Nachsaison am See

Ein Sonntag im Schwarzwald Anfang September. Es könnte jetzt noch hochsommerlich sein. Am See könnten sich Urlauber und Tagesausflügler nur so tummeln.

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Tja, tun sie aber nicht. Es ist kalt und grau, nur eine Handvoll Leutchen verlieren sich am Ufer. Man muss in der Tat keinerlei Sorge haben, heute kein Boot ausleihen zu können…

Ich hätte dabei rein gar nichts gegen etwas mehr Sommerstimmung. 22 Grad anstatt 12 Grad zum Beispiel. Wenigstens etwas Sonnenschein. Ein bisschen mehr ausgelassene Stimmung rund um die Attraktionen für Groß und Klein.

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Und doch, und doch…

Wenn ich ehrlich sein darf, gefällt mir diese Nachsaisonsstimmung auf eine seltsame Weise auch gut. Mal abgesehen von den Vorteilen, die es hat, wenn sich keine Menschenmassen am Ufer entlang wälzen (Stichwort „Abstand“) – die Stille, das Gefühl der Verlorenheit, des Aus-der-Zeit-Gefallen-Seins, sie erfüllen einen doch mit einem irgendwie leichten und schönen Gefühl der Melancholie.

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Ich vermute, es hat insbesondere mit den still daliegenden Booten zu tun. Sie sind nun wirklich dazu gedacht, auf den See gebracht und gefahren zu werden. Es sollen Leute in ihnen sitzen und sich amüsieren, sie sollen übers Wasser tuckern, die ungewohnten Ausblicke genießen und jauchzen, wenn sie in die Wellen des Ausflugsschiffs geraten und darin hin- und herschaukeln.

Aber heute?

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Heute liegen die meisten von ihnen stumm am Bootsteg und fügen sich offenbar in ihr Schicksal.

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So ein kühler Tag im Spätsommer führt einem vor Augen, dass der Herbst vor der Tür steht, dass die Tage kühler werden und die grüne Jahreszeit bald unwiederbringlich vorüber ist.

Aber es gibt eben auch noch Hoffnung auf den einen oder anderen warmen Tag! Man muss also nicht in Depression verfallen, sondern darf noch auf einen gnädigen Wettergott hoffen…

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Malen mit Licht (Teil 4)

Lightpainting bei Tageslicht? Alle bisherigen Fotos meiner kleinen Serie „Malen mit Licht Teil 1-3“ sind im Dunkeln einstanden. Mit Lichtmalerei verbindet man normalerweise Lichtspuren in der Nacht und wahrscheinlich gehören die Fotos dieses Blogs auch nicht wirklich in diese Kategorie. Für mich jedoch schon!

Hier verschwindet meiner Meinung nach die Grenze zwischen Fotografie und Malerei. Die Kamera wird zum Pinsel, und das Ergebnis ist oft abstrakt und hat mit der Wirklichkeit nicht mehr viel gemein.

Manch einer wird sich nun denken „Oh Schreck… jetzt wird jedes verwackelte Bild gleich zum Gemälde!“. Ganz so einfach ist es nicht. Natürlich sind alle Bilder „verwackelt“, d.h. unscharf, aber im Gegensatz zu den ungewollt Verwackelten (von denen ich auch genügend habe 😉 ) sind diese Fotos so gewollt und auch mit diesem Ansatz fotografiert.

Diese Art der Fotografie stellt den „Maler“ vor einige Herausforderungen. Zum einen ist der Bildaufbau schwierig, da das Ergebnis (am Anfang) nur schwer zu kontrollieren ist, und zum anderen kommt die Frage auf: Wie stark darf ein Bild verwackelt sein? Für mich ist immer wichtig, egal ob ich zoome oder wische, dass das ursprüngliche Motiv noch gut erkennbar bleibt.

Es braucht ein wenig Übung, aber mit der Zeit werden die Ergebnisse kontrollierbarer. Oft eignen sich klare Strukturen, wie z.B. bei Bäumen oder Gräsern, am besten.

Ich bewege die Kamera während der Aufnahme horizontal, vertikal, manchmal auch schräg oder verändere die Brennweite des Zoomobjektives durch Drehen. Da die Belichtungszeiten tagsüber oft zu kurz sind, wähle ich den niedrigsten ISO-Wert und schließe meine Blende.

Ich liebe diese Art der Fotografie. Da ich oft mehrere Stunden am Stück mit meiner Kamera unterwegs bin, brauche ich zwischendurch diese kleinen kreativen Auszeiten.

Ich kann euch versprechen, wenn euch der Wisch- und Zoomvirus erst einmal gepackt hat, werdet ihr von der Wirkung und den Ergebnissen begeistert sein, und er wird euch vielleicht ein ganzes Fotografenleben begleiten. (Vorsicht! Dieser Virus ist ansteckend, aber nicht schädlich 🙂 )

Lust auf weitere kleine Geschichten zur Lichtmalerei? Dann viel Vergnügen bei Malen mit Licht (Teil1), Malen mit Licht (Teil 2) und Malen mit Licht (Teil 3).

sogesehen – Monatsfoto September

Dem kleinen Heidegebiet bei mir vor der Haustür hatte ich bislang kaum Beachtung geschenkt. Es ist das Naturschutzgebiet Nr. 26 und zeichnet sich durch abwechslungsreiche Heideflächen, Wald- und Wiesenflächen, Weiher und Teiche aus.

Mein erster Besuch lag außerhalb der Heideblütezeit und galt mehr der Sondierung der örtlichen Gegebenheiten mit nicht erwähnenswerten Aufnahmen.


Mitte August war dann im Abendlicht ein erneuter Besuch auf der Agenda, mit dem Blickpunkt auf das Heide-Areal. Für mich bot sich ein ungewohntes beeindruckendes Bild, da ich solche Heideflächen eigentlich nur mit der Lüneburger Heide in Verbindung bringe. Aber man lernt ja nie aus ;).

Schnell zeichneten sich zwei Bäume als mögliches Motiv ab. Jedoch hatte ich meine Schwierigkeiten, diese mit dem Licht und vor allem mit den Abschattungen der umliegenden Baumreihen in Szene zu setzen – war über das Ergebnis aber trotzdem glücklich.

Nun wollte ich die Szenerie auch nochmal zum Sonnenaufgang bzw. Morgenlicht einfangen und bin vor der Arbeit, wieder mit meinem Fotokumpel Steffen, am Ort des Geschehens aufgeschlagen.

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Uns erwartete sogar ein über der Heide liegender Nebel mit einem schönen Farbverlauf des Himmels. Wieder ein tolles Erlebnis, zu Beginn des Tages in der Natur zu sein und dessen Schönheit zu genießen.

Eine weitere Idee für diese Location ist uns auch noch eingefallen – die wir dann wohl später präsentieren werden. Kleiner Tipp: es hat ein wenig mit dem letzten Artikel von Horst zu tun… 🙂

Liebe Grüße aus dem Norden

Michael Hoff

Milchstraße und Sternenglanz

Sind wir Menschen, weil wir zu den Sternen aufschauen, oder schauen wir zu den Sternen auf, weil wir Menschen sind?“

Dieses Zitat aus einem Kinofilm hat mich, seit ich es das erste mal gehört habe, oft zum Nachdenken angeregt. Nicht nur weil es mir besonders gefällt, nein, auch deswegen, weil ich mich frage, was uns antreibt, den Sternenhimmel zu betrachten. Ist es Neugier? Ist es Faszination? Oder hat es andere Gründe?

Für mich ist es definitiv die Schönheit und die Weite des Alls, die mich bewegt. Wenn ich an einem lauen Sommerabend in meinem Garten im Gras liege und zum Firmament blicke, über mir das Glitzern des Sternenzelts, fühle ich mich geborgen und beschützt, fast so, als läge ich unter einer wärmenden Decke.

Meine Gedanken und Träume machen sich auf den Weg hinauf ins stille Funkeln, und mich erfüllt ein Frieden, der nur schwer in Worte zu fassen ist. Es ist einfach überwältigend. Ist dann auch noch die Zeit, in der sich die Milchstrasse am Nachthimmel zeigt, ist es einfach perfekt.

Ich könnte stundenlang so da liegen und mich in der Betrachtung des überirdischen Leuchtens verlieren. Solche Momente sind überaus wertvoll für mich, und allein die Betrachtung des Himmelsgewölbes erfüllt mich mit einer Freude und Gelassenheit, von der ich noch lange zehren kann.

All das ist auch der Grund für meine Fotosafaris in der Nacht. Die Schönheit der Sterne mit der Kamera einzufangen macht mich glücklich. An solch klaren Nächten draußen zu sein und nur den Kosmos über mir zu wissen, hat seine ganz eigene Magie, und diese genieße ich in vollen Zügen

Ich hoffe, Euch hat die kleine Reise zu den Sterne gefallen, und Ihr verspürt Lust es mir nachzumachen. Sollte es so sein, dann wünsche ich euch viel Spaß auf Eurer Suche nach dem Zauber der Nacht. Bleibt neugierig.

Wanderlust in Österreich

Jeder, der mich persönlich kennt weiß, wie sehr ich unsere Heimat schätze und liebe. Sobald es die Zeit zulässt, bin ich am Wochenende unterwegs und entdecke dabei immer mehr unsere Region. Ein treuer Begleiter neben meinem Freund ist hierbei natürlich stets meine Kamera. Manchmal muss man aber auch seiner schönen Heimat den Rücken zukehren und neue Wege entdecken.

Im Dezember letzten Jahres hatten wir für unseren diesjährigen Sommerurlaub eine Almhütte in Österreich und eine Ferienwohnung auf einem Bauernhof in Südtirol (jeweils Selbstverpflegung) gebucht. Aufgrund der Coronakrise war es lange nicht klar, ob unser gebuchter Urlaub stattfinden kann oder nicht. Umso größer war nun die Freude, als es am zweiten Augustwochenende endlich los in die Berge gehen konnte.  

Unser erstes Ziel war nun also Bucheben, ein kleiner Ortsteil der Gemeinde Rauris im Nationalpark Hohe Tauern. Unser Hinweg führte uns bis nach Österreich bewusst auf der Landstraße entlang. Wir waren zwar länger unterwegs, aber konnten so auch die schöne Landschaft um uns herum genießen und begegneten in der frühen Morgenstunde unter anderem Hase, Fuchs, Reh und Rotmilanen.

In Bucheben angekommen, haben wir uns in dem wunderschön gelegenen Örtchen am Fuße des „Ritterkopfes“ direkt wohlgefühlt. Unsere kleine Almhütte gehörte zu einem Reiterhof, welche vom dortigen Parkplatz aus 300 Meter steil bergauf an einer kleinen Bergkuppe lag. Wir sind wirklich viel zu Fuß unterwegs und fit, aber diese 300 Meter hatten es wirklich sehr in sich. Ein Glück, dass der Besitzer mit seinem kleinen Traktor unser Gepäck den Berg hinauf gebracht hatte.

Auf den darauffolgenden sieben Tagen folgte eine Wanderung der nächsten. Vom Rauriser Urwald, der Wanderung zum Naturfreundehaus (2.075 m) oder Niedersachsenhaus (2.471 m), Besichtigung der Kitzlochklamm oder das Seidlwinkltal ließen die dortige Flora und Fauna mein Fotografenherz höher schlagen. Ein Highlight war beispielsweise auch das Krumltal – Tal der Gänse- und Bartgeier. Insgesamt 12 Bartgeier bekamen wir in freier Wildbahn zu sehen, aber leider waren diese doch zu weit weg, um sie fotografieren zu können. Die Geier wurden dort ab dem Jahr 1989 wieder erfolgreich angesiedelt. Ein Mitarbeiter des Nationalparks Hohe Tauern war zufällig vor Ort, hatte uns freundlicherweise durch sein Fernglas schauen lassen und uns auch einen interessanten Einblick in die Arbeit des Nationalparks gegeben. Auch auf der Wiese um unsere Hütte herum gab es viele Insekten, Vögel, eine Kröte und auch zwei Laufenten, die uns kurze Zeit neugierig beim Frühstück beobachteten.

Mit meinen Bildern aus dieser wunderschönen Region möchte ich das Urlaubsgefühl zurückholen und vielleicht auf diesem Wege den Personen schöne Eindrücke ermöglichen, welche derzeit nicht verreisen können. Für diejenigen, die ihren Urlaub gerne in den Bergen verbringen, möchte ich diese schöne Region ans Herz legen. Wir sind definitiv nicht das letzte Mal dort gewesen. Für uns sind die Berge das Größte, um sich wieder zu erden, mit der Natur im Einklang zu sein und dem Alltagsstress zu entfliehen.

„Je höher du auf den Berg hinaufgehst, desto kleiner werden deine Sorgen. Dort oben entsteht eine Klarheit des Denkens, die nirgendwo anders möglich ist“, Friedrich Stickler.

Liebe im Detail

Der nächste Beitrag zu unseren Eindrücken aus Südtirol im Naturpark Puez-Geisler „Wanderlust in Südtirol“ ist auch schon in den Startlöchern. Fortsetzung folgt 🙂

Pastell: Farben des Sommers

Jede Jahreszeit hat ihre eigenen Farben. Der Herbst mit seinen warmen Rottönen, der Winter klassisch in Weiß, flankiert von Rot und Grün zur Weihnachtszeit und dann der Frühling! Rote Erdbeeren, gelbe Narzissen, das frische Grün an den Bäumen und ein strahlend blauer Himmel.

Und der Sommer? Dieser erscheint überraschend unbunt. Der Himmel in einem diffusen Blau, der Fernblick oft diesig, und die Wiesen von der Sonne verbrannt.

Fotografisch ist diese Jahreszeit eine echte Herausforderung. Um der Hitze zu entkommen, flüchte ich daher oft in den Wald. Dies macht das Ganze jedoch nicht einfacher. Unzählige Varianten von Grün gepaart mit harten Schatten machen das Fotografenleben nicht leichter.

Dies ist der richtige Moment, mich vom „großen Ganzen“ zu lösen und das Schöne im Detail zu suchen.

Bei Sommer und Farben denkt man automatisch an leuchtend gelbe Sonnenblumen, blaues Meer und rote Tomaten. Auch ich mag „knallige“ Farben, sie verbreiten eine fröhliche Stimmung und machen auch an einem regnerischen Sommertag gute Laune. In der freien Natur jedoch findet man diese Signalfarben eher selten. Hier gibt im Sommer eine eher weiche Farbpalette den Ton an: Pastell

Wer mich kennt oder meine Blogs verfolgt hat wird feststellen, dass Insekten bisher nicht zu meinen favorisierten Fotomotiven gehörten. Meine Portraits beschränkten sich eher auf den Homo sapiens, zwischendurch auch mal einen Hund oder eine Ente.

Da kann ich nur sagen, SCHADE! Da habe ich jahrelang, nicht nur fotografisch, richtig was verpasst. Ein großer Dank gilt an dieser Stelle Horst und Sebastian 🙂

Taucht man erst einmal ein in diese eigene faszinierende kleine Welt, dann bekommt man auch einen anderen Blick auf die Große. Eine Erfahrung, die ich nicht mehr missen möchte.

Ich freue mich jedenfalls jetzt schon auf den nächsten Makrospaziergang an einem Hochsommertag, an dem es heißt: Die Natur trägt Pastell!

Rund um den Feldberg

Der Feldberg. Der Höchste im Schwarzwald. Man hört immer wieder von ihm. Naturschutzgebiet, Wintersportgebiet, Besuchermagnet.

Da ich ihn noch nie besucht habe, obwohl ich im Schwarzwald lebe, musste ich das natürlich nachholen.

Ich habe das Glück das meine Blogkollegin Steffi und ihr Mann in der Region leben, sodass ich bei ihnen unterkommen konnte und Steffi mit mir auf Fototour ging. Als Guide sozusagen.

Am ersten Tag hatten wir uns einiges vorgenommen. Morgens zum Feldsee und Abends zum Sonnenuntergang auf das Herzogenhorn. Dem zweithöchsten Berg im Schwarzwald. Wandern war also angesagt und das nicht zu knapp.

Das erste was mir auffiel, als wir am Feldberg ankamen war, wie sehr der Berg touristisch genutzt wird. Verschiedene Hütten, Hotels und ein riesen Parkhaus. Im Winter dann alles auf den Skisport ausgelegt mit diversen Hütten für Apres ski Partys und der dazugehörigen Musik. Das muss man mögen oder auch nicht. Mein Ding ist es nicht, da ich finde, das sich das mit dem Naturschutz nur schwer vereinbaren lässt. Aber das ist meine Meinung. Es gibt ja viele Menschen die das durchaus nutzen.

Nichtsdestotrotz wollten wir ja fotografieren gehen. Also raus aus dem Touristischen Rummel und rein in den Bannwald in Richtung Feldsee. Das sind tatsächlich zwei Welten. Hier herrschte das Licht und Schattenspiel des Waldes vor. Es war deutlich kühler, was eine Wohltat war, denn draussen brannte die Sonne und es war ziemlich heiss.

Wurzelbewachsene Wege und das für Bannwälder typische Totholz begleiteten uns auf unserer Wanderung nach unten. Schattige Wälder und moorige Feuchtwiesen mit ihre einzigartigen Pflanzen wechselten sich ab und boten uns viele tolle Fotomotive

Der blaue Eisenhut hat es mir angetan, er stand dort im Schatten des Waldes und wurde auf eine bezaubernde Art und Weise von der Sonne angestrahlt. Ein Licht welches nur die Natur hervorbringen kann. Großer Wiesenknopf und blauer Sumpfstern, bzw. Moorenzian rundeten das Bild ab. Herrlich anzuschauen.

Ein besonderes Highlight auf dem Weg zum Feldsee, war für mich die Begegnung mit dem seltenen Dreizehenspecht. Er lebt hauptsächlich in montanen Gebieten über 1000m und kommt am Feldberg erst seit ein paar Jahren wieder vor. Was ein Glück.

Am Feldsee angekommen gab es ein stärkendes Mittagessen am Reimartihof, bevor wir unsere Tour fortsetzten. Verzeiht mir das bisschen Werbung, aber es war sooo lecker.

Auf unserer Umrundung des Feldsees probierte ich eine Technik des Fotografierens aus, auf die mich Steffi brachte. Die sogenannte Wischtechnik. Durch die Bewegung der Kamera oder des Zooms während der Belichtung, lassen sich abstrakte Fotografien erzeugen die ihren eigenen Charme haben wie ich finde. Es enstehen zum Teil geheimnissvolle Licht und Farbstimmungen die beim Betrachten unsere Fantasie anregen. Ich werde das sicher öfter ausprobieren, da es unglaublich viel Spass macht und die Ergebnisse oft überraschend schön sind.

Nach unserem Ausflug an den Feldsee, ging es, nach einer Stärkung mit Kaffee und Kuchen, auf zum nächsten Ziel, dem Herzogenhorn. Dort hofften wir auf einen tollen Sonnenuntergang. Mittlerweile war unsere Gruppe auf fünf Fotobegeisterte angewachsen und so machten wir uns auf den Weg zum Gipfel.

Das war mal eine schweißtreibende Aktion. Bei hochsommerlichen Temperaturen und dem schweren Fotorucksack auf dem Rücken, kamen wir mächtig ins Schwitzen. Aber der Ausblick, der sich uns dann bot, ließ das schnell vergessen.

Mittlerweile war es spät und wir machten uns auf den Rückweg zum Parkplatz. Dieser Tag hatte für uns einige positive Überraschungen auf Lager und wir waren zwar müde aber Glücklich.

Am nächsten Morgen machten Steffi und Ich noch einen kurzen Ausflug ins Naturschutzgebiet Utzenfluh. Dort wollten wir die seltene rotflüglige Ödlandschrecke ablichten. Ein Insekt, das leider auf der roten Liste steht und nur noch an einigen wenigen Orten in Deutschland vorkommt.

Wir hatten Glück und konnten einige Exemplare auf Foto bannen. Aber auch der Russische Bär und eine Raubfliege gaben ein Stelldichein

Mit diesen Fotos endete auch schon mein erstes Wochenende in der Feldbergregion. Ich werde definitiv wieder kommen, da es dort oben noch so viel schönes zu entdecken gibt. Aber auch die tolle Gastfreundschaft die ich geniesen durfte, machten die Tage besonderes.

Wenn ihr den Feldberg mal besucht, haltet die Augen offen nach den Naturwundern die es dort oben gibt, ihr werdet es nicht bereuen.

In diesem Sinne. Bleibt neugierig!

sogesehen – Monatsfoto August

Im letzten Jahr hatte ich das Glück, einen wundervollen Urlaub in Namibia verbringen zu dürfen. Es war meine erste Reise nach Afrika und ich war überwältigt von der Vielfältigkeit dieses Landes. Neben abwechslungsreichen und beeindruckenden Landschaften sowie der faszinierenden Tierwelt sind mir besonders die warmen Farben in Erinnerung geblieben, in denen sich das Land zeigt.

Eine der Touristenattraktionen in Namibia ist das Sossusvlei bei Sesriem mit den berühmten roten Dünen. Jeden Morgen beginnt mit der Toröffnung das Wettrennen der Autokarawane zu den Hotspots. Da wir dies bereits am Vortag erleben durften, steuerten wir an unserem letzten Morgen im Park zum Sonnenaufgang eine eher unscheinbare Düne in der Nähe des Eingangs an, die Elim Düne. Diese wird zwar in den Reiseführern erwähnt, ist aber bei weitem nicht so überlaufen.

Es war noch eisig kalt als wir uns aus dem Dachzelt schälten und auf den Weg zur Düne machten. Dort angekommen war die Freude riesengroß. Der Plan ging auf, wir hatten die Elim Düne für uns ganz alleine. Die aufgehende Sonne legte den Himmel über dem Naukluft-Gebirge nach und nach in ein warmes Farbenspiel aus Gelb- und Rottönen. Eine friedliche Stille lag über dem Land und wir genossen den Moment.

Nach dem Sonnenaufgang zog in der Ferne langsam eine Oryxantilope vorbei. Wir nutzten die Gelegenheit der Einsamkeit und frühstückten an unserem Camper, gewärmt durch die ersten Sonnenstrahlen des anbrechenden Tages. Danach machten wir uns auf den Weg zu unserem nächsten Ziel. Was für ein herrlicher Start in den Tag!

Streifzug durch das Wollmatinger Ried

Der Schwarzwald ist zwar mein bevorzugtes Fotorevier, dennoch macht es mir unheimlich viel Freude, auch in andere Teile von Deutschland, in diesem Fall eine noch südlichere Ecke, vorbeizuschauen.

Mein Fotokumpel und ich machten uns also auf den Weg, um dem Wollmatinger Ried, nahe Konstanz, einen Besuch abzustatten. Wir wollten schon länger mal die Bodenseeregion erkunden, warum also nicht mit diesem schönen Naturschutzgebiet anfangen.

Der Bodensee allgemein bietet eine Fülle von Möglichkeiten, um mit der Kamera loszuziehen und tolle Motive zu entdecken. Demnach war unsere Vorfreude groß auf das, was wir so vor die Linse bekommen würden.

Kurz vor Sonnenaufgang waren wir, nach nicht allzu langer Fahrt, am Ziel und zogen los. Die Vögel empfingen uns mit ihrem Konzert, und der Schwarzmilan begrüßte uns mit seinen Rufen. Die Luft war noch feucht und duftete herrlich frisch. Über den Wiesen zogen Nebelschwaden, was zur Folge hatte, dass der erwachende Morgen die Landschaft in ein hinreißend zauberhaftes Licht hüllte. Ich habe eine besondere Vorliebe für solch magische Lichtstimmungen, es ist als ob man eine Grenze überschreitet und eine andere Welt betritt. Eine Welt jenseits unseres Alltags, eine Welt voller Wunder, die nur darauf warten entdeckt zu werden. Ja und wenn man die Augen offen hält und aufmerksam beobachtet, kann man ihn auch sehen, diesen besonderen Zauber.

Dieser Morgen hatte uns schon so viele tolle Momente geschenkt, die wir fotografisch festhalten konnten, das wir total happy unsere Wanderung fortsetzten.

So ein Streifzug durch die nebelumwaberte Landschaft hat schon was ganz Besonderes. Diese Stimmung in sich aufzunehmen bedeutet, zumindest für mich, Kraft zu tanken und der Seele was gutes tun. Ich erinnere mich immer gerne an solche Stunden zurück.

Aber wir waren ja nicht alleine unterwegs, auch die Tiere erwachten so langsam, und so konnten wir oft einen Blick auf die Bewohner dieses schönen Landstrichs erhaschen.

Mit fortschreitendem Morgen beschlossen wir dann dem Wollmatinger Ried den Rücken zu kehren, aber nicht ohne den Beschluss zu fassen wiederzukommen.

Unser nächstes Ziel für diesen Tag war die Insel Reichenau. Dort suchten wir uns einen Platz nahe dem Seeufe, wo wir eine Pause einlegten und uns mit ner guten Tasse Kaffee stärkten. Während wir so dasaßen und uns unterhielten, stieg etwas aus dem Wasser, was uns fast an unseren Augen zweifeln ließ.

Keine drei Meter von uns entfernt kam ein Biber ans Ufer und begann in aller Seelenruhe sein Frühstück einzunehmen. Auch als wir hektisch nach unseren Kameras griffen, ließ er sich nicht bei seinem morgendlichen Mahl nicht stören. Was für ein Erlebnis.

Das war dann auch der Abschluss eines tollen Tages. Wir konnten viele Eindrücke und Fotos mitnehmen, und wir beschlossen, dem See bald mal wieder einen Besuch abzustatten.

Wenn ihr mal das Glück habt und dort seid, haltet inne und vor allem die Augen offen. Der Bodensee hat immer was zu bieten.

In diesem Sinne, bleibt neugierig. Bis demnächst.

Das Bild vom Bild

Neulich stolperte ich über einen fast vergessenen Begriff, ein Wort wie aus der Zeit gefallen – Flaneur
Der Flaneur ist ein Mensch, der im Spazierengehen schaut, genießt und planlos umherschweift. (Wikipedia) Keine Ahnung, wie der weibliche Begriff dafür lautet. Flaneuse? Flaneurin? Egal! Auch wenn diese Art des „Müßig“- Gehens nicht mehr in unsere heutige Zeit zu passen scheint, finde ich es wunderbar, ziellos durch eine Stadt zu schlendern.
Dabei trifft man quasi im Vorbeigehen auf tolle Kunst, die wortwörtlich auf der Straße liegt.

Da wird dann schnell die Kamera gezückt, denn für mich gehört das Fotografieren dieser bunten Kunstwerke zu jeder Reise dazu.
Aber sind diese Fotos denn auch „gute“ Fotos? (Schon darüber könnte man stundenlang philosophieren) Ich gehe noch einen Schritt weiter – Schmücke ich mich bei dieser Art der Fotografie nicht mit fremden Federn? Tolle Fotos mit minimalem fotografischem Aufwand?


Diese Frage beschäftigt mich schon eine Weile und die Antwort dafür ist sicher kein klares „Ja“ oder „Nein“. Aber so einfach mache ich es mir (und euch) dann doch nicht und frage weiter – Reicht die bloße Wahl des Bildausschnitts und der Perspektive schon aus, dass daraus ein individuelles Foto mit fotografischem Anspruch entsteht?
Auch diese Frage wird jeder Fotograf für sich unterschiedlich beantworten, meine Antwort ist da schon eindeutiger – Nein! Mir reicht das nicht.
Deshalb versuche ich diesen „Gemälden“ einen Rahmen, eine Komposition zu geben, z.B. die umliegenden Gebäude oder die Straßenszene mit einzubinden.

Durch das Einbeziehen der Umgebung entsteht plötzlich ein ganz anderes Bild, und die Aussage des Fotos verändert sich. Aus der reinen Dokumentation eines Graffitis wird ein Bild, in der das bunte Gemälde nur noch den attraktiven Rahmen gibt.

Für mich ist das „mein“ Weg das Motiv Graffiti fotografisch umzusetzen. Euer Weg ist sicher ein anderer, aber welcher? An alle Flaneusen und Flaneure*innen: Schlendert los und findet es heraus!