sogesehen – Monatsfoto Februar 2024

Fragen an einen alten Steinbock

Sagen Sie mal, Herr Steinbock, was machen Sie denn gerade? – Ich gehe meiner Wege, warum?

Naja, so ganz allein? Wieso sind Sie nicht beim Rest der Herde? – Tja, die legen wohl keinen großen Wert auf meine Anwesenheit mehr. Aber mich stört das nicht, denn ich habe auch ganz gern mal meine Ruhe. Und ich weiß, wo es gutes Gras zu futtern gibt, das ich dann mit niemandem teilen muss. Ich ziehe mich sozusagen aufs Altenteil zurück.

Also stört es Sie gar nicht, dass so wenig Schnee liegt? Immerhin haben wir Ende Januar. – Nein, das tut es nicht. Ist doch auch viel bequemer zum Herumlaufen. Gerade in meinem Alter weiß man das immer mehr zu schätzen.

Nochmal zurück zum Thema Alleinsein: Wenn man Sie so sieht, wie Sie am Horizont entlang trotten, ganz allein in der Dämmerstimmung dieses Winterabends… Ehrlich gesagt, packt einen da schon das Mitleid, oder zumindest mal ein tiefes Mitgefühl mit einer gewissen melancholischen Note. – Ach ja? Und warum genau? Typisch Mensch, würde ich sagen. Ihr müsst immer Eure emotionalen Anwandlungen auf uns Tiere projizieren. Ich glaube, irgendeiner von Euch hat dafür mal den Begriff der Anthropomorphisierung erfunden. Spricht sich schwer aus, trifft aber den Sachverhalt meiner Meinung nach ziemlich gut. Also von mir aus könnt Ihr dieses Anthro-Dingsbums auch ruhig bleiben lassen und uns Tiere einfach unser Ding machen lassen.

Einspruch, Euer Ehren! – Wieso?

Ohne menschliches Handeln wären Sie heute Abend nicht hier, an diesem wunderschönen Ort! – Nanu, wie das jetzt?

Sie waren fast ausgerottet (schon klar, durch Menschenhand) und haben nur noch in einem kleinen Gebiet in den italienischen Alpen gelebt. Im Schweizer Jura jedenfalls nicht! Da mussten Sie erst wieder angesiedelt werden. – Das ist mir jetzt zu spekulativ.

Also habe ich Recht. – Schon möglich. Aber was war jetzt nochmal die Frage?

Keine Ahnung, habe ich glatt vergessen. – …

Aber ich wüßte noch eine. Darf ich? – Bitte.

Hier am Creux du Van gibt es ja jede Menge Ausflügler, selbst jetzt im Winter. Und viele davon kommen extra zum Fotografieren der Steinböcke in dieser Traumlandschaft her. Geht einem das nicht irgendwann auf die Nerven? – Das wäre jetzt zu viel gesagt. Wir profitieren nicht wirklich davon, das stimmt schon. Aber abgesehen von freilaufenden Hunden ist es ja nicht wirklich störend oder gar bedrohlich. Und selbst die kriegen sich ganz schnell ein, wenn sie unsere Hörner sehen. Den seltenen Pflanzen hier oben macht das mit den Besuchern mehr aus, was ich so mitkriege.

Wozu Sie mit Ihren Hufen und Ihrem Appetit auf leckere Bergkräuter aber auch einen Beitrag leisten! – Dazu sage ich nichts ohne meine Anwalt.

Das ist auch eine Antwort. Herr Steinbock, ich danke Ihnen für dieses Gespräch! – Bitte, jederzeit wieder.

2. Februar 2024
Sebastian Schröder-Esch
(www.schroeder-esch.de)

Winternebel

Nicht immer habe ich die Wahl, ob ich bei gedämpftem Licht im Nebel oder unter blauem Himmel mit Sonnenschein rausgehe. Deutlich öfter allerdings habe ich die Wahl, ob ich mich bei Nebel auf dem Sofa verkrieche oder trotzdem rausgehe.

An einem dieser eingetrübten Januartage haben meine Kamera und ich uns gegenseitig zum Rausgehen motiviert. Und tauchten ein in eine ganz spezielle Stimmung am Schönberg vor den Toren von Freiburg.

Es hatte ein bißchen was Kontemplatives, mit der reduzierten Sicht, den schwachen Kontrasten und den eher unspektakulären Motiven zu fotografieren.

Meine Kamera und ich hatten auf jeden Fall eine gute Zeit miteinander und zeigen Euch gerne, was wir gesehen haben und wie wir es gesehen haben.
Und dabei haben wir überhaupt nicht den Anspruch, daß diese Art von Fotografie allen gefällt.

Im Frühtau zu Berge oder, die Bekämpfung des Winterblues

Wer kennt sie nicht, diese Tage an denen der Regen beständig seine Bahnen über die Fensterscheibe zieht und man genau weiß, das mit dem Fotografieren wird heute aber mal sowas von nix. Ein Blick hinaus und der Drang sich wieder ins „Nescht“ zu legen wird übermäßig groß. Stattdessen klappt man den Laptop auf und schaut sich bei einem der aktuellen Streaminganbieter die ein oder andere Serie an, oder setzt sich auf seinen Hintern und ließt ein Buch, nur um den gepackten Fotorucksack im Eck zu vergessen. Kennt ihr, ne? Dann herzlich willkommen im Club.

Ich ertappe mich dann öfter dabei, mehrmals am Tag meine diversen Wetterapps zu checken (man beachte die Mehrzahl) und darauf zu hoffen das ein Funken Licht am Horizont erscheint, in Gestalt einer Schönwetterfront oder eines Allzeithochs oder was auch immer. Wenn genau das mit einem passiert, herzlichen Glückwunsch der Winterblues ist eingezogen und hat beschlossen zu bleiben.

Hat man die Flinte dann ins Korn geworfen und die Hoffnung gleich hinterher, kommt er, der langersehnte Tag . Sonne ist angesagt. So plötzlich ist sie da, wie sie verschwunden war. Was ein Glück. Die Wecker werden gestellt (man beachte wieder die Mehrzahl) und der Fotorucksack zum zehnten mal auf Vollständigkeit überprüft. Es darf ja nix schiefgehen sonst verschwindet der Winterblues nämlich nicht.

Der Morgen naht, raus aus dem Bett, kurz geduscht, Kaffee und dann ab ins Auto. Fünf Minuten später merkt man, Mist die Brille liegt zuhause. Also umdrehen, nochmal nach Hause, Brille auf die Nase und wieder auf die Strasse. Fotokollege eingesammelt und „Zack“ ist man am Ziel des Begehrens angekommen. Kamera auspacken und los geht es, Winterblues vertreiben.

Und das funktioniert bei solchem Anblick ziemlich erfolgreich:

Sogar den Testturm in Rottweil sieht man durch den Nebel, wie man am oberen Bild sehen kann. Kunststück bei seinen 246m

Auf dem Rückweg zum Auto fanden sich noch ein paar weitere Motive die es wert waren den Auslöser der Kamera zu betätigen, wobei die A….kalten Finger lieber nicht bewegt werden wollten, egal zum Aufwärmen gibts später die warme Bude oder viel früher das warme kuschelige Auto, das nach den letzten Aufnahmen, dankbar meinerseits, wartete.

Last but not least, musste ich nochmal anhalten, (man bemerke bitte meinen Willen aufs Neue das warme Auto zu verlassen), denn der Testturm zu Rottweil zeigte sich zum zweiten mal zwischen den Nebelschwaden und das in einem besonderen Licht, wie ich finde.

Nachdem ich dann den Fotokollegen bei sich zu Hause abgesetzt habe und vor meiner eigenen Haustür stand, öffnete ich ganz vorsichtig den Eingang und schaute nach ob ich den Winterblues noch fand, aber Oh Freude er war tasächlich weg.

Ich hoffe euch hat meine kleine Exkursion gefallen und solltet ihr den Winterblues nochmal treffen, ihr dürft ihn gerne behalten. 🙂

In diesem Sinne, bis neulich und bleibt wunderfitzig, wie wir Schwaben sagen.

Sogesehen – Monatsfoto Januar 2024

When nothing goes right, go left…
… dachte ich mir, als ich das erste Mal an diesem Wegweiser vorbeikam. Nachdem ich sowieso etwas lust- und ziellos im Wald spazieren ging, bin ich der Einladung des Wegweisers gerne gefolgt. Denn, wann hat man schon die Gelegenheit, mit einem Umweg von gerade mal 400 Metern direkt nach TROTZDEM zu kommen?
Der Ort selbst ist ruhig gelegen und wenig spektakulär. Dort, wo der Wegweiser steht, laufen die meisten geradeaus weiter.  Viele nehmen nicht mal den Wegweiser wahr, vielleicht, weil sie ja genau wissen, wo sie hinwollen: Zu den „echten“ Zielen, zum Kybfelsen oder weiter zum Schauinsland.  
Trotzdem, oder vielleicht gerade deshalb mag ich den Ort und den Weg dorthin: Der Weg links ab, dann gleich nochmal rechts und durch das Gatter links runter auf den schmalen Pfad fühlt sich ein bißchen an wie der Eingang in die Winkelgasse: Alle können ihn sehen, aber die wenigsten nehmen ihn wahr.

When nothing goes right, go left…
… ist vielleicht auch ein möglicher Einstieg in das nun vor uns liegende Neue Jahr 2024.
Vielleicht sind all die furchtbaren Ereignisse, die uns täglich neu in den Nachrichten erschrecken, nicht die einzige Wahrheit. Mit meiner persönlichen Kraft werde ich weder den Weltfrieden herbeiführen noch den Klimawandel aufhalten. Nicht einmal werde ich meine Mitmenschen davon überzeugen können, daß es intelligentere Formen des Miteinanders gibt, als den öffentlichen Raum mit Pizzakartons, Zigarettenkippen oder anderem Müll zu befüllen. Das ist meiner ganz persönlichen Meinung nach auch nicht meine Aufgabe.
Aber: Kann ich TROTZDEM etwas verändern in dieser Welt?

When nothing goes right, go left…
… ist das bloß ein hübscher Spruch oder hat das eine echte Bedeutung im Alltag?
Oder: Was passiert eigentlich, wenn ich mit einer positiv-trotzigen Grundhaltung den Hauptweg ins Jammertal verlasse und meinen eigenen Weg suche?
Wenn ich mit meinen begrenzten Kräften in meinem direkten Umfeld, in Familie und Verwandtschaft, der Nachbarschaft und am Arbeitsplatz, in der freien Natur und in der Stadt immer wieder neu versuche, mich als Geschöpf inmitten von anderen Geschöpfen zu verstehen und diesen mit Wertschätzung zu begegnen?
Wenn ich dazu noch den Blick hebe und mich ernsthaft bemühe meinen kleinen Teil an der globalen Verantwortung ernst zu nehmen?
Möglicherweise werde ich dann ein kleiner Teil einer Veränderung zum Positiven.
HOFFNUNGSTROTZIG.

Vielleicht bin ich ja total naiv und ich sehe mit meiner naturgegeben beschränkten Sicht auf die Dinge nicht das, worauf es wirklich ankommt.

Was meint Ihr?

Auf jeden Fall wünsche Euch von Herzen ein trotz- und hoffnungs-volles, lebens- und liebenswertes Neues Jahr 2024.

Wie früher einmal

Der Weihnachtsbaum ist geschmückt, alle Geschenke sind hübsch verpackt, und die Weihnachtsgans liegt im Kühlschrank, bereit für ihre letzte Reise in den Backofen.

Weihnachten fühlt sich an wie immer, oder besser gesagt: wie früher, bevor ein Virus unsere Weihnachtsgewohnheiten auf den Kopf stellte. In diesem Jahr scheint Corona für viele seinen Schrecken verloren zu haben, und so drängen sich die Menschen wieder dicht an dicht auf den Weihnachtsmärkten. Auch Oma und Opa werden wieder mit an der Festtafel sitzen.

Auch um unsere Gasversorgung müssen wir uns in diesem Jahr anscheinend keine Sorgen mehr machen. Während im letzten Jahr bei vielen die Lichterketten dunkel blieben und die Weihnachtsplätzchen eher heimlich und mit schlechtem Gewissen (Strom sparen!) gebacken wurden, ist es in diesem Jahr in der Stube warm und überall leuchtet es festlich. Fast könnte man meinen, dieses Weihnachtsfest sei das erste „normale“ seit Jahren, so wie früher eben.
Nichts ist mehr wie früher, auch dieses Weihnachten nicht!

Hass, die Gier nach Reichtum und Macht haben die Welt fest im Griff und niemand scheint einen Plan zu haben, wie die überlebenswichtigen Probleme unseres Planeten gelöst werden können. Machen wir uns nichts vor, die Probleme sind ohnehin viel zu groß und komplex, als dass sie von einzelnen Politikern gelöst werden könnten. Und wenn man sieht, wie sich die politische (Un-)Ordnung auf der Welt gerade verschiebt und wie sich politische Mehrheiten, auch im eigenen Land, gefährlich verändern, dann wird mir angst und bange.

Weihnachten: Das Fest der Liebe, Hoffnung und Zuversicht?
Ein Fest vor allem für Optimisten?

Vielleicht wächst gerade in Zeiten großer Überforderung und Verunsicherung bei vielen von uns die Sehnsucht nach einer „heilen“ Welt, und sei es nur für ein paar Tage. Auch ich ertappe mich an den Festtagen, wie ich Nachrichtensendungen meide, mich in ein Buch vertiefe und die Krisen der Welt verdränge. Eine Wahl, die leider nicht alle Menschen haben. 

Für mich symbolisiert der Radfahrer auf dem Titelbild etwas Hoffnung. Mit seinem Körpereinsatz bringt er den Weihnachtsbaum zum Leuchten und zeigt uns damit, dass auch kleine Anstrengungen eine große Wirkung haben können.

Schneerauschen

Früher Vogel oder Nachtmensch? Oder irgendwas dazwischen? Welchem Schlaftyp würdest du dich zuordnen? In der Fachsprache gibt es dafür, wie ich finde, ganz hübsche Namen: Lerche, Eule oder Taube.

Ich selbst würde mich als Taube mit Tendenz zur Lerche bezeichnen, d.h. ich gehe nicht allzu früh ins Bett, habe aber auch keine Probleme morgens aufzuwachen bzw. früh aus den Federn zu springen. Eigentlich ideale Voraussetzungen, um frühmorgens mit der Kamera loszuziehen. Allerdings bin ich auch eine Frostbeule, und sobald die Temperaturen unter den Gefrierpunkt fallen, kämpfe ich mit eiskalten Händen und Füßen und bleibe dann doch lieber im warmen Bett liegen. Mittlerweile habe ich jedoch aufgerüstet und starte mit beheizbaren Strümpfen (mit Akku!) und warmen Handschuhen mit abklappbaren Fingerkuppen in einen kalten Fototag.

Bestens gerüstet also für einen Spaziergang am Rhein an einem frostigen Wintermorgen. In der Nacht war der Regen in leichten Schneefall übergegangen und überzuckerte die Landschaft mit einem Hauch von Weiß.

Auf dem Wasser tummelten sich neben einigen Schwänen und einem Silberreiher auch erstaunlich viele Kormorane. Selten habe ich so viele der bei Anglern nicht so beliebten schwarzen Vögel gesehen, und es war interessant zu beobachten, wie sie miteinander kommunizierten oder ihr Gefieder in der schneefeuchten Luft trockneten.

Mit der Zeit nahm der Schneefall zu und die Sicht wurde immer schlechter, und obwohl ich immer öfter Schneeflocken von der Linse wischen musste, fand ich die Stimmung wunderschön. (Was wahrscheinlich auch an meinen warmen Füßen lag 😉 )

Normalerweise sind verrauschte Bilder bei Fotografinnen und Fotografen verpönt, und eine der besten Neuerungen in der Bildbearbeitung ist die KI-gestützte Rauschreduzierung (die ich normalerweise auch ausgiebig nutze). Hier aber wurde das (Schnee-)Rauschen von der Natur gemacht, und selten hat mir „Gegrissel“ so viel Freude bereitet. Das sieht nicht nur schön aus, sondern spart im Nachhinein auch jede Menge Zeit bei der Bildbearbeitung. 

Hier noch ein „heißer“ Tipp zum Schluss: Wer noch ein Last-Minute-Weihnachtsgeschenk für Frostbeulen sucht: Heizsocken mit Akku! Die kann ich wärmstens empfehlen 🙂

Novemberschnee

Der erste Schnee ist zwar schon wieder weg, aber die Erinnerung daran ist trotzdem noch wach in mir.

Mit meinem besten Schulfreund traf ich mich am letzten Novemberwochenende zum Wandern. Und weil wir uns im Tal nicht vollregnen lassen wollten, sind wir zum Ruhestein hoch gefahren. Das Wetter da oben war ein bißchen speziell und die grandiose Fernsicht leicht eingeschränkt. Das hatte allerdings den großen Vorteil, daß wir das, was wir von der Landschaft sehen konnten, überwiegend für uns alleine hatten.

Ich persönlich mag es ja gern etwas reduzierter, und so regte die besondere Stimmung unterwegs nicht nur zu guten Gesprächen, sondern auch zum einen oder anderen Foto an.

Süße Tierkinder (1)

Schon lange schaue ich mir keine Fernsehnachrichten mehr an. Nun gut, ich habe auch seit einigen Jahren keinen TV mehr, von daher liegt das auch irgendwie nah. Aber selbst als noch einer im Wohnzimmer stand, blieb er abends aus. Warum soll man sich Tag ein, Tag aus immer aufs Neue schreckliche Bilder anschauen? Was soll das bringen? Ich lese verschiedene Tageszeitungen und höre Radio, darüber bin ich ausreichend informiert über die Geschehnisse in der Welt, denke ich. Aber selbst das Radio bleibt in der letzten Zeit zur vollen Stunde aus. Es ist einfach unfassbar, was sich alles abspielt und wie schlimm die Menschheit mit sich und ihrem Planeten umgeht.

Für solche Fälle gibt es Bilder von Tierbabys. Ohne Witz – das ist mein voller Ernst! Schaut mal in der Kalenderabteilung Eurer Buchhandlung vor Ort (denn für Eure Käufe boykottiert Ihr natürlich den großen Online-Riesen mit dem südamerikanischen Fluss im Namen, um den stationären Einzelhandel zu unterstützen) – lauter Kalender mit Fotos von Naturwundern, schönen Landschaften und goldigen Tierkindern. Die Schweizer*innen unter uns brechen spontan in ein lautes „Jööööh!“ aus 😉

Und das meine ich gar nicht mal kritisch. Es ist absolut verständlich, dass man schöne Dinge und Harmonie sehen und erleben will und nicht, sagen wir mal, Terroristen und ihre Geiseln in Tunneln oder eine Klimakonferenz, die einem die letzte Hoffnung raubt. Vor diesem Hintergrund möchte ich nun eine kleine Serie von Artikeln einläuten.

Thema: Süße Tierkinder!

Und ich möchte gleich mit einem Paukenschlag einsteigen: ROBBENBABYS. Die gehen nämlich immer. A safe bet.

Vor einiger Zeit habe ich mich mal mokiert über Leute, die angesichts eines jeglichen Tieres mit Fell sofort losjaulen, „wie süüüüß“ das doch sei (hier der Artikel dazu). Ich stehe noch immer dazu, dass das meines Erachtens eine unzulässige und daher zu kritisierende Haltung gegenüber wilden Kreaturen ist, ein respektloses Kleinmachen und Nicht-ernst-Nehmen von Geschöpfen, mit denen wir uns die Erde teilen. Aber schon damals habe ich wohlweislich junge Tiere von meiner Tirade ausgenommen, die naturgemäß dem „Kindchenschema“ entsprechen und natürlich (insbesondere im Falle von Säugetieren) den Reflex der Begeisterung und Fürsorge bei uns allen auslösen sollen. Da passt das selbstverständlich mit dem „Jööööh“.

Oder geht das nur mir so?

Übrigens: Mit wem haben wir hier eigentlich das Vergnügen?

Ich bin (einige werden es wissen) vor ziemlich genau vier Jahren auf einer längeren Reise gewesen, die mich unter anderem nach Neuseeland geführt hat. Da gibt es Orte an der Küste, wo sich Neuseeländische Seebären (Arctocephalus forsteri) wohlfühlen und in großer Zahl abhängen. So auch auf der Halbinsel Kaikoura auf der Südinsel Neuseelands. Da bin ich eigentlich wegen der Albatrosse hingefahren. Aber die Robben habe ich selbstverständlich nur zu gerne ebenfalls „mitgenommen“.

Jöööööh! Oder etwa nicht?

Ich jedenfalls kann mich nicht sattsehen an diesen kleinen Kerlchen, die sich auf den abendsonnenwarmen Felsen fläzen, spielen und herumbalgen.

Und mit dem Anblick dieser „possierlichen Tierchen“ (falls sich jemand da draußen noch an Prof. Grzimek erinnert) verabschiede ich mich und wünsche Euch einen schönen Abend.

12. Dezember 2023
Sebastian Schröder-Esch
(www.schroeder-esch.de)

Finnland? Kanada? Oder doch „nur“ die Hornisgrinde?

Wenn ich durch die neulich gemachten Bilder scrolle, kommt mir genau diese Frage in den Sinn. Eindeutig ist es nämlich nicht wenn man die Bilder betrachtet, zumindest nicht auf den ersten Blick – und schon gar nicht, wenn man nicht weiß, das ich aus dem Schwarzwald komme.

Aber beginnen wir doch am Anfang.

Wenn man die Wetterprognosen für den diesjährigen Winter verfolgt hat, wurde einem in Bezug auf den Schnee recht schnell klar: „Das wird wohl nix“. Doch wie wir sehen, sind solche Langzeitprognosen eben nur eines, nämlich Prognosen.

Der Winter hat also Einzug gehalten und auf den Höhen liegt Schnee, und das nicht allzu knapp. Da bleibt mir als Fotograf doch gar nichts anderes übrig, als meine Kamera zu packen und loszuziehen. Es ist geradezu ein Zwang, den Wecker frühs zu stellen und um halb sechs loszufahren, um noch pünktlich zum Sonnenaufgang am Fotospot zu sein. Jaja. Der Fotograf hat’s schon schwer. Denn es ist schließlich Winter und obendrein auch noch a….kalt. Aber ich muss. Ihr wisst ja. Der Schnee, das Licht und überhaupt.

Ja, und dann ist man an seinem geliebten Fotospot, wartet gemeinsam mit Fotokollegen auf den Sonnenaufgang und fragt sich: „Wo bin ich?“ Ist das noch der Schwarzwald? Oder bin ich unterwegs falsch abgebogen?

Es war echt faszinierend, was das Licht an diesem Morgen gezaubert hat. Zum Niederknien. Ehrlich. Ich war total von den Socken. Es war tatsächlich so, als ob man durch eine verborgene Tür tritt und den Fuß in ein anderes Land setzt. Fast wie ein Zauber. Aber seht selbst.

Es ist natürlich die Hornisgrinde im Nordschwarzwald. Doch wüsste man es nicht, man könnte vermuten, der Fotograf hat einen Abstecher nach Finnland oder Kanada gemacht. Das Licht an diesem Tag hätte diesen Gedankengang durchaus zugelassen.

Auf dem Rückweg über den tiefverschneiten Gipfel ergeben sich dann wieder ganz andere Eindrücke. Der Sonnenschein zaubert wieder, und es tauchen Gestalten im Schnee auf, die an urige Figuren aus alten Lagerfeuergeschichten erinnern – oder zumindest der Fantasie den Anreiz zu geben, so etwas zu sehen.

Zu guter Letzt durften meine Fotokollegen und ich noch einige tolle Aussichten genießen und auf wunderschönen verschneiten Pfaden zurück zum Auto laufen. Das Gefühl in eine andere Welt zu treten war dann auch wieder da, nur diesmal war es das Gefühl, wieder in der Realität angekommen zu sein. Dazu beigetragen hat auch der Jogger, der bei -5° nur in Badehose, Schlapphut und Laufschuhen an uns vorbeigetrabt war.

Ich hoffe, allen Prognosen zum Trotz, das der Winter uns dieses Jahr alle überrascht und wir viele schöne Momente im Schnee genießen können. In diesem Sinne. Bleibt neugierig.

sogesehen – Monatsfoto Dezember 2023

Zum einen geht mit dem Monat Dezember das Jahresende einher, zum anderen ist das neue Jahr in greifbarer Nähe. Das Ende wird auch gerne mit dem Wort „Abschied“ assoziiert. Wir verabschieden uns in diesem Sinne von den zurückliegenden Tagen, Wochen und Monaten im Jahr 2023 und machen uns auf den Weg in ein unbekanntes neues Jahr.

Ich wünsche uns allen, dass wir in den nächsten vier Wochen Zeit finden, unsere Herzensmomente von 2023 in Erinnerung zu rufen und inne zu halten. Im neuen Jahr dürfen wir dann gespannt sein, welche Abenteuer und Herzensmomente das Leben für uns bereithält.

Das Team des sogesehen-Blogs wünscht eine besinnliche Adventszeit, fröhliche Weihnachten im Kreise der Familie und einen guten Start in das Jahr 2024! Wir bedanken uns für die positiven Zusprüche zu unserem Blog. Neu hier? In unserem Archiv sind alle Beiträge nachzulesen. Viel Spaß beim Stöbern!