Auf Vogelexkursion

Vielleicht hatten einige von euch die Möglichkeit, den 04.06.2021 als Brückentag zu nutzen und konnten dort ausgiebig ausschlafen. Auch ich durfte den besagten Tag als freien Tag genießen. An ausschlafen war jedoch nicht zu denken, da mein Wecker bereits um 05.00 Uhr klingelte. Auf dem Tagesprogramm stand für mich mein persönliches Wochenhighlight.  Eine halbe Stunde nach dem Wecker klingeln ging es auch schon mit meinem vollgepackten Fotorucksack los zum Bahnhofparkplatz Himmelreich. Dort angekommen dauerte es nur wenige Minuten bevor mein lieber Fotokollege und an dem Tag persönlicher „Guide“ Sebastian @naturerkunder eintraf. Vom Parkplatz aus ging es anschließend in seinem Auto weiter bergaufwärts zur Höfener Hütte.

Vielleicht sollte ich an dieser Stelle nun kurz den Hintergrund unseres Treffens erklären: Sebastian hatte an diesem Tag den Auftrag im Rahmen eines „Monitoring für seltene Brutvögel (MsB)“ in dem Gebiet rund um die Höfener Hütte und dem Hinterwaldkopf den Bestand des Baumpiepers zu erfassen.  Der Baumpieper ist etwa so groß wie ein Haussperling und sein Singflug ist unverkennbar. Dieser wird meist von einer Baumspitze aus vorgenommen. Am höchsten Punkt seines Singfluges lässt er sich wieder Richtung Baumspitze oder einer anderen Singwarte wie ein Gleitschirmflieger nach unten gleiten. Durch die Fotografie habe auch ich ein starkes Interesse und meine Neugier an Vögeln entdeckt. Als Sebastian mir im Vorfeld von seinem Auftrag berichtete, war ich natürlich sofort begeistert davon und freute mich umso mehr, dass ich ihn an diesem Tag begleiten durfte. An dieser Stelle darf ich dir nochmals herzlich danken, lieber Sebastian!  

Noch auf dem Parkplatz der Höfener Hütte entdeckten wir den ersten Neuntöter. Als wir unser Equipment gerichtet, die Wanderschuhe fest geschnürt, Fernglas und Kamera um uns gehängt hatten, ging es zunächst los Richtung Hinterwaldkopf. Hattet ihr zuvor schon einmal von dem Neuntöter oder dem Baumpieper gehört? Für mich waren es bis dato jedenfalls unbekannte Vögel, und ich fand es deswegen umso spannender, diese Vogelarten zu entdecken. Wenige Meter nach der Hütte war es dann auch soweit, und der erste Baumpieper zeigte seine imponierenden Flugkünste.  

Fasziniert von dem kleinen Pieper, der Begegnung mit dem Neuntöter und dem begleitenden Expertenwissen von Sebastian hatte ich sofort das frühe Aufstehen vergessen und war einfach nur unglaublich dankbar für den Moment.  Auf unserem Weg zum Hinterwaldkopf durften wir noch drei weitere Baumpieper, zwei Wiesenpieper, eine Goldammer und zwei Misteldrosseln beobachten. Kennt ihr übrigens den „Merkspruch“ für den Gesang der Goldammer? Diesen könnt ihr euch mit folgendem Satz merken „Wie, wie, wie hab ich dich lieb!“.

Oben am Gipfel angekommen, krächzten Tannenhäher und Schwarzspecht aus dem Wald, die Ringdrossel (enge Verwandte der Amsel) machte in den Baumwipfeln ebenfalls auf sich aufmerksam, und die Feldlerche drehte ihre Runden über uns. Für mich war es der erste Ausflug in diese wunderbar gelegene Hochebene oberhalb vom Himmelreich, aber sicher nicht der letzte. Beim Abstieg und Rückweg konnten wir einige Zeit zwei weitere Baumpieper beobachten.

An der Höfener Hütte wieder vorbei ging es von dort aus für eine kleinere Etappe weiter Richtung Oberried. In diesem Gebiet durften wir auch insgesamt drei Baumpieper, drei Neuntöter, einen Rotmilan und Mäusebussard beobachten.

Nach unserer erfolgreichen Tour machten wir uns auf den Weg zum wohlverdienten „Feierabend“ auf einen Kaffee in der Höfener Hütte. Am Wegesrand mussten wir jedoch nochmals kurz zum Fotografieren innehalten, da uns dort drei Stieglitze an einem kleinen Löwenzahnbusch aufgefallen waren. Während wir es uns später auf der Terrasse der Hütte mit einem Kaffee gemütlich machten und den morgen Revue passieren ließen, kreiste der Rotmilan seine Runden über uns, eine Bachstelze stolzierte auf dem Holzgeländer in unmittelbarer Nähe, und ein Gimpel machte im Baum hinter uns auf sich aufmerksam. Was für ein schöner Abschluss an einem erfolgreichen und für mich lehrreichen Tag. Sebastian konnte für das MsB insgesamt sieben singende Baumpieper, vier Neuntöter (-Reviere) und zwei singende Wiesenpieper erfassen.

Veröffentlicht von heimatfotograefin

"Dorfmaidle" mit viel Liebe zur Heimat Schwarzwald & der Landschaftsfotografie

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