Meine fotografische Heimat ist der Südwesten Deutschlands. Auf der einen Seite das äußerst reizvolle Dreiländereck zur Schweiz und Frankreich, auf der anderen Seite der Schwarzwald mit seinem Höchsten, dem Feldberg. Besucher der Feldbergregion sind immer wieder beeindruckt von der tollen Landschaft, dem Weitblick und dem alpinen Charakter der Natur. Auch ich als Einheimische bin immer wieder überwältigt von der Schönheit und besonders von den unzähligen Varianten von Grün. Dunkelgrüne Tannen, saftige Wiesen, leuchtendes Moos und das zarte Grün der Buchen.
Aufgrund der Trockenheit und der Hitze der vergangenen Jahre und verstärkt durch den Borkenkäferbefall hat sich das Bild des Waldes in den letzen Jahren jedoch stark verändert. Ganze Flächen abgestorbener Fichtenwälder bestimmen nun das Landschaftsbild.

Der Klimawandel ist für die Bewohner der Region täglich mit eigenen Augen sichtbar, und dennoch hat man sich an diesen Anblick bereits gewöhnt.
Was mich aber kürzlich geschockt und tief getroffen hat, war ein ganz anderes Naturschauspiel. Am Wochenende, zur Sommersonnenwende hatte ich mich mit einigen Gleichgesinnten zu einem Fotoworkshop auf dem Feldberg getroffen. Wir wollten unser Wissen in Landschafts- und Makrofotografie vertiefen und freuten uns auf die Vielfalt der Natur und auf das tolle Licht. Schon beim Aufstieg zum Gipfel hatte ich das Gefühl, dass irgendwas nicht stimmte. Hier ein Baum mit Herbstlaub, hier noch einer und nochmal einer. Herbstlaub im Juni??


Eigentlich sah es ganz reizvoll aus, der Kontrast der rotbraunen Blätter zum saftigen Grün. Mit der Zeit fiel mir auf, dass die betroffenen Bäume fast alles Buchen waren. Die blühende Lebendigkeit der Wiesen stand in völligem Gegensatz zu den herbstgefärbten Blätter der Bäume.

Was war passiert? Wahrscheinlich ließ der warme April die Buchen früher als üblich austreiben, und das zarte frische Buchengrün wurde vom letzten harten Frost Anfang Mai kalt erwischt. Die jungen Blätter wurden quasi gefriergetrocknet.



Der Anblick der Bäume trieb mir fast Tränen in die Augen. Ich bin ja keine Botanikerin, aber auch ich weiß, dass ein Laubbaum ohne Blätter um sein Überleben kämpfen muß. Die Buchen in der Feldbergregion sind etwas ganz besonderes. Durch das strenge Klima wachsen sie sehr langsam, sind vom Wuchs her knorrig und oft windschief. Meine ganze Hoffnung liegt nun auf dem Johannistrieb (so nennt man einen zweiten Blattaustrieb). Unter klimatisch guten Bedingungen können Laubbäume, wie die Buche, im selben Jahr ein zweites Mal austreiben. Ich hoffe, sie bekommen diese zweite Chance.
Aktuelles:
Aufgrund der vielen Rückmeldungen und Kommentare scheint das Schicksal der Buchen viele Mitmenschen zu interessieren, deshalb werde ich euch über ihre Entwicklung in kleinen Blog- Ergänzungen auf dem Laufenden halten.
30.06.20:
Genau 10 Tage nach der Entstehung der Bilder für den Blog, nutzte ich einen lauen Frühsommerabend auf dem Feldberg um nach „meinen“ Buchen zu schauen. Die Erwartung auf eine Veränderung war nicht allzu groß, da 1,5 Wochen keine wirklich lange Zeitspanne ist. So sehr kann man sich irren, aber seht selbst…


Wie ihr euch vorstellen könnt, war meine Freude riesengroß. Zum Teil waren nur einzelne Blattknospen zu sehen, aber manche Bäume hatten schon eine stattliche Anzahl zarter grüner Blätter.


Da sommerliche Abendspaziergänge auf dem Feldberg immer eine schöne Gelegenheit sind, der Hitze im Tal zu entkommen, werde ich auch weiterhin ein Auge auf die Buchen haben.





































































































































