Zwei ältere Herren auf Langlaufskiern ziehen beharrlich ihre Runden
Es liegt Schnee | Die Temperatur beträgt konstant -2 °C | Das Licht ist schlecht | Der Generator brummt | In der Luft liegt ein unangenehmer Abgasgeruch | Im Winter parken hier Autos | In der Tiefgarage des Besucherzentrums der Skisprungschanzen von Planica
Zwei ältere Herren auf Langlaufskiern ziehen beharrlich ihre Runden
Draußen blinzelt die Sonne durch die Wolken | Die Temperatur beträgt +12 °C | Im Nationalpark Triglav verfärben sich die ersten Blätter | Wanderer und Mountainbiker zieht es hinauf in die Berge | Touristen bestaunen die Flugschanzen | Die Luft ist klar und frisch | Der Sommer ist vorbei | Ob der Winter dieses Jahr Schnee bringen wird?
Zwei ältere Herren auf Langlaufskiern ziehen beharrlich ihre Runden
Zurück aus Lublin und dem Staatlichen Museum Majdanek. Das dortige Konzentrationslager bestand von Oktober 1941 bis zum 23. Juli 1944. Die geschätzte Gesamtzahl der dort inhaftierten Menschen beträgt 150.000. Von ihnen haben 80.000 das Lager nicht überlebt. Sie sind ermordet worden.
Es war mir eine sehr große Ehre, mich an meinem Besuchstag mit Menschen treffen zu dürfen, die dieses oder andere Lager zur Zeit der deutschen Besatzung überlebt haben. Pani Janina, Pani Genowefa, Pan Jerzy. Meine Dankbarkeit, und meine Trauer, sie lassen sich nicht in Worte fassen.
Hoffnung macht mir, dass jedes Jahr junge Menschen aus Deutschland und Österreich einen freiwilligen Friedensdienst im Museum Majdanek leisten. Paula und Severin – auch Euch kennenzulernen, war mir eine Freude, und ich danke Euch für Euer Engagement.
Wir alle, die wir heute leben, tragen die Verantwortung. Nicht für das, was damals geschehen ist. Sehr wohl aber für die zukünftige Entwicklung unserer Gesellschaft und Politik. Und für die Antwort auf die Frage, ob wir auch nur einen Funken Verstand und Menschlichkeit in uns haben, und wie es um unsere Bereitschaft bestellt ist, Lehren zu ziehen aus der Geschichte.
Am Sonntag war kalendarischer Herbstanfang. Vom Wetter her fühlte sich der Tag noch ziemlich sommerlich an, doch beim Blick in die Natur war der beginnende Herbst nicht zu übersehen.
Neben den kräftigen, warmen Farben ist überall schon der beginnende Rückzug zu erkennen. Formen werden markanter, Strukturen durchsichtiger.
Zum Glück können und dürfen wir keinen Einfluß auf den ewigen Kreislauf des Lebens nehmen. Vielmehr dürfen wir uns, wie alle anderen Geschöpfe auch, dem unaufhörlichen Lauf des Werdens und Vergehens hingeben …
Was macht man mit einem trüben Tag im Urlaub? Vielleicht erst mal gemütlich frühstücken. Zum Beispiel mit Croissant, Erdbeer-Himbeer-Marmelade und Milchkaffee. Dann ins nahe Städtle gehen, um auf dem Markt weitere Leckereien zu erstehen. Das gibt Körper und Geist genug Zeit, die Kalorien des Frühstücks in fotografischen Tatendrang umzuwandeln. Und dann könnte man in Ruhe zusammen mit seiner Kamera der ganz eigenen Stimmung des trüben Tages nachspüren.
Gedacht – gemacht:
Zuerst bin ich an kleinen Details von zwei geschlossenen Geschäften hängen geblieben.
Mit etwas weiterem Blickwinkel kamen noch ein paar mehr oder weniger architektonische Motive dazu.
Und weil ich oft den meisten Spaß an Motiven habe, die sich nicht gleich auf den ersten Blick erschließen, hier noch ein paar Bilder, die vielleicht einen zweiten oder dritten Blick wert sind…
Kathedrale in der Wüste! ist das erste, was mir in den Sinn kommt angesichts dieses Kolosses. Völlig deplatziert wirkt das riesige, kantige Gebilde an diesem milden Spätsommerabend. Ein UFO, versehentlich gelandet auf dieser Anhöhe in der weitläufigen, geradezu lieblichen Landschaft des Maifelds.
Man beachte nur mal die extremen Größenverhältnisse zum daneben stehenden Wohnhaus…
Der nächste Gedanke dann: rein äußerlich passt dieses Monstrum zwar hierher wie die Faust aufs Auge, aber natürlich gibt es doch Bezüge zur Umgebung.
Der Verdacht erhärtet sich bei näherem Hinsehen. Es ist doch kein UFO. Vielmehr das Stroh der umgebenden (inzwischen abgeernteten) Getreidefelder, das hier in komprimierter, gestapelter Form über der Landschaft liegt / steht / thront und auf Abholung und Weiterverwertung wartet.
Überlegung: Ist das eigentlich schon Architektur? Ein temporärer Zweckbau zu landwirtschaftlichen Zwecken? Ein Pop-up-Bauwerk als bewusst störender Blickfang in der ansonsten reizarmen, durchtechnisierten Landschaft? Zufallskunst? Oder gar eine heimliche Hommage an Van Gogh?
Warum nicht Töpfern oder Bogenschießen? Was macht für mich die Faszination und den Reiz dieses Hobbys aus? Ich bin sicher nicht der einzige Mensch hinter der Kamera, der sich diese Frage hin und wieder stellt.
Die häufigste Antwort darauf dürfte wohl sein: „Es macht Spaß und ist kreativ“. Das ist absolut richtig, aber das trifft auf die meisten handwerklich orientierten Hobbys zu und diese Antwort ist mir fast eine Spur zu einfach, geht aber schon in die richtige Richtung.
Fotografie ist trotz allem digitalen Schnickschnack ein (Kunst-) Handwerk, d.h. ich entwickle eine Idee oder lasse mich inspirieren und schaffe mit meinen Händen ein ganz individuelles Ergebnis. Nun kann man sich zu Recht fragen, ob Serienaufnahmen mit 30 Bildern/Sekunde nicht schon eher einer industriellen Massenproduktion gleichen, aber mir geht es vielmehr um die Frage, ob eine digitale Datei als künstlerisches oder dokumentarisches Endergebnis die gleichen Emotionen wie Freude und Stolz auslösen kann wie eine selbstgetöpferte Vase oder ein anderes handgefertigtes Kunstwerk.
Ich meine ja!
Dabei ist es egal, ob es sich um einen Schnappschuss oder eine sorgfältig geplante Bildkomposition handelt. Es spielt für mich auch (fast) keine Rolle, ob und wem das Bild sonst noch gefällt und ob es in den sozialen Medien Erfolg haben könnte. Natürlich freue ich mich, wenn ich ein Feedback zu meinen Bildern bekomme, aber wenn ich mit dieser Schere im Kopf fotografieren würde, hätte ich die Lust am Fotografieren längst verloren.
Im Laufe eines fotografischen Jahres gibt es aber immer eine kleine Anzahl Bilder, die sich so sehr von den anderen unterscheiden, dass sie mich zum Staunen bringen.
Mich selbst immer wieder zu überraschen – das ist einer der Gründe (neben vielen anderen), warum ich fotografiere.
Welches ist dein Lieblingshobby, und stellst auch du dir manchmal die Frage nach dem Warum?
Von einem freundlichen Neugiertier begrüßt, fing meine Wanderung von Ost nach West durchs Sauerland ziemlich hoffnungsvoll und fröhlich an.
„Der Sauerland-Höhenflug bietet dir atemberaubende Aussichten, großartige Strecken und viele neue Erlebnisse! Bist du bereit, deine Komfortzone zu verlassen? Pack deinen Rucksack und los geht’s!“ So verspricht es die Website. Und wirklich, die Wegführung ist grandios, da haben die Macher dieses Fernwanderweges klasse Arbeit geleistet.
Die Art und Weise, wie ich als Idylle-verwöhnter Schwarzwaldwanderer unterwegs meine Komfortzone verlassen mußte, hat mich allerdings ziemlich kalt erwischt:
Unmißverständlich führte mir meine Wanderung durchs Sauerland vor Augen, welche Folgen die Kombination aus Klimawandel, Luftverschmutzung und Fichten-Monokulturen für den Wald hat.
Ganz zum Schluß meiner Wanderung wollte mich die Natur offenbar nicht ganz ohne Hoffnung nach Hause fahren lassen und hat mir noch ein paar Mut machende Eindrücke mit auf den Weg gegeben, für die ich sehr dankbar bin.
Mein Wecker klingelte an diesem Frühsommertag Anfang Juni bereits um 4 Uhr in der Früh. Der Wetterbericht hatte Sonne satt versprochen. Ich konnte es kaum erwarten, die schöne Morgenstimmung zu erleben und die wohltuende Wärme der Sonne im Gesicht zu spüren. Die Tage zuvor waren einfach viel zu kalt, verregnet und erinnerten einen eher an ungemütliche Herbsttage. Die Freude über den angekündigten Sonnentag war dementsprechend groß.
Gegen 5.15 Uhr erreichte ich den Wanderparkplatz „Gerstenhalm“ in Geiersnest. Eine genaue Wanderroute hatte ich mir vorab nicht überlegt, da ich mich von der Landschaft vor Ort inspirieren lassen wollte. Kurz nach meiner Ankunft zeigte sich auch schon die lang ersehnte Sonne.
Bevor mich der Weg entlang bunt blühender Wiesen allmählich in den Wald hinein führte, schweifte mein Blick noch einmal auf die gegenüberliegenden Berge ab. Der wolkenfreie Himmel ermöglichte eine klare Sicht auf den Hochblauen und die Vogesen.
Der Waldweg führte immer weiter aufwärts. Ich setzte mir dann doch anhand eines Wanderschildes den Schauinslandgipfel, Freiburgs Hausberg, als Ziel fest. Das saftige Grün des Waldbodens, die durch Bäume durchscheinende Morgensonne und die angenehme Waldluft ließen mich einige Male innehalten.
Als ich nach insgesamt 520 Höhenmetern auf dem Schauinslandgipfel angekommen war, konnte ich die Ruhe vor Ort alleine genießen. Um mich herum machten lediglich Buchfinken und Kohlmeisen auf sich aufmerksam und begrüßten den Tag. Vom Gipfel aus hatte man einen wunderbaren Panoramablick auf den Feldberg, den traumhaften Hochschwarzwald und bis weit hinaus auf die Alpenkette. Da der Eugen-Keidel-Turm, auch Schauinsland-Turm genannt, zu der Zeit renoviert wurde, konnte ich leider nicht ganz hinauf.
Nach einigen Minuten auf einer der schönen Aussichtsbänke ging es dann mit einem „Coffee to go“ vom dortigen Gipfelrestaurant „Die Bergstation“ durch das gegenüberliegende Waldstück zurück Richtung Ausgangspunkt. Die Wanderung in diesem Waldgebiet gestaltete sich mit teils schmalen Trampelpfaden und offenen Lichtungen sehr abwechslungsreich.
Nachdem ich den Waldabschnitt hinter mir gelassen hatte, öffnete sich erneut ein wunderbarer Panoramablick Richtung Freiburg, Kaiserstuhl, Rheinebene und Vogesen. Nach rund 13 Kilometern hatte ich mein Auto wieder erreicht. Gegen zwölf Uhr ging es dann für mich glücklich und voller schöner Eindrücke im Gepäck wieder heimwärts.
Der frühe Morgen inmitten der Natur ist immer wieder etwas Besonderes und ich bereue es nie, dafür so früh aufzustehen. Vielleicht geht es euch ja ähnlich?
Die Ferienzeit ist in vollem Gange, und für die meisten von uns heißt es: Ab ans Wasser! Ob mit der Dauerkarte ins städtische Freibad oder mit Sack und Pack ans Meer, für viele von uns ist die Badehose in den nächsten Wochen wie eine zweite Haut und ein Urlaub ohne das kühle Nass undenkbar. Auch mich zieht es mindestens einmal im Jahr an ein größeres Gewässer und am liebsten ans Meer, allerdings selten im August und auch nicht zum Baden.
Obwohl, schwimmen würde ich schon gerne, aber manchmal ist das schwierig, so ganz ohne Wasser…
Irgendwie ist es schon verflixt. Da fährt man Hunderte von Kilometern durch die Republik, kommt müde am Urlaubsort an, läuft in freudiger Erwartung ans Wasser und schwuppdiwupp – schon wieder ist Ebbe!
Husum
Da meine bevorzugten Reiseziele eher im Norden liegen, ereilt mich dieses Hase-und Igel-Spiel der Gezeiten fast in jedem Urlaub. Natürlich gibt es in jedem Meer Ebbe und Flut, aber im Gegensatz zum Mittelmeer ist der Tidenhub in der Nordsee größer und damit sichtbarer.
Aber das Verschwinden des Wassers ärgert mich natürlich nicht wirklich. Ganz im Gegenteil. Normalerweise ist der Aktionsradius am Meer immer etwas eingeschränkter als im Binnenland, weil man sich ja nur in drei Richtungen bewegen kann. Bei Ebbe jedoch gibt uns das Meer auch seine Seite frei und lädt uns ein, den Meeresboden ganz ohne Taucheranzug zu bestaunen.
Besonders das Wattenmeer hat auch ohne Wasser seinen (nicht ganz ungefährlichen) Reiz. Hat man sich erst einmal an das komische Gefühl zwischen den Zehen gewöhnt, läuft es sich ganz gut kilometerweit in Richtung Horizont.
Es gibt immer was zu gucken, und das ablaufende Wasser formt immer wieder neue Strukturen in den Sand. Man könnte sich stundenlang in Details verlieren.
Schnell hat man die Zeit vergessen und die Orientierung verloren, und das kann ganz schön übel ausgehen. Das Wasser kommt plötzlich von allen Seiten zurück – und wenn man merkt, dass das Wasser plötzlich bis zu den Knien steht und auch bedrohliche Gewitterwolken aufziehen, ist es höchste Zeit, schnell den Rückweg anzutreten.
Foto: Steffen Biber
Gott sei Dank war ich in ortskundiger Begleitung unterwegs und konnte mich darauf verlassen, wieder heil am Strand von Westerhever anzukommen. Wie gut, wenn man liebe Freunde in Nordfriesland hat – danke, Steffen!
Dass das Ganze auch ins Auge gehen kann, konnten wir bei einem Blick zurück beobachten. Ein Rettungshubschrauber musste eine Frau von einer mit Wasser umschlossenen Sandbank retten.
Einen Steffen, Michael oder Peter hatte sie wohl nicht dabei.
Vereinzelte warme und trockene Tage können nicht darüber hinwegtäuschen, dass das Wetter seit Monaten eher unbeständig ist und sehr oft relativ viel Wasser vom Himmel fällt.
So waren die Wetterprognosen auch eher bescheiden, als sich Anfang Juli eine kleine Gruppe naturinteressierter Fotografinnen und Fotografen zu einem Wochenend-Workshop „Natur und Landschaft an der Oberen Donau im Frühsommer“ mitten im Naturpark Obere Donau traf. Statt Sonnenhut und Sonnencreme waren Regenjacke, Gummistiefel und jede Menge Antibrumm im Gepäck. Blogkollege Sebastian hatte mit Sarah, einer Biologin aus Freiburg, die Veranstaltung organisiert, und trotz des bevorstehenden Schauerwetters freuten wir uns auf ein Wochenende in der Natur.
Das Obere Donautal ist geprägt von schroffen, hohen Felsen und einem engen Flusstal, durch das die noch junge Donau fließt. Schon bei Sonnenschein wirkt diese Landschaft ziemlich rau, aber bei Regen und schlechtem Licht bekommt sie einen ganz anderen, vielleicht noch interessanteren Charakter.
Da die Schönheit bekanntlich auch im Detail liegt, bescherte uns die hohe Luftfeuchtigkeit nicht nur viele Mücken, sondern auch ganz unerwartete, zauberhafte Motive, die oft erst zu Hause am PC in starker Vergrößerung sichtbar wurden.
Die Halbwertszeit meines Insektenwissens liegt bei wenigen Stunden, so dass ich keine Ahnung mehr habe, um welche Libellen es sich genau handelte. Aber allein die zarten, mit Morgentau benetzten Geschöpfe an einem Halm schlafen zu sehen, ist schon großes Kino, und manche der Libellen erinnerten mich an kleine außerirdische Wesen.
Ohne den fachkundigen Blick von Sebastian und Sarah wären wir an den schönsten Motiven vorbei – im schlimmsten Fall sogar darüber gelatscht.
Unglaublich, was für ein Schauspiel sich an einem ganz normalen, kleinen Stück Ufer abspielen kann, und so waren wir begeistert, als vor unseren Augen mehrere Libellen aus ihrer Larvenhaut schlüpften und ihre zarten, zerbrechlichen Flügel in der spärlichen Sonne ausbreiteten, manche sogar auf Sebastians Hand, um sie zu trocknen.
Schlüpfende Libelle mit Larvenhautwenige Minuten altSebastian
Nach dem ersten Workshop im Oberen Donautal (November 2023), war dies eine tolle Fortsetzung. Danke, Sarah und Sebastian, dass ihr uns mit eurem Wissen immer wieder zum Staunen bringt! Nur euer Draht zum Wettergott könnte etwas besser sein 😉