Sankt Peter-Ording menschenleer

Sankt Peter-Ording – liebevoll auch SPO genannt – zählt wohl ohne Zweifel zu den touristischen Hotspots an der Nordseeküste. Zwischen Ostern- und Herbstferien tummeln sich Touristen an der Promenade, am Strand, im Westküstenpark, in den Gaststätten, Schwimmbad, Hotels usw… .

Bis zur letzen Woche wirkte SPO allerdings wie ein vergessenes trauriges Fleckchen Erde. Keine Touristen – keine Umsätze. Das ist für unsere Region echt bitter. Langsam kommt das Leben aber wieder zurück.

Wer SPO kennt, denkt wohl primär an die Pfahlbauten am weiten Sandstrand; und auch dort zieht es mich immer wieder gerne hin. 

Dort habe ich dann letzte Woche die Ruhe und wunderschöne Lichtstimmung genossen und nun folgende Aufnahmen gemacht.

Viel Spaß mit den Bildern und liebe Grüße aus dem Norden.

Michael Hoff

http://www.michaelhoff.de





Beste Unterhaltung

Was ist gute Unterhaltung? Auf diese schon fast philosophische Frage gibt es unzählige Antworten. Ein gutes Buch, ein spannender Film oder ein Musikkonzert ist nur eine kleine Auswahl.

Für mich zählen Tierbeobachtungen ganz klar auch dazu. Sei es der eigene Hund, die Kühe und der Esel auf der Nachbarwiese oder, wie in der folgenden Geschichte, humorvolle Begegnungen mit der Vogelwelt.

Ich hatte das unglaubliche Fotografenglück, auf diese kleine Gänsesägerfamilie zu treffen. Junge Küken sind sowieso immer der Hingucker, aber was sich hier auf dem Wasser abspielte, war beste Unterhaltung. Es war fast wie im „richtigen“ Leben. Das Mama-Taxi war der Renner. Huckepack, am liebsten alle zusammen.

Wenn es der Entenmutter zu viel wurde, tauchte sie ab, schwamm ein paar Meter, um ohne Küken wieder aufzutauchen.

Die flauschig weichen Körper und die tapsigen Bewegungen erinnerten mich an junge Pinguine.

Ich konnte mich an dem tierischen Kindergarten gar nicht satt sehen. Ein Gewusel, ein hin und her und eine souveräne Entenmutter, die immer alles im Blick hatte.

Als ich nach zwei Stunden und über 500 Fotos die Kamera einpacken wollte, wirkte dies wie ein Signal. Als würde die ganze Show ohne Publikum keinen Spaß mehr machen, suchte sich die Entenmutter einen Stein mitten im Fluß und versammelte alle Kleinen unter sich. Ihr habt richtig gelesen. Alle! 11 Küken kuschelten sich unter den Körper der Mama, und plötzlich war alles ruhig.

Das war der richtige Zeitpunkt, um Abschied zu nehmen und glücklich und bestens unterhalten nach Hause zu gehen.

Illuminierte Pilze

Im Schwarzwald gibt es ja nicht nur Bäume, Bäche, Berge und tolle Wanderwege. Nein. Es gibt noch ein anderes, verstecktes Reich. Das Reich der Pilze. Um sie zu finden, muss man sich oft auf ihre Ebene begeben und Die, ist meistens direkt zu unseren Füßen.

Diesen heimlichen Lebewesen haftet oft was Mystisches, Geheimnisvolles, ja manchmal sogar Unheilvolles an. In einigen Sagen z.B. oder im Volksmund kommen sie nicht so gut weg, in anderen hingegen wieder durchaus positiv.

Nehmen wir mal die sogenannten Hexenringe oder Feenringe als Beispiel. Die beiden Namen sagen da schon viel aus, oder? Also, Hexen- bzw. Feenringe, das sind Pilze, die die Eigenart besitzen, im Kreis zu wachsen. Der wird übrigens mit jedem Jahr im Durchmesser größer, das heißt natürlich, auch älter. Es wurden schon Feenringe gefunden mit einem imponierenden Durchmesser von mehreren hundert Metern und mit einigen hundert Jahren auf dem Buckel.

Die Skandinavier und Kelten glaubten, dass die Ringe dadurch entstünden, dass an diesem Ort Elfenwesen tanzten und ihr Erscheinen, vor allem in mondbeschienen Nächten, von diesem Spektakel zeugen würde. Bei den schottischen Sagen heisst es, die Elfen würden die Pilze als Tische benutzen, für Speis und Trank.

Schöne Geschichten, nicht wahr?

Aber es soll ja um etwas anderes gehen heute. Wer mich kennt, weiß, das ich solche Geschichten durchaus schätze. Allerdings schätze ich auch den fotografischen Wert dieser kleinen Heimlichtuer.

Vor nicht allzu langer Zeit stieß ich im Netz auf Fotos und Artikel, die beschreiben, wie man Pilze ins rechte Licht setzt. Das ist durchaus wörtlich zu nehmen. Sie werden mit Leuchtmitteln illuminiert und fotografiert .

Ich war so fasziniert, das ich sofort losgelegt habe. Es war die richtige Jahreszeit dafür, meinem Vorhaben stand also nichts im Weg. Bewaffnet mit meiner Kamera, dem Makroobjektiv (wobei man durchaus auch andere Objektive nutzen kann) und diversen Taschenlampen, zog ich los und setzte mein Vorhaben in die Tat um.

Ihr seht an diesen Beispielbildern, es hat für den Anfang ziemlich gut funktioniert. Wenn ihr das ausprobiert, werdet ihr feststellen, das nicht jeder Pilz gleichgut „leuchtet“, aber das soll dem Vorhaben keinen Abbruch tun. Hier kann man seine Kreativität voll ausleben, sei es mit unterschiedlichen Leuchtmitteln oder mit andersfarbigem Licht, oder mit was auch immer – das bleibt voll und ganz euch überlassen. Aber ihr solltet es auf jeden Fall ausprobieren, denn es macht unglaublich viel Spaß.

Ich werde dieses Jahr sicher wieder losziehen, um Pilze ins rechte Licht zu rücken und um ehrlich zu sein, ich kann’s kaum erwarten.

In diesem Sinne, bleibt neugierig, und btw.: manche Pilze lassen sich nicht nur gut ablichten, sondern sie schmecken auch hervorragend. 🙂

Erinnerungen für unser Herz

Mal ehrlich: Wer von uns kann sich heute noch ganz genau daran erinnern, was er z.B. an einem schönen, sonnigen Tag vor sechs Wochen unternommen hat? Je älter wir werden, desto schneller vergehen gefühlt die Tage, Wochen, Monate. Auch wenn wir gerade aufgrund der Corona-Pandemie wieder lernen unseren Alltag zu entschleunigen, unsere Prioritäten auf Gesundheit und Wohlbefinden legen und versuchen die Zeit zu genießen, so vergehen auch diese Tage für mich wie im Flug.

In den letzten Wochen wurden wir ja von der Sonne mehr als verwöhnt. Mein Freund und ich konnten so unsere freien Tage noch mehr in der Natur genießen. Unserer Leidenschaft für Wanderungen in unserer Heimat und dem Erkunden in der Natur gehen wir hier bereits schon länger nach. Wir beschließen meistens relativ kurzfristig, meist am Abend zuvor, welche Touren wir uns dann am nächsten Tag vornehmen. Meist starten wir früh morgens und haben unser Frühstück dann mit im Gepäck. Eine Sache darf hier ganz klar nicht fehlen: unser Gaskocher, um frischen Kaffee bei der Vesperpause genießen zu können. Jetzt bin ich aber fast schon wieder von meiner Anfangsfrage abgeschweift, da ich aktuell an unserem Esszimmertisch sitze und mir am liebsten wieder meine Wanderschuhe umschnüren würde. 

Nun aber zurück zum Anfang. Aktuell können wir all unsere Wanderungen leider nicht mehr aufzählen. Jede Wanderung ist einzigartig, erlebnisreich und es entstehen immer tolle Erinnerungen. Bisher hatten wir diese Erinnerungen leider nie aufgeschrieben. Meine Bilder, welche kurz nach den Wanderungen lediglich auf meinem Laptop zur Ablage „verstauben“ oder auf meinem Instagramaccount in meiner Story für 24 Stunden online gehen, werden vielleicht einmal in einem halben Jahr wieder angeschaut.

Deshalb war mir vor ein paar Wochen dann gekommen: Wir können all unsere Wanderungen in einem Wandertagebuch festhalten. In diesem Buch können nun all unsere Touren nachgelesen werden. Hier sind beispielsweise die Länge der Tour, Höhenmeter oder auch Besonderheiten aufgeführt. Von jeder Wanderung wird dann immer ein Bild, welches die Tour so besonders gemacht hat, ausgedruckt und dort passend hineingeklebt. Gerade weil wir aber so viel unterwegs sind, werden Touren erst ab 10 Kilometer aufgeführt. Das Buch erhält somit unsere ganz persönlichen Erinnerungen. Wie schön die Vorstellung doch ist, dass wir dieses Buch einmal in zehn Jahren in den Händen halten und auf all unsere wundervollen Erinnerungen zurück greifen können. Unsere persönlichen Erinnerungen fürs Herz! 

Wandertagebuch

Wenn auch ihr viel unterwegs seid oder einfach Eure Tage festhalten möchtet, dann kann ich solch ein (Wander-)Tagebuch nur empfehlen. Mir persönlich macht es auch Spaß, nach jeder Wanderung sich in Ruhe zuhause hinzusetzen und diesen Tagebucheintrag vorzunehmen. Die Wanderung lässt man dadurch automatisch noch einmal Revue passieren und kann den Tag/Abend schön ausklingen lassen. 

Was für ein Frühling!

Wochenlanger Sonnenschein und frühsommerliche Temperaturen, aber auch stay home und Abstand halten, sind nur einige Facetten dieses besonderen Frühlings. Um nicht in einen Strudel aus schlechtem Gewissen und Freude an der Natur zu geraden, habe ich für mich einen Kompromiss gefunden. Ich gehe raus, wenn niemand unterwegs und das Licht am schönsten ist. Früh morgens und zur Abenddämmerung.

Dann werden touristische Hotspots, wie das Eggenertal zur Kirschblütenzeit, zu ruhigen Oasen der Erholung.

Beim Anblick tausender blühender Kirschbäume vergisst man für einen kurzen Moment den Ärger über ausgefallene Urlaubsreisen. Das warme Abendlicht lässt die Bäume buchstäblich erleuchten, und es legt sich eine ruhige, friedliche Stimmung über das Tal. Nur noch wenige Menschen sind unterwegs, und jene, die bleiben, genießen die besondere Atmosphäre.

Für mich war die ganze Situation irgendwie unwirklich. Dieses Blütenspektakel, das emsige Summen der Bienen und das Zwitschern der Vögel verströmten eine unglaubliche Freude am Leben. Ich kam mir vor wie unter einer Glasglocke. Ein Stück heile Welt, über der eine dunkle Wolke schwebte. Ich wünsche mir, dass wir den Kirschkuchen, gebacken von den ersten saftigen Kirschen des Markgräflerlandes, wieder gemeinsam mit unseren Lieben und unseren Freunden genießen können.

Wunschdenken? Unrealistisch? Ja, vielleicht. Aber wenn mir jemand gesagt hätte, dass es dieses Jahr im April nochmals schneit, hätte ich ihn auch für einen Fantasten gehalten 😉

Lust auf eine weitere kleine Geschichte übers Markgräflerland? Dann möchte ich Euch den Blog Unser Markgräflerland von unserer Heimatfotogräfin Jasmin empfehlen.

sogesehen-Monatsfoto Mai

Ich öffne die Tür und gehe einige Schritte. Vor mir liegt der Wald, und er lädt mich ein unter seinem Blätterdach zu wandeln. Die Luft ist klar und frisch, und alles erstrahlt in satten Farben. Hier bin ich. Genau an diesem Ort. Meine Gedanken gehen auf Reisen, und ich tanke Kraft für den Alltag

Man muss nicht weit gehen, um Orte zu finden, die zum Pause machen oder Seele baumeln lassen einladen. Oft liegen sie direkt vor der Haustür, man muss sie nur entdecken. Ob im Schwarzwald oder anderswo in Deutschland, es gibt sie überall.

Ich habe das Glück, dass es rund um meinen Wohnort sehr viele solcher tollen Plätze zu finden gibt. Dort kann ich hingehen, oft ohne eine Menschenseele zu treffen. Diese, meine „Geheimen Orte“, liegen mir sehr am Herzen. Hier kann ich abschalten und neue Energie tanken.

Dieses Foto ist an einem solchen „Lieblingsort“ enstanden. Ein geheimer Ort auf Foto gebannt sozusagen. Ich hoffe, ihr könnt euch genauso daran erfreuen wie ich. Aber noch besser ist, ihr geht selbst auf die Suche danach.

In diesem Sinne, möge der Monat Mai euch viele schöne Erlebnisse bringen, trotz der aktuellen Situation. Bleibt neugierig und vor allem gesund.


In der Rubrik „Monatsfoto“ stellt reihum jede/r von uns ein besonderes Bild vor und erzählt die dazugehörige Geschichte. Für den jeweiligen Monat dient es als Titelmotiv auf der Startseite. Eine Übersicht über sämtliche bisherigen Monatsfotos ist hier zu finden.

Ein nutzloser Fund

Ein paar Tage ist es her, ich laufe einen Bahndamm in einer Stadt entlang, oberhalb der hier sehr hohen Böschungen zu beiden Seiten stehen große Wohnhäuser, dazwischen liegen Schulgebäude und auch der eine oder andere Spielplatz. Der Bahndamm und das geschotterte Gleisbett sehen gepflegt aus, tags zuvor habe ich hier ein Grüppchen orangegekleideter Männer mit verschiedensten Maschinen gesehen, ein Pflegetrupp der Bahn.

Und dann plötzlich dieser ungewöhnliche Haufen vor mir. Zuerst erkenne ich gar nicht richtig, worum es sich handelt. Müll? Dann machen meine Augen endlich einen Ball aus, dann noch einen, schließlich immer mehr.

Und sofort geht das Kopfkino los: große Pause zwischen den Schulstunden, oder auch ein langer Nachmittag in der Großwohnsiedlung. Es wird wild gekickt, im Eifer des Gefechts geraten die Schüsse immer mal zu feste und unkontrolliert. Peng, wieder ein Ball weg, die Böschung runtergekullert auf die Schienen tief unten. Och Mann, der war doch noch fast neu.

Gut, nicht alle Mitglieder dieses Ensembles sehen aus, als seien sie gerade erst aus dem Verpackungsnetz gewickelt worden. Aber alle erzählen sie doch irgendwelche Geschichten, wenn man sie nur lange genug betrachtet.

Und nun liegen sie da, fein säuberlich arrangiert und sogar der Größe nach angeordnet. (Wir sind in Baden-Württemberg.)

Wie mag ihre Geschichte bloß weitergehen?

Der frühe Vogel

Bericht eines Fotoausflugs vom 7. April 2020:

In den besonderen Zeiten der C-Krise ist mir in den letzten Tagen schon öfter der extrem klare Himmel aufgefallen. Wunderschöne klare Sonnenaufgänge in allen Farben habe ich auf dem Weg zur Arbeit beobachten können. Das lässt das Herz eines Naturfotografen natürlich höher schlagen. Insbesondere die fehlenden Kondensstreifen am Himmel.

Dazu kam gestern ein wahnsinnig farbenfroher nahezu voller Mond, eben über dem Horizont gen Westen.

Das hatte Steffen offenbar auch gesehen, denn er schrieb mir, dass er für heute Morgen einen Ausflug zum Westerheversand bzw. Westerhever Leuchtturm plante. Aufgrund des „bösen C“ haben wir uns schon vier Wochen nicht gesehen, und unsere geplante Fotoreise auf den Darß fiel samt noch einer weiteren Verabredung ins Wasser.

Heute Nacht ist bzw. war einen Tag vor Vollmond. Für die Fotografie ist das ja bekanntlich immer ein guter Zeitpunkt, da man nicht in die Dunkelheit fotografiert, sondern bei Mondauf- bzw. untergang schon/noch ein wenig Tageslicht dabei hat.

Die Wettervorhersage meinte es gut mit uns, und von dem Brötchenerwerb konnte ich mir morgens ein bis zwei Stunden Arbeitszeit abknappsen.

Sodann fuhren wir heute mit getrennten Autos kurz nach fünf Uhr auf Richtung Westerhever. Auch wenn es schon ein wenig schmerzte, als der Wecker klingelte, so entschädigt die einmalige Ruhe morgens immer wieder – dann, wenn das Leben so langsam erwacht.

Nebenbei: Wir haben alle unterwegs getroffenen (Oster-)Hasen ganz gelassen – auch wenn es einmal ganz schön knapp war.

Ich war ein wenig vor Steffen am vereinbarten Parkplatz und merkte schon, dass es im Vergleich zum Vortag ganz schön diesig war. Somit rückte das geplante Vollmondbild am Leuchtturm etwas in die Ferne. Der Vorteil war jedoch, dass durch die hohe Luftfeuchtigkeit die Strahlen des Leuchtturms ein wenig zu sehen waren. So bin ich schell den Deich hochgehuscht und habe meine ersten Aufnahmen gemacht.

Hiermit möchte ich mich nochmal in aller Form bei den seeseitig schlafenden Schafen entschuldigen, die ich unsanft aus dem Schlaf gerissen habe!

Zwischenzeitlich ist Steffen angekommen. Mit dem vorgeschriebenen Sicherheitsabstand haben wir uns begrüßt.

Wir sind bei unserem Vorhaben geblieben, untergehenden Mond und Leuchtturm zusammen abbilden zu wollen. Dafür hatten wir schon im Vorweg geprüft, an welchem Standort wir das in etwa erreichen. Hierfür mussten wir noch ein paar hundert Meter durchs Vorland gehen und erreichten dann zügig die geplante Stelle. Das Wetter veränderte sich leider nicht.

Wir bauten uns zuerst in der Nähe eine Priels auf, hatten die Sonne im Rücken und konnten dort schon ein paar tolle weitere Aufnahmen machen.

Wenn der Mond sich weiter Richtung Horizont bewegt, hat man immer das Gefühl, dass er das mit zunehmender Geschwindigkeit tut. Relativ schnell war dann klar, dass der Standort doch nicht ganz optimal war. Der Mond könnte sich direkt hinter den Leutturmwärterhäusern in den Horizont verabschieden. Die AR-Funktion (= Augmented Reality) unserer App bestätigte das. Da der Mond ja nicht auf uns warten wollte, war kurzerhand noch ein Umzug in Eile angesagt.

100-200 m weiter gen Norden war der Verlauf optimal, aber leider verschwand der Mond im Gegensatz zu gestern im Dunst, bevor er den Horizont erreichte.

Die Erfahrung lehrte uns, dass man nicht den Blick zurück vergessen soll. Im Gegenlicht konnten wir dann noch ein paar Aufnahmen des Priels ergattern.

Den gewünschten klaren, farbenfrohen Sonnenaufgang, hatten wir zwar nicht; es gab heute auch nicht die große Ausbeute an neuen TOP-Fotos. Es war aber trotzdem wieder ein unbeschreibliches Gefühl, morgens alleine an der Nordsee zu sein, wenn langsam die Sonne hoch kommt und so der Tag beginnt.

Ich war froh, dass wir uns aufgemacht haben…

Grüße aus dem Norden Deutschlands an die Leserschaft!

Michael Hoff

www.michaelhoff.de

Zauberhaftes Grün

Warum Grün und warum zauberhaft?

Ganz einfach. Ich liebe diese Farbe und zwar in all ihren Facetten.

Ich liebe das intensive Grün des Waldes, dieses geheimnissvolle tiefe dunkle Grün, das sich zeigt, kurz nachdem die Sonne untergegangen ist und der Wald ins Zwielicht taucht.

Das strahlende Grün am frühen Morgen, wenn die ersten Sonnenstrahlen, Streiflichtern gleich, die Blätter zum Leuchten bringen und man meinen könnte direkt in eine Märchenwald zu treten um mit Fabelwesen im ersten Licht des Tages zu tanzen.

Das zarte Grün des Frühlings, das sich hell schimmernd auf den Blättern der Buchen zeigt und von einem nahenden Sommer kündet.

Das satte Grün, das nach einem warmen Regen erscheint, wenn die Blätter Tropfenschwer im Licht der Sonne glitzern als wären sie kleine Diamanten.

All diese Facetten von Grün liebe ich und ich liebe es loszuziehen, um diese Farbe auf Bildern festzuhalten. Ihr werdet es bei mir oft sehen, das Grün, auch schon deshalb weil es mich überall umgibt und ich dieser, Meiner Farbe, auf Schritt und Tritt begegne.

Jaaa. Ich schwärme gerade. Aber warum auch nicht? Es geht ja schließlich um „Meine“ Lieblingsfarbe

Kommen wir nun von der Schwärmerei noch kurz zum fotografischen Teil. Ich weiß, etwas plötzlich vielleicht, aber ihr werdet mir sicherlich verzeihen.

Um all das, was ich vorher so ausschweifend beschrieben habe festzuhalten, setzte ich oft Langzeitbelichtungen ein, die in Verbindung mit dem Wasser der Bäche eine tolle Atmosphäre schaffen, wie ich finde. Ich wähle oft Locations aus die Beides beinhalten, die farblichen Akzente und eben das Wasser, da ich ja gerne damit in meinen Fotografien spiele. Für mich eine perfekte Verbindung.

Aber seht selbst. Die folgenden Bilder sind alle im nördlichen Schwarzwald enstanden, der für mich ein bevorzugtes Gebiet für meine Unternehmungen geworden ist.

Ich hoffe euch hat mein kleiner Ausflug ins Grün der Natur gefallen. Tut euch also keinen Zwang an und wenn ihr wollt, macht es mir einfach nach. Seid Farbenfroh und bleibt vor allem neugierig.

Ziemlich beste Freunde

„Fotografierst Du mal mein Motorrad?“ Auf so eine einfache Frage gibt es von mir eine einfache Antwort: „Ja, irgendwann.“ Meine Begeisterung zu dieser Anfrage hält sich in Grenzen, und ich beschließe den Wunsch zu ignorieren und auszusitzen.

Die Fotografie ist meine große Leidenschaft. Von kitschigen Landschaftsaufnahmen bis zu kühlen Schwarz-Weiß-Portraits, die Bandbreite meiner fotografischen Interessen ist riesig. Nur Fahrzeuge, egal mit wie vielen Rädern oder auch auf Schienen, haben mich noch nie interessiert.

„Schatz! Wann fotografierst Du jetzt endlich mal mein Motorrad?“
Spätestens jetzt wird klar, dass das mit dem Ignorieren nicht so einfach ist, wenn der potentielle Foto-Kunde die eigene bessere Hälfte ist. Jetzt muss man vielleicht wissen, dass mein Mann eine besondere Beziehung zu Motorrädern hat. Sie begleiten ihn schon fast sein ganzes Leben lang. Während andere Teenager in die Disco trampten, stand er mit 14 Jahren an der Straße, mit einem Helm unterm Arm und hoffte darauf, von einem vorbeifahrenden Motorradfahrer mitgenommen zu werden.

Über Motorradfotografie gibt es unzählige Bücher, und ich habe keines davon gelesen (und ich habe viele Bücher über Fotografie). Die Inhalte beschränken sich oft auf Fotos von Rennmaschinen in extremer Schräglage, coolen Typen und halbnackten Mädels. Ich wollte jedoch authentische Bilder in einer Umgebung, die zu meinem Mann und dem Motorrad passen.

Der Mythos besagt, dass der Motor einer Moto Guzzi ursprünglich für einen Betonmischer entwickelt wurde. Was passt da besser für eine Kulisse als ein Steinbruch? Lautes Getöse und grobe Technik, das passt zur Guzzi und auch zur Umgebung.

Meine Einwilligung zu dem Fotoshooting war an Bedingungen geknüpft. Mein Mann bestimmt die Location, und ich gestalte die Fotos.

Die Suche nach einer geeigneten Kulisse ist nur ein Teil der Vorbereitungen. Als Fotograf sollte man vor dem Start eine Vorstellung vom Endergebnis haben. Motorrad in Bewegung? Technische Einzelheiten? Bildlook? usw. Zu meinem Leidwesen (hier allerdings ein Glücksfall) stapeln sich bei uns zu Hause alle Varianten von Motorradzeitschriften. Wie auch bei vielen Fotomagazinen beinhalten diese meistens Berichte über Technik oder Kaufempfehlungen. Ein Heft jedoch hebt sich davon ab, da es Geschichten erzählt und die Farben der Fotos oft entsättigt sind (Magazin MOTORRAD-FUEL). Dies hat mir gefallen, und ich habe mich davon inspirieren lassen.

Ein Blog über ein Motorrad funktioniert natürlich nur, wenn dann doch noch das Klischee von Detailaufnahmen, Fahrtwind, Kurvenlage und coolem Typ bedient wird. (Das halbnackte Mädel lasse ich mal außen vor 😉 )

Unerwarteterweise hat mir die ganze Aktion großen Spaß gemacht. Es war fototechnisch recht anspruchsvoll und zeitaufwändig (ca. 6h ), aber es hat sich gelohnt. Vor Corona hätte ich mir diese Zeit nicht genommen, aber jetzt sind solche gemeinsamen Geschichten eine willkommene Abwechslung.

Ich hoffe nur, dass die Ausnahmesituation nicht mehr all zu lange anhält, denn der rote Flitzer ist nicht das einzige Zweirad, das bei uns in der Garage steht. Kehrt nicht bald wieder Normalität ein, fürchte ich, dass es schon bald wieder heißt:
“ Schatz, könntest Du….?“