Beethoven, Herr Linsin und ich

Neulich beteiligte ich mich an einer Foto-Challenge der VHS Rheinfelden mit dem sperrigen Thema:
«Was mich angeht, ja du lieber Himmel, mein Reich ist in der Luft wie der Wind oft, so wirbeln die Töne, so oft wirbelt’s auch in der Seele»
?!?- Ich verstand nur Bahnhof. Ein zweites Mal lesen, dieses Mal laut, hilft ja bekanntlich, und prompt kam von meiner besseren (und beleseneren) Hälfte die Anmerkung: „Ist von Beethoven!“ Ob er das in der Schnelle im Netz gefunden hat oder wirklich wußte, hat er mir bis heute nicht verraten.

Beethoven bedeutet Musik, und diese in C-Zeiten fotografisch festzuhalten, ist keine leichte Aufgabe. Keine Konzerte, keine Live-Musik, nicht einmal Straßenmusiker.
Spontan entschloss ich mich, mein Glück beim regionalen Musikfachgeschäft zu versuchen.

Glockenspiel vs Schlagzeug

Aus dem Vorsatz, mal schnell ein paar Detailaufnahmen von Gitarre, Klavier & Co zu machen, wurde ein dreistündiger Besuch, bei dem die Fotografie immer mehr in den Hintergrund rückte.

Motive waren reichlich vorhanden, aber das eigentlich Besondere an diesem Nachmittag war die Begegnung mit Herrn Linsin – Instrumentenbauer und Ladenbesitzer von Musik Linsin

Manchmal hat man das Glück, Menschen zu treffen, die einem wohlgesinnt sind und eine große Freude bereiten. An diesem Freitag Nachmittag hatte ich einer dieser wunderbaren Begegnungen.
Trotz einem Berg voller Arbeit ließ es sich der Herr des Hauses nicht nehmen, mich voller Stolz durch sein Geschäft zu führen. Die Leidenschaft, mit der er mir seine Perlen zeigte, berührte mich. Sei es sein selbstgefertigtes Meisterstück, eine aus unendlich vielen Einzelteilen bestehende Klarinette, oder ein neu geliefertes Saxophon der Extraklasse. Man spürte, wieviel Freude ihm seine Arbeit macht, und diese Freude war ansteckend. Nur ab und zu erlaubte ich mir, unsere lockere Plauderei für ein kurzes Foto zu unterbrechen.

Beide mit Mundschutz und auf Abstand, drehte sich der Kern unserer Unterhaltung darum, wie schön und wichtig es ist, eine Arbeit oder ein Hobby mit Freude und Leidenschaft zu betreiben.

Zu meiner Überraschung gab es zum Abschluss noch ein spontanes Saxophonsolo. Die Musik war um Klassen besser als mein Foto 😉 und Beethoven hätte sicher seine Freude daran gehabt.

„Die Kunst? Was ich ohne sie wäre? Ich weiß es nicht. Doch mir graut – seh ich doch was ohne sie Hundert‘ und Tausende sind!“ (Ludwig van Beethoven)

2 Kommentare zu „Beethoven, Herr Linsin und ich

  1. Moin Stefanie,

    das ist ja mal ein ganz anderes Thema. Es hat mir gut gefallen, deine Bilder und deine leidenschaftlichen Worte.
    Immer wieder denke ich, man muss nur mal einfach öfters *querdenken*, dann kommt man auch auf alternative Blog-Post’s.

    Lieben Gruss da lass,
    Britta

    Liken

    1. Danke Britta.
      Das ist das Schöne an der Fotografie, man kann sich auf ein Genre festlegen, aber man muss nicht. Deshalb mache ich gerne mal an Veranstaltungen mit, die ein spezielles Thema vorgeben, das regt die Fantasie und die Kreativität an.
      Liebe Grüße in den Norden.
      Stefanie

      Gefällt 1 Person

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