Trois couleurs

Haben Sie die französische Nationalflagge vor Augen? Die Trikolore?!
bleu.blanc. rouge.

Auf einer Tour durch den Süden wurde mir plötzlich klar, woher diese Kombination kommt. Es reicht, die Augen zu öffnen.

Die Trikolore steht für die drei Leitgedanken der Französischen Revolution: liberté, égalité, fraternité. Die Farben erzählen aber auch vom Meer und der Kunst und dem Lebensgefühl in Südfrankreich…

Alle hier gezeigten Fotos wurden an einem einzigen Tag an der südfranzösischen Mittelmeerküste aufgenommen. Rot und Blau eingerahmt von Weiß, Silber oder Grau ganz selbstverständlich in allen nur denkbaren Varianten.

Blau und Weiß sind die Farben des Meeres, das Rot erzählt etwas von der Leidenschaft der Menschen, die es befahren und die es feiern und mitunter auch fürchten.

Vor allem aber steht es für die Liebe zum Meer und zum Leben an diesen Küsten. Die drei Farben gehören zusammen, sind unteilbar. Frankreich spiegelt sich hier im Meer.

Türen, Fensterläden, Boote, Kanister, die Menschen auf dem Markt, ja selbst Werbung an den Wänden – überall begegnete mir dieser Dreiklang der Farben. Also ob jedes Element Teil einer gemeinsamen Geschichte sei, die dem aufmerksamen Beobachter erzählt wird. Plötzlich verbinden sich diese Elemente, alles gehört zusammen…

Kommst Du eines Tages in den Süden Frankreichs, an die Mittelmeerküste zwischen Collioure und Cerbère, dann halte doch einmal selbst Ausblick nach den Farben Frankreichs…

sogesehen-Monatsfoto April

Frühling haben wir ja eigentlich schon länger: meteorologisch seit dem 1. März, kalendarisch seit gut vierzehn Tagen. Aber er ist zum Glück noch lange nicht vorbei!

Warum zum Glück? Nun, ich für meinen Teil kann sagen, dass der Frühling eindeutig zu meinen vier liebsten Jahreszeiten zählt… Spaß beiseite: Es ist wirklich so, dass diese Zeit nach dem Ende des Winters und vor den ersten richtig sommerlichen Tagen ihren ganz besonderen Reiz und Zauber besitzt. Die Tage werden länger, die Sonne scheint stärker, die Temperaturen steigen, die Natur erwacht aus dem langen Winterschlaf, der Mensch verbringt immer mehr Zeit im Freien (wenn er denn darf).

Ich bin nun beileibe nicht der erste Mensch, dem das auffällt und der dazu seinen „Senf“ abgibt. Aber ich finde wirklich, dass man sich nicht sattsehen kann an den Blüten der Obstbäume, dem Grün neuer Blätter und Gräser, den Farben der ersten Wildblumen. Es ist ein Genuss für alle Sinne – vorausgesetzt, man leidet nicht unter Heuschnupfen. Ja, und auch die Coronakrise dieses Jahres drückt diesen so frühlingshaften Wochen natürlich ihren Stempel auf. Manche freuen sich vielleicht über die Möglichkeit, schöne Ausflüge zu unternehmen rund um ihren Wohnort, andere wiederum sind frustriert darüber, dass sie die eigenen vier Wände oder nur ganz eingeschränkt verlassen dürfen. An dieses besondere Frühjahr 2020 werden wir sicherlich noch lange zurückdenken…

Das obige Foto ist übrigens nicht aktuell. Ich habe es Anfang April 2017 aufgenommen, und zwar im Dreisamtal am Rande des Südschwarzwalds. Wer sich in der Gegend auskennt: Es ist ein Bauernhof im Kirchzartener Ortsteil Höfen. Für mich ist diese Ansicht der Inbegriff der schönen Schwarzwald-Landschaft. Schöne, traditionelle Architektur, die sich harmonisch in eine abwechslungsreiche Kulturlandschaft einfügt und einfach immer wieder eine Augenweide ist. Wenn das Ganze dann auch noch mit frischen Blüten „garniert“ ist… – wem geht da nicht das Herz auf?


In der Rubrik „Monatsfoto“ stellt reihum jede/r von uns ein besonderes Bild vor und erzählt die dazugehörige Geschichte. Für den jeweiligen Monat dient es als Titelmotiv auf der Startseite. Eine Übersicht über sämtliche bisherigen Monatsfotos ist hier zu finden.

Malen mit Licht (Teil 2)

Light-Painting ist eigentlich nur das englische Wort für Lichtmalerei. In der Fotografie ist es jedoch ein eigenständiger Begriff und umschreibt damit eine fotografische Technik in der Langzeitbelichtung.

Über den ganzen technischen Schnickschnack möchte ich hier gar nicht schreiben, hierzu gibt es unzählige Bücher, Tutorials und Fotokurse. Ich werde aus meinem persönlichen Nähkästchen plaudern und Euch das wichtigste Hilfsmittel für schöne Light-Paintingfotos verraten.

Gute Freunde!

Light-Painting macht nämlich alleine a) keinen Spaß und ist b) äußerst schwierig durchzuführen. Gerade wenn, wie oben gezeigt, ein kleiner Fluss zwischen Kamera und Lichtquelle liegt, wäre dies ohne Hilfe eine sportliche Herausforderung.

Meine Empfehlung: Sucht euch z.B. einen technikbegeisterten Stephan, der von der kleinsten Wunderkerze bis zur lichtgetunten Fahrradfelge so ziemlich alles was blinkt und leuchtet in seinem Kofferraum dabei hat.

Genau so wichtig, jedoch fast immer unsichtbar, ist ein Fotomodel, nennen wir sie Birgit. Sie hüpft und springt mit Lichtschwert und Lichterkette geisterhaft durchs Bild und erzeugt somit wunderbare Spuren. Sie ist die eigentliche Lichtmalerin.

Da die Bilder alle zur späten Stunde entstehen, muss man seine Kamera blind bedienen können und verliert seine Ausrüstung im Dunkeln schon mal aus den Augen. Hier ist es immer sehr angenehm, einen hilfsbereiten Martin mit Ruhe und Überblick an der Seite zu wissen. Er sollte sich auch nicht zu schade sein, mal eine Nikon zu bedienen, obwohl seine favorisierte Marke mit einem C anfängt 😉

Egal wie eure Stephans, Birgits und Martins heißen werden, sucht euch ein paar begeisterte Fotofreunde, die nicht nur den Ehrgeiz haben, tolle Bilder zu machen, sondern auch für die anderen da sind. Seid auch mal selbst Fotomodel oder helfende Hand. Light-Paintingfotografie im Team ist kreativ, man lernt voneinander und macht unendlich viel Spaß .

Lust auf weitere kleine Geschichten zur Lichtmalerei? Dann viel Vergnügen bei Malen mit Licht (Teil 1) und Malen mit Licht (Teil 3)

Busch.wind.röschen

Wenn eine Blume volkstümlich auch als Hexenblume bezeichnet wird und das Wort „Wind“ prominent im Namen steht, dann sollte man als Fotograf hellhörig werden.

Dieses zarte Blümchen ist ein kleines Biest. Es fängt schon damit an, dass sie den (Fotografen-) Takt vorgibt. Die meiste Zeit ihres kurzen Blütenlebens hält sie sich verschlossen. Nur wenn ihr die Mischung aus Sonne und Wind gefällt, zeigt sie sich von ihrer schönsten Seite.

Das Buschwindröschen versteckt sich gerne im Unterholz und sucht Schutz im Schatten der Bäume. Mit der klassischen Blümchenfotografie kommt man hier nicht weiter. Der Wind und das zitternde Blümchen sind echte fotografische Herausforderungen, und die niedrige Wuchshöhe erfordert körperlichen Einsatz.

Verwackelt! Aber trotzdem schön…

Da die schönsten Blütenfotos nicht von oben auf die Blüte, sondern von unten oder auf „Augenhöhe“ entstehen, bedeutet dies: Runter auf den Boden und hoffen, dass die Zecken gerade anderweitig beschäftigt sind.

Bei so viel zarter Schönheit möchte ich jedoch nochmals an meine Einleitung erinnern. Die kleine Anemone nemorosa kann auch ein Biest sein.

Ostsee, die vierte (Rügen)

Wir haben heute den 21. März. Kalendarischer Frühlingsbeginn! Ist es da nicht etwas deplatziert, eine Zeitreise in den zurückliegenden Herbst zu unternehmen?

Ach, warum denn eigentlich nicht. Zum einen ist man doch als fotografisch-kreativ interessierter Mensch sowieso viel in der eigenen Imagination unterwegs, wo die sogenannte „Wirklichkeit“ nicht immer die entscheidende Rolle spielt. Und zum anderen gerät im Moment (ich vermeide jetzt mal das allgegenwärtige C-Wort) so Einiges aus den Fugen. Da kann das heimische Sofa schon mal zur Startrampe werden für einen Flug in eine andere Zeit und an einen anderen Ort.

Ich hatte ja kürzlich bereits angekündigt, dass ich noch einen vierten und letzten Pfeil zum Thema Ostsee in meinem Themenköcher für diesen Blog habe. Mir scheint, heute ist ein guter Tag, um ihn abzufeuern. Doch keine Bange: Er ist nicht vergiftet!

Wir erinnern uns: Im Herbst letzten Jahres war es mir vergönnt, einige Tage mit meinen norddeutschen Foto-Freunden auf Rügen zu verbringen. Von der zauberhaften Landschaft im kleinen Nationalpark Jasmund hatte ich ja bereits berichtet und auch ein paar Aufnahmen gezeigt. Aber Rügen ist groß und sehr vielgestaltig. Obwohl wir uns ein proppenvolles Programm zugemutet haben, konnten wir natürlich bei weitem nicht alle lohnenden Ecken „abarbeiten“. Hier möchte ich noch von drei verschiedenen Orten berichten, die wir aufsuchen konnten und die uns mit wunderbarer Herbststimmung und tollen Fotomotiven beglückt haben.


Ganz im Norden von Rügen liegt der kleine Weiler Nonnevitz. Läuft man von dort aus an die Küste, so gelangt man zum sogenannten „Märchenwald“. Wir haben ihn an einem sehr feuchten und trüben Tag besucht, und es war großartig!

Es ist wirklich nur ein recht kleines Stück Wald mit Laubbäumen direkt an der (niedrigen) Steilküste, das märchenhaft anmutet. Der Rest ist fieser Kiefernforst, von dem man sich also nicht beirren lassen darf. Denn es lohnt! Vor allem bei dem trüben, nassen Herbstwetter war dieses kleine Fleckchen sehr interessant und voller Motive und Farben.


Ebenfalls an der Nordküste Rügens liegt das berühmte Kap Arkona. Na gut, streng genommen ist es der äußerste nordöstliche Zipfel. Wie dem auch sei, wir haben diesem schönen Fleckchen ebenfalls einen Besuch abgestattet, da ging es bereits in Richtung Abend.

Am eigentlichen Kap sind wir gar nicht gewesen, sondern haben es aus südlicher Richtung und einer gewissen Entfernung bestaunt. (Wobei ich sagen muss: Am Jasmund hat es mir wesentlich besser gefallen).

Richtig schön fand ich es rund um das winzige Fischerdörfchen Vitt, das noch ein paar Meter weiter südlich liegt.

Ich selber bin ja kein Nordlicht und habe nie auch nur ansatzweise in Meeresnähe gelebt. Von daher gerate ich sofort in Verzückung beim Anblick von einem Bootssteg mit Möwen drauf und bunten Kisten zum Fischfang, dem weiten Meer und darüber gaaaaanz viel Himmel…

Dadurch, dass unser Standort Vitt nach Osten ausgerichtet war, hatten wir uns eigentlich gar keine Hoffnungen auf irgendeine Art von Sonnenuntergang gemacht. ABER: Für bestimmt eine Viertelstunde gab es dann plötzlich doch noch ein wunderbares, kräftig rosafarbenes Licht am Himmel, das ohne Rücksicht auf Kitschgrenzen die Wolken über dem Meer angestrahlt hat – mega!

Was mir neben dem Farbenspiel am Himmel und den beeindruckenden Wolkengebilden auch gut gefiel, war die veränderte Färbung der Kiesel am Strand. Es war dort schon recht dunkel, und Aufnahmen natürlich nur noch vom Stativ aus möglich. Und irgendwie hat der Strand mit einem Mal so einen wunderbaren, hellen Blauton bekommen. Das hat was, finde ich.


Unser letzter Foto-Stop auf Rügen, den ich hier vorstellen möchte, sind die Süntelbuchen oder auch Krüppelbuchen im sogenannten Hexenwald bei Neu-Mukran / Lietzow. Ganz großes Kino!

Wenn ich das richtig verstehe, sind Süntelbuchen einfach eine Mutation der ganz normalen Rotbuche (Fagus sylvatica). Durch ihren völlig verdrehten und krummen Wuchs entziehen sie sich jeder wirtschaftlichen Nutzung, sind aber dafür umso beliebter als Zierbäume in Parks und Botanischen Gärten. Ich könnte jetzt nicht sicher sagen, ob es sich auf Rügen um einen oder mehrere Bäume handelt. Man kann einfach überhaupt nicht sehen, wo Anfang oder Ende ist. Die Struktur ist ingesamt die einer Kuppel, die man betreten und in der man bequem umherlaufen kann. Und das macht richtig Spaß, klaro!

Man sollte natürlich ganz allgemein etwas übrig haben für solche krummen, verwunschenen Formen, zumal in herbstlich-feuchter, morbider Abendstimmung… Ich fand’s jedenfalls klasse, und meine Foto-Buddies ebenfalls.


Hiermit ist meine „Ostsee-Tetralogie“ nun zum Abschluss gekommen. Ich denke extrem gerne an diese kleinen Reisen in den letzten Jahren zurück und freue mich schon auf das nächste Mal, wenn ich dem Nordosten Deutschlands wieder einen Besuch abstatten darf. Und ich werde es mir nicht nehmen lassen, davon dann auch wieder hier zu berichten…

Auf Schusters Rappen

Die Straße gleitet fort und fort,
Weg von der Tür wo sie begann,
Weit über Land, von Ort zu Ort,
Ich folge ihr, so gut ich kann.
Ihr lauf ich raschen Fußes nach,
Bis sie sich groß und breit verflicht
Mit Weg und Wagnis tausendfach.
Und wohin dann? Ich weiß es nicht

Diese Zitat aus „Der Herr der Ringe“ begleitet mich fast täglich, da ich gerne draußen unterwegs bin und meiner Wege ziehe.

Ich stelle mir dann vor, wie ich auf unergründlichen Pfaden durch die Lande pilgere und mich durch die Natur treiben lasse, auf der Suche nach neuen malerischen Orten, die mir vorher fremd waren.

Immer der Nase nach, ist dann mein Motto. Manchmal mit einem festen Ziel, manchmal einfach drauf los, ganz nach Mark Twain: „Wer nicht weiß wohin er will, darf sich nicht wundern, wenn er ganz woanders ankommt“!

Das kann mitunter sehr spannend sein und aufregend dazu. Allerdings sollte man sich Zeit nehmen, denn man weiß ja nie was einen erwartet.

Es müssen aber immer Die kleinen, manchmal verwunschenen Pfade sein. Denn auf ihnen lassen sich die besonderen Fleckchen entdecken. Die, die es lohnt mit der Kamera festzuhalten. Die, an denen man verweilen möchte, um die Seele baumeln zu lassen. Die Plätze, an denen man Kraft tanken kann.

Diese Pfade, die uns träumen lassen, dass wir auf dem Weg sind, in ein zauberhaftes Land, wo großartige Abenteuer auf uns warten und Geschichten, die man mitnimmt, um sie weiter zu erzählen. Diese Pfade sind es wert, beschritten zu werden.

Wenn ihr also, wie ich, auf Schusters Rappen unterwegs seid, eure Kamera dabei habt und genau auf solche Wege trefft, zögert nicht, sondern schreitet voran. Die Bilder werden die Geschichten eurer kleinen Reise erzählen, auch wenn sie nur wenige Schritte vor eurer Haustür enden sollte.

In diesem Sinne. Bleibt neugierig und immer daran denken:

Das Geheimnis des Vorwärtskommens besteht darin, den ersten Schritt zu tun“ Mark Twain

Auf die Ziege gekommen

Unser Erlebnis klingt fast wie eine Szenerie aus einem lustigen Hollywood-Film.

Im Jahr 2018 ging es für uns in den ersten gemeinsamem Wanderurlaub in das wunderschöne Ultental in Südtirol. Völlig fasziniert und begeistert von der wunderschönen Landschaft, konnten wir jeden Tag tolle Wanderwege erkunden und genießen. Eine Wanderung führte uns hier hoch hinauf auf die „Gleckspitze“, ein 2957 m hoher Berg in den Ortler-Alpen. Wir starteten unten im Tal bei ca. 1800 m und waren insgesamt 18 Kilometer unterwegs. Auf dem Gipfel des Berges angekommen, konnten wir uns in das Gipfelbuch eintragen und für den Rückweg mit einem guten Vesper stärken.

Während dem Abstieg entdeckten wir aus einiger Entfernung einen jüngeren Mann, welcher mit einer Ziege auf dem Wegesrand stand und mit dieser wild umher gestikulierte. Unser Weg führte uns direkt an den beiden vorbei. Natürlich konnte ich meine Neugier nicht lassen und hatte nachgefasst, ob wir ihm behilflich sein können. Der junge Mann erklärte dann, dass die Ziege nach unten ins Tal gehöre und hatte bei uns freundlich nachgefasst, ob wir sie auf unserem Wege mitnehmen könnten. Im Tal selbst ist nämlich ihre Ziegenherde. Wir haben diese „Mission“ natürlich gerne an uns genommen und hatten es somit zur Aufgabe gemacht, die Ziege zu ihrer Herde zu führen. Anfangs recht problematisch und störrisch, hatte sich die Ziege nach einigen Minuten beruhigt und folgte uns ab diesem Zeitpunkt auf Schritt und Tritt. Der steinige und schmale Abstieg war recht schwierig und forderte eine gewisse Konzentration und Trittsicherheit.

Nach rund 3 Kilometern konnten wir allmählich die Herde aus der Ferne erkennen. Wir freuten uns sichtlich und hatten die Mission für uns so gut wie erledigt angesehen. Nach weiteren Schritten und Abstiegen war es dann endlich soweit: wir waren bei der Herde angekommen und hatten uns sehr darüber gefreut. Glücklich, dass die Ziege wieder bei ihrer Herde war, drehten wir uns also um und folgten dem Wanderweg weiter.

Es dauerte nicht einmal eine Minute, da konnten wir wieder die Glocke der Ziege wieder hören. Als wir uns umdrehten und „unsere“ Ziege wieder dicht hinter uns war, konnten wir es fast nicht glauben. Die Ziege hatte sich kein Stück für die Herde interessiert und hatte nun uns wohl als ihre neue Herde angesehen.
Wir versuchten alles mögliche, sie auszutricksen und ihre Aufmerksamkeit auf die anderen Ziegen zu lenken, aber leider blieben alle Anstrengungen erfolglos. So verfolgte sie uns also weiterhin und war nun plötzlich ein treuer Begleiter geworden.

Nach ca. 2 Kilometer passierten wir eine große Weidefläche, auf welcher Pferde grasten. Hier hatte es sich eine Familie mit ihren Kindern bei einer Vesperpause gemütlich gemacht. Die Kinder hatten unsere Ziege schon längst entdeckt und freuten sich über unsere tierische Begleitung. Ausgestattet mit Brot und Obst fingen diese dann an, die Ziege zu füttern. Wir waren uns sicher: das ist nun unsere Chance!

Wir entfernten uns also immer weiter von der Ziege und blickten immer wieder zurück, um zu beobachten, ob sie uns verfolgen würde oder nicht. Die Kinder hatten die Ziege mit ihrem Essen so verführt, dass wir für sie daraufhin scheinbar uninteressant waren. Mit einem weinenden und einem lachenden Auge führten wir also unsere Wanderung fort, wohl wissend: der Ziege geht es gut.

Die besagte Ziegenherde

Nach einigen Kilometern talabwärts kehrten wir dann gemütlich in der Almwirtschaft ein. Wir ließen die Wanderung und das Erlebnis mit der Ziege Revue passieren und mussten immer wieder über diese außergewöhnliche Begegnung lachen. Eine gute halbe Stunde saßen wir also in der Wirtschaft, da hörten wir auf einmal wieder ein Glockengeläute. Wir scherzten noch „vielleicht ist es ja wieder unsere Ziege“. Wenige Minuten später war es klar: um die Ecke kam tatsächlich unsere Ziege gehuscht und hatte sogar die gesamte Ziegenherde im Schlepptau. Wir staunten nicht schlecht und konnten es kaum glauben.

Das lustige Ende dieser Geschichte: wir saßen zunächst noch einige Minuten gemütlich in der Almwirtschaft, die gesamte Ziegenherde versammelte sich vor dieser Alm. Nachdem wir unsere Getränke leer und die Rechnung beglichen hatten, ging es für uns daraufhin Richtung Parkplatz zu unserem Auto. Unsere Ziege verfolgte uns hier wieder Schritt für Schritt.

Am Auto angekommen, gab es für uns noch die Herausforderung die Autotüren zu öffnen, ohne das wir plötzlich eine Ziege mit an Bord haben. Während mein Freund die Beifahrertür rasch aufhielt, konnte ich hinein springen. Er rannte dann schnell um unser Auto herum und konnte so auch zügig auf der Fahrerseite einsteigen. Im Rückspiegel konnten wir dann einen letzten Blick auf „unsere“ Ziege werfen.

Rückblickend betrachtet klingt es selbst noch für uns wie aus einer Komödie, aber es ist alles wirklich so geschehen. Eine Urlaubsbegegnung, welche man nie vergisst! 

Der steile Abstieg zurück ins Tal

Tierisch vegan

Um jedem Shitstorm vorzugreifen: In diesem Beitrag geht es nicht um Ernährungsvorlieben (wobei ich mich schon frage, was sich hinter einem veganen Bio- Mineralwasser verbirgt…) und erst recht nicht darum, die verschiedenen Möglichkeiten/ Philosophien zu werten.

Dieser Beitrag soll ein bisschen Humor in schwierige Zeiten bringen und wurde von mir mit einem Augenzwinkern geschrieben.

Ich liebe die Momente, in denen sich beim Kochen eine Kartoffel in Piggeldy und Frederick verwandelt und man Hemmungen hat die „tierische“ Knolle für das Abendessen zu opfern. Die Natur hat Humor und zeigt uns diesen an unzähligen Orten, wir müssen nur hinschauen.

Gerade jetzt im Frühling gibt es viel Lustiges zu entdecken. Da verwandelt sich eine Mohnblume mit Ohren…

…nach kurzer Zeit in ein witziges Schnabeltier.

Viel Spaß beim Suchen, Finden und Schmunzeln.

Menschenskind

Alle fotografieren Kinder. Früher wanderten diese Fotos in Alben, um die Höhepunkte im Leben von Kindern zu dokumentieren. Heute verschwinden sie meistens auf Speicherkarten und werden rasch vergessen, weil es ja immer neue gibt. Vielleicht werden diese Speichermedien irgendwann mal wichtige Erbstücke. Als Teil der Straßenfotografie sind Kinder aber sehr anspruchsvoll. Es geht eben nicht einfach ums niedlich sein, oder bezaubernde Augenblicke. Es geht um die Welt von Kindern. Dafür braucht es mehr als eine passende Kamera…

Es geht um das Leben, wenn es um Kinder geht. Es geht um Spontanität, unverbaute Gefühle, Freiheit, Leichtigkeit …

Die Faszination entstammt dabei nicht nur dem Moment, sondern auch den eigenen inneren Bildern, unseren Erinnerungen an unsere Kindheitsmomente…

Deshalb berühren uns manche Fotos auch so sehr, weil wir uns selbst in ihnen spiegeln.

Kinder machen so wunderbar natürliche, seltsame, naheliegende Dinge, auf die wir Erwachsenen nicht mehr kommen…

Alle diese Fotos sind entweder schon vor Jahren und außerhalb Deutschlands entstanden oder werden mit Einwilligung der Eltern (und der Kinder) hier veröffentlicht.

Kinder brauchen fürsorgliche und rücksichtsvolle Fotografen!

Unterwegs im Nordschwarzwald 1

Wo soll man beginnen, wenn man über den Nordschwarzwald berichten möchte? Ich würde sagen, am Besten vor der eigenen Haustür.

Wenn man, wie Ich, das Glück hat, in einer der schönsten Ecken von Deutschland zu leben und gleichzeitig ein so schönes Hobby auszuüben wie die Fotografie, ist es einfach, tolle Plätze zu finden um schöne Fotos zu machen. Ich muss tatsächlich nur vor die Haustüre treten und bin schon mit wenigen Schritten im Wald.


Ich war schon als kleiner Knirps ein richtiges Waldkind. Als ich dann in den Schwarzwald zog, war es für mich fast wie nach Hause zu kommen.

Ich liebe den Wald, und zwar zu jeder Jahreszeit. Ich liebe das tiefe Grün der Bäume, den Duft im Frühjahr, wenn die Natur erwacht, den Gesang der Vögel und das Summen der Insekten, wenn das Jahr weiter voranschreitet, die Farben des Herbstes, die Stille und das Innehalten im Winter.

Dort in der Nähe von Loßburg kann man all das entdecken. Streift man durch die Wälder, findet man einsame Wege, kleine Wasserfälle und Bäche, die zum Verweilen einladen. Ich genieße es, dort mit meiner Kamera unterwegs zu sein.

Ein besonderes Fleckchen ist mit Sicherheit das Heimbachtal. In der Nähe von Betzweiler kann man Wanderungen durch die Heimbachaue unternehmen. Dort ist auch mein bevorzugtes Gebiet für meine Makroaufnahmen. Im Naturschutzgebiet sind allerlei Tiere und Insekten zu beobachten. Ein Traum für jeden Fotografen. Sogar der Eisvogel ist dort ansässig. Allerdings hatte ich noch nicht das Glück, ihn vor die Linse zu bekommen.

Bevor die Heimbachaue zum Naturschutzgebiet wurde, nutzte man die dort angelegten Teiche zur Fischzucht. Den damaligen Verantwortlichen der Gemeinde ist es zu verdanken, dass durch ihren Einsatz das ganze Gebiet renaturiert wurde und sich so wieder eine kleine Perle der Natur entwickeln konnte. Zum großen Glück für uns, wie Ich finde.

Folgt man dem Lauf des Baches weiter, kommt man nach einer gewissen Zeit in ein wildromantisches Tal. Dort bin ich gerne zum Fotografieren. Ich genieße die Ruhe an diesem Ort. Da hier fast nie jemand vorbeikommt, kann man sich nach Herzenslust fotografisch austoben oder einfach nur genießen und auftanken.

Ich mache meistens beides. Es hat schon was, außer dem Rauschen des Baches und dem Singen der Vögel nichts anderes zu hören. Wenn man dann die Augen schließt und seine Gedanken schweifen lässt, sich nur auf das Wesentliche konzentriert, ist das Erholung pur. Ihr merkt, ich komme gerade ins Schwärmen.

Dies war nun der erste Ausflug in den Nordschwarzwald. Ich hoffe, Euch hat es vor meiner Haustür gefallen. Doch so wunderschön es dort auch ist, hat der „Black Forest“ noch viele weitere Highlights zu bieten. Tiefe dunkle Wälder, mystische Plätze und vieles mehr. Das sind allerdings andere Geschichten, die ein anderes Mal erzählt werden.

In diesem Sinne. Bleibt neugierig und genießt die ersten Anzeichen des nahenden Frühlings.