Der beginnende Herbst als Zeit der Gegensätze. Diese sind es doch nicht zuletzt, die das Leben interessant machen, oder?
Das sagt sich natürlich leicht, wenn man ganz bequem und warm am Rande eines sonnenbeschienenen Wiesenhangs in den Schweizer Voralpen sitzt und über die Kante auf die gegenüberliegende schattige Felswand schaut.
Gegensätze und Vielfalt, schnelle Wechsel, auch im zeitlichen Verlauf. Weniger als einen halben Tag später eine weitere Aufnahme, Luftlinie keinen Kilometer entfernt – die Rücken der Churfirsten vor dem ersten Licht des Tages.
Letztlich geht es doch darum, offen zu sein und zu bleiben für das, was uns umgibt, und das Staunen nicht zu verlernen. Oder hat jemand eine andere Empfehlung?
Für mich als Zugezogenen im Dreiländereck übt die Stadt jenseits der Grenze einen großen Reiz aus, und so „erfahre“ ich wortwörtlich nach und nach immer wieder neue Quartiere. Im Frühjahr bin ich bereits für einen Blogbeitrag mit Bike und Foto in Basels Norden unterwegs gewesen, für diesen Beitrag konnte ich mich einfach nicht für eine bestimmte Ecke entscheiden, und so erstreckt sich die Route von Riehen über die Wettsteinbrücke ins Bankenviertel und weiter zum Park im Grünen. Am Ende bin ich noch am Auhafen in Muttenz gelandet. Na gut, auch diesmal sind die Fotos nicht an einem Tag entstanden. Ich bin ja schließlich öfters in der Stadt unterwegs 😊. Auch dieses Mal spare ich bekannte Sehenswürdigkeiten aus.
Ich schwinge mich also in Lörrach in den Sattel und durchquere zunächst Riehen. Wer hier bereits einen schönen Blick auf Basel genießen möchte, muss sich nicht bis Chrischona hinaufquälen, sondern steuert den Wenkenhof an. Dort befindet sich auch das Denkmal Wenkenrössli. Man muss dem Pferd dabei nicht zwangsläufig durch die Beine schauen für einen Blick über Basel auf die Roche-Türme.
Im Anschluss kann man es bergab rollen lassen. Bevor es über den Rhein geht, schaue ich noch in der Paracelsusstraße vorbei. Dort liegt eine kleine Backsteinhaussiedlung – man fühlt sich eher nach Norddeutschland versetzt. Wären da nicht schon wieder die Roche-Türme im Hintergrund…
Wenige Minuten später bin ich bereits am nächsten Fotostop angelangt. Das Warteck, ein ehemaliges Brauereigebäude, ist mittlerweile Heim für verschiedene Kultureinrichtungen und Gastbetriebe. Vor allem fällt die eigenwillige Außentreppe auf. Diese kann man auch hinaufsteigen und hat wiedermal einen schönen Rundumblick.
Die Fahrt über die Wettsteinbrücke bietet vor allem eine schöne Sicht auf das Münster. Im letzten Jahr konnte man von dort noch einen Blick durch ein Kaleidoskop werfen, das so manches Motiv auf den Kopf gestellt hat. Bei meinem letzten Ausflug stand es leider nicht mehr an seinem Platz.
Vorbei am Kunstmuseum geht es Richtung Bankenviertel, wo es betriebsam zugeht. Die Fußgänger eilen über die Straße. Durch die Spiegelung wirkt das Gebäude der CIC Bank eher wie ein in Scheiben geschnittener Rundturm. Die Taxis warten vor dem SBB auf Kunden.
Etwas versteckt liegt der Picassoplatz, der ein besonderes Fotomotiv zu bieten hat. In einem öffentlichen Gebäude befindet sich ein äußerst fotogenes, hellgrün gestrichenes Treppenhaus. Neben dem Radfahren ist nun also Treppensteigen angesagt, um die beste Perspektive zu finden.
Weiter geht es vorbei an vielen Gleisen und dem Sportpark St. Jakob hin zum Park im Grünen, wo schon von weitem der Seismosaurus grüßt. Dieses gigantische Exemplar steht dort zur Freude großer und kleiner Dino-Fans. Er dient aber auch der ein oder anderen Gans als Ausguck.
So viele Kilometer waren es bisher nicht, also mache ich noch einen Abstecher in das Industriegebiet Auhafen, das bereits zu Muttenz gehört. Hier reihen sich schier endlos Tanks für verschiedenste Brennstoffe aneinander. Langweilig? Mir gefällt’s: Im hellen Schein der Sonne sind besonders die Schattenspiele durch die Außentreppen ein schönes Motiv.
Damit geht auch meine zweite Tour durch Basel zu Ende. Für mich heißt es jetzt nochmal richtig Schwung aufnehmen und zurück nach Lörrach zu düsen.
Der September ist für mich als bewegungsfreudigen Outdoor-Fan eine schöne Zeit – der Sommer neigt sich dem Ende zu, aber die Wandersaison geht erst richtig los! Wer die herrliche Stimmung am Abend und am Morgen in den Bergen erleben will, übernachtet am besten auf einer Berghütte. So mache ich es auch und verbringe Jahr für Jahr zumindest ein langes Wochenende mit Freunden in einer solchen. Mangelnder Komfort und nächtliche Nebengeräusche nehme ich gerne in Kauf, und die zweite Nacht schläft es sich meistens schon viel besser 😊!
Dieses Bild entstand bei der Drei-Zinnen-Hütte in Südtirol. Tagsüber herrscht dort großer viel Trubel, die berühmte Aussicht auf die Zinnen ist ein großer Anziehungspunkt, der nahgelegene Parkplatz auf der anderen Seite der Zinnen trägt auch dazu bei. Aber am Morgen gegen halb acht herrschte noch Ruhe, nur ein erster Wanderer machte sich bereits an den Aufstieg zum Paternkofel. Diesen Gipfel haben wir kurz danach auch selbst in Angriff genommen.
Nun gut, bei der Geburt war ich nicht zugegen. Aber als ich sie gesehen habe, war jede Menge Schaum im Spiel. Oder halt Gischt. Und von der Schönheit her können sie es allemal mit Aphrodite aufnehmen!
Ich rede von den Großen Tümmlern (Tursiops truncatus, engl. bottlenose dolphin, frz. grand dauphin), die ich gestern im Mittelmeer beobachten durfte. Wahrhaft großartige Tiere!
Wie an vielen touristischen Orten an den Küsten unserer Meere, gibt es auch in Südfrankreich organisierte Touren zur Beobachtung der Meeresfauna – so auch ins „Königreich des Großen Tümmlers“ (le royaume du Grand Dauphin), wie sich meine gestrige Tour nicht ohne Pathos bezeichnete.
Der Veranstalter spricht stolz von einer einhundertprozentigen Erfolgsquote bei den diesjährigen Touren. Und dies ganz ohne Tricks zum Anlocken der Tiere, und mit dem gebotenen Respekt vor dem Bedürfnis nach Ruhe und Distanz. Wenn das Boot sich ruhig verhält, kommen die Delfine im Prinzip von ganz alleine herbeigeschwommen, um das unbekannte Schwimmobjekt zu inspizieren.
Wer in aller Welt braucht bei solch atemberaubenden Begegnungen in der freien Natur noch „Delfinarien“ oder einen ähnlichen Schwachsinn? Tiere in ihrem Lebensraum bei ihren natürlichen Verhaltensweisen zu beobachten, darum muss es doch gehen. Wer anderer Meinung ist, möge sich zu Wort melden!
Gas oder Kohle? Diese Frage wird wiederkehrend jedes Jahr zur Sommerzeit hitzig und leidenschaftlich diskutiert – genauso wie die Frage, ob es die Bratwurst oder der quietschende Halloumi auf den Grillrost schafft. Geschmäcker sind bekanntlich verschieden, aber trotz der wachsenden Zahl an Gasgrill-Fans greifen die meisten von uns doch zur klassischen Holzkohle.
Praktischerweise gibt es diese in den meisten Supermärkten, sodass sie zusammen mit den restlichen Grillzutaten in den Einkaufswagen wandert. Normalerweise achte ich ziemlich genau darauf, woher die Lebensmittel kommen, die auf meinem Teller landen. Über die Herkunft der Holzkohle, die ich beim Grillen verwende, habe ich mir jedoch noch nie wirklich Gedanken gemacht. Nach allem, was man im Netz darüber lesen kann, wird Holzkohle in großen Fabriken industriell hergestellt. Nur etwa ein Viertel davon wird in der EU produziert. Der Großteil der Holzkohle stammt aus Ländern wie der Ukraine, Nigeria, Russland, Indonesien oder Paraguay, in denen z.T. Korruption, illegaler Holzeinschlag und Waldzerstörung weit verbreitet sind.
Doch auch im Hotzenwald, im südlichen Schwarzwald gelegen, hat die Holzkohleherstellung eine lange Tradition. Sie war ein wichtiger Baustein für die industrielle Entwicklung der Region. Heute wird das Handwerk der Köhlerei hier allerdings nicht mehr zum Broterwerb betrieben, sondern als Brauchtum gepflegt, um dieses immaterielle Kulturerbe zu erhalten.
So finden sich in der Gemeinde Dachsberg jedes Jahr Anfang August etwa 20 freiwillige Helfer und Helferinnen aller Altersklassen zusammen, um einen Kohlemeiler aus 23 Ster Buchenholz aufzusetzen und diesen zwei Wochen lang zu hegen und zu pflegen.
Das Holz darf nicht brennen, sondern nur kokeln. Der Meiler muss rund um die Uhr beobachtet und alle zwei Stunden von oben her verdichtet werden – eine anstrengende und mühsame Arbeit für Körper und Lunge. Wenn man sich zudem vor Augen hält, dass einige Leute extra Urlaub nehmen, um die Tages- und Nachschichten abzudecken, dann wird deutlich, mit welcher Ernsthaftigkeit man hier bei der Sache ist.
Nach ca. zwei Wochen ist es dann soweit, die Verkohlung ist abgeschlossen und der Meiler kann geöffnet werden.
Bevor es ans Verpacken geht, muss die Kohle erst vollständig abkühlen. Dass es dazu schon manche „feurige” Geschichte zu erzählen gibt, kann man sich denken.
Aber mit der Holzkohle kann man nicht nur Grillen, sondern auch allerlei Beschwerden lindern. Sie bindet Bakterien und Giftstoffe und wird gerne zur Behandlung von Durchfall eingesetzt. Und so werden aus dem tiefsten Punkt des Meilers ein paar Gläser für die Hausapotheke gefüllt.
Die 8 kg und 5 kg schweren Säcke mit Grillkohle sind abgepackt und stehen im benachbarten Festzelt zur Abholung bereit. Diese können nun bei der Gemeinde Dachsberg käuflich erworben werden. Die Gemeinde hat das Holz für den Meiler zur Verfügung gestellt und erhält es nun in Form von Grillkohle wieder zurück.
Die dreckige und schweißtreibende Arbeit ist vorbei, aber es wird noch Tage dauern, bis der letzte Ruß abgewaschen, der rauchige Geruch aus der Nase und aus den Haaren verschwunden und die ein oder andere Blase geheilt ist.
Vielen Dank an das Team der Brauchtumsköhlerei Dachsberg, dass ich euch über viele Stunden hinweg beobachten, mit Fragen löchern und natürlich auch fotografieren durfte!
Es ist Freitag | halb sechs Uhr morgens | ich habe Urlaub | die Sonne scheint | ich möchte ausschlafen | gerne noch zwei Stündchen | eine Amsel sitzt vor meinem Fenster | sie singt | sie singt schön | sie singt laut | sie singt und singt und singt | kann nicht mehr einschlafen | ich stehe auf.
Eine Stunde später | ich liege schon wieder | unbequem | im Naturschutzgebiet Wehramündung | ein junges Blässhuhn schimpft | was für große Füße!
Zwei Stunden später | die Sonne wärmt das Wasser | Nebel steigt auf | eine Schwanenfamilie zieht vorbei | friedliche Morgenstimmung | Alltag ganz weit weg.
Drei Stunden später | grelles Sonnenlicht | viele Fahrradfahrer | der leere Magen knurrt | Rückweg | STOPP! | Haubentaucher! | korrigiere: Haubentaucher mit Küken!
200 Bilder später | glücklich | Danke, Amsel!
Weitere Beiträge von der Wehramündung findet ihr hier
Nun ist endgültig Sommer: kalendarisch, meteorologisch, und ganz einfach auch subjektiv-emotional. Hell, heiß, grell und laut ist diese Jahreszeit, einfach extrem. Oder?
Vielleicht nicht nur. Ich meine, der Sommer kann durchaus auch filigran sein, still, subtil. Unaufdringlich sozusagen. So wie die zarten Flügel einer gerade geschlüpften Libelle.
Sie ist in dieser Phase, direkt am Übergang in ihr adultes Leben, äußerst verletzlich. So ist sie gut beraten, sich während dieser ein, zwei Stunden bedeckt zu halten und keine Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Meinem suchenden Blick ist sie dennoch nicht entgangen, im Licht der Abendsonne am Ufer des Blindensees.
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Schon bald wird sie sich mit ausgehärteten Flügeln in die Lüfte schwingen, in reißendem Flug akrobatische Manöver vollführen, in flirrender Luft nach anderen Insekten jagen und ihr kurzes, intensives Leben führen – immer rasant, immer extrem. Ganz wie ihre Jahreszeit, der Sommer.
Manchmal ist man unterwegs und hat vielleicht bestimmte Vorstellungen, was man fotografieren will, und findet doch kein passendes Motiv. Tja, und manchmal ist man unterwegs, wie ich kürzlich auf der Wartburg bei Eisenach, und will nur ein paar „Touristenfotos“ machen – da springt mir ein wunderschönes Motiv quasi vor die Linse. Genaugenommen flatterte es in Form einer weißen Taube.
Dieses Bild der Taube auf der Kanone lässt in der aktuellen Zeit reichlich Spielraum für Interpretationen. Ich will mich gar nicht erst darin versteigen und halte es also einfach – passend zum kürzlich zu Ende gegangenen European Song Contest in Basel – mit Nicole: „Ein bisschen Frieden,… einen bisschen Freude… das wünsch ich mir!“
Da meine Reise nach Island nun doch schon drei Monate zurückliegt, wird es höchste Zeit, endlich ein paar Eindrücke in einem Beitrag zu teilen.
Wie Ihr dem Titel entnehmen könnt, wird dies kein klassischer Reisebericht mit Routenplan und Fotos der bekannten touristischen Hotspots sein, sondern eher eine Sammlung der Momente, die mir mit einem gewissen zeitlichen Abstand am stärksten in Erinnerung geblieben sind.
Unsere zehntägige Reise Anfang März wurde von Blogkollege Sebastian und unserem gemeinsamen Freund Steffen organisiert. Wir waren eine Gruppe von elf Personen, alle mit Kameras im Fluggepäck, und bis auf wenige Ausnahmen kannten wir uns untereinander bereits. Anfang März muss man in Island mit winterlichen Verhältnissen rechnen. Zu unserem Glück hatten wir jedoch immer freie Straßen, und es lag nur ein Hauch von Schnee über der Landschaft, was aus fotografischer Sicht absolut fantastisch war.
Abends nach Sonnenuntergang war der Mond dann unser ständiger Begleiter.
Bei Nordlichtern ist der helle Mond ja eher störend, da die tanzenden Lichter im hellen Mondschein viel schlechter zu erkennen sind. Ehrlich gesagt, hatte ich überhaupt nicht damit gerechnet, dass wir so viel Dusel haben und Polarlichter sehen würden. Doch bereits am zweiten Tag unserer Reise färbte sich der Himmel bunt, und wir standen stundenlang in der kalten Nacht und schauten staunend nach oben.
Wie bei fast jeder Reise in die Natur, bei der Sebastian seine Finger im Spiel hat, wurde auch dieses Mal der heimischen Tierwelt besondere Aufmerksamkeit geschenkt. So ist es nicht verwunderlich, dass auch die tierischen Begegnungen meine Erinnerung an diese Reise prägen.
Ich beginne gleich mit einem Giganten: dem Buckelwal. Ich selbst habe noch nie Wale in Freiheit gesehen. Obwohl ich nicht hundertprozentig schiffstauglich bin, wollte ich mir diese Gelegenheit nicht entgehen lassen. In wasserdichten Overalls dick eingepackt ging es mit dem Schiff hinaus aufs Meer. Es dauerte nicht lange, da meldete die Kapitänin des Schiffes: „Buckelwal auf halb zwei!” Alle stürmten auf die rechte Seite des Bootes. Bis ich jedoch die Kamera griffbereit hatte, war der Wal schon längst wieder abgetaucht.
Auch hier hatten wir das Glück auf unserer Seite, denn die Buckelwale und ein halbes Dutzend Orcas zeigten sich uns immer wieder. Was für ein cooles Erlebnis!
Aber die Wale waren nicht die einzigen großen Wassertiere, die mich auf beste Art unterhalten haben.
Robben sind zwar wesentlich gemächlicher unterwegs als die springenden Buckelwale, aber nicht weniger interessant zu beobachten. Als Fotografin finde ich es auch mal ganz gemütlich, in der Abendsonne bäuchlings im Sand zu liegen und nur ab und zu den Auslöser zu drücken – Slow Photography sozusagen.
Dann gibt es Momente einer Reise, die deshalb in Erinnerung bleiben, weil sie lustig, etwas schräg oder auch skurril waren – manchmal vielleicht auch alles zusammen. In so eine Kategorie fällt zum Beispiel ein Frage-Antwort-Spiel zwischen mir und Sebastian, was sich über einen Zeitraum von zehn Tagen etwa wie folgt entwickelte:
„Schau mal, der große grau-weiße Vogel! Was ist das für einer?“ Das ist ein Eissturmvogel, ein wirklich schöner Vogel.
„Hier gibt es aber viele Möwen!“ Das sind alles Eissturmvögel. Du erkennst sie an ihrer Röhrennase. Das haben sie mit den Albatrossen gemeinsam.
„Da vorne sitzt wieder ein Sturm-Dings-Vogel“ Das ist eine Eismöwe…
Jedes Mal, wenn ich Bilder betrachte muss ich schmunzeln. Den Eissturmvogel – und damit auch seinen Namen – werde ich sicher so schnell nicht mehr vergessen 😉
Neben dem Fotografieren ist das Radfahren eine meiner große Leidenschaften. Manchmal verbinde ich beides miteinander. Dies ist definitiv keine perfekte Kombination, denn wer will schon schweres Fotoequipment auf dem Fahrrad mitschleppen? Außerdem herrscht das beste Licht nicht unbedingt zur besten Radfahrzeit. In diesem Blogbeitrag möchte ich zeigen, dass eben doch beides zusammenpassen kann. Mal schauen, vielleicht wird ja eine kleine Serie daraus.
Diese Tour führt mich in die Stadt, und zwar in den nördlichen Teil von Basel, von der Wiese durch Klybeck hinüber auf die andere Rheinseite zum Novartis Campus und dem industriellen Viertel an der französischen Grenze. Um die bekannten Sehenswürdigkeiten in der Innenstadt schlage ich einen großen Bogen. Die Bilder sind nicht alle während der gleichen Tour entstanden, sondern in den letzten Jahren zu verschiedenen Jahreszeiten und Lichtstimmungen. Aber mein Fahrrad war immer dabei!
Los geht es kurz vor den Toren Basels an der Wiese. Dort befindet sich eine alte Eisenbahnbrücke. Sowohl unter als auch auf der Brücke (ok, der Weg hinauf ist etwas mühsam) gibt es interessante Perspektiven und Details. Aber wer hat dort sein schmutziges Fahrrad so prominent platziert?
Ich schwinge mich wieder aufs Rad und unterquere die Ausfallstraßen bis ich an der Wiesenmündung ankomme. Im Stadtteil Klybek befindet sich Basels Hafen. Das bringt wieder jede Menge neue Eindrücke mit sich. Die Fabrikfassaden, der alte Hafenkran (befindet sich weiter südlich), selbst alte Blechdosen können Motive sein. Wer etwas Zeit mitbringt, wird belohnt.
Mittlerweile sitze ich wieder im Sattel und fahre nur wenige hundert Meter Richtung Süden zu einem echten Highlight – dem Klybeker Holzpark! Auf einer Industriebrache ist hier ein „temporäres Kultur-Daheim für kreatives Gedankengut, urbane Wildnis und tanzende Freiheit“ entstanden, wie es auf der Homepage heißt. Ein echtes Fotoparadies, das sich immer wieder lohnt zu besuchen, da sich ständig etwas ändert, neues hinzukommt oder von Pflanzen überwuchert wird. Es bieten sich jedes Mal neue Blickwinkel. Seht selbst!
Nun geht es über die Dreirosenbrücke hinein in den Novartis Campus. Dieser ist seit Oktober 2022 werktags für die Öffentlichkeit zugänglich. Zu finden sind hier moderne Architektur wie z.B. von Frank Gehry, ein 60 m hohes Wandgemälde der Künstlerin Claudia Comte oder eine Skulptur aus geschwungenen rostigen Wänden von Richard Serra.
Der letzte Abschnitt der Fahrradtour führt mich in das industrielle Viertel an der französischen Grenze. Eher per Zufall bin ich letztes Jahr auf dieser Industriebrache gelandet. Die einsame Weide auf dem kahlen Areal mit den wenig ansehnlichen Betonklötzen wirkt eher wie ein Szenario aus einer Sci-Fi Dystopie. Kürzlich war ich nochmal dort, und mittlerweile befindet sich da eine Baustelle, die Endzeitstimmung bleibt…
Nicht weit von dort befindet sich das Bell-Areal mit Mauern voller Urban Art. Besonders die großflächige Wand in der Neudorfstraße ist ein Hingucker. Laut Homepage ist es das größte Street-Art-Wandgemälde in der Schweiz. Wenn da nicht immer jemand sein Fahrrad ins Bild stellen würde…
Hier endet meine fotografische Tour. Ich nehme noch einmal Fahrt auf und radle über die Dreirosenbrücke zum Badischen Bahnhof. Nach Hause geht es mit der Bahn!
Möglicherweise wird die Tour aber demnächst fortgesetzt. Basel hat noch andere interessante Viertel zu bieten!