Basel

Basel, ein Nachmittag im Sommer.

Ist das Basel?

Kennen wir nicht alle von Basel nur die enge Autobahn, die uns in Richtung Süden bringt? Die Industrie, z. T. mitten in der Stadt, aber auch in der Agglomeration?

Bevor ich euch einen anderen Eindruck von der Stadt am Rheinknie zeigen möchte, will ich mich kurz vorstellen: Ich bin Martin Dietsche, einer aus der Agglomeration, und bin privat öfters in Basel. Durch meinen Chor habe ich Basler kennengelernt und mit ihnen auch die schönen Winkel der drittgrössten Stadt der Schweiz.

An einem Sommersonntag (vor Corona) schlendere ich mit meiner Kamera durch die Gassen und über die Plätze. Ohne Plan, eher als Tourist in der mir bekannten Stadt. Mein Ziel ist das Grossbasel, der Stadtteil südlich vom Rhein.

Petersgasse
Ausblick vom Leonhardskirchplatz

Für mich hat Basel etwas vom Süden. Das Leben findet draussen statt, die Strassencafés sind voll, auf den Plätzen und in den Parks sitzen Familien.

Am Rheinufer wird gegrillt, geraucht und gefeiert. Geübte Schwimmer lassen sich im Rhein drei Kilometer durch die Stadt treiben. Andere suchen Abkühlung in einem der zahlreichen Brunnen. Meine schönste Begegnung ist aber der Tanzkurs, der in der Abendsonne unter der Arkade des Kollegienhauses der Uni stattfindet. Tanzende Menschen, Tango, die Stimmung ist friedlich und melancholisch. Ich kann mich fast nicht lösen…

Die Rhythmen des Tangos klingen lange in meinem Herzen nach. Beschwingt mache ich mich auf Richtung Münster. Basel, Stadt der Museen – die Kunst ist hier zu Hause. Auf dem Weg zum Münsterhügel komme ich am Theaterplatz vorbei. Hier ist der Tinguely-Brunnen. Er wurde zwischen 1975 und 1977 erbaut. Noch nie gab es die Situation, dass ich alleine dort war. Der Brunnen mit zehn maschinellen Skulpturen in einem grossen Wasserbecken, welche zum Teil aus beweglichen, versetzbaren Teilen der ehemaligen Bühnenausstattung des Stadttheaters konstruiert wurden, zeigt die für Jean Tinguely typischen Wasserspiele. Diese werden durch Schwachstrommotoren bewegt und sprühen Wasserfontänen durch die Luft.

Serra Plastik vor dem Theater, im Hintergrund Elisabethenkriche

Weiter geht’s. Immer wieder gleitet mein Blick auf die beiden Türme des Münsters, die jedoch in den verwinkelten Gassen oft hinter den Häusern der Altstadt verschwinden. Ich freue mich über die Spiegelung des Hauptportals in der Fensterscheibe. Der ca. 4550 qm grosse Münsterplatz ist seit 15 Jahren autofrei; die Leere beeindruckt mich immer wieder von neuem. Daneben der kleine Münsterplatz, mit seiner intimen, auch durch die Bäume gegebenen Geschlossenheit.

Kleiner Münsterplatz

Die Sonne geht langsam unter. Es ist noch mild. Die Menschen geniessen das Rheinufer und träumen ihren Traum.

Nun beginnt meine Lieblingszeit – goldene und blaue Stunde. Ich liebe die Langzeitbelichtungen, weil die Kamera Dinge sieht, die mit dem blossen Auge nicht erkennbar sind. Die langen Schatten und Lichtreflexe auf dem Wasser, die vorbeifahrende Strassenbahn (in Basel Tram).

Rheinsprung

Mein Spaziergang neigt sich dem Ende entgegen – kein Ende für immer, sondern ein Ende mit dem Wunsch im Herzen, bald wieder mit der Kamera die Stadt neu zu entdecken.

19 Kommentare zu „Basel

  1. Welch wunderschöner Spaziergang durch Basel. Mein Lieblingsbild; der kleine Münsterplatz🥰. Du hast das Auge für das Besondere lieber Martin! Gratuliere🌺!

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  2. Hallo Martin, vielen lieben Dank für diesen tollen Beitrag über die wunderschöne Stadt Basel! Obwohl wir so nahe an der Grenze wohnen, sind wir recht wenig dort. Dein Beitrag und die tollen Bilder dazu haben einem richtig Lust gemacht, die Stadt selbst einmal so Achtsam zu erkunden. Danke dafür! Herzliche Grüße Jasmin

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    1. …und so ging es mir, als ich Deinen Bericht über den Hichblauen gesehen habe. Als Kind war ich das letzte Mal dort. Und stellte fest: da möchte ich in nächster Zeit unbedingt hinauf.
      Danke Jasmin für Deine Worte!

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  3. Hallo Martin. Toller Beitrag von dir. Vielen Dank. Die B&W Aufnahmen sind echt klasse und am Text merkt man wie dir die Stadt am Herzen liegt. Danke fürs mitnehmen.

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    1. Vielen Dank Horst – und vielen Dank, dass ich bei Euch im Blog mitwirken darf.
      Beim gestalten des Beitrags fielen mir noch soviele spanndende Motive aus Basel ein, ich denke, das gibt auch noch eine Fortsetzung…

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  4. Wouhhh was für ein toller Einblick in die Stadt Basel 🤩
    Du hast Recht: ich kenne Basel eigentlich nur von der Autobahn aus, die mitten durch die Stadt führt und von viel hässlicher Industrie umgeben ist.🙈
    Denn dann bin ich auf dem Weg in den Süden und habe keine Augen für diese wirklich hübsche Stadt. Aber ich werde deinem Schlendern einmal folgen und die schönen Ecken erkunden… versprochen 😘
    Danke für den tollen Beitrag👍
    Lg Günter aus Köln

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  5. Es macht Spaß, die Stadt zu erkunden. Doch Köln ist ja auch eine interessante Stadt mit schönen Ecken! Vielen Dank für Deine lieben Worte 🙂

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  6. Wow, tolle Bilder, als mehr oder weniger aktiver Streetart Fotograf sprechen mich die Bilder sehr an, gerade in Schwarz/Weiß, da kommt bei mir eine besondere Stimmung auf. Bin in ähnlicher Weise in Freiburg unterwegs gewesen.
    Kreative Grüße aus Freiburg Bernd

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  7. Hallo Martin, vielen Dank für die Reise durch Basel. Obwohl das Reisen eine Leidenschaft von mir ist, war Basel bisher (noch) nicht dabei. Dein Bericht macht aber definitiv neugierig, auch durch die schöne Beschreibung der Stimmung und des Flairs der Stadt. Über eine Fortsetzung würde ich mich sehr freuen. Viele Grüße, Michael

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  8. Lieber Martin,
    ich habe gerade mal mein Archiv durchstöbert und wir waren schon beide in Lissabon, in Marrakesch, in der Völklinger Hütte und noch an vielen, vielen anderen Orten gemeinsam fotografisch unterwegs. Aber zusammen nach Basel, der Großstadt direkt vor unserer Haustür, das haben wir noch nicht geschafft. Das muß sich schleunigst ändern! Ich freue mich schon, mit Dir an einem schönen warmen Sommerabend durch die Stadt zu flanieren 🙂
    Danke für deinen Beitrag.
    Liebe Grüße
    Steffi

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  9. Du bist ein wunderbarer virtueller Stadtführer, Martin! Ich habe mir nun endlich Deinen (ersten) Beitrag in Ruhe anschauen können und bin plötzlich im Sommer in dieser schönen Stadt nicht weit von mir. Deine Schwarz-Weiß-Aufnahmen kommen sehr freundlich, geradezu liebevoll, und unaufgeregt daher. Man spürt Deine innige Beziehung zu dieser Stadt.
    Deine Ankündigung einer Fortsetzung lässt aufhorchen – nur zu, wir sind alle gespannt und freuen uns schon! Und wie ich aus verlässlicher Quelle vernommen habe, bist Du auch durchaus mal experimentell unterwegs mit der Kamera. Auch das macht neugierig, und vielleicht bekommen wir mal eine Kostprobe zu sehen.
    Nochmals vielen Dank für Deinen Beitrag!

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    1. Oooh, so lobende Worte vom Fachmann.
      Vielen Dank lieber Sebastian, dass ich hier einen Betrag einstellen durfte und auch noch etwas nachliefern darf. Das mache ich sehr gerne. Vielen herzlichen Dank 🙂

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