Zauberhaftes Grün

Warum Grün und warum zauberhaft?

Ganz einfach. Ich liebe diese Farbe und zwar in all ihren Facetten.

Ich liebe das intensive Grün des Waldes, dieses geheimnissvolle tiefe dunkle Grün, das sich zeigt, kurz nachdem die Sonne untergegangen ist und der Wald ins Zwielicht taucht.

Das strahlende Grün am frühen Morgen, wenn die ersten Sonnenstrahlen, Streiflichtern gleich, die Blätter zum Leuchten bringen und man meinen könnte direkt in eine Märchenwald zu treten um mit Fabelwesen im ersten Licht des Tages zu tanzen.

Das zarte Grün des Frühlings, das sich hell schimmernd auf den Blättern der Buchen zeigt und von einem nahenden Sommer kündet.

Das satte Grün, das nach einem warmen Regen erscheint, wenn die Blätter Tropfenschwer im Licht der Sonne glitzern als wären sie kleine Diamanten.

All diese Facetten von Grün liebe ich und ich liebe es loszuziehen, um diese Farbe auf Bildern festzuhalten. Ihr werdet es bei mir oft sehen, das Grün, auch schon deshalb weil es mich überall umgibt und ich dieser, Meiner Farbe, auf Schritt und Tritt begegne.

Jaaa. Ich schwärme gerade. Aber warum auch nicht? Es geht ja schließlich um „Meine“ Lieblingsfarbe

Kommen wir nun von der Schwärmerei noch kurz zum fotografischen Teil. Ich weiß, etwas plötzlich vielleicht, aber ihr werdet mir sicherlich verzeihen.

Um all das, was ich vorher so ausschweifend beschrieben habe festzuhalten, setzte ich oft Langzeitbelichtungen ein, die in Verbindung mit dem Wasser der Bäche eine tolle Atmosphäre schaffen, wie ich finde. Ich wähle oft Locations aus die Beides beinhalten, die farblichen Akzente und eben das Wasser, da ich ja gerne damit in meinen Fotografien spiele. Für mich eine perfekte Verbindung.

Aber seht selbst. Die folgenden Bilder sind alle im nördlichen Schwarzwald enstanden, der für mich ein bevorzugtes Gebiet für meine Unternehmungen geworden ist.

Ich hoffe euch hat mein kleiner Ausflug ins Grün der Natur gefallen. Tut euch also keinen Zwang an und wenn ihr wollt, macht es mir einfach nach. Seid Farbenfroh und bleibt vor allem neugierig.

Ziemlich beste Freunde

„Fotografierst Du mal mein Motorrad?“ Auf so eine einfache Frage gibt es von mir eine einfache Antwort: „Ja, irgendwann.“ Meine Begeisterung zu dieser Anfrage hält sich in Grenzen, und ich beschließe den Wunsch zu ignorieren und auszusitzen.

Die Fotografie ist meine große Leidenschaft. Von kitschigen Landschaftsaufnahmen bis zu kühlen Schwarz-Weiß-Portraits, die Bandbreite meiner fotografischen Interessen ist riesig. Nur Fahrzeuge, egal mit wie vielen Rädern oder auch auf Schienen, haben mich noch nie interessiert.

„Schatz! Wann fotografierst Du jetzt endlich mal mein Motorrad?“
Spätestens jetzt wird klar, dass das mit dem Ignorieren nicht so einfach ist, wenn der potentielle Foto-Kunde die eigene bessere Hälfte ist. Jetzt muss man vielleicht wissen, dass mein Mann eine besondere Beziehung zu Motorrädern hat. Sie begleiten ihn schon fast sein ganzes Leben lang. Während andere Teenager in die Disco trampten, stand er mit 14 Jahren an der Straße, mit einem Helm unterm Arm und hoffte darauf, von einem vorbeifahrenden Motorradfahrer mitgenommen zu werden.

Über Motorradfotografie gibt es unzählige Bücher, und ich habe keines davon gelesen (und ich habe viele Bücher über Fotografie). Die Inhalte beschränken sich oft auf Fotos von Rennmaschinen in extremer Schräglage, coolen Typen und halbnackten Mädels. Ich wollte jedoch authentische Bilder in einer Umgebung, die zu meinem Mann und dem Motorrad passen.

Der Mythos besagt, dass der Motor einer Moto Guzzi ursprünglich für einen Betonmischer entwickelt wurde. Was passt da besser für eine Kulisse als ein Steinbruch? Lautes Getöse und grobe Technik, das passt zur Guzzi und auch zur Umgebung.

Meine Einwilligung zu dem Fotoshooting war an Bedingungen geknüpft. Mein Mann bestimmt die Location, und ich gestalte die Fotos.

Die Suche nach einer geeigneten Kulisse ist nur ein Teil der Vorbereitungen. Als Fotograf sollte man vor dem Start eine Vorstellung vom Endergebnis haben. Motorrad in Bewegung? Technische Einzelheiten? Bildlook? usw. Zu meinem Leidwesen (hier allerdings ein Glücksfall) stapeln sich bei uns zu Hause alle Varianten von Motorradzeitschriften. Wie auch bei vielen Fotomagazinen beinhalten diese meistens Berichte über Technik oder Kaufempfehlungen. Ein Heft jedoch hebt sich davon ab, da es Geschichten erzählt und die Farben der Fotos oft entsättigt sind (Magazin MOTORRAD-FUEL). Dies hat mir gefallen, und ich habe mich davon inspirieren lassen.

Ein Blog über ein Motorrad funktioniert natürlich nur, wenn dann doch noch das Klischee von Detailaufnahmen, Fahrtwind, Kurvenlage und coolem Typ bedient wird. (Das halbnackte Mädel lasse ich mal außen vor 😉 )

Unerwarteterweise hat mir die ganze Aktion großen Spaß gemacht. Es war fototechnisch recht anspruchsvoll und zeitaufwändig (ca. 6h ), aber es hat sich gelohnt. Vor Corona hätte ich mir diese Zeit nicht genommen, aber jetzt sind solche gemeinsamen Geschichten eine willkommene Abwechslung.

Ich hoffe nur, dass die Ausnahmesituation nicht mehr all zu lange anhält, denn der rote Flitzer ist nicht das einzige Zweirad, das bei uns in der Garage steht. Kehrt nicht bald wieder Normalität ein, fürchte ich, dass es schon bald wieder heißt:
“ Schatz, könntest Du….?“

Orchideenzauber im Kaiserstuhl

Letzten Mai haben wir den Entschluss gefasst, mal wieder in den Kaiserstuhl zu fahren. Unser Ziel war das Liliental bei Ihringen. Ein wunderschönes Fleckchen Erde. Dieser kleine Ausflug hatte natürlich eine bestimmten Grund, und der ließ unsere Vorfreude ins Unermessliche steigen.

Wir wollten Orchideen fotografieren.

Diese Pflanzen haben eine ganz eigene, besondere Schönheit. Ihre Formen und Farben sind einfach faszinierend. Dass sie noch wild vorkommen, ist ein großes Glück, und wir sollten alles dafür tun diese seltenen und schönen Blumen zu schützen.

Wir sind an diesem Tag sehr zeitig von Loßburg im Nordschwarzwald gestartet, um am frühen Morgen, kurz nach Sonnenaufgang, am Zielort einzutreffen. Die Fahrt durch den Schwarzwald ist immer wieder wunderschön, und obwohl ich dort lebe, kann ich mich nie daran satt sehen. Heimatliebe eben.

Allerdings haben mir es auch die kleinen Dörfer im Kaiserstuhl angetan. Sie versprühen einen ganz eigenen Charme. Der Weinanbau hat die Gegend geprägt und ist allgegenwärtig. Das verleiht den Örtchen einen besonderen Flair. Wer dort schon mal war, kann mir da sicher beipflichten. Jedesmal, wenn ich dort durchfahre, nehme ich mir vor anzuhalten, um eine dieser kleinen Ortschaften zu erkunden. Dieses Jahr klappt es sicher und ich werde bestimmt auch die Kamera dabeihaben.

Aber genug der Schwärmerei. Wir hatten ja was anderes vor. Das Liliental.

Als wir nun dort ankamen, waren wir die einzigsten Besucher, zumindest um diese Uhrzeit. Der erste Eindruck, aus dem Auto heraus, war vielversprechend und ich konnte es kaum erwarten auszusteigen und loszulegen. Aus dem Auto draußen, empfing mich ein Vogelkonzert, das mich innehalten ließ. Nein! Nicht innehalten, das ist das falsche Wort. Vor Ehrfurcht erstarren trifft es wohl eher. Das war sooo laut, mich hat es fast umgehauen. In dieser Vielfalt und Lautstärke habe ich das noch nie erlebt. Ich war echt überwältigt und hatte fast Pipi in den Augen.

Begleitet vom Gesang der Vögel und schon ganz gespannt was kommen mag, sind wir dann los. Durch verschiedene Baumgruppen, zum Beispiel auch durch einen kleinen Wald voller Mammutbäume, noch eine Besonderheit im Liliental, sind wir an den ersten blühenden Wiesen angekommen. Die ersten Orchideen waren auch schon in Sicht. Ich wurde schon ganz elektrisch.

Hier zu fotografieren war echt ein Erlebnis. Die Wiesen im Liliental weisen eine so große Vielfalt an Pflanzen und Insekten auf, wie ich sie nur selten gesehen habe. Verschiedene Knabenkräuter, Hummelragwurz und andere Orchideen wachsen dort, einfach wunderschön. Ich habe mich zwischendurch mal hingesetzt und habe das ganze auf mich wirken lassen. Das Summen der Insekten, der Duft, den die blühenden Wiesen verströmten, es war traumhaft. Ein Fest für die Sinne.

Zwischendurch konnte ich dann noch die ein oder andere Makroaufnahme machen, so dass dieser Tag zu einem richtigen Highlight wurde und wir glücklich die Heimreise antraten. Wir hatten viele schöne Fotos im Kasten und wussten schon, dass dieser Besuch nicht unser letzter dort war.

Solltet ihr mal im Kaiserstuhl sein, so besucht das Liliental. Ihr werdet sicher auch so begeistert sein wie ich.

In diesem Sinne. Bleibt neugierig.

Bis zum (Super-)Mond und wieder zurück

Anfang April zauberte der sogenannte „Supermond“ einigen Mond- bzw. Astrobegeisterten ein Strahlen ins Gesicht. 

Für meinen Freund war dieses Naturschauspiel der perfekte Moment, um sein Teleskop testen zu können. Gleichzeitig konnte ich natürlich versuchen, diesen Augenblick mit meiner Kamera festzuhalten. 

Vollbepackt mit Vesper, Teleskop und Kamera ging es also nach Feierabend los auf den Hochblauen (1.165 m), unseren Hausberg. Oben angekommen, zelebrierten wir den Abend erst einmal mit einem guten Vesper. Die Sonne neigte sich allmählich immer mehr Richtung Horizont und ließ die Vogesen dabei in einem schönen Ton aufhellen. Auch dieser Sonnenuntergang war ganz besonders und wirkte magisch.

Mit Spannung und Neugier blickten wir sodann auf die gegenüberliegende Seite und warteten gespannt auf den Mondaufgang. Nach einer guten halben Stunde war dieser nun endlich leicht am Horizont zu sehen. Je mehr Minuten vergingen, desto besser konnte man ihn wahrnehmen. 

Das Teleskop war schon lange aufgestellt, und der Mond wurde im Detail immer sichtbarer. Einige Personen, welche sich dieses Spektakel ebenfalls nicht entgehen lassen wollten, wurden auf das Teleskop neugierig. Vorsichtig wurde dann bei meinem Freund angefragt, ob sie denn auch mal durchschauen dürfen (natürlich mit dem notwendigen Abstand aufgrund der Coronapandemie). Der Supermond war mittlerweile kräftig am leuchten. Leider haben wir für genaue Aufnahmen durch das Teleskop keine Verbindung für meine Kamera. Wir sind jedoch auf die Idee gekommen, mein Makroobjektiv zu verwenden und mit diesem durch das Okular zu fotografieren. In dieser Hinsicht also noch blutige Anfänger – die Freude über die Mondaufnahmen waren aber dennoch sehr groß bei uns. 

Nach einiger Zeit wurde es immer stürmischer, und für uns war es an der Zeit, unsere sieben Sachen wieder einzupacken und den Heimweg anzutreten. 

Ein schöner Abend auf unserem Hausberg ging also zu Ende. 

Gespiegelt – Eine Perle der Highlands

Schottland ist ein wundervolles Land. Das Wetter ist oft wechselhaft und man sollte sich darauf einstellen, dass nicht jeden Tag die Sonne lacht. Die Highlands sind rau und geheimnisvoll. Im Rahmen einer Rundreise durften wir eine kleine Perle dieser Region entdecken. Plockton, ein winziger Ort mit nur 460 Einwohnern, liegt geschützt in einer Landfalte des Loch Carron. Wir hatten von einem Freund den Tip erhalten, auf dem Weg von Ullapool zur Isle of Skye hier einen kleinen Zwischenstopp einzulegen.

Was sind die Besonderheiten dieses eigentlich unscheinbaren Fischerdorfes? Eine zeigt das Titelbild. Loch Carron ist direkt mit dem Meer verbunden, wodurch die Kulisse des Ortes von Ebbe und Flut beeinflusst ist.

Eine weitere ist die Tatsache, dass bedingt durch die geschützte Lage und das milde Klima in Plockton subtropische Pflanzen gedeihen.

Der eigentliche Grund, warum ich von diesem Ort berichte, ergab sich aus einem Zufall, den man nicht planen kann. Von jetzt auf gleich ließ der Wind nach, und mit Blick auf den Loch Carron ergab sich ein Bild, das mich beim Fotografieren begeistert.

Die Landschaft, Boote, Häuser spiegelten sich im Wasser und je stärker der Wind nachließ, desto klarer zeichnete sich die Szenerie im Wasser ab.

Für einen Moment ergab sich so trotz des bewölkten grauen Himmels eine faszinierende Kulisse.

Die klare Symmetrie erzeugt ein Bild, das mich immer wieder neu in den Bann zieht. Klar, man kann diesen Effekt in Zeiten der digitalen Fotografie auch am Computer erzeugen, aber das schafft die Natur auch ganz alleine.

Kurz nachdem ich die Fotos in der Kamera hatte, nahm der Wind wieder zu und das Schauspiel war vorbei. Es gehört beim Fotografieren immer auch das Glück dazu, zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort zu sein.

Die Welt steht kopf

Als Kind hatte ich meinen Spaß dabei, die Welt verkehrt herum anzuschauen. Kopfüber, an einer Turnstange baumelnd, betrachtete ich meine kleine Welt. Das Raumgefühl veränderte sich und aus einem lachenden Gesicht wurde plötzlich eine seltsam traurige Grimasse.
Vielleicht sind diese Kindheitserinnerungen der Grund dafür, dass mir das Fotografieren mit der Glaskugel so viel Freude bereitet. Für die meisten Fotografen ist diese Technik, nach einem kurzen Hype, schon wieder out, aber mich begleitet dieses kleine Schwergewicht sogar auf meinen Reisen.

MAAT – Museum of Art, Architecture and Technology in Lissabon

Auch bei einer Marrakesh- Reise hatte ich die Kristallkugel im Gepäck, was bei der Ausreise zu einem kleinen Tumult am marokkanischen Zoll führte. Die Zöllner scannten routinemäßig mein Gepäck, stutzten über den großen weißen Fleck auf dem Monitor und ich musste unter strengem Blick den Koffer öffnen. Als die, zwischen Socken und Pullovern, gut eingepackte Kugel zum Vorschein kam, war die Überraschung groß und jeder wollte sie in die Hand nehmen. (Einer wollte sie mir sogar abkaufen)

Bahia- Palast Marrakesh

Wenn man mit der Kugel unterwegs ist, hat man mit den unterschiedlichsten Problemchen zu kämpfen. Die Kugel rollt weg, man ist permanent damit beschäftigt die Fingerabdrücke zu entfernen oder man hat anstelle eines schönen Motivs sich selbst im Spiegelbild. Zusätzlich kommt hinzu, dass so eine Kugel die Aufmerksamkeit der Passanten erregt, d.h. ich selbst bin (meist auf dem Boden liegend) plötzlich Teil eines Fotomotivs. Witzige Sache.
Eine Schwierigkeit bei der Kugelfotografie ist, dass das Motiv in der Kugel auf dem Kopf steht. Dies macht die Motivsuche nicht einfacher und ist der Grund, warum viele das Spiegelbild bei der Bildbearbeitung digital drehen. Für mich macht gerade dieser „Kopfstand“ den Reiz aus.

Fotomarathon Rheinfelden 2018

Die schwarzen Handschuhe auf dem Foto sehen nicht nur schick aus, sondern sind ein „must have“ bei sonnigem Wetter. So eine Kugel ist ein riesiges Brennglas und man glaubt gar nicht, wie schnell man sich hier die Hände verbrennen kann.

Fotomarathon Rheinfelden 2018
Fotomarathon Rheinfelden 2018

Falls ihr Euch gerade in einem fotografisch- kreativen Tief befindet und mal einen Perspektivwechsel braucht, dann kauft euch eine Kugel! Gebt nicht gleich auf, es erfordert Geduld und Übung, aber das Ergebnis lohnt sich.

Trois couleurs

Haben Sie die französische Nationalflagge vor Augen? Die Trikolore?!
bleu.blanc. rouge.

Auf einer Tour durch den Süden wurde mir plötzlich klar, woher diese Kombination kommt. Es reicht, die Augen zu öffnen.

Die Trikolore steht für die drei Leitgedanken der Französischen Revolution: liberté, égalité, fraternité. Die Farben erzählen aber auch vom Meer und der Kunst und dem Lebensgefühl in Südfrankreich…

Alle hier gezeigten Fotos wurden an einem einzigen Tag an der südfranzösischen Mittelmeerküste aufgenommen. Rot und Blau eingerahmt von Weiß, Silber oder Grau ganz selbstverständlich in allen nur denkbaren Varianten.

Blau und Weiß sind die Farben des Meeres, das Rot erzählt etwas von der Leidenschaft der Menschen, die es befahren und die es feiern und mitunter auch fürchten.

Vor allem aber steht es für die Liebe zum Meer und zum Leben an diesen Küsten. Die drei Farben gehören zusammen, sind unteilbar. Frankreich spiegelt sich hier im Meer.

Türen, Fensterläden, Boote, Kanister, die Menschen auf dem Markt, ja selbst Werbung an den Wänden – überall begegnete mir dieser Dreiklang der Farben. Also ob jedes Element Teil einer gemeinsamen Geschichte sei, die dem aufmerksamen Beobachter erzählt wird. Plötzlich verbinden sich diese Elemente, alles gehört zusammen…

Kommst Du eines Tages in den Süden Frankreichs, an die Mittelmeerküste zwischen Collioure und Cerbère, dann halte doch einmal selbst Ausblick nach den Farben Frankreichs…

sogesehen-Monatsfoto April

Frühling haben wir ja eigentlich schon länger: meteorologisch seit dem 1. März, kalendarisch seit gut vierzehn Tagen. Aber er ist zum Glück noch lange nicht vorbei!

Warum zum Glück? Nun, ich für meinen Teil kann sagen, dass der Frühling eindeutig zu meinen vier liebsten Jahreszeiten zählt… Spaß beiseite: Es ist wirklich so, dass diese Zeit nach dem Ende des Winters und vor den ersten richtig sommerlichen Tagen ihren ganz besonderen Reiz und Zauber besitzt. Die Tage werden länger, die Sonne scheint stärker, die Temperaturen steigen, die Natur erwacht aus dem langen Winterschlaf, der Mensch verbringt immer mehr Zeit im Freien (wenn er denn darf).

Ich bin nun beileibe nicht der erste Mensch, dem das auffällt und der dazu seinen „Senf“ abgibt. Aber ich finde wirklich, dass man sich nicht sattsehen kann an den Blüten der Obstbäume, dem Grün neuer Blätter und Gräser, den Farben der ersten Wildblumen. Es ist ein Genuss für alle Sinne – vorausgesetzt, man leidet nicht unter Heuschnupfen. Ja, und auch die Coronakrise dieses Jahres drückt diesen so frühlingshaften Wochen natürlich ihren Stempel auf. Manche freuen sich vielleicht über die Möglichkeit, schöne Ausflüge zu unternehmen rund um ihren Wohnort, andere wiederum sind frustriert darüber, dass sie die eigenen vier Wände oder nur ganz eingeschränkt verlassen dürfen. An dieses besondere Frühjahr 2020 werden wir sicherlich noch lange zurückdenken…

Das obige Foto ist übrigens nicht aktuell. Ich habe es Anfang April 2017 aufgenommen, und zwar im Dreisamtal am Rande des Südschwarzwalds. Wer sich in der Gegend auskennt: Es ist ein Bauernhof im Kirchzartener Ortsteil Höfen. Für mich ist diese Ansicht der Inbegriff der schönen Schwarzwald-Landschaft. Schöne, traditionelle Architektur, die sich harmonisch in eine abwechslungsreiche Kulturlandschaft einfügt und einfach immer wieder eine Augenweide ist. Wenn das Ganze dann auch noch mit frischen Blüten „garniert“ ist… – wem geht da nicht das Herz auf?


In der Rubrik „Monatsfoto“ stellt reihum jede/r von uns ein besonderes Bild vor und erzählt die dazugehörige Geschichte. Für den jeweiligen Monat dient es als Titelmotiv auf der Startseite. Eine Übersicht über sämtliche bisherigen Monatsfotos ist hier zu finden.

Malen mit Licht (Teil 2)

Light-Painting ist eigentlich nur das englische Wort für Lichtmalerei. In der Fotografie ist es jedoch ein eigenständiger Begriff und umschreibt damit eine fotografische Technik in der Langzeitbelichtung.

Über den ganzen technischen Schnickschnack möchte ich hier gar nicht schreiben, hierzu gibt es unzählige Bücher, Tutorials und Fotokurse. Ich werde aus meinem persönlichen Nähkästchen plaudern und Euch das wichtigste Hilfsmittel für schöne Light-Paintingfotos verraten.

Gute Freunde!

Light-Painting macht nämlich alleine a) keinen Spaß und ist b) äußerst schwierig durchzuführen. Gerade wenn, wie oben gezeigt, ein kleiner Fluss zwischen Kamera und Lichtquelle liegt, wäre dies ohne Hilfe eine sportliche Herausforderung.

Meine Empfehlung: Sucht euch z.B. einen technikbegeisterten Stephan, der von der kleinsten Wunderkerze bis zur lichtgetunten Fahrradfelge so ziemlich alles was blinkt und leuchtet in seinem Kofferraum dabei hat.

Genau so wichtig, jedoch fast immer unsichtbar, ist ein Fotomodel, nennen wir sie Birgit. Sie hüpft und springt mit Lichtschwert und Lichterkette geisterhaft durchs Bild und erzeugt somit wunderbare Spuren. Sie ist die eigentliche Lichtmalerin.

Da die Bilder alle zur späten Stunde entstehen, muss man seine Kamera blind bedienen können und verliert seine Ausrüstung im Dunkeln schon mal aus den Augen. Hier ist es immer sehr angenehm, einen hilfsbereiten Martin mit Ruhe und Überblick an der Seite zu wissen. Er sollte sich auch nicht zu schade sein, mal eine Nikon zu bedienen, obwohl seine favorisierte Marke mit einem C anfängt 😉

Egal wie eure Stephans, Birgits und Martins heißen werden, sucht euch ein paar begeisterte Fotofreunde, die nicht nur den Ehrgeiz haben, tolle Bilder zu machen, sondern auch für die anderen da sind. Seid auch mal selbst Fotomodel oder helfende Hand. Light-Paintingfotografie im Team ist kreativ, man lernt voneinander und macht unendlich viel Spaß .

Lust auf weitere kleine Geschichten zur Lichtmalerei? Dann viel Vergnügen bei Malen mit Licht (Teil 1) und Malen mit Licht (Teil 3)

Busch.wind.röschen

Wenn eine Blume volkstümlich auch als Hexenblume bezeichnet wird und das Wort „Wind“ prominent im Namen steht, dann sollte man als Fotograf hellhörig werden.

Dieses zarte Blümchen ist ein kleines Biest. Es fängt schon damit an, dass sie den (Fotografen-) Takt vorgibt. Die meiste Zeit ihres kurzen Blütenlebens hält sie sich verschlossen. Nur wenn ihr die Mischung aus Sonne und Wind gefällt, zeigt sie sich von ihrer schönsten Seite.

Das Buschwindröschen versteckt sich gerne im Unterholz und sucht Schutz im Schatten der Bäume. Mit der klassischen Blümchenfotografie kommt man hier nicht weiter. Der Wind und das zitternde Blümchen sind echte fotografische Herausforderungen, und die niedrige Wuchshöhe erfordert körperlichen Einsatz.

Verwackelt! Aber trotzdem schön…

Da die schönsten Blütenfotos nicht von oben auf die Blüte, sondern von unten oder auf „Augenhöhe“ entstehen, bedeutet dies: Runter auf den Boden und hoffen, dass die Zecken gerade anderweitig beschäftigt sind.

Bei so viel zarter Schönheit möchte ich jedoch nochmals an meine Einleitung erinnern. Die kleine Anemone nemorosa kann auch ein Biest sein.