Herbstzeit

Es ist wieder diese Zeit, in der die Nebelschwaden kalten Fingern gleich, übers Land ziehen und die Welt darin in ein fahles Licht hüllen. Es ist wieder die Zeit, in der die Tage kürzer werden und die Kühle der Nacht in die Häuser und Wohnungen kriecht, eine Vorahnung von Winter schleicht sich in unsere Gedanken und lässt uns frösteln. Die Vorfreude auf ein gemütliches Kaminfeuer und eine gute Tasse heissen Tees, lassen unsere Schritte, nach einem langen Tag draussen, schneller werden und uns auf Zuhause freuen. Es ist Herbstzeit.

Es ist aber auch die Zeit, in der die Natur, eines ihrer schönsten Kleider anlegt. Überall verändert sich das Grün und an seine Stelle treten gelb, rot und braun in all den wunderschönen, vielfältigen Nuancen. Die Herbstzeitlose zeigt ihre schnellvergehende Schönheit. Die Bäume verlieren allmählich ihr Laub und der Boden wird bedeckt mit einem bunten Blättermantel, der bei den herbstlichen Wanderungen unter den Füßen raschelt. Das Licht in dieser Zeit verändert sich, es wird weicher, es strahlt goldener. Scheint es durch die Nebel, leuchtet es zauberhaft und überirdisch schön. Die Luft wird klarer und frischer, sie riecht nach feuchtem Holz und Erde. Es gibt fast nichts schöneres, als jetzt rauszugehen und die Natur mit allen Sinnen zu genießen. Herbstzeit.

Streift man durch den Wald und die Wiesen, eröffnet die Natur dem aufmerksamen Wanderer, noch eine ganz andere, eine geheime Welt. Eine Welt die in ihren Farben und Formen so mannigfaltig und faszinierend ist, aber dennoch ein Leben im verborgenen führt. Doch im Herbst zeigt sich für kurze Zeit ihre Vielfalt. Hier leuchtet es rot und weiß unter den Zweigen. Dort sind bunte kleine Köpfe zu sehen, die auf alten Baumstämmen eigene kleine Wälder bilden. Auf dem Moos streckt sich ein kleiner Hut dem, durch die Äste der Bäume scheinenden Sonnenlicht entgegen. Dann wieder auf dem Boden kriechend, in leuchtendem gelb oder rot. Mal essbar und wohlschmeckend, mal ungenießbar oder gar tödlich giftig. Herbstzeit, Pilzzeit.

Ich liebe diese Zeit, die Herbstzeit. Die Zeit des goldenen Lichts, aber auch die Zeit der Nebel und trüben Tage. Es zieht mich immer wieder nach draussen, wo ich durch die Wiesen und Wälder streife, den Duft der abgeernteten Felder einatme, dem Bachlauf folge und den bunten Blättern zusehe, wie sie auf dem Wasser davontreiben. Dies ist dann die Zeit, wo ich nach einer langen Wanderung, in der Erwartung eines gemütlichen Kaminfeuers und einer guten Tasse Tee, meine Schritte beschleunige um nach hause zu kommen.

Ich wünsche euch eine schöne Herbstzeit mit vielen tollen Erlebnissen.

Bleibt neugierig.

Wanderlust in Südtirol – Teil zwei

Der beliebteste Spot in der Region ist neben der Seiser Alm sicherlich auch die „Seceda“. Vielleicht hat einer von Euch diese bereits in den Social Media Kanälen oder sogar direkt vor Ort gesehen? Eine wunderschöne Bergkette und ein beliebter Fotospot. Leider hatten wir dies auch zu sehr erlebt. Auf die Seceda fährt eine Seilbahn hoch. Für uns war die Seilbahn aber keine Option. So führte uns der erste Abschnitt des Weges um 7 Uhr morgens direkt auf eine sehr steile Skipiste. An grasenden Kühen vorbei, auf urigen Waldabschnitten und Schotterwegen ging es dann das letzte Stück hoch hinauf auf die Seceda. Diese Route wurde mit vier Stunden ausgeschildert. Nach gut zweieinhalb Stunden, 9 Kilometern und 1.250 Höhenmeter hatten wir dann tatsächlich schon den „Gipfel“ erreicht und waren leider total schockiert. Ein Gedränge von Menschen, das Gefühl von Massentourismus kam in uns auf und wir hatten einfach nur noch das Gefühl dort weg gehen zu müssen. So haben wir uns tatsächlich nach kurzer Zeit wieder auf den Heimweg begeben. Schade, dass dieser wunderschöne Platz so überrannt und dadurch die dortige Flora und Fauna immer mehr in Mitleidenschaft gezogen wird.

Am Tag darauf gingen wir es gemütlicher an. Mit einer Tour von knapp 5 Kilometern folgte unser Weg am späten Nachmittag kurz vor die Peitlerscharte. Mit den Dolomiten rechts neben uns konnten wir den Weg und das Panorama genießen. Nach ca. zwei Stunden ging es für das Abendessen zurück zur Ferienwohnung. Ich konnte es anschließend wieder einmal nicht lassen und zog erneut mit meiner Kamera los. Etwas oberhalb von unserer Unterkunft gab es eine schöne Blumenwiese, welche es mir natürlich sofort angetan hatte. Der Blick hinunter auf St. Magdalena und die Aussicht auf die Geislergruppe waren auch hier traumhaft.

Wenn man jeden Tag Unternehmungen plant und aktiv ist, dann vergeht die Zeit erst recht wie im Flug. So stand auch schon unser letzter Tag, an dem wir eine Tour planen konnten, in Südtirol an.  Einen Tag zuvor erfuhren wir zu unserer nächsten geplanten Tour aus den örtlichen Nachrichten, dass ein Vater mit seinen Kindern die Wanderung am frühen Morgen abbrechen musste. Grund für den Abbruch: sie wurden von drei Wölfen verfolgt. Mit dieser Nachricht ging es also für uns spät abends ins Bett, mit dem Wissen, dass wir am nächsten Tag dieselbe Tour laufen werden. Früh morgens ging es also auch für uns an diesem Tag los. Bei Morgennebel und stets mit dem Gedanken im Hinterkopf, dass in diesem Gebiet Wölfe unterwegs sein könnten, starteten wir also um 7 Uhr vom Würzer Joch aus Richtung Peitlerscharte. Auf der Peitlerscharte erwartete uns dann ein grandioses Naturschauspiel. Hoch oben strahlte die Sonne mit ihrer ganzen Kraft und unten im Tal war eine Wolkendecke zu sehen. Von dort aus ging es weiter zum „Großen Peitlerkofel“. Auf der letzten Etappe zum Gipfel gab es auch eine kleine Passage, welche mit Drahtseilen angelegt war. Auf dem Gipfel angekommen gab es für uns eine grandiose Weitsicht und wieder der Blick auf die unvergessliche Wolkendecke unten im Tal. Bei unserem verdienten Frühstück oben auf dem Gipfel blieben wir nicht lange ungestört. Ein paar Schneesperlinge und Alpendohlen hatten sich direkt neben uns versammelt und warteten nur darauf, von uns etwas Brot zu bekommen. Diese Vögel waren bereits so an Menschen gewöhnt, dass wir ihnen kleine Stückchen von unserem Brot direkt aus der Hand füttern konnten. Nach unserer Frühstückspause ging es dann wieder abwärts. Den kurzen Abstecher zum „Kleinen Peitlerkofel“ ließen wir uns dabei natürlich nicht nehmen. Auf dem Rückweg begegneten uns auch hier wieder unfassbar viele Menschen. Wir sind ja viel in der Natur unterwegs und haben schon so einiges auf Wanderungen gesehen, aber auch dort waren wir von den Menschenmassen schockiert. Schnell waren wir uns einig: wir waren so froh darüber, dass wir bei so gut wie jeder Wanderung immer in den frühen Morgenstunden los zogen. Zum einen bekommt man dadurch mit, wie die Natur und der Tag erwacht, zum anderen geht man solchen Situationen im Normalfall aus dem Weg. Im Tal wieder angekommen ließen wir die Wanderung von insgesamt 5 Stunden, 14 Kilometern und 992 Höhenmetern mit einem Radler und Kaffee auf einer Alm gemütlich ausklingen.

So ging also auch der letzte Tag in Südtirol zu Ende. Am Abend konnte mein Freund noch im Hof unserer Ferienwohnung sein Teleskop auspacken und den älteren Herrschaften des Hofes mit seinem Wissen eine Freude bereiten. An diesem Abend konnte man Saturn und Jupiter hervorragend sehen. Früh morgens klingelte dann auch schon unser Wecker und wir machten uns wieder Richtung Heimat auf. Zurückblickend betrachtet sind wir beide einfach nur dankbar für die schönen Momente, die einzigartige Natur und freuen uns jetzt schon wieder auf unseren Urlaub im nächsten Jahr. Südtirol steht aber jetzt schon wieder auf unserer engeren Auswahl – diese wunderbare Region hat uns einfach in ihren Bann gezogen.

sogesehen – Monatsfoto Oktober

Machen wir uns nichts vor: Der Sommer ist vorbei. Leugnen zwecklos! Aber wer sagt denn, dass der Herbst nicht auch seine ganz eigenen Trümpfe im Ärmel hat. Er ist nicht einfach nur ein „Nicht-Sommer“!

Ich denke dabei auch an die Natur, also die belebte Natur im Sinne von Tieren und Pflanzen. Zum Beispiel die Vogelwelt: Für die allermeisten Arten ist die Zeit der Fortpflanzung und Jungenaufzucht vorbei. Nun gilt es, sich für den bevorstehenden Winter zu wappnen und die Energiespeicher aufzufüllen. Diejenigen Vögel, die in wärmere Gefilde abziehen, brauchen viel Kraft für lange Flugdistanzen. Ihre Kollegen dagegen, die sich ein Überwintern in Mitteleuropa (oder wo auch immer) zutrauen, müssen sich selber ein Polster anfuttern und nach Möglichkeit auch eigene Nahrungsdepots anlegen.

Gerade im Oktober sind umherfliegende Eichelhäher daher ein vertrauter Anblick. Oftmals mit Eicheln oder Nüssen im Schnabel oder Kropf, fliegen sie mehr oder weniger heimlich durch die Landschaft, sammeln Futter und vergraben es für spätere Zeiten. Eichelhäher sind der häufige, klassische Vertreter der Häher bei uns. Aber nicht der einzige! Wer schon einmal in den höheren Mittelgebirgen oder den Alpen unterwegs war und darauf geachtet hat, kennt vielleicht seine Schwesterart: den Tannenhäher.

Für meine Begriffe ist dieser noch einmal wesentlich schöner als sein naher Verwandter, schokoladenbraun und mit diesen herrlichen weißen Tupfen. In unseren Mittelgebirgen ist er eher heimlich unterwegs und nicht leicht zu beobachten. In den Alpen aber – und besonders im Herbst zur Sammelzeit – ist der Tannenhäher allgegenwärtig und wenig scheu. So auch diese schönen Tiere, die ich im Oktober letzten Jahres im Aletschwald in der Schweiz ablichten konnte (wo sie übrigens auch Arvenhäher genannt werden). Permanent sind sie hier unterwegs, fliegen mit vollem Kropf von Baumspitze zu Baumspitze, wühlen raschelnd im Unterholz, allein oder in kleinen Grüppchen, immer wieder laut rätschend, unentwegt in Bewegung.

Der Zufall will es, dass ich (wenn nicht noch ein gewisses Virus meine Pläne durchkreuzt) just in der kommenden Woche wieder im Aletschwald sein werde. Und was jetzt keine Überraschung sein dürfte: Auf das Wiedersehen mit den umtriebigen Herbstvögeln freue ich mich schon über die Maßen!

Wassertänzer

Kamera mitnehmen oder zu Hause lassen? Diese Frage stelle ich mir bei jedem Ausflug, egal ob in der Heimat oder im Urlaub. Die Verlockung, nur mir dem Handy loszuziehen ist groß, aber noch größer ist der Frust, sie im geeigneten Moment nicht dabei zu haben. Glücklicherweise gewinnt mein „Qualitäts“-Ich oft gegen mein „Bequemlichkeits“- Ich, und dadurch ist die Kamera fast überall mit dabei.

So auch bei einem Abendspaziergang rund um den Badesee von Tannenhausen (Ostfriesland) letztes Jahr im Herbst. Hier tummeln sich im Sommer Taucher, Badegäste, Wasserski – und Wakeboard-Enthusiasten, aber an jenem Septemberabend machten die Anlagen einen ziemlich verwaisten Eindruck.

Die Mitnehmer des Wakeboard-Rondells drehten einsam ihre Runden, und ich stellte mir vor, was für tolle Sport-Fotos man hier machen könnte.

Als hätte mich der Fotografengott erhört, tauchte am Eingang plötzlich ein mit Helm, Neoprenanzug und Board bepackter Sportsmann auf. Während ich ungeduldig wartete, dass es los ging, fummelte ich aufgeregt an meiner Kamera herum. Serienmodus rein, ISO rauf, Belichtungszeiten runter und Feuer frei!

Mein Fotografenherz hüpfte. Obwohl das Licht immer schlechter wurde und der ISO- Wert in den schmerzhaften Bereich anstieg, fotografierte ich wie im (Pixel) Rausch. Natürlich bemerkte der Wakeboarder den Paparazzi am Ufer und präsentierte eigens für mich ein paar zusätzliche Showeinlagen. (Ich bildete mir dies zumindest ein 😉 ) Das Ganze glich eher einem Tanz auf dem Wasser als harter körperlicher Arbeit.

Nach einer knappen Stunde gingen dem Sportsmann und mir dann doch die Puste aus. Nach einem netten kurzen Gespräch und dem Austausch unserer Kontaktdaten setzte ich mit einem Grinsen meinen Spaziergang fort.

Diese Kameraschlepperei ist oft mühsam, aber es sind dann diese Momente, die mir bestätigen, dass sich der Aufwand lohnt. Nicht nur für den Fotografen, sondern auch für das Model, das sich nun über seine Fotos freuen kann 🙂

Sonnenuntergang – bei Fotografen verpönt…

„Zu oft gesehen“, „unerträglicher Kitsch“ – das ist der Ruf von Sonnenuntergangsbildern. Bei Fotowettbewerben werden diese direkt aussortiert. Und zugegeben: an meine Wand schafft es ein Sonnenuntergang in der Regel auch nicht.
Sebastian hatte sich in seinem Artikel ja auch schon dem Thema angenommen. Hier meine Erfahrung von einem aktuellen Ausflug:
Wenn man nun als Landschaftsfotograf loszieht, ist dann also weiches Seitenlicht von der tief stehenden Sonne oder die Blaue Stunde gefragt – aber bitte nicht der Sonnenuntergang.
Das klappte dann auch an dem Außendeich der ehemaligen Nordstrander Bucht, wo die Lorenbahn nach Nordstrandischmoor führt, soweit ganz gut.
Doch dann lässt man in der Landschaft die Eindrücke auf sich wirken, und der Sonnenuntergang hat trotzdem immer wieder seinen ganz besonderen Reiz. Man fühlt sich gefesselt von der Stimmung und kann doch nicht widerstehen, eben diese Sonnenuntergangsaufnahmen zu machen.
Das ist wohl so ähnlich wie der Wein, der im Urlaub in der Toskana so herrlich schmeckt und zuhause für Ernüchterung sorgt…

Wanderlust in Südtirol – Teil eins

Die Zeit vergeht wie im Flug… doch wem sag ich das? Nun ist unser Urlaub in Südtirol gefühlt eine halbe Ewigkeit her, aber die Erinnerungen an die schönen Erlebnisse kommen sofort wieder hoch, als ob es gestern gewesen wäre.

Nachdem wir nun eine tolle Woche auf unserer Almhütte in Österreich verbringen durften, ging es für uns weiter nach Südtirol. Mittlerweile nun schon das dritte Jahr in Folge. Diese Region Italiens hat uns einfach in seinen Bann gezogen. Umgeben von den wunderschönen Bergen, dem guten Essen, den äußerst lieben und kommunikationsfreudigen Menschen vor Ort kann man sich ja auch einfach nur wohl fühlen. Nach unserem Aufenthalt in der Almhütte war die Ferienwohnung auf einem Bauernhof in Villnöss fast schon ein kleines Luxusappartement. Das Highlight der Wohnung war definitiv der Ausblick vom Balkon, aber auch das großzügig geschnittene Badezimmer – in Österreich hatte sich die Dusche auf eine winzige Kabine im Schlafzimmer beschränkt.

Auf dem Weg nach Villnöss

Wer bereits in Südtirol unterwegs war, dem ist bekannt, dass die Straßen dort teilweise nur einspurig zu befahren sind und eine Autofahrt einem Abenteuer gleicht. So ist es also nicht unüblich, dass man für ca. 5 Kilometer über 25 Minuten Fahrzeit benötigt. Ausflüge jeglicher Art bzw. Autostrecken müssen also gut durchdacht werden. Unser Ankunftstag bestand also zunächst einmal aus Koffer auspacken, ankommen, die schöne Aussicht genießen, eine kleine Runde die Beine vertreten und die Umgebung rund um unseren Hof erkunden. Am nächsten Morgen konnten wir unser Frühstück mit dem schönen Ausblick auf die Geislergruppe genießen, bevor es für uns dann mit dem Auto zur ersten Wanderung „Kofelalm, Schlüter-Hütte und Gampenalm“ losging. Ein wunderschönes Dolomitenpanorama eröffnete sich uns auf der Bergkuppe oberhalb der Schlüter-Hütte.

Am nächsten Tag ging es für uns direkt von der Unterkunft aus zu Fuß los. Ohne einem strikten Plan zu folgen oder eine Route zuvor ausgewählt zu haben, sind wir vom Bauernhof aus los. Ein Stück oberhalb ging es dann auf den dort bekannten „Bergbauernweg“. Diesem sind wir wenige Meter gefolgt, bevor es weiter ging zu einer Abzweigung in den Wald. Der Weg war teilweise kaum zu erkennen und scheinbar ein geheimer Treffpunkt für Pilzesammler. Sämtliche Pilze hatten wir auf dem saftig grünen Waldboden entdeckt. Die Überlegung, eine Pfifferling-Suppe daraus zu kochen, hatten wir aber dennoch schnell verworfen. Nach ca. vier Kilometer zog sich das Wetter allmählich zu und ein Gewitter zog auf – gerade noch rechtzeitig hatten wir unsere Ferienwohnung wieder erreicht.

Der dritte Tag sollte eigentlich eine gemütliche Wanderung werden. Mittlerweile beherrschen wir aber das Talent recht gut, uns vorzunehmen es gemütlich angehen zu lassen, aber dann doch eine ordentliche Strecke abzulaufen. So kam es also, dass wir uns auf den „Plose“ und „Gabler“ begeben haben mit anschließendem Dolomiten-Panoramaweg. Die Wanderung hatte eine Gesamtlänge von knapp 17 Kilometer und rund 900 Höhenmeter. Auch auf dieser Tour beeindruckte uns die Aussicht auf die Dolomiten. In einer Almwirtschaft oben auf dem Plose gab es dann auch als Belohnung den verdienten Kaiserschmarren 🙂

Fortsetzung „Wanderlust in Südtirol – Teil zwei“ folgt.

Nachsaison am See

Ein Sonntag im Schwarzwald Anfang September. Es könnte jetzt noch hochsommerlich sein. Am See könnten sich Urlauber und Tagesausflügler nur so tummeln.

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Tja, tun sie aber nicht. Es ist kalt und grau, nur eine Handvoll Leutchen verlieren sich am Ufer. Man muss in der Tat keinerlei Sorge haben, heute kein Boot ausleihen zu können…

Ich hätte dabei rein gar nichts gegen etwas mehr Sommerstimmung. 22 Grad anstatt 12 Grad zum Beispiel. Wenigstens etwas Sonnenschein. Ein bisschen mehr ausgelassene Stimmung rund um die Attraktionen für Groß und Klein.

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Und doch, und doch…

Wenn ich ehrlich sein darf, gefällt mir diese Nachsaisonsstimmung auf eine seltsame Weise auch gut. Mal abgesehen von den Vorteilen, die es hat, wenn sich keine Menschenmassen am Ufer entlang wälzen (Stichwort „Abstand“) – die Stille, das Gefühl der Verlorenheit, des Aus-der-Zeit-Gefallen-Seins, sie erfüllen einen doch mit einem irgendwie leichten und schönen Gefühl der Melancholie.

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Ich vermute, es hat insbesondere mit den still daliegenden Booten zu tun. Sie sind nun wirklich dazu gedacht, auf den See gebracht und gefahren zu werden. Es sollen Leute in ihnen sitzen und sich amüsieren, sie sollen übers Wasser tuckern, die ungewohnten Ausblicke genießen und jauchzen, wenn sie in die Wellen des Ausflugsschiffs geraten und darin hin- und herschaukeln.

Aber heute?

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Heute liegen die meisten von ihnen stumm am Bootsteg und fügen sich offenbar in ihr Schicksal.

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So ein kühler Tag im Spätsommer führt einem vor Augen, dass der Herbst vor der Tür steht, dass die Tage kühler werden und die grüne Jahreszeit bald unwiederbringlich vorüber ist.

Aber es gibt eben auch noch Hoffnung auf den einen oder anderen warmen Tag! Man muss also nicht in Depression verfallen, sondern darf noch auf einen gnädigen Wettergott hoffen…

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Malen mit Licht (Teil 4)

Lightpainting bei Tageslicht? Alle bisherigen Fotos meiner kleinen Serie „Malen mit Licht Teil 1-3“ sind im Dunkeln einstanden. Mit Lichtmalerei verbindet man normalerweise Lichtspuren in der Nacht und wahrscheinlich gehören die Fotos dieses Blogs auch nicht wirklich in diese Kategorie. Für mich jedoch schon!

Hier verschwindet meiner Meinung nach die Grenze zwischen Fotografie und Malerei. Die Kamera wird zum Pinsel, und das Ergebnis ist oft abstrakt und hat mit der Wirklichkeit nicht mehr viel gemein.

Manch einer wird sich nun denken „Oh Schreck… jetzt wird jedes verwackelte Bild gleich zum Gemälde!“. Ganz so einfach ist es nicht. Natürlich sind alle Bilder „verwackelt“, d.h. unscharf, aber im Gegensatz zu den ungewollt Verwackelten (von denen ich auch genügend habe 😉 ) sind diese Fotos so gewollt und auch mit diesem Ansatz fotografiert.

Diese Art der Fotografie stellt den „Maler“ vor einige Herausforderungen. Zum einen ist der Bildaufbau schwierig, da das Ergebnis (am Anfang) nur schwer zu kontrollieren ist, und zum anderen kommt die Frage auf: Wie stark darf ein Bild verwackelt sein? Für mich ist immer wichtig, egal ob ich zoome oder wische, dass das ursprüngliche Motiv noch gut erkennbar bleibt.

Es braucht ein wenig Übung, aber mit der Zeit werden die Ergebnisse kontrollierbarer. Oft eignen sich klare Strukturen, wie z.B. bei Bäumen oder Gräsern, am besten.

Ich bewege die Kamera während der Aufnahme horizontal, vertikal, manchmal auch schräg oder verändere die Brennweite des Zoomobjektives durch Drehen. Da die Belichtungszeiten tagsüber oft zu kurz sind, wähle ich den niedrigsten ISO-Wert und schließe meine Blende.

Ich liebe diese Art der Fotografie. Da ich oft mehrere Stunden am Stück mit meiner Kamera unterwegs bin, brauche ich zwischendurch diese kleinen kreativen Auszeiten.

Ich kann euch versprechen, wenn euch der Wisch- und Zoomvirus erst einmal gepackt hat, werdet ihr von der Wirkung und den Ergebnissen begeistert sein, und er wird euch vielleicht ein ganzes Fotografenleben begleiten. (Vorsicht! Dieser Virus ist ansteckend, aber nicht schädlich 🙂 )

Lust auf weitere kleine Geschichten zur Lichtmalerei? Dann viel Vergnügen bei Malen mit Licht (Teil1), Malen mit Licht (Teil 2) und Malen mit Licht (Teil 3).

sogesehen – Monatsfoto September

Dem kleinen Heidegebiet bei mir vor der Haustür hatte ich bislang kaum Beachtung geschenkt. Es ist das Naturschutzgebiet Nr. 26 und zeichnet sich durch abwechslungsreiche Heideflächen, Wald- und Wiesenflächen, Weiher und Teiche aus.

Mein erster Besuch lag außerhalb der Heideblütezeit und galt mehr der Sondierung der örtlichen Gegebenheiten mit nicht erwähnenswerten Aufnahmen.


Mitte August war dann im Abendlicht ein erneuter Besuch auf der Agenda, mit dem Blickpunkt auf das Heide-Areal. Für mich bot sich ein ungewohntes beeindruckendes Bild, da ich solche Heideflächen eigentlich nur mit der Lüneburger Heide in Verbindung bringe. Aber man lernt ja nie aus ;).

Schnell zeichneten sich zwei Bäume als mögliches Motiv ab. Jedoch hatte ich meine Schwierigkeiten, diese mit dem Licht und vor allem mit den Abschattungen der umliegenden Baumreihen in Szene zu setzen – war über das Ergebnis aber trotzdem glücklich.

Nun wollte ich die Szenerie auch nochmal zum Sonnenaufgang bzw. Morgenlicht einfangen und bin vor der Arbeit, wieder mit meinem Fotokumpel Steffen, am Ort des Geschehens aufgeschlagen.

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Uns erwartete sogar ein über der Heide liegender Nebel mit einem schönen Farbverlauf des Himmels. Wieder ein tolles Erlebnis, zu Beginn des Tages in der Natur zu sein und dessen Schönheit zu genießen.

Eine weitere Idee für diese Location ist uns auch noch eingefallen – die wir dann wohl später präsentieren werden. Kleiner Tipp: es hat ein wenig mit dem letzten Artikel von Horst zu tun… 🙂

Liebe Grüße aus dem Norden

Michael Hoff

Milchstraße und Sternenglanz

Sind wir Menschen, weil wir zu den Sternen aufschauen, oder schauen wir zu den Sternen auf, weil wir Menschen sind?“

Dieses Zitat aus einem Kinofilm hat mich, seit ich es das erste mal gehört habe, oft zum Nachdenken angeregt. Nicht nur weil es mir besonders gefällt, nein, auch deswegen, weil ich mich frage, was uns antreibt, den Sternenhimmel zu betrachten. Ist es Neugier? Ist es Faszination? Oder hat es andere Gründe?

Für mich ist es definitiv die Schönheit und die Weite des Alls, die mich bewegt. Wenn ich an einem lauen Sommerabend in meinem Garten im Gras liege und zum Firmament blicke, über mir das Glitzern des Sternenzelts, fühle ich mich geborgen und beschützt, fast so, als läge ich unter einer wärmenden Decke.

Meine Gedanken und Träume machen sich auf den Weg hinauf ins stille Funkeln, und mich erfüllt ein Frieden, der nur schwer in Worte zu fassen ist. Es ist einfach überwältigend. Ist dann auch noch die Zeit, in der sich die Milchstrasse am Nachthimmel zeigt, ist es einfach perfekt.

Ich könnte stundenlang so da liegen und mich in der Betrachtung des überirdischen Leuchtens verlieren. Solche Momente sind überaus wertvoll für mich, und allein die Betrachtung des Himmelsgewölbes erfüllt mich mit einer Freude und Gelassenheit, von der ich noch lange zehren kann.

All das ist auch der Grund für meine Fotosafaris in der Nacht. Die Schönheit der Sterne mit der Kamera einzufangen macht mich glücklich. An solch klaren Nächten draußen zu sein und nur den Kosmos über mir zu wissen, hat seine ganz eigene Magie, und diese genieße ich in vollen Zügen

Ich hoffe, Euch hat die kleine Reise zu den Sterne gefallen, und Ihr verspürt Lust es mir nachzumachen. Sollte es so sein, dann wünsche ich euch viel Spaß auf Eurer Suche nach dem Zauber der Nacht. Bleibt neugierig.