Carros eléctricos …

An den Portas do Sol in Lissabon treffen sich tagsüber Einheimische und vor allem viele Touristen. Am frühen Abend trinken erstere dort einen Aperitif und letztere genießen die Aussicht über die Dächer der Altstadt und den Tejo, der an sonnigen Spätnachmittagen glanzvoll die Stadt begrenzt. Wird es aber dunkel und die Cafés und Läden schließen, dann verläuft sich die Menge und Ruhe kehrt ein. Das Viertel mit seinen engen Gassen und steilen Straßen wird mit Einbruch der Nacht nur von spärlichen Lampen beleuchtet. Kaum ein Mensch begegnet einem Fotografen auf seinem Weg durch diese romanhaft anmutende Szenerie. Nur die Carros eléctricos, die historische Straßenbahn Lissabons, klettert manchmal quietschend den Hügel hinauf. In S/W wirkt die Szene noch mehr, als ob sie aus einem alten Film stammen würde.

Das karge Licht zaubert zahllose, manchmal verstörende Schatten und gibt dem alten Pflaster eine schöne und glänzende Struktur. Allerdings bedeutet das auch eine Herausforderung für den Fotografen, mit diesem Wechselspiel von Licht und Dunkelheit umzugehen.

Aber auch in Farbe bietet die Nacht in der Altstadt von Lissabon viele Reize: Ein kräftiger Bronzeton bestimmt die Atmosphäre. Immer glänzt das alte Pflaster und die Schienen der Carros eléctricos werden zu reflektierenden Linien…

Ostsee, die erste (Darß)

Über die wundersame, ja geradezu mystische Wirkung von Langzeitbelichtungen in der Fotografie ist an dieser Stelle schon vor einigen Tagen geschrieben worden. Die Beispiele, die Horst in seinem Artikel gezeigt hat, waren Aufnahmen von verwunschenen Gebirgsbächen im Schwarzwald. Und seine Bilder zeigen sehr eindrücklich, wie die Bewegung fließenden Wassers durch längere Belichtungszeiten sichtbar gemacht werden kann – und wie stark das aussieht.

Und wisst Ihr was? Das geht auch mit Meereswellen!

Vor etwas mehr als zwei Jahren, genauer gesagt: im November 2017, bin ich für einen Foto-Trip an die Ostsee gereist. Einmal mit dem Zug quer durch Deutschland bis nach Zingst (okay, das letzte Stück ab Barth dann mit dem Bus), um bei Hans-Peter Schaub einen Workshop zur Landschaftsfotografie zu belegen.

Ich hatte im Vorfeld schon ein bisschen gegrübelt, ob das ein gutes Verhältnis von Aufwand (zeitlich und finanziell) und Ertrag sein würde… Aber im Nachhinein fällt meine Antwort uneingeschränkt positiv aus: Der Kurs war klasse (wenn auch leider ein bisschen kurz), die Ostsee ist ein wunderbares Foto-Revier, und neue tolle Freunde habe ich auch noch kennengelernt. Was will man mehr?

Horst hat bereits die Problematik angesprochen, dass manchen Leuten Aufnahmen mit Langzeitbelichtung (LZB) nicht „natürlich“ vorkommen und sie sie deshalb ablehnen. Mal abgesehen davon, dass man über Geschmacksdinge sicherlich immer streiten kann (wenn auch meist ergebnislos), so würde ich dieses Argument der „Unnatürlichkeit“ hier doch gerne entkräften wollen.

Unser menschliches Auge ist immer nur zu einer Momentaufnahme in der Lage, das heißt wir nehmen im Grunde keine Dynamik der Bewegung wahr. Bei LZB ist das anders: Objekte, die sich innerhalb des Bildausschnitts relativ zur Kamera bewegen (egal, ob Wasser, Wolken, fliegende Vögel, Pflanzen, Menschen, Fahrräder etc.), erscheinen mehr oder weniger unscharf. Die eigentlich statische Aufnahme macht so die Bewegung sichtbar! Und das ist per se eine tolle Sache, wie ich finde. Natürlich ist die Grenze zum Kitsch ganz schnell erreicht oder sogar überschritten – aber das muss ja erst einmal nicht gegen die Aufnahmetechnik an sich sprechen.

Für mich ist LZB (ob mit oder ohne Einsatz eines lichtschluckenden Filters vor der Linse) etwas ganz anderes als diese dämlichen digitalen Effekt“filter“, wie sie uns von Bildbearbeitungsprogrammen oder z. B. auch von Instagram angeboten werden.

Außerdem hat LZB noch eine andere Auswirkung, die man sich gezielt zunutze machen kann: Wasserflächen, etwa die Oberfläche des Meeres, können nämlich ganz gezielt „beruhigt“ werden. Der Blick der Betrachterin oder des Betrachters wird dann nicht mehr von kleinen Strukturen wie Wellen abgelenkt, sondern es werden stattdessen große Linien sichtbar oder auch Farben im Bildausschnitt. Gerade im Falle von Wasser kann das dann auch noch mit dem Einsatz eines Polfilters kombiniert werden, so dass man plötzlich auf den Grund des Gewässers schaut…

Natürlich hat LZB auch ihre Tücken. Wie der Name schon besagt, wird für eine lange Zeit belichtet. Das heißt, zum einen muss erst einmal (zumindest tagsüber) Licht reduziert werden, um die Aufnahme nicht überzubelichten – hierfür hat man dann hoffentlich einen Graufilter (ND) zur Hand… Und zum anderen muss die Kamera natürlich stabil fixiert werden. Das Wasser soll ruhig „verwischt“ erscheinen (= Bewegungsunschärfe), nicht aber der gesamte Bildausschnitt. Deshalb geht so eine Aufnahme in der Regel auch nur mit Stativ – es sei denn, man nimmt allgemeine Unschärfe in Kauf, was ja vertretbar ist und auch zu ansprechenden Ergebnissen führen kann. Beispiel gefällig? Die beiden Sonnenuntergänge ganz oben, die wirklich alles andere als „knackscharf“ sind…

Ja, sowas lernt man an der Ostsee! Mit dem Kurs waren wir insbesondere am atemberaubend schönen Darßer Weststrand, der uns mit toller Abendsonne und einem wolkenreichen Himmel begeistert hat. Privat habe ich dann noch den Sonntag angehängt und mich rund um den Strand von Zingst verlustiert. Der Himmel war dann zwar komplett bedeckt, aber dennoch nicht ohne Reiz.

Das Schöne an einem bedeckten Himmel ist ja, dass die Farben in der Landschaft oftmals viel besser sichtbar werden als bei Sonnenschein.

Ach ja: Falls sich jemand über den Titel dieses Blogartikels wundern sollte (warum „die Erste“?) – bitte einfach ein bisschen gedulden. Seit November 2017 ist ja auch schon wieder ein bisschen Zeit vergangen, da konnte man (= ich) durchaus noch einmal die weite Reise in den Nordosten unternehmen. Zumal man ja jetzt neue Freunde bei den Nordlichtern hat…

Der perfekte Tag fürs perfekte Foto

Es ist wieder einer Der Tage an denen man weiß, Morgen, ja Morgen ist Der perfekte Tag um Das perfekte Foto zu schießen. Die Wetterapp auf dem Smartphone verspricht Das ideale Wetter für den nächsten Morgen oder auch Abend.

Jetzt heißt es flugs die Fotoausrüstung zusammenpacken. Doch was nehme ich mit? Schließlich wird morgen Der perfekte Tag an dem Das Traumwetter zum Fotografieren herrschen soll. Am Besten alles. den Standartzoom, das Weitwinkelobjektiv, das große Teleobjektiv, denn man weiß ja nie, natürlich darf das Makroobjektiv nicht fehlen. Es könnte einem ja „Das Insekt“ oder „Die Pflanze“ über den Weg laufen nach dem/ der man schon ewig auf der Suche ist. Alles drin? Ok. Puhh fertig .

Der Abend kommt und die Vorfreude steigt. Der Wecker wird auf Drei Uhr gestellt. Man will ja nix verpassen. Schnell nochmal die Ausrüstung kontrolliert. Alles dabei? Akkus voll? Blitz? Neeein, der muss auch noch mit. Speicherkarten? Gut! Alles da. Ahh der Fernauslöser der darf nicht fehlen.

Nachdem man durch die ständige zwanghafte Kontrolle des Fotorucksacks vor lauter Erschöpfung ins Bett und fast augenblicklich ins Koma fällt, kann Der Perfekte Tag kommen und er wird kommen, ohne Zweifel. Ich weiß das!!!

Der Wecker klingelt und man fällt vor Schreck fast aus dem Bett. Ist die Nacht schon rum? Hab ich verpennt? Nein. Alles gut. Der Tag wird der absolute Höhepunkt, ich spüre das.

Schnell duschen, frühstücken und dann ins Auto und los. Stop!!! Hab ich auch alles für Den perfekten Tag? Lieber nochmal kontrollieren denn man weiß ja nie. Ok. Alles da und los. Nach gefühlten Stunden Autofahrt ist man am Ziel . Der See, der Berg im Schwarzwald oder sonstwo, der wunderschöne Waldfluss, alles erstrahlt im goldenen Licht des beginnenden Tages. Jetzt heisst es Gas geben. Den 15kg schweren Fotrucksack geschultert ab zur Location, Fotos machen auf Teufel komm raus. Denn schließlich ist das Licht gerade DER Hammer.

Ist man nach einem solchen Tag dann hundemüde zuhause, wird man in den meisten Fällen enttäuscht feststellen, das Der perfekte Tag, gar nicht so perfekt war.

Die Schultern schmerzen da der Fotorucksack irgendwann wie Blei auf ihnen lag. Die Hektik die man veranstaltete hat einen komplett fertig gemacht und die Fotos dieses schönen Tages kann man alle wie sie sind in die Tonne kloppen.

Ihr werdet sicher denken ich übertreibe, oder? Mitnichten. Ist mir Anfangs tatsächlich mal so gegangen. Anstatt mich auf das wesentliche zu konzentrieren, nämlich die Fotografie und das was sie ausmacht, hab ich eine Materialschlacht sondersgleichen abgeliefert und folgedessen konnte ich den wirklich schönen Tag, nicht genießen. Ich habe mir so viel unnötigen Stress bereitet, das der Tag eigentlich schon gelaufen war bevor er angefangen hat. Anfängerfehler? Vielleicht.

Mittlerweile und mit einigen Jährchen diverser Erfahrungen, mache ich mir Gedanken was und wie ich fotografieren möchte und beschränke mich aufs Wesentliche. Das hat den Vorteil das der Rucksack bedeutend leichter ist und ich tatsächlich, durch den „Minimalismus“, meinen Focus auf die Fotografie legen kann und die Bilder dadurch, Oh Wunder, besser werden. Dadurch ergibt sich automatisch auch folgendes.

Es gibt immer wieder perfekte Tage und ich werde sie genießen können. Ohne Druck. Ohne Hektik und definitiv ohne Muskelkater.

Bis auf eine Sache. Wenn ich zum Fotografieren in den Urlaub fahre. Aber das ist eine andere Geschichte.

In diesem Sinne. Bleibt neugierig und „Carpe diem“

Kraftort Wald

Wenn man mich fragen würde, wie man mit schlechten Tagen/schlechter Stimmung am besten umgehen kann, dann wäre meine Antwort ganz klar: Laufschuhe anziehen, Vesper einpacken und eine Runde im Wald spazieren gehen. Für mich bedeutet der Wald ein Ort der Ruhe, Erholung und gibt mir wieder neue positive Energien. Meistens helfen auch schon wenige Minuten und die Sorgen rücken in weite Ferne. Die Natur auf sich wirken lassen, den Gedanken freien Lauf geben und beobachten was um einen herum so alles passiert – einen besseren Kummerkasten kann es nicht geben. Auf dem Heimweg erwischt man sich dann mit einem Lächeln im Gesicht und ist der Natur einfach sehr dankbar für diesen Moment. Hallo Wald – Tschüß Sorgen!

(Un)heimliche Schönheiten

Fragt man Lissabonurlauber nach ihren bleibenden Eindrücken, dann bekommt man nach kurzem Nachdenken oft ähnliche Antworten: Tolles Licht, Spaziergänge am Tejo oder die leckeren Pastéis de Belém.
Meine Antwort käme wie aus der Pistole geschossen: Museu da Marioneta – das Marionettenmuseum.
Wer mich kennt der weiß, dass ich mit Marionetten und Puppen jeglicher Art nichts am Hut habe. Wie kommt´s, dass mir das Museum so in Erinnerung geblieben ist? Mehr noch, mich emotional berührt hat?

Vor etwa zwei Jahren wurde ich bei einem Bummel durch Lissabon von einem Regenschauer überrascht. Nachdem die Suche nach einem Café erfolglos blieb, fiel mein Blick auf ein Museum für Marionetten. 
Museum und dicke Kamera um den Hals ist nicht die beste Kombination. Oft erntet man kritische Blicke, manchmal muss man die Kamera auch abgeben.
Zu meiner Überraschung wurde ich sehr nett begrüßt und auch mein Fingerzeig auf die Kamera wurde mit einem freundlichen Kopfnicken quittiert. Meine ersten Gedanken beim Betreten des Museum waren: „Oh Gott, ist das dunkel hier“-  „Mist, kein Stativ dabei“ – „Kein Mensch da, ich bin ja ganz alleine“

Was ich dann entdeckte hat mich begeistert. Skurril, unheimlich aber dennoch schön.

Ich kam mir vor wie bei einem Portrait-Shooting und fotografierte mit einem unbeschreiblichen Glücksgefühl (Runner´s High mit Kamera 😉 ) Hohe ISO- Werte? Egal!

Ich weiß nicht wie lange ich dem Museum war, aber der Regen hatte schon lange aufgehört. 

Ich schaue mir die Bilder heute noch gerne an. Aber warum? Es sind doch nur unheimlich wirkende Marionetten?
Ich glaube gerade das hatte ich beim Fotografieren vergessen. Nein, es sind nicht „nur“ Holzpuppen, für mich waren und sind sie eine der heimlichen Schönheiten Lissabons.

 

Das Spiel mit dem Wasser

Hier bei uns im Schwarzwald, ist es ein Einfaches, auf ein Bächlein oder einen kleinen Waldfluss zu treffen. Eigentlich fällt man schon fast drüber oder auch rein, wenn man nicht aufpasst.

Hat man eine Kamera zur Hand, ist es schon beinahe ein Kinderspiel ein tolles Foto zu machen. Oder?

Es stellt sich jetzt die Frage, wie will ich mein Bild aufnehmen? Soll ich normal belichten? Oder soll ich länger belichten? Mein absoluter Favorit ist die Langzeitbelichtung (LZB).

Als ich noch ein totaler Noob (Anfänger) war, sah ich das erste Mal ein Foto eines Baches, das mittels LZB aufgenommen wurde. Ich war gelinde gesagt total von den Socken. Es war dieses mystische an diesem Foto, das mich so faszinierte. Es sah fast aus wie aus dem Märchen. Das Wasser das den Eindruck vermittelte fließender Nebel würde das Bachbett füllen. Es fehlte eigentlich nur noch eine kleine Elfe die irgendwo auf einem Blatt saß und auf einer Flöte spielte. Ihr merkt, ich war sehr beeindruckt.

Also schnappte ich Noob meine Kamera und knipste drauf los. Ihr könnt euch sicher vorstellen wie das Resultat aussah. Eher bescheiden. Ich hatte natürlich nicht wirklich einen Plan von der ganzen Sache. Doch mit der Zeit wurden meine Versuche besser und ich war mit den Ergebnissen mehr oder weniger zufrieden.

Ich persönlich habe daran Gefallen gefunden, Wasser auf meinen Fotos in fließenden Nebel zu verwandeln. Es gibt natürlich auch Stimmen die mir gesagt haben, dass sie diese Art der Fotografie ziemlich bescheiden finden, da nicht natürlich, aber ich werde weitermachen mit Wasser zu spielen. Denn ich habe mich dem Mystischen und Geheimnisvollen verschrieben. Weil ich, wenn ich solche Fotos sehe, ins Träumen gerate und vielleicht finde ich eines Tages auch mal die Flöte spielende Elfe und kann sie auf Foto bannen. Ich warte darauf

 

 

Viel Schnee, wenig Schnee…?

Ich schreibe aus dem Schwarzwald, dem höchsten Mittelgebirge in Deutschland. Der Winter 2019/20, so ist die einhellige Meinung hierzulande, war ein ziemlicher Murks. Gut, er mag vom Kalender her noch nicht ganz vorbei sind, aber allzugroße Erwartungen hat wohl niemand mehr. Einfach viel zu wenig Schnee. Sagen zumindest die Wintersportler.

Was aber heißt das fürs Fotografieren?

Ich war dieser Tage mal wieder am Feldberg unterwegs, der „höchsten außeralpinen Erhebung Mitteleuropas“, wie es auf Fachchinesisch heißt. Ich bin dort in den letzten Jahren berufsbedingt viel gewesen, auch in den Wintermonaten. Und natürlich kann es fantastisch schön sein, wenn über der Landschaft ein dichter Schneeteppich liegt und Bäume (zumindest die kleineren) nur noch als Hubbel unter der weißen Decke zu erahnen sind. Ja, das ist sehr reizvoll!

Aber ist es im Umkehrschluss so, dass wenig Schnee, oder vielleicht sogar überhaupt kein Schnee, die Szenerie weniger attraktiv macht? Ich meine, nein.

Wie gesagt, ich war vor ein paar Tagen mal wieder oben und bin von der Bushaltestelle am Notschrei aus (ja, der Pass heißt wirklich so) über den Stübenwasen bis zum Haus der Natur gelaufen. Es hatte nachts wohl frisch geschneit, aber eben überhaupt nicht viel. Die Schneedecke war ziemlich dünn, und überall haben Bäume, Büsche, Sträucher etc. rausgeschaut. Besonders an solchen Stellen, wo ordentlich der Wind bläst, wie etwa rund um den Stübenwasen-Gipfel.

So, und ich vertrete nun die Meinung, dass das in der Tat sehr reizvoll sein kann – auch und gerade für Landschaftsfotografie. Es werden mit einem Mal Strukturen sichtbar, die sonst vielleicht nicht weiter auffallen würden. Vieles bekommt durch die weiße Unterlage eine Art grafische Anmutung, zumal die Schneeflächen wie ein großer Reflektor wirken können. Auch die Farbigkeit der Landschaft ändert sich und wird oftmals zarter und subtiler. Schön!

Spätestens beim untersten Bild der Reihe wird deutlich, dass ich an jenem Tag nicht mit irgendwelchem High End-Equipment unterwegs war, sondern mit meiner einfachen Handy-Kamera. Aber mir geht es hier ja insbesondere um die Motive an sich.

Und mein Fazit lautet: Zum Fotografieren brauche ich keine Schneemassen, der zu Ende gehende Winter kriegt also von mir gar nicht mal so schlechte Noten…

Vom Mit-Rauchen

Also eigentlich bin ich ja strikter, um nicht zu sagen: militanter Nichtraucher. Mal abgesehen davon, dass ich selber nicht zum Glimmstengel greife, werde ich auch ungern von Dritten vollgequalmt.

Typischer Fall: Man steht unschuldig an einer Bushaltestelle, es stellt sich jemand neben einen… – und hat nichts Besseres zu tun, als hastig drauflos zu quarzen, wie wenn es kein Morgen gäbe. Sowas nervt mich kolossal. Oft gehe ich dann extra ein paar Meter weg und werfe böse Blicke (aus sicherer Entfernung).

Das ist die eine Seite.

Und das ist die andere Seite: ein Kellner, es ist gerade nicht so viel los im Straßenlokal, stellt sich kurz auf die Seite, lehnt sich entspannt an die Hausmauer und steckt sich in aller Ruhe eine Zigarette an. Die Augen halb geschlossen, nimmt er friedlich und genießerisch einen ersten Zug und dann noch einen und irgendwann noch einen. Ohne Hektik, ohne Stress, einfach nur Pause und Genuss.

Ich denke ziemlich oft an diese Szene, die ich vor einigen Jahren in Italien beobachten (und fotografieren) konnte. Das überrascht mich selber. Ob ich den Mann wohl insgeheim beneide? Oder ich ihn mir irgendwie zum Vorbild nehme? Wer weiß!

Froh bin ich jedenfalls darum, Zeuge dieser kleinen Begebenheit gewesen zu sein und ein Foto davon zu haben.

Mittagssonne – na und?

Viele Fotografen scheuen das grelle Licht der Mittagssonne.
Manchmal aber ist sie einfach da, steht mit voller Kraft am blauen Himmel und dann hat man zwei Optionen: Entweder Kamera einpacken und frustriert ein Eis essen gehen oder sich dem Licht stellen (und im Anschluss das Eis zufrieden genießen)

Ein Gewitterschauer kann auch schöne Spuren hinterlassen.

Vielleicht liegt es an der sengenden Hitze oder am Flüssigkeitsmangel, dass man sich plötzlich für Tierchen erwärmt, die man sonst eher …….

Verschwitzt und mit dem einen oder anderen Tierchen mehr im Haar und Gepäck hat man dann doch genug von der Sonne, freut sich auf das Eis und träumt von Winterspaziergängen im verschneiten Schwarzwald.

Auf der Suche nach dem goldenen Licht

 

So, oder so ähnlich, könnte es heißen. Heldenhaft und ja, glorreich. Aber, in den meisten Fällen sieht es anders aus wenn Fotografen auf Tour gehen. Also zumindest bei mir.

Ich liebe die frühen Morgenstunden, keine Frage, dieses ganz besondere Licht, die Stille bevor der Tag richtig erwacht. Ehrlich. All das liebe ich. Aber, ich bin definitiv nicht dafür gemacht früh aufzustehen.

Um dieses Foto aufzunehmen, es entstand im wunderschönen oberen Donautal, musste ich um drei Uhr raus. D. R. E. I. Uhr. Ihr werdet vielleicht denken, „stell dich nicht so an Junge“. Doch ihr solltet mich mal um diese Uhrzeit erblicken, dann würdet ihr verstehen. Selbst mein Spiegel würde sich liebendgerne verhüllen, wenn er könnte. Aber dennoch. Ich tu es, das Aufstehen und ich tu es öfter als man meinen möchte wenn man die vorherigen Zeilen gelesen hat. Denn ich liebe die frühen Morgenstunden und alles was Sie uns geben. Das goldene Licht. Die Stille, die Farben und die Möglichkeit zumindest das Licht und die Farben in unseren Bildern festzuhalten. Deshalb begebe ich mich immer öfter auf die heldenhafte Suche nach dem goldenen Licht, fast schon wie eine persönliche Quest und IHR solltet es mir gleich tun. In diesem Sinne, bleibt neugierig