sogesehen – Monatsfoto Oktober

Machen wir uns nichts vor: Der Sommer ist vorbei. Leugnen zwecklos! Aber wer sagt denn, dass der Herbst nicht auch seine ganz eigenen Trümpfe im Ärmel hat. Er ist nicht einfach nur ein „Nicht-Sommer“!

Ich denke dabei auch an die Natur, also die belebte Natur im Sinne von Tieren und Pflanzen. Zum Beispiel die Vogelwelt: Für die allermeisten Arten ist die Zeit der Fortpflanzung und Jungenaufzucht vorbei. Nun gilt es, sich für den bevorstehenden Winter zu wappnen und die Energiespeicher aufzufüllen. Diejenigen Vögel, die in wärmere Gefilde abziehen, brauchen viel Kraft für lange Flugdistanzen. Ihre Kollegen dagegen, die sich ein Überwintern in Mitteleuropa (oder wo auch immer) zutrauen, müssen sich selber ein Polster anfuttern und nach Möglichkeit auch eigene Nahrungsdepots anlegen.

Gerade im Oktober sind umherfliegende Eichelhäher daher ein vertrauter Anblick. Oftmals mit Eicheln oder Nüssen im Schnabel oder Kropf, fliegen sie mehr oder weniger heimlich durch die Landschaft, sammeln Futter und vergraben es für spätere Zeiten. Eichelhäher sind der häufige, klassische Vertreter der Häher bei uns. Aber nicht der einzige! Wer schon einmal in den höheren Mittelgebirgen oder den Alpen unterwegs war und darauf geachtet hat, kennt vielleicht seine Schwesterart: den Tannenhäher.

Für meine Begriffe ist dieser noch einmal wesentlich schöner als sein naher Verwandter, schokoladenbraun und mit diesen herrlichen weißen Tupfen. In unseren Mittelgebirgen ist er eher heimlich unterwegs und nicht leicht zu beobachten. In den Alpen aber – und besonders im Herbst zur Sammelzeit – ist der Tannenhäher allgegenwärtig und wenig scheu. So auch diese schönen Tiere, die ich im Oktober letzten Jahres im Aletschwald in der Schweiz ablichten konnte (wo sie übrigens auch Arvenhäher genannt werden). Permanent sind sie hier unterwegs, fliegen mit vollem Kropf von Baumspitze zu Baumspitze, wühlen raschelnd im Unterholz, allein oder in kleinen Grüppchen, immer wieder laut rätschend, unentwegt in Bewegung.

Der Zufall will es, dass ich (wenn nicht noch ein gewisses Virus meine Pläne durchkreuzt) just in der kommenden Woche wieder im Aletschwald sein werde. Und was jetzt keine Überraschung sein dürfte: Auf das Wiedersehen mit den umtriebigen Herbstvögeln freue ich mich schon über die Maßen!



In der Rubrik „Monatsfoto“ stellt reihum jede/r von uns ein besonderes Bild vor und erzählt die dazugehörige Geschichte. Für den jeweiligen Monat dient es als Titelmotiv auf der Startseite. Eine Übersicht über sämtliche bisherigen Monatsfotos ist hier zu finden.

Wassertänzer

Kamera mitnehmen oder zu Hause lassen? Diese Frage stelle ich mir bei jedem Ausflug, egal ob in der Heimat oder im Urlaub. Die Verlockung, nur mir dem Handy loszuziehen ist groß, aber noch größer ist der Frust, sie im geeigneten Moment nicht dabei zu haben. Glücklicherweise gewinnt mein „Qualitäts“-Ich oft gegen mein „Bequemlichkeits“- Ich, und dadurch ist die Kamera fast überall mit dabei.

So auch bei einem Abendspaziergang rund um den Badesee von Tannenhausen (Ostfriesland) letztes Jahr im Herbst. Hier tummeln sich im Sommer Taucher, Badegäste, Wasserski – und Wakeboard-Enthusiasten, aber an jenem Septemberabend machten die Anlagen einen ziemlich verwaisten Eindruck.

Die Mitnehmer des Wakeboard-Rondells drehten einsam ihre Runden, und ich stellte mir vor, was für tolle Sport-Fotos man hier machen könnte.

Als hätte mich der Fotografengott erhört, tauchte am Eingang plötzlich ein mit Helm, Neoprenanzug und Board bepackter Sportsmann auf. Während ich ungeduldig wartete, dass es los ging, fummelte ich aufgeregt an meiner Kamera herum. Serienmodus rein, ISO rauf, Belichtungszeiten runter und Feuer frei!

Mein Fotografenherz hüpfte. Obwohl das Licht immer schlechter wurde und der ISO- Wert in den schmerzhaften Bereich anstieg, fotografierte ich wie im (Pixel) Rausch. Natürlich bemerkte der Wakeboarder den Paparazzi am Ufer und präsentierte eigens für mich ein paar zusätzliche Showeinlagen. (Ich bildete mir dies zumindest ein 😉 ) Das Ganze glich eher einem Tanz auf dem Wasser als harter körperlicher Arbeit.

Nach einer knappen Stunde gingen dem Sportsmann und mir dann doch die Puste aus. Nach einem netten kurzen Gespräch und dem Austausch unserer Kontaktdaten setzte ich mit einem Grinsen meinen Spaziergang fort.

Diese Kameraschlepperei ist oft mühsam, aber es sind dann diese Momente, die mir bestätigen, dass sich der Aufwand lohnt. Nicht nur für den Fotografen, sondern auch für das Model, das sich nun über seine Fotos freuen kann 🙂

Sonnenuntergang – bei Fotografen verpönt…

„Zu oft gesehen“, „unerträglicher Kitsch“ – das ist der Ruf von Sonnenuntergangsbildern. Bei Fotowettbewerben werden diese direkt aussortiert. Und zugegeben: an meine Wand schafft es ein Sonnenuntergang in der Regel auch nicht.
Sebastian hatte sich in seinem Artikel ja auch schon dem Thema angenommen. Hier meine Erfahrung von einem aktuellen Ausflug:
Wenn man nun als Landschaftsfotograf loszieht, ist dann also weiches Seitenlicht von der tief stehenden Sonne oder die Blaue Stunde gefragt – aber bitte nicht der Sonnenuntergang.
Das klappte dann auch an dem Außendeich der ehemaligen Nordstrander Bucht, wo die Lorenbahn nach Nordstrandischmoor führt, soweit ganz gut.
Doch dann lässt man in der Landschaft die Eindrücke auf sich wirken, und der Sonnenuntergang hat trotzdem immer wieder seinen ganz besonderen Reiz. Man fühlt sich gefesselt von der Stimmung und kann doch nicht widerstehen, eben diese Sonnenuntergangsaufnahmen zu machen.
Das ist wohl so ähnlich wie der Wein, der im Urlaub in der Toskana so herrlich schmeckt und zuhause für Ernüchterung sorgt…

Wanderlust in Südtirol – Teil eins

Die Zeit vergeht wie im Flug… doch wem sag ich das? Nun ist unser Urlaub in Südtirol gefühlt eine halbe Ewigkeit her, aber die Erinnerungen an die schönen Erlebnisse kommen sofort wieder hoch, als ob es gestern gewesen wäre.

Nachdem wir nun eine tolle Woche auf unserer Almhütte in Österreich verbringen durften, ging es für uns weiter nach Südtirol. Mittlerweile nun schon das dritte Jahr in Folge. Diese Region Italiens hat uns einfach in seinen Bann gezogen. Umgeben von den wunderschönen Bergen, dem guten Essen, den äußerst lieben und kommunikationsfreudigen Menschen vor Ort kann man sich ja auch einfach nur wohl fühlen. Nach unserem Aufenthalt in der Almhütte war die Ferienwohnung auf einem Bauernhof in Villnöss fast schon ein kleines Luxusappartement. Das Highlight der Wohnung war definitiv der Ausblick vom Balkon, aber auch das großzügig geschnittene Badezimmer – in Österreich hatte sich die Dusche auf eine winzige Kabine im Schlafzimmer beschränkt.

Auf dem Weg nach Villnöss

Wer bereits in Südtirol unterwegs war, dem ist bekannt, dass die Straßen dort teilweise nur einspurig zu befahren sind und eine Autofahrt einem Abenteuer gleicht. So ist es also nicht unüblich, dass man für ca. 5 Kilometer über 25 Minuten Fahrzeit benötigt. Ausflüge jeglicher Art bzw. Autostrecken müssen also gut durchdacht werden. Unser Ankunftstag bestand also zunächst einmal aus Koffer auspacken, ankommen, die schöne Aussicht genießen, eine kleine Runde die Beine vertreten und die Umgebung rund um unseren Hof erkunden. Am nächsten Morgen konnten wir unser Frühstück mit dem schönen Ausblick auf die Geislergruppe genießen, bevor es für uns dann mit dem Auto zur ersten Wanderung „Kofelalm, Schlüter-Hütte und Gampenalm“ losging. Ein wunderschönes Dolomitenpanorama eröffnete sich uns auf der Bergkuppe oberhalb der Schlüter-Hütte.

Am nächsten Tag ging es für uns direkt von der Unterkunft aus zu Fuß los. Ohne einem strikten Plan zu folgen oder eine Route zuvor ausgewählt zu haben, sind wir vom Bauernhof aus los. Ein Stück oberhalb ging es dann auf den dort bekannten „Bergbauernweg“. Diesem sind wir wenige Meter gefolgt, bevor es weiter ging zu einer Abzweigung in den Wald. Der Weg war teilweise kaum zu erkennen und scheinbar ein geheimer Treffpunkt für Pilzesammler. Sämtliche Pilze hatten wir auf dem saftig grünen Waldboden entdeckt. Die Überlegung, eine Pfifferling-Suppe daraus zu kochen, hatten wir aber dennoch schnell verworfen. Nach ca. vier Kilometer zog sich das Wetter allmählich zu und ein Gewitter zog auf – gerade noch rechtzeitig hatten wir unsere Ferienwohnung wieder erreicht.

Der dritte Tag sollte eigentlich eine gemütliche Wanderung werden. Mittlerweile beherrschen wir aber das Talent recht gut, uns vorzunehmen es gemütlich angehen zu lassen, aber dann doch eine ordentliche Strecke abzulaufen. So kam es also, dass wir uns auf den „Plose“ und „Gabler“ begeben haben mit anschließendem Dolomiten-Panoramaweg. Die Wanderung hatte eine Gesamtlänge von knapp 17 Kilometer und rund 900 Höhenmeter. Auch auf dieser Tour beeindruckte uns die Aussicht auf die Dolomiten. In einer Almwirtschaft oben auf dem Plose gab es dann auch als Belohnung den verdienten Kaiserschmarren 🙂

Fortsetzung „Wanderlust in Südtirol – Teil zwei“ folgt.

Nachsaison am See

Ein Sonntag im Schwarzwald Anfang September. Es könnte jetzt noch hochsommerlich sein. Am See könnten sich Urlauber und Tagesausflügler nur so tummeln.

.

Tja, tun sie aber nicht. Es ist kalt und grau, nur eine Handvoll Leutchen verlieren sich am Ufer. Man muss in der Tat keinerlei Sorge haben, heute kein Boot ausleihen zu können…

Ich hätte dabei rein gar nichts gegen etwas mehr Sommerstimmung. 22 Grad anstatt 12 Grad zum Beispiel. Wenigstens etwas Sonnenschein. Ein bisschen mehr ausgelassene Stimmung rund um die Attraktionen für Groß und Klein.

..

Und doch, und doch…

Wenn ich ehrlich sein darf, gefällt mir diese Nachsaisonsstimmung auf eine seltsame Weise auch gut. Mal abgesehen von den Vorteilen, die es hat, wenn sich keine Menschenmassen am Ufer entlang wälzen (Stichwort „Abstand“) – die Stille, das Gefühl der Verlorenheit, des Aus-der-Zeit-Gefallen-Seins, sie erfüllen einen doch mit einem irgendwie leichten und schönen Gefühl der Melancholie.

..

Ich vermute, es hat insbesondere mit den still daliegenden Booten zu tun. Sie sind nun wirklich dazu gedacht, auf den See gebracht und gefahren zu werden. Es sollen Leute in ihnen sitzen und sich amüsieren, sie sollen übers Wasser tuckern, die ungewohnten Ausblicke genießen und jauchzen, wenn sie in die Wellen des Ausflugsschiffs geraten und darin hin- und herschaukeln.

Aber heute?

..

Heute liegen die meisten von ihnen stumm am Bootsteg und fügen sich offenbar in ihr Schicksal.

..

So ein kühler Tag im Spätsommer führt einem vor Augen, dass der Herbst vor der Tür steht, dass die Tage kühler werden und die grüne Jahreszeit bald unwiederbringlich vorüber ist.

Aber es gibt eben auch noch Hoffnung auf den einen oder anderen warmen Tag! Man muss also nicht in Depression verfallen, sondern darf noch auf einen gnädigen Wettergott hoffen…

..

Malen mit Licht (Teil 4)

Lightpainting bei Tageslicht? Alle bisherigen Fotos meiner kleinen Serie „Malen mit Licht Teil 1-3“ sind im Dunkeln einstanden. Mit Lichtmalerei verbindet man normalerweise Lichtspuren in der Nacht und wahrscheinlich gehören die Fotos dieses Blogs auch nicht wirklich in diese Kategorie. Für mich jedoch schon!

Hier verschwindet meiner Meinung nach die Grenze zwischen Fotografie und Malerei. Die Kamera wird zum Pinsel, und das Ergebnis ist oft abstrakt und hat mit der Wirklichkeit nicht mehr viel gemein.

Manch einer wird sich nun denken „Oh Schreck… jetzt wird jedes verwackelte Bild gleich zum Gemälde!“. Ganz so einfach ist es nicht. Natürlich sind alle Bilder „verwackelt“, d.h. unscharf, aber im Gegensatz zu den ungewollt Verwackelten (von denen ich auch genügend habe 😉 ) sind diese Fotos so gewollt und auch mit diesem Ansatz fotografiert.

Diese Art der Fotografie stellt den „Maler“ vor einige Herausforderungen. Zum einen ist der Bildaufbau schwierig, da das Ergebnis (am Anfang) nur schwer zu kontrollieren ist, und zum anderen kommt die Frage auf: Wie stark darf ein Bild verwackelt sein? Für mich ist immer wichtig, egal ob ich zoome oder wische, dass das ursprüngliche Motiv noch gut erkennbar bleibt.

Es braucht ein wenig Übung, aber mit der Zeit werden die Ergebnisse kontrollierbarer. Oft eignen sich klare Strukturen, wie z.B. bei Bäumen oder Gräsern, am besten.

Ich bewege die Kamera während der Aufnahme horizontal, vertikal, manchmal auch schräg oder verändere die Brennweite des Zoomobjektives durch Drehen. Da die Belichtungszeiten tagsüber oft zu kurz sind, wähle ich den niedrigsten ISO-Wert und schließe meine Blende.

Ich liebe diese Art der Fotografie. Da ich oft mehrere Stunden am Stück mit meiner Kamera unterwegs bin, brauche ich zwischendurch diese kleinen kreativen Auszeiten.

Ich kann euch versprechen, wenn euch der Wisch- und Zoomvirus erst einmal gepackt hat, werdet ihr von der Wirkung und den Ergebnissen begeistert sein, und er wird euch vielleicht ein ganzes Fotografenleben begleiten. (Vorsicht! Dieser Virus ist ansteckend, aber nicht schädlich 🙂 )

Lust auf weitere kleine Geschichten zur Lichtmalerei? Dann viel Vergnügen bei Malen mit Licht (Teil1), Malen mit Licht (Teil 2) und Malen mit Licht (Teil 3).

sogesehen – Monatsfoto September

Dem kleinen Heidegebiet bei mir vor der Haustür hatte ich bislang kaum Beachtung geschenkt. Es ist das Naturschutzgebiet Nr. 26 und zeichnet sich durch abwechslungsreiche Heideflächen, Wald- und Wiesenflächen, Weiher und Teiche aus.

Mein erster Besuch lag außerhalb der Heideblütezeit und galt mehr der Sondierung der örtlichen Gegebenheiten mit nicht erwähnenswerten Aufnahmen.


Mitte August war dann im Abendlicht ein erneuter Besuch auf der Agenda, mit dem Blickpunkt auf das Heide-Areal. Für mich bot sich ein ungewohntes beeindruckendes Bild, da ich solche Heideflächen eigentlich nur mit der Lüneburger Heide in Verbindung bringe. Aber man lernt ja nie aus ;).

Schnell zeichneten sich zwei Bäume als mögliches Motiv ab. Jedoch hatte ich meine Schwierigkeiten, diese mit dem Licht und vor allem mit den Abschattungen der umliegenden Baumreihen in Szene zu setzen – war über das Ergebnis aber trotzdem glücklich.

Nun wollte ich die Szenerie auch nochmal zum Sonnenaufgang bzw. Morgenlicht einfangen und bin vor der Arbeit, wieder mit meinem Fotokumpel Steffen, am Ort des Geschehens aufgeschlagen.

20200901_062257_MH_a7MKII

Uns erwartete sogar ein über der Heide liegender Nebel mit einem schönen Farbverlauf des Himmels. Wieder ein tolles Erlebnis, zu Beginn des Tages in der Natur zu sein und dessen Schönheit zu genießen.

Eine weitere Idee für diese Location ist uns auch noch eingefallen – die wir dann wohl später präsentieren werden. Kleiner Tipp: es hat ein wenig mit dem letzten Artikel von Horst zu tun… 🙂

Liebe Grüße aus dem Norden

Michael Hoff


In der Rubrik „Monatsfoto“ stellt reihum jede/r von uns ein besonderes Bild vor und erzählt die dazugehörige Geschichte. Für den jeweiligen Monat dient es als Titelmotiv auf der Startseite. Eine Übersicht über sämtliche bisherigen Monatsfotos ist hier zu finden.

Milchstraße und Sternenglanz

Sind wir Menschen, weil wir zu den Sternen aufschauen, oder schauen wir zu den Sternen auf, weil wir Menschen sind?“

Dieses Zitat aus einem Kinofilm hat mich, seit ich es das erste mal gehört habe, oft zum Nachdenken angeregt. Nicht nur weil es mir besonders gefällt, nein, auch deswegen, weil ich mich frage, was uns antreibt, den Sternenhimmel zu betrachten. Ist es Neugier? Ist es Faszination? Oder hat es andere Gründe?

Für mich ist es definitiv die Schönheit und die Weite des Alls, die mich bewegt. Wenn ich an einem lauen Sommerabend in meinem Garten im Gras liege und zum Firmament blicke, über mir das Glitzern des Sternenzelts, fühle ich mich geborgen und beschützt, fast so, als läge ich unter einer wärmenden Decke.

Meine Gedanken und Träume machen sich auf den Weg hinauf ins stille Funkeln, und mich erfüllt ein Frieden, der nur schwer in Worte zu fassen ist. Es ist einfach überwältigend. Ist dann auch noch die Zeit, in der sich die Milchstrasse am Nachthimmel zeigt, ist es einfach perfekt.

Ich könnte stundenlang so da liegen und mich in der Betrachtung des überirdischen Leuchtens verlieren. Solche Momente sind überaus wertvoll für mich, und allein die Betrachtung des Himmelsgewölbes erfüllt mich mit einer Freude und Gelassenheit, von der ich noch lange zehren kann.

All das ist auch der Grund für meine Fotosafaris in der Nacht. Die Schönheit der Sterne mit der Kamera einzufangen macht mich glücklich. An solch klaren Nächten draußen zu sein und nur den Kosmos über mir zu wissen, hat seine ganz eigene Magie, und diese genieße ich in vollen Zügen

Ich hoffe, Euch hat die kleine Reise zu den Sterne gefallen, und Ihr verspürt Lust es mir nachzumachen. Sollte es so sein, dann wünsche ich euch viel Spaß auf Eurer Suche nach dem Zauber der Nacht. Bleibt neugierig.

Wanderlust in Österreich

Jeder, der mich persönlich kennt weiß, wie sehr ich unsere Heimat schätze und liebe. Sobald es die Zeit zulässt, bin ich am Wochenende unterwegs und entdecke dabei immer mehr unsere Region. Ein treuer Begleiter neben meinem Freund ist hierbei natürlich stets meine Kamera. Manchmal muss man aber auch seiner schönen Heimat den Rücken zukehren und neue Wege entdecken.

Im Dezember letzten Jahres hatten wir für unseren diesjährigen Sommerurlaub eine Almhütte in Österreich und eine Ferienwohnung auf einem Bauernhof in Südtirol (jeweils Selbstverpflegung) gebucht. Aufgrund der Coronakrise war es lange nicht klar, ob unser gebuchter Urlaub stattfinden kann oder nicht. Umso größer war nun die Freude, als es am zweiten Augustwochenende endlich los in die Berge gehen konnte.  

Unser erstes Ziel war nun also Bucheben, ein kleiner Ortsteil der Gemeinde Rauris im Nationalpark Hohe Tauern. Unser Hinweg führte uns bis nach Österreich bewusst auf der Landstraße entlang. Wir waren zwar länger unterwegs, aber konnten so auch die schöne Landschaft um uns herum genießen und begegneten in der frühen Morgenstunde unter anderem Hase, Fuchs, Reh und Rotmilanen.

In Bucheben angekommen, haben wir uns in dem wunderschön gelegenen Örtchen am Fuße des „Ritterkopfes“ direkt wohlgefühlt. Unsere kleine Almhütte gehörte zu einem Reiterhof, welche vom dortigen Parkplatz aus 300 Meter steil bergauf an einer kleinen Bergkuppe lag. Wir sind wirklich viel zu Fuß unterwegs und fit, aber diese 300 Meter hatten es wirklich sehr in sich. Ein Glück, dass der Besitzer mit seinem kleinen Traktor unser Gepäck den Berg hinauf gebracht hatte.

Auf den darauffolgenden sieben Tagen folgte eine Wanderung der nächsten. Vom Rauriser Urwald, der Wanderung zum Naturfreundehaus (2.075 m) oder Niedersachsenhaus (2.471 m), Besichtigung der Kitzlochklamm oder das Seidlwinkltal ließen die dortige Flora und Fauna mein Fotografenherz höher schlagen. Ein Highlight war beispielsweise auch das Krumltal – Tal der Gänse- und Bartgeier. Insgesamt 12 Bartgeier bekamen wir in freier Wildbahn zu sehen, aber leider waren diese doch zu weit weg, um sie fotografieren zu können. Die Geier wurden dort ab dem Jahr 1989 wieder erfolgreich angesiedelt. Ein Mitarbeiter des Nationalparks Hohe Tauern war zufällig vor Ort, hatte uns freundlicherweise durch sein Fernglas schauen lassen und uns auch einen interessanten Einblick in die Arbeit des Nationalparks gegeben. Auch auf der Wiese um unsere Hütte herum gab es viele Insekten, Vögel, eine Kröte und auch zwei Laufenten, die uns kurze Zeit neugierig beim Frühstück beobachteten.

Mit meinen Bildern aus dieser wunderschönen Region möchte ich das Urlaubsgefühl zurückholen und vielleicht auf diesem Wege den Personen schöne Eindrücke ermöglichen, welche derzeit nicht verreisen können. Für diejenigen, die ihren Urlaub gerne in den Bergen verbringen, möchte ich diese schöne Region ans Herz legen. Wir sind definitiv nicht das letzte Mal dort gewesen. Für uns sind die Berge das Größte, um sich wieder zu erden, mit der Natur im Einklang zu sein und dem Alltagsstress zu entfliehen.

„Je höher du auf den Berg hinaufgehst, desto kleiner werden deine Sorgen. Dort oben entsteht eine Klarheit des Denkens, die nirgendwo anders möglich ist“, Friedrich Stickler.

Liebe im Detail

Der nächste Beitrag zu unseren Eindrücken aus Südtirol im Naturpark Puez-Geisler „Wanderlust in Südtirol“ ist auch schon in den Startlöchern. Fortsetzung folgt 🙂

Pastell: Farben des Sommers

Jede Jahreszeit hat ihre eigenen Farben. Der Herbst mit seinen warmen Rottönen, der Winter klassisch in Weiß, flankiert von Rot und Grün zur Weihnachtszeit und dann der Frühling! Rote Erdbeeren, gelbe Narzissen, das frische Grün an den Bäumen und ein strahlend blauer Himmel.

Und der Sommer? Dieser erscheint überraschend unbunt. Der Himmel in einem diffusen Blau, der Fernblick oft diesig, und die Wiesen von der Sonne verbrannt.

Fotografisch ist diese Jahreszeit eine echte Herausforderung. Um der Hitze zu entkommen, flüchte ich daher oft in den Wald. Dies macht das Ganze jedoch nicht einfacher. Unzählige Varianten von Grün gepaart mit harten Schatten machen das Fotografenleben nicht leichter.

Dies ist der richtige Moment, mich vom „großen Ganzen“ zu lösen und das Schöne im Detail zu suchen.

Bei Sommer und Farben denkt man automatisch an leuchtend gelbe Sonnenblumen, blaues Meer und rote Tomaten. Auch ich mag „knallige“ Farben, sie verbreiten eine fröhliche Stimmung und machen auch an einem regnerischen Sommertag gute Laune. In der freien Natur jedoch findet man diese Signalfarben eher selten. Hier gibt im Sommer eine eher weiche Farbpalette den Ton an: Pastell

Wer mich kennt oder meine Blogs verfolgt hat wird feststellen, dass Insekten bisher nicht zu meinen favorisierten Fotomotiven gehörten. Meine Portraits beschränkten sich eher auf den Homo sapiens, zwischendurch auch mal einen Hund oder eine Ente.

Da kann ich nur sagen, SCHADE! Da habe ich jahrelang, nicht nur fotografisch, richtig was verpasst. Ein großer Dank gilt an dieser Stelle Horst und Sebastian 🙂

Taucht man erst einmal ein in diese eigene faszinierende kleine Welt, dann bekommt man auch einen anderen Blick auf die Große. Eine Erfahrung, die ich nicht mehr missen möchte.

Ich freue mich jedenfalls jetzt schon auf den nächsten Makrospaziergang an einem Hochsommertag, an dem es heißt: Die Natur trägt Pastell!