sogesehen – Monatsfoto Mai

Maiglöckchen, Maibowle, Maivogel, Maigrün – es gibt unzählige Wörter, die mit dem Wonnemonat Mai beginnen, und der Maikäfer darf in dieser Aufzählung sicher nicht fehlen.

Aber kennt ihr auch den Maikäferbaum? Nein?

Botanisch gesehen ist „mein“ Maikäferbaum ein gewöhnlicher Feldahorn. Schaut man jedoch genauer hin, dann entpuppt er sich als ein Liebesnest hunderter, wenn nicht sogar tausender Maikäfer.

Entdeckt haben wir dieses tierische Spektakel auf dem Badberg am Kaiserstuhl. Dort traf ich mich letzten Samstag mit sogesehen-Kollege Horst zum gemeinsamen Fotografieren. Im Gegensatz zu „Makro-Horst“ bin ich nicht ganz so entspannt, wenn es um Insekten geht, und schaue mir das Ganze lieber erst (mit einem Tele) aus sicherer Entfernung an.

O-Ton Horst: „Du siehst aus, als möchtest Du die Käfer erschießen!“

Obwohl es mich einiges an Überwindung kostete, wagte ich mich immer näher ran. Mal streifte ein Käfer meinen Kopf, mal summte einer der braunen Brummer an meinem Ohr vorbei, mal krabbelte es auf meinem Arm. Ein wenig „Gänsehautfeeling“ war das schon, und während ich jetzt schreibe, fängt es mich schon wieder an zu jucken und zu kribbeln.

Am Anfang dachten wir noch, die Maikäfer hätten es auf die saftig grünen Blätter abgesehen, aber schnell wurde uns klar, dass der Fokus der Käfer an diesem Nachmittag ein ganz anderer war. Manchmal sah das Ganze auch eher nach Akrobatik und harter Arbeit als nach Vergnügen aus 😉

Auch wenn dieses Massenaufkommen für den Baum und auch für die Landwirte nicht ohne Folgen bleiben wird, bin ich mir sicher, dass sich die Wildschweine am Badberg über die proteinhaltigen Engerlinge freuen werden.

Für mich war es wieder einmal eine Gelegenheit, über den eigenen Schatten zu springen und die Komfortzone zu verlassen. Dies verändert den Blick, und es öffnet sich eine neue Welt.

9 Kommentare zu „sogesehen – Monatsfoto Mai

    1. Vielen lieben Dank, Susanne,
      Ja, es hat mich doch ein wenig Überwindung gekostet, da ich dann schnell mal vom Tele auf das Makro (und dann noch mit Vorsatzlinse) gewechselt bin. Da ist man dann doch schon „hautnah“ dran.
      Herzliche Grüße zurück, Steffi

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  1. Hallo Steffi, schöne Bilder mit den Maikäfern, mir sind bislang leider nur wenige begegnet, Danke nebenbei für den Tipp am Badberg, vielleicht sieht man sich mal in der Kaiserstuhlregion. Liebe Grüße Bernd

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    1. Hallo Bernd,
      ja, das ging mir genauso. Ich war auch überrascht, wie groß die Brummer doch sind, ich hatte sie kleiner in Erinnerung.
      Grüße aus dem Wiesental
      Steffi

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  2. Hallo Steffi, tolle Bilder! Ich habe auch schon seit Ewigkeiten keine Maikäfer mehr gesehen. Ich finde es aber auch sehr mutig von dir. Bei mir kommt schon die Gänsehaut beim Anschauen der Fotos. Aber es ist faszinierend! LG Evelyn

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    1. Liebe Evelyn,
      Danke für die netten Worte. Als „mutig“ würde ich es nicht bezeichnen, es sind ja keine gefährlichen Raubtiere 😉 Aber ich merke, je öfter ich mich den Insekten nähere, desto faszinierender finde ich sie. Letztes Jahr habe ich mich den Heuschrecken genähert, jetzt waren es die Käfer, mal sehen was als nächstes kommt….
      Grüße in die Pfalz
      Steffi

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  3. Hallo, deine schöne 1. Mai- Bilderserie anzuschauen ist heute eine wahre Wohltat, im Vergleich zum ungemütlichen Wetter bei uns im Wiesental. Die Bilder finde ich alle sehr gelungen und es freut mich sehr, wieder einmal aktuelle Bilder von Maienkäfern zu sehen. Seit meiner Kinder- und Jugendzeit habe ich keine mehr in natura und live gesehen hier im Tal. Als Kinder haben wir mit ihnen gespielt und sie gesammelt.
    Übrigens zählt das Bildergebnis und nicht die Figur, die Fotografierende dabei abgeben.

    Liebe Grüße

    Uli

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    1. Hallo Uli,
      ich nehme deine Worte mal als Kompliment und überlese höflich den Einwand zu meiner Figur 😉
      Ich finde auch, dass das Thema gut in den Mai passt und der Maikäfer scheint viele Menschen an frühere Zeiten zu erinnern.
      Wobei mir beim Maikäfer als erstes das bekannte Kinderlied einfällt: „Maikäfer flieg, dein Vater ist im Krieg, die Mutter ist im Pommerland und Pommerland ist abgebrannt….“
      Als Kind habe ich den Text einfach gedankenlos mitgesungen, heute geht mir der Text nicht mehr über die Lippen. Eine liebliche Melodie und ein erschütternder Text aus dem Dreißigjährigen Krieg.
      Auch ich freue mich immer wieder den Maikäfer zu sehen, auch wenn das in den letzten Jahren recht selten der Fall war.
      Liebe Grüße
      Steffi

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      1. Liebe Steffi,
        natürlich war das als Kompliment gemeint. Es war nur eine Anspielung auf Horst ’s Kommentar unter dem Bild von dir. Wobei deine Figur nach durchtrainierter Sportschützin aussieht, als nach „Käfertöter“
        Mit dem Maiechäferlied geht es mir genau wie dir. Aber hier geht es uns ja zum Glück um die Schönheit und Vielfalt der Natur.

        LG
        Uli

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