Viele von uns erwarten sie schon sehnsĂŒchtig⊠die FrĂŒhlingszeit. Kalendarisch dĂŒrfen wir den FrĂŒhling ab dem 20. MĂ€rz begrĂŒĂen.
Die Tage beginnen jetzt schon mit schönen VogelgesĂ€ngen von Amsel, Meisen und Spatzen, Krokusse und Narzissen stehen in ihrer vollen BlĂŒte, die Sonne kommt frĂŒher hinter den Bergen hervor und strahlt tagsĂŒber in ihrer vollen Kraft. Der FrĂŒhling ist fĂŒr mich definitiv die schönste Jahreszeit.
GĂ€nseblĂŒmchen am Wegesrand
Zu beobachten wie die Natur erwacht und der Wald wieder voller Leben steckt, bringt einen gewissen Zauber mit sich. Diesen Zauber durfte ich vor wenigen Tagen im MĂŒllheimer Eichwald erleben. Es dauerte keine fĂŒnf Minuten, als mir fĂŒnf Rehe ĂŒber den Weg hĂŒpften, der Buntspecht zu trommeln begann und Rotkehlchen, Blau- und Kohlmeise den Wald zu ihrer stimmungsvollen KonzertbĂŒhne verwandelten. Ich wĂŒnschte, ihr hĂ€ttet hier auch den Duft des Waldes riechen können, wie wunderbar erdig und frisch dieser doch war!
Blaumeise
Buntspecht
MĂŒllheimer Eichwald
Star
Kohlmeise
Blaumeise
Kohlmeise
BaumstĂ€mme im MĂŒllheimer Eichwald
BaumstĂ€mme im MĂŒllheimer Eichwald
Rotkehlchen
BaumstĂ€mme im MĂŒllheimer Eichwald
Lichteinfall
Solch ein kleiner Waldspaziergang wirkt meditativ und sensibilisiert all unsere Sinne! Mein Spaziergang im Eichwald dauerte gerade einmal eine Stunde, aber die Erlebnisse werde ich immer in Erinnerung behalten. Die nĂ€chsten Tage werden wir uns jedoch leider noch einmal warm einpacken mĂŒssen, bevor wir dann hoffentlich den FrĂŒhling ganz begrĂŒĂen dĂŒrfen.
Wie wĂ€re es dann mit einem meditativen Ausflug in den Wald? đ
Wenn ich an die wunderschöne, vielseitige und deutschlands nördlichste Insel Sylt denke, denke ich auch an die Automassen, die sich Tag fĂŒr Tag auf die Insel quĂ€len.
Die Infrastruktur an den beiden Bahnhöfen des Autozuges in NiebĂŒll und Westerland befinden sich regelmĂ€Ăig vor dem Kollaps.
Dazu kommen die Tagestouristen, die ĂŒber die Marschbahnstrecke am Endbahnhof Westerland Ihre FĂŒĂe auf die Insel setzten. Es strömt und wimmelt um den Bahnhof in dem zentralen Verkehrsknotenpunkt Westerland.
Auch die von Hörnum ĂŒber Westerland nach List verlaufende LandstraĂe L24 ist die reinste Blechlawine mit einer Vielzahl von ĂŒberfĂŒllten ParkplĂ€tzen. Die alternative Bewegung mittels ĂPNV auf der Insel ist da nicht anders: da muss man hoffen, dass einen die ĂŒberfĂŒllten Busse ĂŒberhaupt noch mitnehmen können.
Man stellt sich daher die Frage: Was soll das alles�
Trotzdem stand schon lange ein âFrom Dusk Till Dawnâ im Sommer oder ein âFrom Dawn Till Duskâ im Winter auf der fotografischen Agenda. Irgendwie hat mich dieser Ansturm auf die Insel aber immer wieder davon abgehalten.
Aus bekannten GrĂŒnden ist nun ja gerade alles anders. Durch das Beherbungsverbot, ist die Insel sehr zaghaft besucht. Das habe ich genutzt, um meinen lang ersehnten Ausflug zusammen mit Steffen zu starten. Zu zweit bringt solch eine Fototour bekanntlich am meisten SpaĂ. Der Autozug verkehrt jedoch aufgrund der mangelnden Nachfrage nach einem Sonderfahrplan. Somit gab es nur einen âDawnâ ohne âDuskâ.
Die massiven Sorgen, EinnahmeausfÀlle und ExistenzÀngste der Tourismusbranche sollen an dieser Stelle jedoch nicht unerwÀhnt bleiben. Wir hoffen instÀndig, dass Tourismus bald wieder in unserer touristisch geprÀgten Region stattfinden kann!
Wir sind also pĂŒnktlich zum Sonnenaufgang am Quermarkenfeuer Rotes Kliff gewesen. Was fĂŒr ein tolles Erlebnis inmitten der DĂŒnen, zwischen farbenfrohem Sonnenaufgang, Meer und Leuchtturm, den Start des Tages zu erleben. Eine relativ weitwinklige Aufnahme konnte hier den Eindruck am besten vermitteln.
Nach einem kurzen Picknick am Wagen, ging es weiter Richtung Norden zum Lister Ellenbogen, dem nördlichsten Punkt Deutschlands. Der Ellenbogen ist etwa 4 Kilometer lang und zwischen 300 und 1.200 m breit. Die dÀnische Insel RÞmÞ ist in Sichtweite. Der Ellenbogen befindet sich in Privatbesitz und kann gegen Zahlung einer Maut befahren werden. Der gesamte Ellenbogen ist ein Vogel- und Naturschutzgebiet.
Unser erster Halt war an dem Leuchtturm „List West“. Ein Leuchtturm aus Gusseisen, welcher 1857 vom Königreich DĂ€nemark erbaut wurde. Er ist das nördlichste GebĂ€ude Deutschlands und immer noch in Betrieb.
Der baugleiche Leuchtturm „List Ost“ war dann das nĂ€chste Ziel. Hier ist die KĂŒstenerosion zum Erliegen gekommen und der vorgelagerte DĂŒnensandstrand mittlerweile relativ breit geworden. Der Wind hat uns hier wunderbare Strukturen in den Sand „gemalt“. Die beiden folgenden Aufnahmen sind vom gleichen Standpunkt aus entstanden; zum einen eine extreme Weitwinkelaufnahme mit 10mm und zum anderen eine Teleaufnahme mit 135 mm.
Die beiden markanten LeuchttĂŒrme wirken eigenartiger Weise fast wie natĂŒrliche Elemente dieser Landschaft im Norden der Insel.
Von nun an konnte es ja nur noch Richtung SĂŒden gehen. Aus einem frĂŒheren Urlaub in Rantum war mir eine recht fotogene Buhne noch im GedĂ€chtnis. Diese konnten wir leider nicht mehr finden; das lag entweder am Hochwasser zu exakt diesem Zeitpunkt,
oder sie ist den KĂŒstenschutzbauarbeiten „zum Opfer gefallen“. Das tosende dynamische Meer bei Rantum konnten wir gut mit einer etwas lĂ€ngeren Belichtungszeit einfangen.
Den letzten Fotospot an diesem Tag sollten wir am sĂŒdlichsten Punkt der Insel finden, der Hörnum-Odde. Die sĂŒdliche Spitze ist besonders von Sturmfluten bedroht. Hier kommt es hĂ€ufig zu groĂen Erosionen und AbbrĂŒchen. Um diese Verluste zu begrenzen, wurden Tetrapoden als Wellenbrecher an der KĂŒstenlinie gesetzt. Sie sollen die Wellen brechen und ihnen so die zerstörerische Kraft nehmen, was allerdings nur mĂ€Ăig erfolgreich ist.
Um die Dynamik und Kraft des Meeres hier darzustellen, habe ich zum ND-Filter gegriffen.
Plötzlich – innerhalb weniger Minuten – Ă€nderte sich die Wetterlage. Es zog dichter Seenebel auf. Eben diese Gefahr, die Wattwanderern zum VerhĂ€ngnis werden kann. Die Tetrapoden hatten auf einmal etwas mystisches.
So ging ein traumhafter Tag mit vielseitigen Motiven auf der schönen Insel Sylt zu Ende – und wir verstehen natĂŒrlich auch, warum die Sehnsucht nach dieser Insel so groĂ ist!
Klick-Klick-Klick-Klick… dies ist ein typisches GerĂ€usch aus der Sportfotografie.
Man kennt die Szenen aus der Sportberichterstattung: Profifotografen stehen mit riesigen Teleobjektiven (oft im Wert eines Kleinwagens!) dicht an dicht, um den entscheidenden Moment eines Torschusses oder eines Zieleinlaufes zu dokumentieren. Den optimalen Moment einzufangen und die SchĂ€rfe an die richtige Stelle zu setzen, das sind wichtige Kriterien fĂŒr ein gelungenes Sportfoto.
Diese MaĂstĂ€be gelten natĂŒrlich auch fĂŒr ambitionierte Hobbyfotografen. So heisst es auch hier: Serienmodus rein, dicke TeletĂŒte drauf, und los geht’s! Die Speicherkarte fĂŒllt sich rasant, und wenn man die Bilder zu Hause am Computer durchscrollt, erinnert das fast an ein Daumenkino. Zahlreiche unscharfe Versuche, bis endlich mal ein halbwegs scharfes Foto dabei ist.
Abgesehen davon, dass ich mir anstelle eines Telemonsters dann doch lieber einen schicken Kleinwagen kaufe, ist mir diese schnelle Art des Fotografierens manchmal doch zu stressig. Dann schalte ich gerne einen Gang zurĂŒck und krame in meiner fotografischen Kreativschublade.
Warum nicht einfach mal Regeln brechen? Bewegungen nicht einfrieren, sondern laufen lassen?
Im Gegensatz dazu wirken die klassisch scharfen Fotos schon fast langweilig.
Mich erinnern die verwischten Fotos an GemĂ€lde. Die Lichtspuren auf dem Wasser wirken wie Pinselstriche, die Ergebnisse sind nicht vorhersehbar und deshalb auch umso ĂŒberraschender.
Das nĂ€chste Foto ist mein persönliches Lieblingsbild der Serie. Es fehlt zwar der Bezug zur Sportart, aber mir gefĂ€llt diese dĂŒstere, bedrohliche Stimmung, welche die Person förmlich aus dem Bild heraustreibt.
Nicht immer muĂ ein Fotograf mit groĂem Besteck unterwegs sein. Man sollte nur offen bleiben fĂŒr Neues und auch mal einen ungewöhnlichen Blickwinkel wagen (… und immer schön auf seine Kamera aufpassen!)
Dies ist der (voraussichtlich) letzte Teil meiner Serie „Malen mit Licht“. Die komplette Reihe könnt ihr hier nachlesen.
Der MĂ€rz steht fĂŒr das Transitorische, den Ăbergang. Er stellt die Schwelle dar zwischen Winter und FrĂŒhling, der kalten und der warmen Jahreszeit. Die Dinge sind in Bewegung, nervös, rastlos und doch zugleich auch zielstrebig und einer groĂen Richtung folgend. Aber eben unberechenbar und manchmal regelrecht flatterhaft.
Nordfriesland um diese Jahreszeit: riesige GĂ€nseschwĂ€rme sind ĂŒberall zu sehen und zu hören in der NĂ€he der KĂŒste, auf dem Boden und in der Luft. WeiĂwangengĂ€nse, GraugĂ€nse, BlĂ€ssgĂ€nse und andere.
Es mĂŒssen Hunderttausende sein, die sich jetzt hier aufhalten – GĂ€ste aus dem Norden und Nordosten, die zum Ăberwintern in den (von Skandinavien aus gesehen) warmen SĂŒden fliegen. Ihr lautes Schnattern, Gackern, KlĂ€ffen und Quieken ist allgegenwĂ€rtig – niemals sind sie still, auch nicht beim hektischen Ăsen auf Ăckern und Weiden. Und dann plötzlich das Rauschen, wenn sich ohne Vorwarnung Tausender groĂer FlĂŒgel in die LĂŒfte schwingen.
Was fĂŒr ein beeindruckendes Spektakel in dieser spĂ€twinterlich kargen Landschaft!
Heute ist bereits Aschermittwoch und der Karneval wĂŒrde zu Ende gehen, hĂ€tte er denn auch stattgefunden! Leider wurden ĂŒberall die offiziellen FastnachtsanlĂ€sse abgesagt, natĂŒrlich auch in Venedig. Die vielen KostĂŒmliebhaber sind definitiv zu kurz gekommen. Gerne denke ich an meine zwei Reisen in die Lagunenstadt zu dem weltberĂŒhmten Carnevale die Venezia. Hier ein kleiner RĂŒckblick:
Vor genau 12 Jahren reiste ich das erste Mal, im Rahmen eines Fotoworkshops, zum Carnevale nach Venedig. Bis dahin kannte ich den Carnevale nur von Fotos. Venedig hingegen habe ich bereits 1985 das erste Mal besucht und seither immer wieder. Damals kaufte ich mir die Minimasken als Souvenir und jetzt sollte ich den Carnevale endlich einmal live miterleben und vor allem fotografieren können. Ich konnte mir nicht wirklich vorstellen, was mich erwarten wĂŒrde und freute mich auf die kommenden Tage und den ersten Morgen. Bereits vor Sonnenaufgang mussten wir auf dem Markusplatz sein. Es war eine kurze Nacht. Noch im Dunkeln fuhren wir mit dem Vaporetto auf dem Canale Grande entlang der imposanten Palazzi bis zur Fermata San Marco.
Es war noch relativ ruhig auf der Piazza, ein paar Fotografen schlichen bereits umher und auch ich stellte mein Stativ auf und machte ein Foto von den im Wasser schaukelnden Gondeln, mit der Kirche San Giorgio im Hintergrund. Sicher eines der meist fotografierten Motive in Venedig! Lange durfte ich mich damit nicht verweilen, denn schon trafen die ersten Masken ein (so werden die Maskierten genannt, es ist nicht nur die Gesichtsmaske damit gemeint) und mit ihnen auch weitere Fotografen.
Der Vorteil wenn man so frĂŒh vor Ort ist, es hat kaum Touristen und als Fotograf hat man die Masken fĂŒr sich alleine. Womit ich aber gar nicht gerechnet habe, wie viele Fotografen sich nach und nach auf der Piazza einfanden. FĂŒr meinen Geschmack definitiv zu viele! Aber ich war nun mal da, schaute mich nach Masken um, welche an einem fotogenen Ort standen und fĂŒr uns posierten. TagsĂŒber an den verschiedenen PlĂ€tzen war es noch extremer. Schulter an Schulter standen die Fotografen da und jeder wollte sein bestes Foto machen!
Mit etwas Geduld kann man die Aufmerksamkeit der Masken auf sich ziehen und ein paar schöne Fotos machen. Fotografiert man lĂ€nger die gleichen Masken kommt es hĂ€ufig zu einem Austausch der Visitenkarten. Es ist ein Geben und Nehmen. Die Maskierten stehen den Fotografen gerne Modell, hĂ€tten aber natĂŒrlich im Gegenzug ein paar schöne Aufnahmen. Durch den Austausch der Adressen und spĂ€ter das Zusenden der Bilder, entstehen schöne Kontakte und man erfĂ€hrt auch etwas ĂŒber den Menschen hinter der Maske. Wie das Ehepaar Le Bec aus Paris, welches seit mehr als dreissig Jahren mit neuen, sehr aufwĂ€ndig genĂ€hten und verzierten KostĂŒmen in die Lagunenstadt reisen. Hat man sie einmal gesehen, erkennt man sie im nĂ€chsten Jahr bestimmt wieder, bleiben sie ihrem Stil treu. Auch Postkarten gibt es von ihnen zu kaufen.
Mich fasziniert nicht nur die Maske als Ganzes, sondern die zahlreichen, mit viel Liebe genÀhten Details. Auffallende Stoffe, wunderbare BÀnder, glitzernde Perlen und filigrane Stickereien, ich konnte mich nicht sattsehen und wollte soviel wie möglich auf den Sensor brennen! Man versteht schnell, dass es nicht nur ein Hobby ist, sondern eine Leidenschaft die gelebt und geliebt wird.
Eine weitere eindrucksvolle Maske ist der Monello (der Bengel). Ich habe Ute als Monello 2011 fotografiert und mich gleich in diese wunderschöne Maske verliebt. Die Farben, das aufwĂ€ndig verzierte KostĂŒm und alleine wie sie als Monello auftritt, ist einfach bewundernswert. Fast wie aus einem MĂ€rchen entsprungen steht sie da und prĂ€sentiert hervorragend den Monello. Dazu die Kulisse dieser historischen Stadt, besser geht es nicht mehr! Man kann kaum aufhören zu fotografieren! Ute K. und ihr Mann sind das erste Mal 1998 zum Fotografieren an den Carnevale gefahren und wurden gleich mit dem Virus infiziert. Seither sind sie jedes Jahr in die Lagunenstadt gereist. Am Anfang kamen sie jedes Jahr mit einem neuen KostĂŒm, spĂ€ter wurden es mehr, inzwischen sind es bereits 3 KostĂŒme pro Person, welche sie in mehreren Koffern, TĂŒten und RucksĂ€cken nach Venedig schleppen.
Neben dem Monello, der seit 2006 zu Utes Markenzeichen geworden ist, nĂ€ht sie auch die anderen KostĂŒme (historische GewĂ€nder) selber. Diese GewĂ€nder aus der Renaissance-Zeit sind sehr aufwendig und sie braucht mehrere Monate, bis so eine Robe fertig ist!
Nicht zu unterschĂ€tzen ist ist das âModellstehenâ! Das heisst, nicht nur da stehen und sich fotografieren lassen. Man schlĂŒpft regelrecht in eine andere Rolle. Dabei ist es sehr wichtig, diese Rolle auch zu spielen, nur so kommt sie authentisch herĂŒber und das KostĂŒm ist eigentlich ânurâ der Schmuck. Wenn man gedankenlos da steht, ohne mit dem Körper und den Augen zu spielen, hilft auch das schönste KostĂŒm nichts. Es gibt Masken die das wunderbar beherrschen und ich immer wieder staune wie lange sie in ihrer Rolle bleiben. Es gibt aber auch vereinzelte Masken, die einfach wie âSĂ€ckeâ da stehen und sich abknipsen lassen. Ich bin ĂŒberzeugt, dass sie sich dabei nicht viele Gedanken machen. Das sieht man auch gleich auf den Fotos und es macht keinen Spass sie zu fotografieren.
An einem Nachmittag wollte auch ich einmal als Maske in die Stadt gehen. Noch zu Hause habe ich in mehreren Stunden ein âaltes FaschingskostĂŒmâ herausgeputzt. Nicht zu vergleichen mit den aussergewöhnlichen venezianischen Masken, aber so ein Hauch Carnevale versprĂŒhte es schon đ
Es war komisch plötzlich auf der anderen Seite zu stehen. Ein bisschen ĂŒberfordert war ich anfangs schon, wusste erst nicht wohin schauen und wie mich bewegen. Der Tipp von Pierrot (Foto oben), ich solle mir meinen eigenen Dialog im Kopf machen und eine Rolle spielen, hat mir geholfen und ich fand langsam gefallen daran mit den Fotografen zu âspielenâ.
SONY DSC
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Das Fotografieren vermisste ich schon ein bisschen, so dass ich manchmal die Kamera unter dem Umhang hatte und so die verdutzten Fotografen fotografierte đ Nach ein paar Stunden ging ich gerne ins Hotelzimmer zurĂŒck, zog mich um und widmete mich wieder ganz dem Fotografieren.
Eine sehr intensive Woche mit wenig Schlaf, unzĂ€hligen Kilometern zu Fuss, vielen Gigabytes Fotos und unvergesslichen EindrĂŒcken geht zu Ende und wir traten schweren Herzens unseren Heimweg an. Ein letztes Mal liefen wir durch die engen Gassen Richtung Bahnhof. Es war kein einfaches Durchkommen, mit Fotorucksack und Koffer, ĂŒber zahlreiche kleinen BrĂŒcken und GĂ€sschen und mit einer Unmenge an Touristen. Fast hatte man das GefĂŒhl die halbe Welt sei in Venedig.
So ruhig wie in diesem Jahr war es wohl noch nie zur Karnevalszeit in Venedig. Ich wĂŒnsche es den Venezianern und vor allem den Liebhabern des Carnevales, dass 2022 wieder viele Masken in einmaligen KostĂŒmen nach Venedig pilgern und die Herzen vieler Carnevale Fans höher schlagen lassen.
In meinem letzten Beitrag, „Wenig Schnee, aber immerhin“ hatte ich ĂŒber unsere Freude berichtet, dass auch wir ein wenig Schnee abbekommen hatten. Da hat wohl jemand genau hingehört und meinte es am Ende fast zu gut mit uns.
In der Nacht von letztem Samstag auf den Sonntag brach der Schneesturm ĂŒber den Norden und auch MĂŒnster herein. Jetzt liest man seit einer Woche Schlagzeilen wie „Winterdienst in MĂŒnster: Mehrere tausend Kubikmeter Schnee abtransportiert“ oder „MĂŒnster kĂ€mpft sich durch den Schnee“.
Was dem einen Leid, ist des anderen Freud. Ich habe mit meiner Kamera ein paar EindrĂŒcke aus der Stadt im Schnee festgehalten. Da die Situation irgendwie etwas nostalgisches an sich hat, habe ich alle Fotos in schwarz-weiĂ dargestellt. Aus meiner Sicht gibt das den Bildern eine besondere Wirkung.
ZunĂ€chst Bilder direkt aus der City. Bedingt durch den Lockdown war nicht viel los in der Stadt. Die wenigen Menschen waren nicht wie ĂŒblich zum Einkaufen unterwegs, sondern wegen der winterlichen Kulisse, hin und wieder mit dem Schlitten oder auch als Ski-LanglĂ€ufer.
Der Aasee zieht bei jedem Wetter die Menschen an, im Schnee mit einer bezaubernden Kulisse.
Neben der eigentlichen City spazierten wir auch durch die verschneiten Parks der Stadt, in diesem Fall den Schlossgarten und den Wienburg-Park. Ein Winterwunderland, das man mitten in der Stadt so gar nicht erwartet.
Jede Gelegenheit wurde von Groà und Klein genutzt, um sich auch sportlich zu betÀtigen. Sei es beim Rodeln an der Promenade oder beim Schlittschuhfahren auf dem zugefrorenen See im Wienburgpark.
In MĂŒnster ist es jetzt schon eine Weile her, dass wir mit so viel Schnee beglĂŒckt wurden. Im Jahr 2005 gab es das historische Schnee-Chaos im MĂŒnsterland, an das sich viele noch erinnern, auch wegen der umgeknickten Strommasten und der damit verbundenen Taschenlampenromantik zu Hause. FĂŒr die nĂ€chste Woche sind wieder Plusgrade angekĂŒndigt. Wir werden das Wochenende nutzen, um den Schnee noch ein wenig zu genieĂen und freuen uns schon jetzt auf den nĂ€chsten Besuch der weiĂen Pracht.
Heute war ein sehr grauer Tag. Eigentlich gar nicht schön. Jedenfalls hatte ich es mir morgens anders ausgemalt, als ich beschloss, einen Ausflug ins Rheintal und an die französische Grenze zu machen.
Geht so, oder?
Einziger Lichtblick: Ich war mal wieder im Ausland, zu Fuà ungefÀhr 30 Meter nach Frankreich rein.
Nun ja.
Eigentlich hatte ich ja darauf gehofft, Wasservögel fotografieren zu können. Ich bin nĂ€mlich nicht so oft am Rhein oder auch irgendeinem anderen groĂen GewĂ€sser, da ist das immer etwas Besonderes fĂŒr mich. Und an Stellen, wo viele AusflĂŒgler hinkommen, haben sich die Vögel ja oftmals an Menschen gewöhnt und sind weniger scheu. Gut fĂŒrs Foto!
Aber ich muss sagen, unglaublich viel war dort nicht los. Eher im Gegenteil. Das Highlight war ein Haubentaucher, der den Mund, pardon: den Schnabel, wohl etwas zu voll genommen hat…
Weil mir dann doch etwas langweilig wurde und zudem kalt, bin ich spontan ein paar Hundert Meter ĂŒber den Rheinstau bzw. das dazugehörige Wehr gelaufen. Wie das am Oberrhein so ist, darf allein Frankreich den Rhein zur Stromgewinnung nutzen. Ich bin halt mal einfach so drauflos spaziert, ohne mir groĂ etwas dabei zu denken.
Und irgendwann ist mir schlieĂlich gedĂ€mmert: Das wahre Spektakel hier sind gar nicht die Vögel auf dem Wasser, sondern das Kraftwerk am Rheinstau.
Die Technik, nicht die Natur!
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Die GerĂ€uschkulisse dieses Ortes muss man sich bei den Aufnahmen jetzt einfach dazudenken. Ich ĂŒbertreibe nicht, wenn ich sage, dass der LĂ€rm des rauschenden, ja tosenden Wassers einfach ohrenbetĂ€ubend war. Wunderbar! Und ein verrĂŒckter Kontrast zum wolkenverhangenen, völlig gedĂ€mpften Himmel und der windstillen, trĂŒben Luft.
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Ich hoffe, dass die Fotos etwas von dem rohen, morbiden Charme der ganzen Anlage vermitteln. Sie hat seit ihrem Bau im Jahr 1962 im wahrsten Sinne Patina angesetzt und sieht doch zugleich zeitlos und irgendwie auch elegant aus.
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FĂŒr mich eine unerwartete Wendung in meinem schon missglĂŒckt geglaubten Samstagsausflug und eine unverhoffte Attraktion an diesem ĂŒberaus trĂŒben Tag. Technik trifft Natur. Das hat Lust gemacht auf mehr!
Der Februar steht vor der TĂŒre, und bereits zum zweiten Mal findet kein Fasching statt. Was des einen Freud, ist des anderen Leid, grosses Leid. Aus eigener Erfahrung weiss ich, wenn man vom Karnevalsvirus infiziert ist und die fĂŒnfte Jahreszeit nicht ausleben darf, ja dann fehlt definitiv etwas. Es ist nahezu wie ein Jahr ganz ohne Weihnachten!
FrĂŒher „musste“ ich wĂ€hrend der Fasnacht eine Woche Ferien nehmen, um ausgiebig am Narrentreiben teilnehmen zu können. Immer maskiert machten wir die NĂ€chte zum Tag, sei es auf MaskenbĂ€llen wie auch beim munteren Treiben auf den Strassen und in den Gassen. Jedes Jahr gingen wir mit Herzblut an das Entwerfen und NĂ€hen eines neuen KostĂŒms. Manchmal lange vorher geplant, aber nicht selten haben wir in den letzten 24 Stunden noch etwas auf die Beine gestellt.
Wie es wohl den Hauptdarstellern des Carnevale di Venezia gehen mag? Sie nĂ€hen sich ihre Kleider immer selber, fangen bereits im Sommer damit an und verbringen das halbe Jahr, die KostĂŒme mit viel Liebe zum Detail zu perfektionieren. Mit grossem GepĂ€ck reisen sie in die Lagunenstadt, wo sie dann stolz ihre neuen KostĂŒme prĂ€sentieren. Eine immer grösser werdende Menge an Touristen und Fotografen treffen sich jedes Jahr pĂŒnktlich zum Karnevale auf der Piazza San Marco, bei der Kirche San Giorgio, auf der Treppe der Maria della Salute und in den vielen kleinen Gassen Venedigs.
Dieses Jahr wird es sehr ruhig sein, keine Touristen, kaum Fotografen, selbst die Venezianer bleiben mehrheitlich zu Hause. Wahrscheinlich gibt es einige Venezianer, welche froh sind, dass ihre Stadt endlich auch einmal zur Ruhe kommen kann und nicht von einer Horde Touristen ĂŒberflutet wird.
âŠund wer weiss, hier oder dort wird vielleicht eine Maske durch die Gassen schleichen oder ĂŒber die verwaiste Piazza San Marco laufenâŠ
Mango und Zitrone – das sind meine ersten Assoziationen, welche mir zum Thema Eis einfallen (und von denen ich locker auch einen Berg verdrĂŒcken könnte).
Jetzt ist aber Winter, und da verbinde ich mit Eis eher gemischte GefĂŒhle. Zum einen sind es glatten StraĂen, gefrorene Windschutzscheiben und die ein oder andere unsanfte Landung auf dem Allerwertesten. Aber dann gibt es auch die tollen Motive, welche jedes Fotografenherz höher schlagen und eiskalte Finger vergessen lassen. Susannes Beitrag „Auf dem schwarzen Eis“ ist dafĂŒr ein wunderbares Beispiel.
In diesem Artikel ist das Eis allerdings nur ein Nebendarsteller, die Hauptakteure sind Hannes und Nico – zwei Eiskletterer.
Hannes und Nico
Ich wĂŒrde mich nicht als passionierte Sportfotografin bezeichnen, aber schon bei meiner Begegnung mit dem Wakeboarder aus dem Beitrag „WassertĂ€nzer“ habe ich festgestellt, dass es mir viel SpaĂ macht Menschen zu beobachten, Bewegungen fotografisch einzufrieren und sportliches Können festzuhalten.
Mir geht es gar nicht darum, eine Sportart zu dokumentieren, sondern um die Anstrengung, aber auch die Freude dabei, darzustellen.
Eisklettern! Das klingt fĂŒr mich nach einer tollen Umgebung, Risiko und coolen Typen. In diesem Fall war die Umgebung keine atemberaubende Alpenkulisse, sondern eine stark befahrene BundesstraĂe in der NĂ€he meines Heimatortes. Dort traf ich zufĂ€llig – und in diesem Fall passt das Klischee – auf zwei richtig coole Typen.
Nico und Hannes kommentierten mein Erscheinen mit einem kurzen, aber freundlichen „Hallo“ und noch bevor ich meine Kamera auspacken konnte, war Nico schon wieder auf dem Weg nach oben.
In den Verschnaufpausen plauderten wir ĂŒber Röhreneis und Schwierigkeitsgrade – ich war schwer beeindruckt – aber verstand kaum ein Wort đ
Wenn ich mir die farbenfrohen Fotos so anschaue, dann denke ich doch wieder an Mango und Zitrone – vielleicht noch an Erdbeere und blaues Schlumpfeis. Nur die Eisdielen heiĂen meist Cortina oder Gelateria und eher selten La Sportiva đ
Nachdem uns Sebastian und Horst in ihren BeitrĂ€gen so eindrucksvoll in die faszinierende Winterwelt des Schwarzwalds entfĂŒhrt hatten, dachte ich mir: Und wir? Wo bleibt der Winter bei uns?
Letzten Samstagabend war es endlich soweit. Die ersten Schneeflocken in diesem Winter rieselten vom Himmel, nur klein und zierlich, aber immerhin! GroĂe Freude kam auf nach der tristen und nassen Zeit der letzten Wochen. Viele Menschen zog es noch am Abend fĂŒr einen kurzen Spaziergang in die Stadt.
Am nĂ€chsten Morgen dann der Blick nach drauĂen. Ja, er war noch da, der Schnee. Nach dem FrĂŒhstĂŒck entschieden wir uns, in die Rieselfelder zu fahren, ein Naturschutzgebiet in MĂŒnster. DarĂŒber werde ich in spĂ€teren BeitrĂ€gen noch mehr berichten.
Wir befĂŒrchteten zunĂ€chst, dass uns dort die Menschenmassen ĂŒberrennen wĂŒrden, aber zum GlĂŒck war dem nicht so.
Wenn auch nicht viel Schnee gefallen war, so erzeugte die Mischung aus Schnee, Eis und Wasser eine Szenerie, die auf ihre eigene Art wirkte. Ein blauer Himmel wÀre eventuell sogar fehl am Platze gewesen.
Auch im Detail zeigte sich der Winter von seiner schönen Seite.
In den Rieselfeldern leben zahlreiche Vögel, unter anderem auch die weit verbreiteten Kanada-GĂ€nse. Oftmals verpönt, da nicht indigen, sind sie dennoch sehenswert. Mit lautem Geschnatter flogen sie ĂŒber uns hinweg.
Doch es war Eile geboten, denn die Temperatur stieg an und am Ende unseres Spaziergangs tropfte es bereits von den Ăsten. Ăber die GewĂ€sser legte sich Dunst. So schnell der Hauch von Winter gekommen war, so schnell war er leider auch wieder verschwunden.
Am Ende gab es noch ein Highlight. Denn auf dem RĂŒckweg begleitete uns ein kleiner Eisvogel. Er war allerdings recht scheu, so dass wir uns ihm nicht wirklich gut nĂ€hern konnten.