Makrotour 1 „Kaiserstuhl“

Es war mal wieder einer der Tage, an denen mich der Wecker um drei Uhr morgens aus dem Bett klingelte. Nun, selbstgewähltes Übel würde mancher sagen, aber nicht Heute. Denn heute freute ich mich riesig auf diesen Tag, ich war nämlich mit einem Bekannten, den ich sehr schätze, auf Makrotour am Kaiserstuhl verabredet.

Nach den morgendlichen Vorbereitungen um wach zu werden, was bei mir durchaus dauern kann, stieg ich ins Auto und fuhr in freudiger Erwartung los.

Mark und ich hatten uns den Wanderparkplatz an der Schelinger Höhe als Treffpunkt ausgesucht. Leicht zu finden und um diese Uhrzeit wenig frequentiert. Ich war einige Minuten früher da und nahm die morgendliche Stimmung in mir auf, während ich auf Mark wartete. Wenn ihr euch nun fragt, wer Mark ist, nur Geduld, ich werde es euch bald verraten.

Als mein Begleiter für diesen Tag eintraf, machten wir uns nach kurzem Smalltalk auf den Weg in Richtung Haselschacher Buck bzw. Badberg, beides Naturschutzgebiete im Kaiserstuhl. Die Sonne versteckte sich noch ein wenig hinter den Wolken, während wir durch die Wiesen streiften auf der Suche nach Insekten, die uns Model stehen würden. Ein Vogelkonzert begleitete uns, und der Tag versprach schon mal Gutes.

Als wir auf einer Anhöhe ankamen und unseren Blick in Richtung Vogesen schweifen ließen, erwartete uns ein toller Anblick. Die Vogesen im ersten morgendlichen Licht. Ihr könnt es auf dem Beitragsbild des Artikels sehen. Ein wirklich schöner Anblick.

Nun machten wir uns ans Werk und begannen an den Hängen und an den Wiesenrändern nach Insekten Ausschau zu halten. Quasi immer die Nase auf dem Boden .

Berg-Raubfliege

Das Erste, was uns über den Weg lief, war eine Berg-Raubfliege. Ich muss erwähnen, dass wir versuchten, dem Sonnenaufgang vorauszulaufen, sodass wir die Wiesen an den Hängen noch im Schatten vorfanden. Das hat den Vorteil, dass die Insekten noch schlafen und, wie hier bei der Raubfliege, genug Zeit bleibt, um sie ungestört abzulichten.

Da wir nicht nur fotografierten, sondern auch ziemlich viel quatschten, ging uns sicher das ein oder andere Motiv durch die Lappen, dennoch fanden wir einiges und vor allem auch Überraschendes. Die Zeit verging wie im Flug.

Schwalbenschwanz im Morgenlicht
Magerrasen-Perlmuttfalter

Die nächsten Motive waren schnell gefunden, so wie dieser Schwalbenschwanz. Fast wären wir dran vorbeigelaufen, aber aus den Augenwinkeln habe ich ihn gerade noch entdeckt. Ich weiß gar nicht, wie lange ich den schon vor die Linse bekommen wollte und endlich, an diesem Tag hat es geklappt. Meiner Meinung nach einer der schönsten Schmetterlinge. Ich war voll Happy.

Das nächste Highlight war dann der Magerrasen-Perlmuttfalter. Warum Highlight? Zum einen, weil der Schmetterling, der von Mark gefunden wurde, eine wunderschöne Zeichnung hat, wie ich finde, und zum Zweiten findet man diesen Schmetterling nicht mehr oft, er steht auf der Roten Liste und ist daher besonders schützenswert. Was für ein Glück und was für eine Freude, ihn ablichten zu können.

Schlafende Wespe
Wieder ein schlafender Schmetterling
Schachbrettfalter weiblich
Schachbrettfalter männlich

Unsere Wanderung ging nun weiter vom Haselschacher Buck zum Badberg. Wir fanden noch einige Insekten und Schmetterlinge, die den Weg auf unsere Speicherkarten fanden, und dazwischen haben wir es uns noch eine Weile gemütlich gemacht und anregende Unterhaltungen geführt. Das muss auch sein. Zwischen dem Fotografieren und Quatschen haben wir wohl auch einige Höhenmeter gemacht, denn am Abend merkte ich, das sich ein dezenter Muskelkater anschlich. Aber Makrofotografen sind hart im nehmen.

Die Zeit, in der wir das Stativ nutzen konnten, war nun vorbei. Die Sonne stand zu hoch. Also montierten wir auf unsere Kameras Blitz und Diffusor und hofften noch einige Stackingaufnahmen machen zu können. Mark erzahlte mir von der Schmuck-Rabaukenfliege, eine Raubfliegenart, und davon, dass wir die doch fotografieren könnten, da er wüsste, wo man sie findet. Wir gingen also auf Pirsch.

Habichtsfliege Stack

Unsere Suche führte uns rings um den Badberg herum. Hügel rauf und Hügel runter. Workout für diesen Tag erledigt, könnte man sagen.

Leider wurde es mit den Rabaukenfliegen nichts. Wir haben sie zwar zu Gesicht bekommen, aber die Viecher waren einfach zu schnell für uns an diesem Tag. Dafür liefen uns einige Habichtsfliegen, die auch zu den Raubfliegen zählen, über den Weg, und die hatten gegen ein Fotoshooting nichts einzuwenden. Fotografenherz, was willst du mehr.

Das Foto der Habichtsfliege ist nun so ein Stack. Also ein Bild, aus mehreren Fotos zusammengesetzt, um eine gleichmäßige Schärfentiefe zu erreichen. Ich werde dazu mal was schreiben. Auch über unser Equipment, das wir für solche Aufnahmen nutzen.

Diese Foto gibt mir jetzt die Gelegenheit, Euch Mark kurz vorzustellen. Da es sein Foto ist.

Mark und ich kennen uns von Instagram. Ja. Das soll es geben. Man kann soziale Netzwerke tatsächlich nutzen, um nette Leute auch in Natura kennenzulernen.

Also zu Mark. Er ist passionierter Makrofotograf, und zwar einer von den richtig Guten. Ich konnte mir von ihm schon einige wirklich sehr gute Tipps und Anregungen holen. Sei es in Bezug auf Equipment oder fototechnische Anregungen. Mark gibt gerne Auskunft und ist obendrein noch ein ganz netter Kerl. Er hat verschiedene Projekte am laufen, für die ich hier gerne etwas Werbung mache, da sie mir sehr gefallen. Seine Makrofotos zeigt er auf Instagram unter http://www.instagram.com/art_of_swami

Er betreibt einen Youtube-Kanal mit Tutorials und Berichten rund um die Makrofotografie https://www.youtube.com/channel/UCJfP-0fSk1qwO7P_mNoU1wg und sein neustes Baby ist ist ein Podcast, den er mit einem ihm befreundeten Fotografen betreibt https://makrotalk.libsyn.com/

Ihr dürft gerne mal bei ihm vorbeischauen, er wird sich sicher freuen, und ich denke, ihr werdet genauso begeistert sein wie ich.

So endet nun der Bericht über unseren Tag am Kaiserstuhl, und ich weiß jetzt schon, ich werde wiederkommen. Der Kaiserstuhl ist für mich einer der schönsten Makrospots, die es bei uns gibt. Ihr solltet ihn definitiv auch mal besuchen.

In diesem Sinne, bleibt neugierg und habt einen schönen Tag.

10 Kommentare zu „Makrotour 1 „Kaiserstuhl“

  1. Hallo Horst,
    super Artikel hast Du mal wieder geschrieben. Und schöne Schmetterlingsaufnahmen. Da war wirklich mehr los, als beim letzten Mal, als wir gemeinsam dort waren. Ich finde vor allem interessant, wie die Insekten schlafen. Hab ich selber aber noch nicht geschafft zu fotografieren.

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  2. Toller Artikel, interessant zu lesen und mit sehr schönen Aufnahmen, Horst – danke dafür! Der unauffällige Falter nach der schlafenden Wespe ist m.E. ein Großes Ochsenauge (Maniola jurtina). Auch sehr schön getroffen!

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