sogesehen – Monatsfoto Oktober 2026

Normalerweise schreibt sich der Beitrag zum Monatsfoto Oktober fast wie von alleine. Motive gibt es zu dieser Jahreszeit in Hülle und Fülle, sodass das Monatsbild beim Sonntagsspaziergang quasi nebenher entsteht. Dieses Foto vom Letzbergweiher bei Schönau im Schwarzwald ist ebenfalls bei einem Spaziergang an einem Oktoberwochenende entstanden – allerdings nicht in diesem Jahr.

Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber anders als sonst lösen ein blauer Himmel und gelbe Blätter in diesem Jahr keine Begeisterung bei mir aus. Durch den extremen Sommer ist mein Bedarf an wolkenlosem Himmel mehr als gedeckt, und von trockenem Laub hatte ich diesen Sommer leider auch schon jede Menge.

Auch der kleine Weiher hat den Sommer überhaupt nicht gut überstanden. Bei einem Spaziergang letztes Wochenende bot sich mir ein trauriges Bild: Ein komplett ausgetrocknetes Fleckchen Erde.

Trotz seiner geringen Größe – man braucht keine zehn Minuten, um ihn zu umrunden – war der Letzbergweiher ein toller Ort für Tiere und Pflanzen. Im Frühling säumen gelbe Schwertlilien sein Ufer und Tausende Kaulquappen tummeln sich im Wasser. Im Sommer wimmelt es von Libellen, und mit etwas Glück kann man auch mal eine Ringelnatter beobachten.

Das Gebiet rund um den Letzbergweiher gilt auch als potenzielles Fortpflanzungsgebiet der seltenen Geburtshelferkröte. Ich hatte schon einmal das Glück, diese seltene Kröte zu sehen, allerdings an einem anderen Ort. Ungewöhnlich bei dieser Art ist, dass nicht die Weibchen ihren Laich im Gewässer ablegen, sondern die Männchen die Eier bis zum Schlüpfen auf ihren Hinterbeinen tragen.

Ich habe keine Ahnung, ob und wie sich ein Gewässer mitsamt seiner Pflanzen und Tiere von einem solchen Ereignis wieder erholen kann. Das macht mich traurig und ich befürchte, dass es nicht das letzte Mal gewesen sein wird, dass es diesem Kleinod im Sommer an den Kragen geht.

Wenn ich euer Interesse am Letzbergweiher und der seltenen Kröte geweckt habe, teile ich hier gerne einen Artikel vom Biosphärengebiet Schwarzwald.


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Veröffentlicht von Stefanie

Der Reiz der Fotografie ist für mich nicht nur das Handwerk, viel spannender ist das Kopfwerk.

Ein Kommentar zu “sogesehen – Monatsfoto Oktober 2026”

  1. Liebe Steffi.

    Was für ein großartiger Beitrag, der zum Nachdenken und Handeln anregt. Amphibien und Reptilien benötigen Wasser zum Leben. Feuchtbiotope werden aber aus vielerlei Gründen immer rarer. Oft reicht schon ein kleiner Tümpel mit nicht mehr als 1000 Litern Wasser. Wir haben an unserem Haus einen kleinen Teich, der in diesem Jahr von Tausenden Kaulquappen besiedelt war – die letzten beiden Jungfrösche haben den Teich gestern (!) erst verlassen. Und wir hatten vier junge Nattern als ständige Gäste, die natürlich einen reich gedeckten Tisch vorfanden. Es gab viel zu beobachten, dieses Jahr, glaube mir. Und es ist so leicht, wichtige Lebensräume zu schaffen!

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