wir werden, desto schneller vergehen gefühlt die Tage, Wochen, Monate. Auch wenn wir gerade aufgrund der Corona-Pandemie wieder lernen unseren Alltag zu entschleunigen, unsere Prioritäten auf Gesundheit und Wohlbefinden legen und versuchen die Zeit zu genießen, so vergehen auch diese Tage für mich wie im Flug.

In den letzten Wochen wurden wir ja von der Sonne mehr als verwöhnt. Mein Freund und ich konnten so unsere freien Tage noch mehr in der Natur genießen. Unserer Leidenschaft für Wanderungen in unserer Heimat und dem Erkunden in der Natur gehen wir hier bereits schon länger nach. Wir beschließen meistens relativ kurzfristig, meist am Abend zuvor, welche Touren wir uns dann am nächsten Tag vornehmen. Meist starten wir früh morgens und haben unser Frühstück dann mit im Gepäck. Eine Sache darf hier ganz klar nicht fehlen: unser Gaskocher, um frischen Kaffee bei der Vesperpause genießen zu können. Jetzt bin ich aber fast schon wieder von meiner Anfangsfrage abgeschweift, da ich aktuell an unserem Esszimmertisch sitze und mir am liebsten wieder meine Wanderschuhe umschnüren würde. 

Nun aber zurück zum Anfang. Aktuell können wir all unsere Wanderungen leider nicht mehr aufzählen. Jede Wanderung ist einzigartig, erlebnisreich und es entstehen immer tolle Erinnerungen. Bisher hatten wir diese Erinnerungen leider nie aufgeschrieben. Meine Bilder, welche kurz nach den Wanderungen lediglich auf meinem Laptop zur Ablage „verstauben“ oder auf meinem Instagramaccount in meiner Story für 24 Stunden online gehen, werden vielleicht einmal in einem halben Jahr wieder angeschaut.

Deshalb war mir vor ein paar Wochen dann gekommen: Wir können all unsere Wanderungen in einem Wandertagebuch festhalten. In diesem Buch können nun all unsere Touren nachgelesen werden. Hier sind beispielsweise die Länge der Tour, Höhenmeter oder auch Besonderheiten aufgeführt. Von jeder Wanderung wird dann immer ein Bild, welches die Tour so besonders gemacht hat, ausgedruckt und dort passend hineingeklebt. Gerade weil wir aber so viel unterwegs sind, werden Touren erst ab 10 Kilometer aufgeführt. Das Buch erhält somit unsere ganz persönlichen Erinnerungen. Wie schön die Vorstellung doch ist, dass wir dieses Buch einmal in zehn Jahren in den Händen halten und auf all unsere wundervollen Erinnerungen zurück greifen können. Unsere persönlichen Erinnerungen fürs Herz! 

Wandertagebuch

Wenn auch ihr viel unterwegs seid oder einfach Eure Tage festhalten möchtet, dann kann ich solch ein (Wander-)Tagebuch nur empfehlen. Mir persönlich macht es auch Spaß, nach jeder Wanderung sich in Ruhe zuhause hinzusetzen und diesen Tagebucheintrag vorzunehmen. Die Wanderung lässt man dadurch automatisch noch einmal Revue passieren und kann den Tag/Abend schön ausklingen lassen. 

Was für ein Frühling!

Wochenlanger Sonnenschein und frühsommerliche Temperaturen, aber auch stay home und Abstand halten, sind nur einige Facetten dieses besonderen Frühlings. Um nicht in einen Strudel aus schlechtem Gewissen und Freude an der Natur zu geraden, habe ich für mich einen Kompromiss gefunden. Ich gehe raus, wenn niemand unterwegs und das Licht am schönsten ist. Früh morgens und zur Abenddämmerung.

Dann werden touristische Hotspots, wie das Eggenertal zur Kirschblütenzeit, zu ruhigen Oasen der Erholung.

Beim Anblick tausender blühender Kirschbäume vergisst man für einen kurzen Moment den Ärger über ausgefallene Urlaubsreisen. Das warme Abendlicht lässt die Bäume buchstäblich erleuchten, und es legt sich eine ruhige, friedliche Stimmung über das Tal. Nur noch wenige Menschen sind unterwegs, und jene, die bleiben, genießen die besondere Atmosphäre.

Für mich war die ganze Situation irgendwie unwirklich. Dieses Blütenspektakel, das emsige Summen der Bienen und das Zwitschern der Vögel verströmten eine unglaubliche Freude am Leben. Ich kam mir vor wie unter einer Glasglocke. Ein Stück heile Welt, über der eine dunkle Wolke schwebte. Ich wünsche mir, dass wir den Kirschkuchen, gebacken von den ersten saftigen Kirschen des Markgräflerlandes, wieder gemeinsam mit unseren Lieben und unseren Freunden genießen können.

Wunschdenken? Unrealistisch? Ja, vielleicht. Aber wenn mir jemand gesagt hätte, dass es dieses Jahr im April nochmals schneit, hätte ich ihn auch für einen Fantasten gehalten 😉

Lust auf eine weitere kleine Geschichte übers Markgräflerland? Dann möchte ich Euch den Blog Unser Markgräflerland von unserer Heimatfotogräfin Jasmin empfehlen.

sogesehen-Monatsfoto Mai

Ich öffne die Tür und gehe einige Schritte. Vor mir liegt der Wald, und er lädt mich ein unter seinem Blätterdach zu wandeln. Die Luft ist klar und frisch, und alles erstrahlt in satten Farben. Hier bin ich. Genau an diesem Ort. Meine Gedanken gehen auf Reisen, und ich tanke Kraft für den Alltag

Man muss nicht weit gehen, um Orte zu finden, die zum Pause machen oder Seele baumeln lassen einladen. Oft liegen sie direkt vor der Haustür, man muss sie nur entdecken. Ob im Schwarzwald oder anderswo in Deutschland, es gibt sie überall.

Ich habe das Glück, dass es rund um meinen Wohnort sehr viele solcher tollen Plätze zu finden gibt. Dort kann ich hingehen, oft ohne eine Menschenseele zu treffen. Diese, meine „Geheimen Orte“, liegen mir sehr am Herzen. Hier kann ich abschalten und neue Energie tanken.

Dieses Foto ist an einem solchen „Lieblingsort“ enstanden. Ein geheimer Ort auf Foto gebannt sozusagen. Ich hoffe, ihr könnt euch genauso daran erfreuen wie ich. Aber noch besser ist, ihr geht selbst auf die Suche danach.

In diesem Sinne, möge der Monat Mai euch viele schöne Erlebnisse bringen, trotz der aktuellen Situation. Bleibt neugierig und vor allem gesund.


In der Rubrik „Monatsfoto“ stellt reihum jede/r von uns ein besonderes Bild vor und erzählt die dazugehörige Geschichte. Für den jeweiligen Monat dient es als Titelmotiv auf der Startseite. Eine Übersicht über sämtliche bisherigen Monatsfotos ist hier zu finden.