sogesehen – Monatsfoto Mai

Erwachen

Frühling – eine für mich lang ersehnte Jahreszeit nach den grauen und tristen Wintermonaten.

Ein ganz besonderes Highlight im Frühling spielt dabei jedes Jahr die Kirschblüte im Eggenertal. In meinem Artikel „Weiße Blütenpracht im Eggenertal“ hatte ich euch bereits im vergangenen Jahr in diese tolle Blütenwelt eintauchen lassen. Auch dieses Jahr bin ich wieder losgezogen, um die Blütenpracht genießen zu können. Am Ostermontag ging es für mich vom Parkplatz „St. Johannisbreite“ den Panoramaweg entlang an Wald und Wiese zunächst abwärts nach Niedereggenen.

Dort führt der Weg über den Scheibenfeuerplatz, vorbei an den Trockenmauern dann zum Steinenkreuzle (Gemarkung Obereggenen). Auf dem Steinenkreuzle findet man ein paar Sitzbänke vor, welche zum Verweilen und Genießen einladen. Von dort aus geht es direkt nach Obereggenen weiter. Linkerhand ragt unser Hausberg, Hochblauen, empor und rechterhand blüht Kirschbaum für Kirschbaum um die Wette. Das Steinenkreuzle entfernt sich immer mehr, ehe man es nach dem Ortsausgang von Obereggenen Richtung Parkplatz St. Johannisbreite wieder in weiter Ferne sehen kann. Meter für Meter lohnt sich auch hier immer wieder der Blick zurück. Auf der ganzen Wegstrecke entlang hat man stets einen wunderbaren Panoramablick. Nach rund 10 Kilometern komme ich dann wieder am Auto an. Ein wenig wehmütig war ich jedoch, da dieser Tag wieder einmal viel zu schnell vorbei ging. Schade, dass man die Zeit nicht anhalten kann … an diesem Tag hätte ich es definitiv genutzt!

Auch wenn die Kirschblüte vermutlich zwischenzeitlich ihre schönste Blütenzeit hinter sich hat, so lohnt sich eine Wanderung zu jeder Jahreszeit im schönen Eggenertal! Beim Parkplatz St. Johannisbreite gibt es auch Wanderschilder mit weiteren Tourenvorschlägen. Ihr wollt meine Tour selbst einmal entdecken? Gerne darf ich euch hier zu meinem Komootprofil weiterleiten. Viel Spaß im Eggenertal 🙂

Kultur / Landschaft

Mein Beruf bringt es mit sich, dass ich phasenweise viel Zeit draußen verbringe. Ich laufe oder fahre durch Wiesen, Wälder, Dörfer und manchmal auch Städte oder Gewerbegebiete, immer auf der Suche nach bestimmten Tieren, die ich nachweisen und dokumentieren soll. Nicht immer gibt es viel zu tun, wenn ich so im Lande umherstreife, und so schaue ich mir bisweilen auch einfach so die Landschaft an und komme ins Sinnieren.

Im Moment bin viel in der Feldflur meines schönen Bundeslandes namens Baden-Württemberg unterwegs. Alles sehr schön aufgeräumt da!

Vorurteile kommen unweigerlich hoch über die „ausgeräumte Landschaft“, über Naturferne, über das schädliche Wirken des Menschen, der mal wieder den Bogen überspannt und einfach alles kaputt macht. Doch so einfach ist es nicht.

Die meisten Menschen benutzen im Alltag Begriffe wie „Natur“, „Kultur“, „Umwelt“, „Landschaft“ etc. häufig und ohne größeres Nachdenken. Warum auch, schließlich sind diese Wörter ja vermeintlich eindeutig und selbsterklärend. Dann kommen dazu in der Regel noch Bewertungen ins Spiel, so etwa in dem Sinne: Die Natur ist gut, der Mensch ist böse. Oder Gegensatzpaare werden aufgemacht, wie z.B. die Opposition Natur / Kultur. Auch die Fotografie bevorzugt in ihrem Mainstream eindeutig Ansichten der „Natur“, die irgendwie ursprünglich, rein, erhaben und schön sein sollen, und die die Anwesenheit und das Wirken des Menschen oftmals ganz kunstvoll ausblenden.

Ganz klar: Zu dieser Thematik gibt es ganze Bibliotheken voller Fachbücher und Abhandlungen. Dazu einen neuen, originellen Beitrag zu leisten, maße ich mir gar nicht an. Aber wie gesagt: wenn ich so durch die (vermeintlich) leere Feldflur laufe, entwickeln sich bestimmte Gedanken ganz von alleine. Und den einer oder anderen davon möchte ich an dieser Stelle mit den geneigten Blog-Leser/innen teilen.

Mal ganz grundsätzlich: Wenn die Menschen in Europa nicht vor ein paar (wenigen) Jahrtausenden damit begonnen hätten, Ackerbau und Viehzucht zu betreiben, wäre heute der allergrößte Teil der Landschaft hierzulande reiner Wald. Das allermeiste von dem, was wir heute als „Offenland“ sehen, kennen, erleben und schätzen, ist menschengemacht – also Kulturlandschaft. Das schließt alle Wiesen ein, alle Weiden und natürlich erst recht Ackerland. Von dieser gewaltigen Umgestaltung der Landschaft haben in der Vergangenheit viele Tier- und Pflanzenarten enorm profitiert. Das gilt insbesondere für diejenigen unter ihnen, die sich in den von Natur aus waldfreien Lebensräumen wohlfühlen, z.B. Steppenlandschaften des Osten und Südens. Und auch ich mag sie, diese offene Landschaft!

Und damit komme ich zu meinem „special guest“ dieses Artikels, zur Feldlerche. Die ist allgemein bekannt, oder? Für mich der Inbegriff eines Frühlingstages in einer Ackerlandschaft. Wer mal ein paar Kostproben ihres wunderbaren Gesangs anhören will, kann dies hier tun. Gerade gestern und heute habe ich sie gezielt suchen dürfen (zum Glück mit Erfolg!), und in meinen Ohren klingt ihr außerordentliches Trillern und Pfeifen noch jetzt auf das Schönste nach.

In ganz Deutschland ist die Feldlerche insgesamt noch ein häufiger Vogel, doch nimmt ihr Bestand seit Jahrzehnten drastisch ab. Aus diesem Grund ist sie auf der Roten Liste mittlerweile als „gefährdet“ eingestuft. Und ihr Niedergang ist stellvertretend für den einer ganzen Lebensgemeinschaft des Offenlandes. Um nur mal ein paar Vogelarten zu nennen: Grauammer, Schafstelze, Wiesenpieper, Rebhuhn, Wachtel, Kiebitz, Großer Brachvogel, Wiesenweihe… Diese sind vielerorts völlig verschwunden, und die letzten Restvorkommen (z.B. in Baden-Württemberg) werden mit großem Aufwand geschützt und vor dem endgültigen Verschwinden bewahrt.

Was vielen vermutlich nicht klar ist: Die Feldlerche und ihre genannten Kolleg/innen werden sich niemals in einem Wald ansiedeln, und auch nicht in einer Streuobstwiese oder einem Stadtpark. Sie brauchen in jedem Fall die offene Landschaft, die ganz wesentlich durch das Wirken des Menschen entstanden ist. Auf Weiden, Wiesen und insbesondere Äckern fühlt sie sich ganz besonders wohl – also durchaus in der „ausgeräumten“ Feldflur. Und darum finde ich diese Landschaft auch schön, vermutlich gerade weil sie eine Verbindung aus Natur und Kultur darstellt.

Wenn da nur nicht die fortwährende Intensivierung der Landwirtschaft wäre, die „Bereinigung“ der Flur, die Vergrößerung der Schläge, der starke Einsatz von Düngemitteln und Insektiziden, die Veränderungen im Getreideanbau, die zunehmende Versiegelung der Flächen, die Störung durch Menschen und ihre Vierbeiner… Diese Entwicklung wird den Bewohnern der Feldflur auf längere Sicht den Garaus machen, leider. Letzten Endes machen wir die Natur kaputt, und unsere (ursprüngliche) Kultur gleich mit.

Aber eigentlich wollte ich mit diesem Artikel ja eine Lanze brechen für den ästhetischen Reiz und auch den ökologischen Wert von offenem Ackerland und Grünland, auch wenn diese „Kulturlandschaft“ auf den ersten Blick so „naturfern“ zu sein scheint. Und jetzt wäre fast mal wieder eine miesepetrige Zivilisationskritik dabei herausgekommen… Aber gerade noch rechtzeitig bemerkt und die Kurve bekommen!

Horst würde an dieser Stelle vermutlich schreiben: „bleibt neugierig!“. Ich möchte es etwas anders formulieren und einfach zu einem baldigen Feldspaziergang mit offenen Augen und Ohren animieren. Viel Freude dabei, und hoffentlich gibt es eine Feldlerche zu bestaunen!

21. April 2022
Sebastian Schröder-Esch
(www.schroeder-esch.de)

sogesehen – Monatsfoto April

Ein Stadtjubiläum + 300 historische Fotos + 5 Fotoenthusiast_innen + 6 winterliche Monate + 100% Online = Fotomagische Momente

Was für ein Unterfangen!
Als ich letzten Herbst von der Dozentin für Fotografie an der VHS Rheinfelden, Petra Böttcher, angesprochen wurde, ob ich nicht Lust hätte an einer Gemeinschaftsausstellung zum 100- jährigen Bestehen der Stadt Rheinfelden (Baden) mitzumachen, sagte ich spontan zu.
Mich reizte die Idee, den Winter über nach einem festen Konzept zu fotografieren, mit dem Ziel (und dem Zeitdruck) im Frühjahr das Ergebnis einer Öffentlichkeit zu präsentieren. Dieser Ansatz unterschied sich völlig von den bisherigen Ausstellungen, bei denen man sich sonst aus einem Fundus von bestehenden Bildern bediente.
So trafen wir uns also ab November 2021 wöchentlich zu einem Online-Ausstellungskurs, um historische und zeitgenössische Fotografie auf kreative Weise miteinander zu verschmelzen.

Fotomontage VHS-Ausstellungskurs: Tankstelle
Mit freundlicher Genehmigung: Siegfried Fester, Rheinfelden 

Ohne zu sehr in die Details zu gehen, kann ich Euch verraten, dass wir durch einige Tiefs gegangen sind. Sei es das Grau in Grau eines trüben Winters oder die endlos lange Zeit einer weihnachtlich geschmückten Innenstadt. Dies alles waren keine idealen Voraussetzungen für schöne, fotografisch ansprechende Stadtaufnahmen.
Aber das waren dann doch eher kleinere Problemchen.
Dachten wir am Anfang noch, dass z.B. die genaue Perspektive, die richtige Brennweite oder der exakte Bildausschnitt unsere größten Herausforderungen sein würden, stellten wir schnell fest, dass die eigentliche Knacknuss unser eigener Anspruch war.
Einfach nur das alte neben das neue Bild zu hängen schien uns zu simpel. Wir wollten den Betrachter überraschen und manchmal auch (auf)fordern, sich länger mit den Fotos zu beschäftigen.

Fotomontage VHS-Ausstellungskurs: Grenzbefestigung an der Alten Rheinbrücke 1914.
Mit freundlicher Genehmigung: Stadtarchiv, Rheinfelden (Baden)

Also entschieden wir uns für einen innovativen Weg: Wir nahmen das Wort „Gemeinschaftsausstellung“ wörtlich und so entstand jedes der Fotos gemeinsam. Von der ersten Idee über das Fotografieren bis hin zur Bildbearbeitung waren meistens mehrere kreative Hände beteiligt.
Wir entwickelten eine Art „Schwarmintelligenz“, d.h. wir tauchten zusammen ein in die spannende Welt der digitalen Bildeffekte, überlegten uns gemeinsam die beste Idee für das jeweilige Bild und unterstützten uns gegenseitig, wenn mal Not am Mann (bzw. an der Frau) war.

Von oben Links im Uhrzeigersinn:
Martin Dietsche, Petra Böttcher, Ich (Stefanie Röschke), Gabriele Quay, Yvonne Anneke

Jetzt sind wir fertig und 40 Fotos warten darauf, Euch zu überraschen und zu unterhalten. Wir freuen uns auf Euren Besuch!

Einen herzlichen Dank geht an Petra Böttcher für ihre fachliche Kompetenz, ihre Geduld und ihre Beharrlichkeit.
Ein Dankeschön an die VHS Rheinfelden als Veranstalter und an die Sponsoren Ringfoto Dockhorn , die Sparkasse Rheinfelden, die Stadt Rheinfelden, dem Stadtarchiv Rheinfelden (Baden) und Danke für die Unterstützung der Stadtarchivarin Frau Dr. Diezinger.

Titelbild:
Rheinpanorama mit dem Bau des Wasserkraftwerks Rheinbrücke um 1895
Mit freundlicher Genehmigung: Stadtarchiv Rheinfelden (Baden)




Ein Froschkönig auf Hochzeitsreise

Jetzt sind sie wieder auf Wanderschaft; die Frösche und Kröten kommen aus ihren Winterlagern gekrochen, um in den nahe gelegen Tümpeln und Seelein zu laichen. Vielen von Euch sind sicher die Absperrungen an den Strassen aufgefallen. Freiwillige Helfer sammeln die Frösche und Kröten ein und bringen sie auf die andere Strassenseite, von wo aus sie sicher ihre Gewässer aufspüren können.

Die Amphibien sind gerne Nachts unterwegs, weshalb nicht selten bestimmte Strassenabschnitte in dieser Zeit gesperrt sind.

Ein besonderes Erlebnis bleibt mir jedoch noch lange in Erinnerung:

Letztes Frühjahr fuhren wir über die Ostertage einmal mehr in die Walliser Berge auf unsere Hütte. Jedes Jahr freute ich mich auf das Erwachen der Alpenflora. Bevor ich meine bekannten Blumen-Standorte aufsuchte, machte ich noch einen Abstecher zu dem nahe gelegenen Seelein. Ich wollte mich vergewissern, ob die Frösche bereits auf der „Hochzeitsreise“ waren. Letztes Jahr verpasste ich deren Wanderung zum Laichplatz bedauerlicherweise wohl nur um ein paar Tage. Die Woche zuvor war es recht warm, doch der neuerliche Kälteeinbruch brachte auch wieder Schnee. Nun hatte ich keine Ahnung, was mich bei dem Tümpel erwarten wird.

Bereits aus der Ferne konnte ich erkennen, dass gut ein Viertel der Wasseroberfläche noch zugefroren war – dies eigentlich ein gutes Zeichen. Erwartungsvoll näherte ich mich dem Teich. Die etlichen Wanderer, welche interessiert ins Wasser schauten, liessen mich neugierig werden. Sind etwa alle Frösche schon wieder im Wasser? Bin ich wieder zu spät oder hatte es erst gerade angefangen?
Beim Näherkommen sah ich dunkle Flecken, die sich auf dem Schnee langsam bewegen. Oh bitte lass es Frösche sein!! Ja, perfekt, es waren Frösche die auf dem Weg ins Wasser zu ihren Laichplätzen waren. Sie kamen nicht in Scharen wie ich es mir ausgemalt hatte, aber egal, Hauptsache ich war zur richtigen Zeit am richtigen Ort und konnte die wandernden Frösche beobachten und fotografieren.

Sobald die kalten Nächte vorbei sind, kommen die Grasfrösche aus ihrem Winterquartier gekrochen. Sie verbringen die kalte Jahreszeit in Erdlöchern und Wurzelhöhlen. Glücklicherweise müssen die Frösche hier keine Strassen überqueren und finden den Weg unbeschadet zu ihrem Laichgewässer.

Schnell legte ich meinen Rucksack ab, schnappte die Kamera und näherte mich vorsichtig einem hüpfendem Frosch. Um ihn nicht zu stören, blieb ich auf Abstand. Ich kann mir vorstellen, dass der Weg über den Schnee eine energieraubende Wanderung ist und will die Frösche nicht zusätzlichem Stress aussetzen. So entschied ich mich aus Respekt an Ort und Stelle still zu verharren und hoffte, dass die Frösche an mir vorbei hüpfen würden. Witzigerweise gab es vereinzelt Tiere, die direkt auf mich zu kamen, vor mir sitzen blieben und mich glubschäugig bemusterten. Vor allem ein Frosch blieb eine gefühlte Ewigkeit vor mir sitzen. Ob er wohl auf einen Kuss wartete? Das mit dem Küssen liess ich dann doch bleiben…

Viele Frösche kamen bereits zu zweit daher gehüpft. Kommt ein Weibchen aber allein, wurde es sogleich von den Männchen angesprungen, welche sich regelrecht an ihren Körper klammerten. Nach ein paar Huckpacksprüngen folgte eine längere Pause. Ich kauerte im Schnee, hatte nasse Ellbogen und Knie und wartete geduldig auf die nächste Bewegung. Nach einer nicht unbeträchtlichen Erholungszeit rafften sich die Frösche wieder auf, krabbelten zuerst ein paar Schritte, bevor sie zum grossen Sprung ansetzten. Erstaunlich dabei ist, mit welcher Synchronität das Froschpaar die Beinbewegung vollzieht und mit gestrickten Beinen elegant den Sprung ausführt. Man könnte meinen, sie nehmen an einem Synchronspring-Wettbewerb teil, wobei ich ihnen eine glatte „zehn“ gegeben hätte! Das Hochzeitspaar hatte nur ein Ziel – möglichst schnell ins Wasser zu kommen, wo bereits hunderte Artgenossen warteten.

Nun gesellte sich auch noch eine Dreiergruppe zum Geschehen dazu. Es war sehr unterhaltsam zu beobachten, wie das überzählige Männchen einfach nicht von den beiden anderen ablassen wollte. Da er sich kaum richtig festhalten konnte, war jeder Hüpfer für ihn mit einem ungeheuren Kampf verbunden an den beiden dranzubleiben. Nach einigen erfolglosen Versuchen gelang es dem Paar aber schliesslich den unliebsamen Wedding-Crasher loszuwerden. Die beiden machten sich aus dem Staub und hüpften munter Richtung Wasser. Der Verlassene blieb verdattert zurück und machte sich dann gezwungenermassen allein auf den Weg zu Teich, wo er hoffentlich doch noch eine passende Partnerin finden wird.

Interessant, wie die Männchen erwartungsvoll im Wasser verweilen und Richtung Ufer schauen. Alles was sich bewegt, wird sofort anvisiert – wohl immer in der Hoffnung, die richtige Partnerin hüpft gleich ins Wasser!

Zu hunderten sind sie im Wasser und waren schon sehr fleissig, überall hatte es Laichballen. Das Laichgeschäft muss innerhalb weniger Tage erledigt werden. Das Weibchen kann bis zu 2800 Eier an den Wasserpflanzen ablegen. Das Männchen gibt anschliessend bei der äusseren Befruchtung seinen Samen dazu. Drunter, drüber, ineinander verschlungen, alleine, zu zweit, zu dritt und nicht selten zu viert. Die armen Weibchen müssen einiges aushalten, denn die Männchen schnappen sich alles was sich bewegt. Manchmal kann so ein Kampf für das Weibchen auch tödlich enden. Dann nämlich, wenn es von den Männchen ständig unter Wasser gedrückt wird. Es hat dann keine Möglichkeit mehr Luft zu holen und ertrinkt. Selbst als ein Wanderer die Hand ins Wasser hielt, griff ein Frosch nach seinen Fingern. Der verdutzte Mann zog blitzschnell die Hand wieder aus dem Wasser.

Am nächsten Tag machte ich mich erneut auf den Weg zu dem kleinen Tümpel. Es war aber bereits viel ruhiger geworden. Es schien als seien alle Grasfrösche im Wasser angekommen, denn auf dem gegenüber liegenden Schneehang bewegte sich nichts mehr. Der grosse Hochzeitsmarsch hatte wohl schon am Tag bevor ich da war stattgefunden. Ich konnte mich nun zufrieden meinen Blümchen widmen.

Es ist schwierig abzuschätzen, wenn die Grassfrösche sich erneut auf den Weg machen werden. In den nächsten Tagen wird es wohl wieder soweit sein. Ich werde diese Woche einen Ausflug machen und mit etwas Glück erwarten mich die Grasfrösche auch schon ;).

Ausnahmezustand oder Alltag?

Es ist ja allseits bekannt, dass der Mensch ein Gewohnheitstier ist. Wir lieben Rituale, sei es im privaten oder auch im beruflichen Bereich. Veränderungen gegenüber sind wir oftmals eher skeptisch eingestellt und fühlen uns im gewohnten täglichen Ablauf, mit all seinen Routinen, pudelwohl.

Ich vermute, ich spreche für uns alle, wenn ich behaupte, dass unser Alltag vor gut zwei Jahren komplett auf den Kopf gestellt wurde. Bekannte Abläufe wie z.B. der Weg zur Arbeit, der Einkaufsbummel am Samstagvormittag oder eine herzliche Umarmung zur Begrüßung wurden ersetzt durch Homeoffice, Online-Shopping und AHA-Regel.

Mit einer Mischung aus Angst und Aufregung beobachteten wir das, was da auf uns zukam. Lockdown, FFP2-Maske und Inzidenzwerte ergänzten von nun an unseren Wortschatz, und Toilettenpapier, Hefe und Nudeln waren plötzlich die neuen Luxusgüter. Nun durchlaufen wir die x-te Coronawelle, die Inzidenzwerte sind so hoch wie nie, aber in vielen Bereichen unseres Alltags haben wir uns mit der Situation arrangiert.

Nun frage ich mich, ob wir immer noch in einer Form des Ausnahmezustandes leben oder ob das schon längst unser neuer Alltag ist. Wenn ja, wann hat dieser Übergang stattgefunden, und ist das nun gut oder schlecht? Ich bin mir sicher, dass es keinen Weg zurück in die „gute alte Zeit“ geben wird und vieles nicht wieder so sein wird wie vor der Pandemie. Gerade in Sachen Digitalisierung möchte das wahrscheinlich auch niemand. Aber die Entwicklung im Zwischenmenschlichen oder auch im kulturellen Bereich macht mich traurig, und da vermisse ich schon die frühere Unbekümmertheit.

Momentan stehen wir wieder an einem Wendepunkt. Corona ist fast gänzlich aus den Schlagzeilen verschwunden, und anstelle der täglichen Dauerschleife aus Inzidenzwerten und Todesfällen gibt es nun ein neues Grauen, dass den Alltag von vielen Menschen auf schreckliche Weise wieder ins Wanken bringt.

Der Mensch, das Gewohnheitstier – eigentlich bin ich ganz froh, dass wir trotzdem diese Anpassungsfähigkeit haben, obwohl es Situationen im Leben gibt, an die man sich nie gewöhnen kann und vielleicht auch nicht sollte.

Basel

Basel, ein Nachmittag im Sommer.

Ist das Basel?

Kennen wir nicht alle von Basel nur die enge Autobahn, die uns in Richtung Süden bringt? Die Industrie, z. T. mitten in der Stadt, aber auch in der Agglomeration?

Bevor ich euch einen anderen Eindruck von der Stadt am Rheinknie zeigen möchte, will ich mich kurz vorstellen: Ich bin Martin Dietsche, einer aus der Agglomeration, und bin privat öfters in Basel. Durch meinen Chor habe ich Basler kennengelernt und mit ihnen auch die schönen Winkel der drittgrössten Stadt der Schweiz.

An einem Sommersonntag (vor Corona) schlendere ich mit meiner Kamera durch die Gassen und über die Plätze. Ohne Plan, eher als Tourist in der mir bekannten Stadt. Mein Ziel ist das Grossbasel, der Stadtteil südlich vom Rhein.

Petersgasse
Ausblick vom Leonhardskirchplatz

Für mich hat Basel etwas vom Süden. Das Leben findet draussen statt, die Strassencafés sind voll, auf den Plätzen und in den Parks sitzen Familien.

Am Rheinufer wird gegrillt, geraucht und gefeiert. Geübte Schwimmer lassen sich im Rhein drei Kilometer durch die Stadt treiben. Andere suchen Abkühlung in einem der zahlreichen Brunnen. Meine schönste Begegnung ist aber der Tanzkurs, der in der Abendsonne unter der Arkade des Kollegienhauses der Uni stattfindet. Tanzende Menschen, Tango, die Stimmung ist friedlich und melancholisch. Ich kann mich fast nicht lösen…

Die Rhythmen des Tangos klingen lange in meinem Herzen nach. Beschwingt mache ich mich auf Richtung Münster. Basel, Stadt der Museen – die Kunst ist hier zu Hause. Auf dem Weg zum Münsterhügel komme ich am Theaterplatz vorbei. Hier ist der Tinguely-Brunnen. Er wurde zwischen 1975 und 1977 erbaut. Noch nie gab es die Situation, dass ich alleine dort war. Der Brunnen mit zehn maschinellen Skulpturen in einem grossen Wasserbecken, welche zum Teil aus beweglichen, versetzbaren Teilen der ehemaligen Bühnenausstattung des Stadttheaters konstruiert wurden, zeigt die für Jean Tinguely typischen Wasserspiele. Diese werden durch Schwachstrommotoren bewegt und sprühen Wasserfontänen durch die Luft.

Serra Plastik vor dem Theater, im Hintergrund Elisabethenkriche

Weiter geht’s. Immer wieder gleitet mein Blick auf die beiden Türme des Münsters, die jedoch in den verwinkelten Gassen oft hinter den Häusern der Altstadt verschwinden. Ich freue mich über die Spiegelung des Hauptportals in der Fensterscheibe. Der ca. 4550 qm grosse Münsterplatz ist seit 15 Jahren autofrei; die Leere beeindruckt mich immer wieder von neuem. Daneben der kleine Münsterplatz, mit seiner intimen, auch durch die Bäume gegebenen Geschlossenheit.

Kleiner Münsterplatz

Die Sonne geht langsam unter. Es ist noch mild. Die Menschen geniessen das Rheinufer und träumen ihren Traum.

Nun beginnt meine Lieblingszeit – goldene und blaue Stunde. Ich liebe die Langzeitbelichtungen, weil die Kamera Dinge sieht, die mit dem blossen Auge nicht erkennbar sind. Die langen Schatten und Lichtreflexe auf dem Wasser, die vorbeifahrende Strassenbahn (in Basel Tram).

Rheinsprung

Mein Spaziergang neigt sich dem Ende entgegen – kein Ende für immer, sondern ein Ende mit dem Wunsch im Herzen, bald wieder mit der Kamera die Stadt neu zu entdecken.

sogesehen – Monatsfoto März

Wenn man im März die Milchstraße fotografieren möchte, muss man sehr früh aufstehen – und wenn ich sage sehr früh, meine ich 2:00 Uhr. Zum zweiten muss man sich sehr warm anziehen, da dort wo ich zu fotografieren gedenke, ein unangenehm frisches Lüftchen weht. Naja, wohl eher ein saukalter Wind.

Also erst mal nen Liter Kaffee tanken, Kumpel abholen (der wahrscheinlich zu diesem Zeitpunkt an meiner gestigen Gesundheit gezweifelt hat) und dann hinauf auf die Schwarzwaldhochstrasse, zum Mummelsee und dann hoch auf die Hornisgrinde.

Es stimmt schon, es war saukalt, sauwindig, aber wunderschön, und zwar so schön, dass das Fotografieren fast zur Nebensache wird.

Wenn ich dort unter dem Sternenzelt stehe und hinaufblicke, werde ich mir immer bewusst, wie klein und vielleicht unbedeutend wir doch sind. Dennoch erfüllt es mich immer mit einem tiefen Frieden angesichts dieser Vielfalt und Tiefe. Vielleicht sollten die Mächtigen dieser Welt einfach mal ihren Blick nach oben wenden, und vielleicht erfüllt sie dann der gleiche tiefe Frieden, der mich immer erfüllt bei diesem Anblick, und ganz vielleicht, erwärmt es ihr Herz und sie bedenken einige ihrer Entscheidungen.

Ich weiß ich träume, doch angesichts der momentanen Lage ist es ein schöner, vielleicht verzweifelter und naiver Traum, aber ich hoffe er geht in Erfüllung. Schnell.

In diesem Sinne bleibt neugierig. PEACE

Lugansk, 2010

Ich reise mit dem Nachtzug aus Kiew an.

Ich bin zum ersten Mal in Lugansk (Luhansk), ja zum ersten Mal überhaupt im Osten der Ukraine, dem Donbass. Mein Russisch ist dürftig, mein Ukrainisch (das ich hier ohnehin nicht brauchen würde) gar nicht erst vorhanden. Daher bin ich froh, dass man mich vom Bahnhof abholt.

Es sind milde Herbsttage im Spätseptember, fast noch sommerlich. Die nächste Woche werde ich hier für ein Seminar verbringen.

Ich werde keine tragende Rolle bei der Veranstaltung spielen, was mir durchaus recht ist. Es gibt Katya, die Vertreterin der örtlichen NGO, und Oleg, den erfahrenen Medientrainer aus Kiew. Diese beiden werden sich um alles Wesentliche kümmern, während ich die deutsche Partner-NGO repräsentiere und mir ansonsten alles interessiert anschauen kann.

Hin und wieder machen wir Exkursionen, die uns von unserem modernen Seminarzentrum am Stadtrand nach Lugansk hinein führen.

Der Rundfunkanstalt von Lugansk statten wir einen ausführlichen Besuch ab. Man kommt sich bisweilen vor wie in einem Technikmuseum, während gleich daneben modernstes Equipment zum Einsatz kommt. Heute, fast zwölf Jahre später, frage ich mich, was dort wohl seit 2014 gesendet wurde, und was in den letzten Tagen.

Lugansk ist eine große Industriestadt. Wir fahren im Kleinbus, der „Marschrutka“, durch die breiten Straßen. Eine Orientierung bekomme ich nicht ansatzweise hin, aber das macht weiter nichts. Wir sind immer in der Gruppe unterwegs, und es sind stets genug Ortskundige dabei, die niemanden aus den Augen lassen. Außer aus Lugansk kommen die ukrainischen Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Donetsk.

Die Stadt kommt mir vor wie eine typische post-sowjetische Metropole. Touristen besuchen sie (auch zu dieser Zeit) sicher nicht zahlreich, aber dafür kann man viel Leben in den Straßen beobachten, ganz normal und authentisch. Bei mancher Werbung und Aufschriften im öffentlichen Raum wundere ich mich über das Ukrainische, denn im Alltag scheint hier ansonsten alleine Russisch gebräuchlich zu sein.

Lugansk ist an sich vielleicht keine Schönheit, aber es gibt viele interessante Ecken zu sehen und Plätze, an denen man sich gerne aufhält. Offenbar genießen viele Menschen die entspannte Atmosphäre dieser Spätsommertage. Ich fühle mich jedenfalls wohl, zumal ich immer in netter und fürsorglicher Gesellschaft bin.

Und natürlich gibt es viele Gebäude und Denkmäler, die aus der Sowjetzeit stammen und offenbar eine ruhmreiche Tradition fortführen. Lugansk ist stolze (ehemalige) Produktionsstätte von Lokomotiven.


Was ist das jetzt: Ein Reisebericht? Eine unschuldige, nostalgische Erinnerung? Der verzweifelte Versuch eines Außenseiters, eine als harmonisch und bereichernd erlebte Vergangenheit zurückzuholen und die himmelschreiende Katastrophe ungeschehen zu machen? Und warum habe ich diesen Artikel nicht bereits 2014 geschrieben?

Natürlich habe ich auch Fotos der Menschen, die mich während meiner Woche in Lugansk im September 2010 umgeben haben. Die Aufnahmen zeigen junge, sympathische Menschen, die gerne zusammen die Zeit verbringen. Ich zeige sie hier nicht, da ich niemanden in Schwierigkeiten bringen möchte. Nur zu wenigen habe ich noch persönlichen Kontakt.

Dima, damaliger Teilnehmer, ist professioneller Übersetzer und sitzt in diesem Moment in der Zentrale des Ukrainischen Radios in Kiew und verteidigt sein Land, wie er sagt. Katya, die damalige Organisatorin, musste nach 2014 das Lugansker Gebiet verlassen und in einen Ort westlich der Demarkationslinie umziehen, außerhalb der „Volksrepublik“. Ich bin mit ihr im Kontakt. Sie schreibt, niemals im Leben habe sie etwas derartiges für möglich gehalten wie das, was sie gerade jetzt erlebt, durchlebt und hoffentlich überlebt.

In meinen Gedanken bin ich bei ihnen allen.

26. Februar 2022
Sebastian Schröder-Esch
(www.schroeder-esch.de)

Moin aus Nordfriesland

Am ersten Wochenende im Februar stand für unser sogesehen-Team ein Highlight im noch jungen Jahr 2022 auf dem Programm. Wir folgten der Einladung unserer nordischen Freunde Michael, Steffen und Peter in ihre wunderschöne Heimat, um dort der gemeinsamen Leidenschaft nachzugehen, dem Fotografieren. Ergänzt wurde die Schwarzwald-Fraktion durch Markus, der unser gemeinsames Hobby mit gleichem Enthusiasmus teilt.   

Nachdem die erste Herausforderung der Anreise gemeistert war, stand schon die nächste auf der Matte: Schietwetter hatte sich angekündigt. Getreu dem Motto: „Im Norden regnet es nicht, das ist nur feuchte Luft“, ließen wir uns nicht davon abhalten, die fotografischen Herausforderungen bei Regen und „n büschn Wind“ anzunehmen. Und dabei durften wir nebenbei gemeinsam ein paar tolle Tage in Husum und Umgebung verbringen. Soviel vorab:

  • Westerhever Leuchtturm mal ohne Sonne
  • Waldohreulen an der See
  • Zwerg- oder doch Singschwäne
  • Morgensonne im Beltringharder Koog
  • Land unter auf Hallig Nordstrandischmoor
  • Husumer Hafen zur Blauen Stunde

1. Tag:

Wir starteten nach dem Frühstück zum Westerhever Leuchtturm. Das Wetter war wie angekündigt regnerisch, und weder die Sonne noch eine gewisse Struktur am Himmel waren zu sehen. Nachdem wir uns am Leuchtturm ausgelassen hatten, besuchten wir nach einer kurzen Stärkung das Örtchen Tönning. Hauptattraktion hier: Waldohreulen! Auch wenn der Norden sich eher nicht durch großzügige Waldgebiete auszeichnet, haben es sich rund zwei Dutzend Waldohreulen hier gemütlich gemacht. Abgerundet wurde der Tag durch den Tipp eines ortskundigen Naturfotografen, der uns auf Zwerg- und Singschwäne in der Nähe aufmerksam machte.

2. Tag:

Am zweiten Tag begrüßte uns tatsächlich die Sonne und legte das Naturschutzgebiet Beltringharder Koog in ein herrliches warmes Morgenlicht. Alleine waren wir dort allerdings nicht – fünftausend Gänse (überwiegend Nonnengänse) hatten dasselbe Ausflugsziel, was ein rechtes Spektakel war. Im Anschluss stand das Top-Highlight der Tour auf dem Programm: der Besuch auf Hallig Nordstrandischmoor. Wir wurden mit einer Lore, begleitet von einer Ladung Kartons aus einem schwedischen Möbelhaus, vom Festland übergesetzt und hatten während der Fahrt einen faszinierenden Blick auf das vorbeiziehende Wattenmeer. Angekommen auf der Hallig gab es genug Zeit, diese halb zu umrunden. In der Nacht zuvor war „Land unter“ gewesen, weshalb das Wasser noch nicht wieder komplett abgeflossen war. Den Abschluss bildete eine Fotosession zur Blauen Stunde am Binnen- und Außenhafen von Husum.


Aber seht doch selbst, was wir daraus gemacht haben.

Horst Maier:

Während ich diese Zeilen schreibe, sitze ich in der warmen gemütlichen Stube und höre das Feuer im Kachelofen prasseln. Das war in Norddeutschland natürlich nicht so. Dort hat uns der Wind an der See unsere Gesichter gerötet und uns „Landratten“ mit seinem stetigen Rauschen die Frisur neu geordnet. Dennoch ein tolles Erlebnis.

Mir wird von diesem Wochenende sehr viel Schönes in Erinnerung bleiben. Die Landschaft mit ihrer Weite, die einem den Atem nimmt. Die Menschen mit ihrer Herzlichkeit und dem trockenen Humor, und dann natürlich die Tierwelt mit ihren tausenden Vögeln. Es ist wirklich sehr beeindruckend, wenn ein Schwarm dieser Vögel zu Hunderten über einen hinwegfliegt – ein so erhabenes Erlebnis, das einem die Tränen in die Augen treibt vor Staunen. Man kommt sich sehr klein vor in diesem Moment, dennoch fühlt man sich als Teil des Ganzen und ist einfach nur glücklich, am Geschehen der Natur teilhaben zu können.

Ein weiteres Highlight war für mich der Besuch der Hallig Nordstrandischmoor. Mit der Lore über das Watt, um dann mit der Kamera die Hallig zu erkunden, während der Wind einem unter die Kleidung fährt, ist schon sehr genial. Sich vorzustellen, wie die Menschen dort leben, so nah an der See, ringt mir tiefen Respekt ab.

Ich könnte noch weiter schwärmen, vom Eulenbaum oder den Singschwänen oder oder oder, aber dann wäre ich morgen noch nicht fertig.

Mir bleibt nur noch eines, nämlich Danke zu sagen an unsere Jungs aus dem Norden. Michael, Steffen und Peter. Danke für alles, die Organisation, eure Herzlichkeit und das Möglichmachen der einmaligen Erlebnisse und um es mit Arnolds Worten zu sagen:

„I´ll be back“


Michael Höfer:

Ich bin ein Freund der Nordsee und fahre einmal pro Jahr auf meine Lieblingsinsel Borkum. Diesmal durfte ich eine andere sehr schöne Region besuchen und hatte viel Spaß dabei.

Beim Leuchtturm habe ich mich dazu entschieden, die Bilder mit der Colour-Key Technik zu entwickeln. Dabei wird in einem Schwarz-Weiß-Bild ein Bildelement farblich hervorgehoben. Die Sonne oder ein blauer Himmel mit schicker Wolkenstruktur spielen dann gar keine große Rolle mehr. Bei den Waldohreulen bestand die Herausforderung darin, die richtige Perspektive zu finden, damit nicht zu viele Äste in das Bild ragen. Zudem bewegten sich die entspannten Tierchen im Wind stetig auf und ab. Beim letzten Motiv des Tages, den Zwerg- und Singschwänen, war es nicht einfach, diese voneinander zu unterscheiden. Nach einem kurzen Studium im Internet glaube ich aber, dass ich Zwergschwäne vor meiner Linse hatte.

Die Sonne zu Beginn des zweiten Tages im Beltringharder Koog tat nach dem grauen Vortag richtig gut. Sie legte das Naturschutzgebiet in eine warme und friedliche Morgenstimmung und ich genoss die Stille. Nach einem kurzen Schauer zeichneten sich auf dem Weg zur Hallig schöne Wolken und Strukturen am Himmel ab, die sich im Wattenmeer spiegelten. Der Besuch auf der Hallig war meine erste Live-Erfahrung dieser Art, kannte ich sie vorher doch nur aus dem Erdkundeunterricht in der Schule. Abgerundet wurde der Tag mit der Fotorunde zur Blauen Stunde am Husumer Hafen. Hier konnte ich meine neuen ND-Filter testen.

Für mich war es eine rundum gelungene Reise, und ich freue mich schon auf meinen nächsten Besuch in Nordfriesland. Moin!


Michael Hoff:

Es freut uns sehr, dass wir unseren Fotofreunden aus dem Süden bzw. südlicheren Deutschland unsere Heimat näher bringen konnten. Das Highlight war für uns jedoch dieses Mal der Ausflug nach Nordstrandischmoor, eine Hallig die auch wir nicht alltäglich besuchen.

Kleiner Tipp am Rande: Wer nach einem besonderen Urlaubsziel sucht, kann sich auf der Hallig bei siefert-nordstrandischmoor.de eine Ferienwohnung buchen. 


Sebastian Schröder-Esch:

Himmel, Himmel, Wind, Wasser, Vögel, Weite, Himmel, Land, Sand, Wasser, Weite, Himmel, Wind, Vögel, Himmel, Schafe, Weite, Schilf, Windräder, Vögel, Himmel, Wasser, Elemente…

Nordfriesland ist die Wucht! Daran kann kein Blanker Hans rütteln, und pustet er auch noch so kräftig. Und die Nordfriesen sind großartige Gastgeber!

Deshalb organisieren Michel, Steffen und ich dieses Jahr vom 22. bis 25. September eine Foto-Reise nach Husum und Umgebung. Mehr Infos dazu sind hier zu finden.


Stefanie Röschke:

Unsere Reise ist nun schon ein paar Tage her, und was wird mir davon in Erinnerung bleiben? Eine Zugfahrt einmal längs durch die Republik, die alles andere als normal verlief; ein herzlicher Empfang und eine tolle Organisation durch die Drei aus dem hohen Norden (herzlichen Dank an Michael, Steffen und Peter), und Gänse! Zu Hunderten sah man sie auf den Wiesen, zu Tausenden fliegend am Himmel. Was für ein Schauspiel und was für eine Geräuschkulisse!

Jede Reise verbinde ich auch noch nach Jahren mit einer Erinnerung, unabhängig davon, ob diese in einem Foto dokumentiert wurde oder nicht. Ich bin mir sicher, dass mein inneres Bild von dieser Reise fliegende Entenvögel sein werden.


Zum Abschluss noch ein weiterer Leitsatz: „Sturm ist erst, wenn die Schafe keine Locken mehr haben“.

Wir hatten eine Menge Spaß im hohen Norden und konnten in ausgesprochen netter Runde eine kurze Auszeit vom Alltag genießen. Danke noch einmal für die Einladung, wir kommen gerne wieder!

Sollten die Impressionen Euer Interesse geweckt haben, möchten wir an dieser Stelle gerne auf die Fotospaziergänge von Michael und Steffen unter dem Namen Deich-Foto verweisen.


sogesehen – Monatsfoto Februar

Die Liebe zum Hausberg

In meiner Bildergalerie sticht ein Motiv ganz klar heraus: Unser 1.165 Meter hoher Hausberg „Hochblauen“. Der Berg bedeutet für mich als Markgräflerin der Inbegriff von Heimat.

Der unverkennbare Gipfel des Berges mit seinem „Berghaus Hochblauen“ sowie Aussichts- und Sendeturm ist in der ganzen Region – bestimmt auch darüber hinaus – bekannt.  Die meiste Zeit über sehe ich seine schöne Bergsilhouette von der Rheinebene aus. Es gibt aber auch Tage, da zieht es mich auf seinen Gipfel. Egal wie oft ich dann hochfahre und oben verweile, es fühlt sich einfach jedes Mal aufs Neue besonders an. Bereits auf dem Hinweg, kurz unterhalb des Gipfels, ist dann eine gewisse Aufregung in mir: zeigen sich heute wieder die eindrucksvollen Alpen in weiter Ferne? Bei guter Wetterlage präsentieren sie sich einem majestätisch und es wirkt, als könne man deren Gipfel durchaus greifen. Der Panoramablick auf die Vogesen, die Schweiz, die Rheinebene und den Schwarzwald ist einfach wunderschön.

Auch in der kalten Jahreszeit wird man auf dem Hochblauen von der Magie der Inversionswetterlage in den Bann gezogen. Auf dem Gipfel scheint die Sonne in voller Kraft, und unten im Tal legt sich der Nebel nieder:

Zu einem meiner Lieblingsmomente auf dem Berg gehört jedoch definitiv der Sonnenaufgang im Sommer. Die Natur erwacht allmählich aus dem Schlaf, Vögel beginnen kräftig zu zwitschern, hinter den Gipfeln des Schwarzwaldes steigt der riesige Sonnenball empor und die Sonnenstrahlen kitzeln einem in der Nase. Durch unseren mitgebrachten Kaffeekocher riecht es nach frischem Kaffee und es wird einem dabei ganz warm ums Herz. In meinem Blogeintrag „Die ersten Sonnenstrahlen“ hatte ich euch bereits von einem besonderen Start in den Tag auf dem Hochblauen erzählt und kann euch diese Erfahrung nur ans Herz legen.

Auch wenn wir jetzt erst den Februar einläuten und uns sicherlich noch ein kleines „Winter-Comeback“ willkommen heißen wird, so freue ich mich schon auf die warmen Sommertage und auf solch schöne Stunden auf unserem Hausberg. Derweil genieße ich weiterhin den Anblick des Gipfels von der Rheinebene aus. Vielleicht fühlt ihr ja auch meine besondere Freude und Verbindung zum Hausberg und er steht für euch ebenfalls an ganz besonderer Stelle?

In der Rubrik „Monatsfoto“ stellt reihum jede/r von uns ein besonderes Bild vor und erzählt die dazugehörige Geschichte. Für den jeweiligen Monat dient es als Titelmotiv auf der Startseite. Eine Übersicht über sämtliche bisherigen Monatsfotos ist hier zu finden.