Blau-gelbes Engadin – Bericht über eine Fotoreise

Lioba, Merle, Nila, Oldenburgia, Philine, Rosamunde und Quedlinburga – das sind nicht die Namen der Teilnehmer unserer Fotoreise, sondern Hochdruckgebiete, welche uns im deutsch-schweizerischen Raum einen goldenen Oktober beschert haben. Hervorzuheben ist Quedlinburga (was für ein Name!). Sie hatte sich besonders ins Zeug gelegt und begleitete unsere Reise ins Engadin mit strahlend blauem Himmel und Sonne satt.

Auch dieses Jahr ging eine Fotoreise wieder in die Schweiz – allerdings nicht ins Wallis (s. Bericht 2020), sondern nach Graubünden, genauer gesagt ins Engadin und da in den Schweizerischen Nationalpark. Kopf der Gruppe und Organisator war auch dieses Mal Blogkollege Sebastian.

Die Reisegruppe bestand aus Wiederholungstätern und Wiederholungstäterinnen, aber auch aus neuen Teilnehmern, sogar aus Frankreich und aus Norddeutschland.

Danke Susanne, Klaus, Markus und Sebastian für die schönen Impressionen!

Hatten wir letztes Jahr noch alle Varianten von Wetter, mussten wir uns dieses Jahr keine Sorgen um die Wasserdichtheit unserer Kameras machen. Die ein oder andere Schönwetterwolke hätten wir uns allerdings schon gewünscht… Und wenn doch tatsächlich mal eine kleine Wolke am Berg „hängen“ blieb, dann war die Aufregung groß, und sie wurde dann auch aus allen erdenklichen Positionen fotografiert.

Foto: Sebastian

Aber das eigentliche Highlight waren die Wälder. Gelbe Lärchen, so weit das Auge reichte. Dieses gelbe Spektakel vor blauem Himmel und den schneebedeckten Bergen war derart kitschig, dass es schon wieder schön war.

Hier ein paar Impressionen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer in Wort und Bild:


Steffen:

Moin,
Ich bin Steffen, das Nordlicht in der Reisegruppe. Für mich war es die erste Fotoreise in die Berge und eins kann ich schon vorweg nehmen, es war sicher nicht die letzte. Ich wohne in Husum, dem platten Land. Der höchste Berg in der Nähe ist der Sandesberg mit 52m. Die häufiger zu überwindende Höhe sind die 9m, die das Hinterland für Überschwemmung schützen, also die Höhe des Deiches. Überspitzt könnte man sagen, ich sehe heute schon, wer mich morgen besuchen kommt, aber zurück zum Thema.
Die Anreise in den Schweizer Nationalpark deutete schon an, was uns die darauffolgenden Tage erwartete. Klar kenne ich auch Berge, die höher sind als 52m, aber der Blick (egal wo wir waren!) war einfach überwältigend. Ich musste mich zwingen, nicht in den „Knipsmodus“ zu verfallen, also einfach alles Nonstop zu fotografieren, so beeindruckt war ich von der Landschaft. Das Wetter war ebenso traumhaft, Sonne, blauer Himmel dazu ein paar Wolken. Die Temperaturen auf der Reise pendelten zwischen -9°C in den Morgenstunden und 12°C um die Mittagszeit.
Eine Reise zum Fotografieren schafft bereits im Vorfeld eine Verbindung zu allen Teilnehmern, denn alle teilen sich dieses eine, so schöne Hobby. Klar gehört dann auch das Fachsimpeln dazu, aber die zwischenmenschlichen Gespräche überwogen auf der Reise doch deutlich, schön! Bei Wanderungen über 2000m und mit Reichweiten jenseits der 10km kommt jeder früher oder später an seine körperlichen Grenzen. Umso wichtiger sind hier Personen, die mal einen „flotten Spruch“ auf den Lippen haben und so zur Auflockerung und Ablenkung beitragen. Von diesen Personen gab es so einige in der Reisegruppe. Kurzum würde ich mit dieser Gruppe jederzeit wieder vereisen wollen, was ja für sich spricht!
Auch wenn es sich bei der Reise nicht um einen klassischen Workshop handelte, sondern wir die Ziele gemeinsam bestimmten, ist trotzdem ein Aufwand an Planung und Organisation nötig.  Die Idee, im gemeinsamen Bus anzureisen, war klasse. So konnte die Zeit der Anreise schon zum Kennenlernen genutzt werden. Das Hotel war zentral im Nationalpark gelegen und von Bergen umgeben. Wer körperlich tagsüber sehr aktiv ist, braucht auch Energie. Oder anders gesagt „ohne Mampf kein Kampf“. Das Essen war lecker, aber an den Portionen müssen die Schweizer noch arbeiten 😉.
Für mich war die Reise ein Einblick in eine neue fotografische Welt, die mich sogar jetzt, beim Anblick der Bilder, noch ins Staunen versetzt. Mit 45 Jahren noch einmal das „Kücken“ zu sein, ist auch schön, zumal ich ja auch hier und da Tips brauchte. Für mich sind Erlebnisse die schönsten Geschenke.
Vielen Dank, Sebastian, für dieses schöne Geschenk!


Susanne:

Den Ofenpass und Umgebung kannte ich zuvor nur von der Durchreise. Um so schöner war es, dass ich die Möglichkeit bekam, mit einer kleinen Gruppe von netten Leuten in den Schweizer Nationalpark zu fahren, um ein paar Tage zu fotografieren und in den Bergen zu sein. An dieser Stelle vielen herzlichen Dank an Sebastian für die rundum tolle Organisation und die herrlichen Orte, die du uns gezeigt hast.
Dass wir mit einem so herrlichen Wetter beschenkt wurden, war natürlich noch das Sahnehäubchen obendrauf  :-). Berge, Sonne, Wasser und geniale Farben und Möglichkeiten zum Fotografieren. Ich hatte mal wieder Zeit, um das Stativ auszupacken, das Makroobjektiv zu benutzen und ein paar Dinge auszuprobieren. Schöne Herbsstage mit wunderbaren Gesprächen und Fotomotiven. Also für mich immer wieder gerne 🙂


Markus:

Ganz kurz gesagt: Es war ein Super-Wochenende mit ganz lieben Menschen und einem dazu passenden traumhaften Wetter.
Das Wetter war wie bestellt. Alle waren bereits auf der Anfahrt und in den folgenden Tagen von den großartigen Farben Blau (der Himmel), Gelb (die Herbstbäume, speziell die Lärchen) und Weiß (der Schnee auf den Bergen) und der beeindruckenden Bergkulisse völlig begeistert.
Mit der Fotokamera konnte man diese Atmosphäre, Stimmung, in diesen Tagen gar nicht einfangen. Zumindest ging es mir so. Dazu musste man einfach einmal stehen bleiben oder sich gar hinsetzen, um dies auf sich wirken zu lassen. Manche Dinge kann man nur auf der eigenen Speicherkarte im Kopf festhalten.
Aber es gab dann doch das eine oder andere schöne Foto. Auch wenn man sich morgens zum Sonnenaufgang etwas überwinden musste, um in die Kälte hinauszugehen. Die Eindrücke und die Stille in den Bergen entschädigten dann aber für diese „Überwindung“.
Unser Reiseleiter hatte sich perfekt vorbereitet und uns an schöne „Ecken“ im Nationalpark geführt. Jeder konnte ohne Zeitdruck fotografieren oder eben einfach nur mal die schöne Natur genießen. Hierfür noch mal meinen ganz herzlichen Dank an Sebastian und auch dafür, dass er uns die ganze Zeit immer sicher in dem Kleinbus herumchauffiert hat.
Die Eindrücke der Landschaft und die teilnehmenden Personen werden mir noch lange in bester Erinnerung bleiben. Sollte sich die Gelegenheit ergeben, wieder ein solches Wochenende verbringen zu können, bin ich mit Sicherheit wieder dabei.


Elke:

Nach einem Fotoworkshop mit Sebastian habe ich mich sehr über die Einladung zu einem verlängerten Wochenende in der Schweiz gefreut. Für mich Gruppenreisemuffel klang Sebastians Format: „Ich gehe ins Engadin zum Fotografieren und mag nicht alleine gehen“ attraktiv. Hinfahren, schauen, machen – oder nicht machen. Meinem Mann, ein überzeugter Nicht-Fotografierer aber erfahrener Ausrüstungsträger und leidgeprüfter Warter, gefiel das Reiseziel ebenfalls, und so sind wir zusammen ins Engadin angereist.
Wir treffen am Ziel auf eine gemischte, aufgeschlossene und freundliche Gruppe, die auch Nicht-Fotografierer vorbehaltlos im Kreis der Ihren aufnimmt. Das Wochenende wird genau so, wie ich es mir vorgestellt habe: Jeder kann, keiner muss… und trotzdem gehören immer alle dazu.
Tolle Motive, neue Sichtweisen und die vollkommene Auszeit vom Alltag, das nehme ich aus dem Wochenende mit. Und mein Mann? Die Erfahrung, dass nicht nur seine Frau nicht mehr von dieser Welt ist, wenn sie eine Kamera in der Hand hat. Und dass Fotografen auch manchmal über andere Themen reden können, wenn man sie immer wieder dazu herausfordert.


Sebastian:

Was soll ich sagen? Ein Foto-Reiseziel, von dem ich schon lange geträumt habe; eine ausgesprochen nette, vortrefflich harmonierende und einfach „pflegeleichte“ Gruppe; atemberaubendes, goldenes Herbstwetter; prall gefüllte, kurzweilige und abwechslungsreiche vier Tage unterwegs. Fotografenherz, was willst Du mehr?
Schon an anderer Stelle (s. ganz unten) habe ich meine Impressionen und Gedanken zu unserer Reise festgehalten, und dazu stehe ich auch. Daher begnüge ich mich hier mit einer Aufnahme, die für mich alle schönen Aspekte dieser Reise zusammenfasst.

Sonnenaufgang am Ofenpass

Auch das Format der Reise hat mich überzeugt, und ich sage ganz deutlich: Immer nur her mit Vorschlägen und Wünschen für zukünftige Unternehmungen dieser Art – ich bin bereit!


Stefanie:

Während unseres Aufenthalts musste ich mehrmals über mich selbst schmunzeln. Ich erwähne oft und gerne, dass ich zum fotografieren „unbequemes“ Wetter mag, ein blauer Himmel ohne Wolken so was von langweilig ist und ich dafür höchstens mal mein Handy zücke.
Aber dem Charme von Quedlinburga konnte auch ich mich nicht entziehen, und so fühlte ich mich das ganze Wochenende wie eine Statistin in einer Postkartenidylle. Die Sonne und diese traumhafte Kulisse färbte auf uns alle ab, und nach einem doch eher trüben Sommer war dieses Wochenende eine Wohltat für die Seele. Nicht unbedingt einfach für eine Fotografie abseits der klassischen Schönwetterbilder, aber dafür hatten wir ja den ganzen Sommer über genug Möglichkeiten 😉


Christine und Gerhard:


Klaus:


Einen kleinen Reisebericht aus Sebastians eigener Feder, gespickt mit schönen fotografischen Impressionen, findet Ihr hier.

Artikel veröffentlicht am 19.11.2021
Material zusammengetragen und moderiert von Stefanie Röschke


14 Kommentare zu „Blau-gelbes Engadin – Bericht über eine Fotoreise

    1. Hallo Anette,
      Ja, so viel Sonnenschein hatten wir gefühlt den ganzen Sommer nicht 😉 Es freut mich, dass Dir unser Beitrag gefällt.
      Liebe Grüße zurück

      Gefällt mir

    1. Hallo Wolfi,
      da hast Du absolut recht und mit etwas Abstand kann ich auch fotografisch mit dem vermeintlich Kitsch gut leben 😉
      Vielen Dank, für deinen Kommentar und ich weiß das durchaus zu schätzen (und bin mir bewußt, dass ich in letzter Zeit deine Beiträge eher wenig kommentiert habe).
      Das liegt aber nicht an deinen tollen Artikel auf http://www.wl-fotografie.de , sondern daran, dass ich in letzter Zeit viel unterwegs war. Ich hoffe, diese kleine Werbung für deinen Blog ist eine kleine Entschädigung dafür (und dass Du ein tolles Buch veröffentlicht hast, das möchte ich auch nicht unerwähnt lassen 😉 )
      Liebe Grüße Steffi

      Gefällt 1 Person

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